European Conference on Critical Edtech Studies (ECCES) an der HSU/UniBw H: Gemeinsames Arbeiten an gerechteren digitalen Bildungszukünften

HSU

23. Oktober 2026

Hamburg. Wie können digitale Bildungstechnologien so gestaltet und eingesetzt werden, dass sie zu mehr Gerechtigkeit, Teilhabe, Nachhaltigkeit und Fürsorge beitragen? Diese Frage prägte die European Conference on Critical Edtech Studies (ECCES), die als sogenanntes Futuring Studio vom 16. bis 18. September an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) stattfand. Unter dem Leitthema „Shaping (Better) Educational and Societal Futures through and with Critical Edtech Research“ lud die Konferenz dazu ein, kritische Forschung nicht beim Aufdecken problematischer Entwicklungen enden zu lassen, sondern gemeinsam an konkreten Ansatzpunkten für Veränderung zu arbeiten. Besonders angesprochen waren hierbei Nachwuchswissenschaftlerinnen. Zugleich ermutigte die Ausschreibung ausdrücklich dazu, Lehrkräfte, Personen aus Politik, Technologieentwicklung sowie weitere Personen aus der Praxis aktiv einzubeziehen. Neben dem Zusammenbringen unterschiedlicher Perspektiven über Fach- und Berufsgrenzen hinweg ging es hierbei insbesondere auch darum Gruppen einzubeziehen, die in Entscheidungsprozessen bislang weniger Gehör finden.

Das andere Foto zeigt das Organisationskommittee (von links: Ben Williamson, Jeremy Knox, Sigrid Hartong, Mathias Decuypere).
Das Organisationskomitee der European Conference on Critical Edtech Studies (ECCES) (von links): Prof. Ben Williamson, Prof. Jeremy Knox, Prof. Sigrid Hartong und Prof. Mathias Decuypere.

Gemeinsamer Austausch über Fachgrenzen hinweg

Das Programm griff diese Ausrichtung in einer Vielfalt paralleler Workshops und Formate auf. Diskutiert wurden unter anderem digitale Souveränität und gerechtere Infrastrukturen, Nachhaltigkeitsdilemmata, Datenschutz, digitale Spuren im Zeitalter künstlicher Intelligenz sowie die Rechte von Kindern in datengetriebenen Gesellschaften. Weitere Beiträge beschäftigten sich mit Edtech aus Perspektiven des Globalen Südens oder mit der Frage, wie kritische Datenkompetenz noch besser pädagogisch vermittelt werden kann. Ko-kreative und spekulative Methoden, gemeinsames Gestalten und der Austausch zwischen Forschung und Praxis zogen sich durch viele Sessions. Auch Lehrkräfte aus Hamburg nahmen an ausgewählten Workshops teil.

Zwei Plenarvorträge, sogenannte Enlightenment Talks, gehalten von Prof. Oliver Koenig und Prof. Keri Facer, rahmten das Konferenzprogramm und gaben den Teilnehmenden Gelegenheit, zentrale Fragen der Workshops im Plenum aufzugreifen. Eine gemeinsame Session am Freitagvormittag gab Raum, konkretere Strategien für die Zukunft der Critical Edtech Studies zu entwickeln.

Teilnehmende der European Conference on Critical Edtech Studies (ECCES) an der HSU/UniBw H. Die Konferenz brachte Forschende mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bildungspraxis, Politik und Technologieentwicklung zusammen.
Teilnehmende der European Conference on Critical Edtech Studies (ECCES) an der HSU/UniBw H. Die Konferenz brachte Forschende mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bildungspraxis, Politik und Technologieentwicklung zusammen.

Auch das Begleitprogramm bot weitere Gelegenheiten zum Austausch. Ein Chor begrüßte die Teilnehmenden; das „Data Hero“-Kartenspiel, Critical Knitting und Speed Poetry eröffneten weitere Zugänge zu den Konferenzthemen. Musik, eine offene Bühne, gemeinsame Abendessen und ruhigere Pausen schufen Gelegenheiten für Begegnungen jenseits der Workshops.

Die ECCES-Konferenz in Hamburg war die zweite ihrer Art. Das Format wurde von Prof. Mathias Decuypere (PH Zürich), Prof. Sigrid Hartong (HSU/UniBw H), Prof. Jeremy Knox (Universität Oxford) sowie Prof. Ben Williamson (Universität Edinburgh) als europäisches Kollaborationsprojekt initiiert. Die nächste ECCES-Konferenz wird vom 22. bis 24.06.2027 in Oxford stattfinden.