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Pressemitteilungen

2/2015: Wissenschaftspreis der HSU für zwei herausragende Promotionen

Dr.-Ing. Thanh Trung Do und Dr.-Ing Henning Gutzmann von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg wurden am 26. März 2015 von den Freunden und Förderern der HSU für ihre außerordentlichen Forschungsarbeiten geehrt. Am Rande der Preisverleihung erhielt der langjährige Vorsitzende der Freunde und Förderer, Dipl.-Ing. Karl-Heinz Kolbe, das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber.

Der mit 2.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis wurde den beiden Post-Doktoranden nicht allein für ihre außerordentlichen wissenschaftlichen Arbeiten in den Professuren für Elektrische Energiesysteme sowie der Werkstofftechnik verliehen. Die Laudatoren hoben auch den Teamgeist der Preisträger sowie ihre Begeisterung für die Lehre hervor. Der Preis wird im jährlichen Wechsel zwischen den technischen und den nichttechnischen Fakultäten der Universität vergeben. Das Preisgeld stellte in diesem Jahr die Dr. Friedrich Jungheinrich-Stiftung zur Verfügung.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wilfried Seidel freute sich über eine überraschend hohe Zahl an Einreichungen in diesem Jahr. „Die Jury hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und nach sorgfältiger Abwägung Arbeiten aus zwei besonders leistungsstarken Professuren ausgewählt, die das Forschungsprofil unserer Universität entscheidend mitprägen.“

Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber für Karl-Heinz Kolbe
Am Rande der Preisverleihung nahm der langjährige Vorsitzende der Freunde und Förderer der HSU, Karl-Heinz Kolbe, sichtlich gerührt das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber entgegen. Es wurde ihm für sein unermüdliches Engagement für die Universität und damit für die Bundeswehr verliehen. Wilfried Seidel dankte ihm.  „Sie haben in Ihrer Zeit als Vorsitzender wichtige Impulse für eine praxisbezogene Ausbildung und eine internationale Ausrichtung der Universität gegeben.“

Gedenken der Opfer von Seyne-les-Alpes
Die eher leise Festveranstaltung im vollbesetzten Thomas-Ellwein-Saal stand im Schatten der Flugzeugtragödie von Seyne-les-Alpes. Die Verantwortlichen hatten lange mit sich gerungen, ob die Preisverleihung überhaupt stattfinden sollte. „Wir haben uns bewusst dafür entscheiden. Wir dürfen und müssen die Leistungen von Ingenieuren anerkennen, aber wir müssen uns auch von dem Gedanken verabschieden, dass uns Wissenschaft und Technik alle Risiken abnehmen können“, sagte Wilfried Seidel bei der Begrüßung.

Meilenstein bei der Charakterisierung von Netzrückwirkungen
Risiken begleiteten auch die Arbeit von Preisträger Dr.-Ing. Thanh Trung Do, der sich im Rahmen seiner Promotion „Messeinrichtung zur mobilen Netzimpedanz auf der Mittelspannungsebene“  in den vergangenen sechs Jahren mit der Entwicklung eines Geräts zur Messung der Innenwiderstände in Stromnetzen mit bis zu 20 KV beschäftigte. Die Jury erwähnte lobend, dass Tanh Trung Do nicht nur ein neues Messverfahren entwickelt, sondern auch wesentliche Meilensteine zur Charakterisierung von Netzrückwirkungen auf Mittelspannungsebene identifiziert habe. Verschiedene Industrieunternehmen seien an der Entwicklung interessiert. Nun soll das Verfahren auf die Ebene von 110 KV übertragen werden. „Dann wird es hochspannend“, freute sich der Preisträger.

Innovative Oberschichten durch Kaltgasspritzen
Dr.-Ing. Henning Gutzmann  von der Professur für Wertstofftechnik erhielt den Preis für seine Forschungen zu „Kaltgasspritzen von Titanoxid – Bindungsverhalten und photokatalytische Eigenschaften.“ Er bewies, dass Titandioxid bei dieser nicht thermischen Oberflächenversiegelung bessere photokatalytische Eigenschaften und ein hohes Bindungsverhalten entwickelt. Titandioxid kann unter UV-Einwirkung unter anderem Luft sowie selbstreinigend wirken. „Herr Gutzmann stellt immer alles in Frage. Es zeichnet ihn  aus, dass er tiefgehender nachschaut, wie man ein Problem lösen kann“, lobte sein Doktorvater Prof. Dr.-Ing. Thomas Klassen.

Keine Innovationen ohne Zufall
Genau diese Eigenschaften sind für die Entwicklung bahnbrechender Innovationen unabdingbar, betonte der Festredner des Abends, Prof. Dr. Wolfgang Kaysser vom Helmholz-Zentrum Geesthacht (HZG). „Innovationen entstehen, wenn Wissenschaftler bereit sind, im Unerwarteten eine mögliche Erkenntnis zu sehen“, sagte der wissenschaftlich-technische Geschäftsführer der HZG. Langfristige, systematische Forschungen ebneten ein breites Erkenntnisfeld, das, sobald die Zeit reif dafür sei, der Serendipität breiten Raum biete.

„Das ist ein sehr schönes Wort, ich kannte es bis vor kurzem auch nicht, es beschreibt den Zufall“, sagte Wolfgang Kaysser. Oder die zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als überraschende Entdeckung erweist. Damit richtete Wolfgang Kaysser auch einen Appell an alle Studierenden. „Sie müssen schon gut studieren und lernen, sonst finden Sie zufällig nichts.“

Die Preisträger

Thanh Trung Do
Dr.-Ing Thanh Trung Do wurde im September 1980 in Hai Duaong (Vietnam) geboren. Nach seiner Grundschulzeit in Hanoi übersiedelte er 1992 im Rahmen der Familienzusammenführung nach Erfurt, wo er 2000 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er Elektrotechnik mit Schwerpunkt Elektrische Energieversorgung an der Technischen Universität Berlin. Mit Abschluss des Studiums wechselte er als wissenschaftliche Hilfskraft für fünf Monate an das dortige Institut für Hochspannungstechnik und elektrische Energieversorgungsnetze. Seit März 2007 arbeitet Thanh Trung Do als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Elektrische Energiesysteme an der HSU. In dieser Zeit hat er 19 studentische Arbeiten betreut und war an der Anmeldung zweier Patente beteiligt.

Henning Gutzmann
Dr.-Ing. Henning Gutzmann wurde im August 1981 in Greifswald geboren und zog bald darauf mit seiner Familie auf die Halbinsel Darß-Fischland-Zingst. Im Anschluss an das Abitur in Barth ging er zum Studium der Physik an die Universität Hamburg. Nach einem sehr guten Abschluss als Diplom-Physiker mit Schwerpunkt Nanotechnologie kam er im Mai 2009 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Institut für Werkstofftechnik an der Helmut-Schmidt-Universität. In der international gut vernetzten Forschungsgruppe erarbeitete er sich eines der begehrten DFG-Stipendien für seine Promotion. Seine Forschungsarbeit wurde bereits verschiedenen Preisen ausgezeichnet.­­­­­­

Text: Susanne Hansen

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Dr.-Ing. Thanh Trung Do (links) und Dr.-Ing Henning Gutzmann sind die Preisträger des Wissenschaftspreises 2015. (Foto: Ulrike Schröder)

Bereich Pressestelle | 27.03.2015 14:18

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