Hamburg. Im Rahmen der Immatrikulationsfeier 2026 wurde an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg erstmals der DAAD-Preis für herausragende internationale Studierende verliehen. Die Auszeichnung erhielt Hauptmann Pierre K., der seit Oktober 2024 Digital Engineering an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr (HSU/UniBw H) studiert. Gewürdigt werden damit seine hervorragenden Studienleistungen ebenso wie sein Engagement für Mitstudierende sowie sein Einsatz für Bildungs- und Sozialprojekte.
Pierre K. ist Hauptmann der togolesischen Streitkräfte und kam im April 2023 im Rahmen der Militärischen Ausbildungshilfe nach Deutschland. Bevor er sein Studium an der HSU/UniBw H aufnahm, absolvierte er zunächst eine Sprachausbildung am Bundessprachenamt in Hürth und besuchte anschließend das Studienkolleg an der Bundeswehrfachschule in Berlin. Seit dem Herbsttrimester 2024 studiert er Digital Engineering an der HSU/UniBw H. Bereits früh fiel er seinen Lehrenden durch seine Leistungen auf. Im Studium überzeugt er nicht nur durch einen hervorragenden Notendurchschnitt, sondern brachte sich auch im Rahmen eines Fachpraktikums aktiv in Forschungsarbeiten an seiner Professur ein.
„Dass ich als erster Studierender der HSU/UniBw H diesen DAAD-Preis erhalten darf, bedeutet mir sehr viel. Ich empfinde die Auszeichnung als große Anerkennung und freue mich sehr darüber. Zugleich bin ich stolz, mit dem Preis auch mein Heimatland Togo repräsentieren zu können.“

Erfolg bedeutet für ihn auch, andere zu unterstützen
Der DAAD-Preis zeichnet internationale Studierende aus, die akademische Leistungen mit gesellschaftlichem Engagement verbinden. Genau diese Verbindung hebt auch Prof. Dr. Stefan Dickmann, Professor für Grundlagen der Elektrotechnik und Studiendekan, hervor, der den Hauptmann für den DAAD-Preis vorgeschlagen hat.
Was für viele selbstverständlich klingt, ist für Hauptmann Pierre K. Ausdruck einer tiefen persönlichen Überzeugung. Sein Handeln sei stark von seinem christlichen Glauben geprägt. Er empfinde vieles von dem, was er erreicht habe, nicht als selbstverständlich und sehe darin die Verantwortung, auch andere zu unterstützen:
„Ich habe selbst viel Unterstützung erfahren. Deshalb ist es mir wichtig, etwas zurückzugeben und andere auf ihrem Weg zu unterstützen. Wenn ich dazu beitragen kann, Menschen neue Chancen zu eröffnen, dann tue ich das gerne.“
Faszination für die Logik hinter der Technik
Die Begeisterung für sein Studienfach ist dabei unübersehbar. Besonders fasziniert ihn die Verbindung von Mathematik, Physik und Ingenieurwissenschaften.
„Mich fasziniert die Logik, die hinter den physikalischen Phänomenen der Elektrotechnik steckt. Probleme Schritt für Schritt zu lösen und Zusammenhänge zu verstehen, macht für mich den Reiz des Fachs aus.“
Dabei gehe es nicht nur um Formeln oder technische Systeme. Besonders schätzt Hauptmann Pierre K. Lehrveranstaltungen, in denen komplexe Zusammenhänge verständlich vermittelt werden. Wenn aus etwas zunächst Rätselhaftem ein echtes Verständnis entstehe, sei das für ihn einer der schönsten Momente des Lernens.
Engagement weit über den Campus hinaus
Sein Einsatz für andere Menschen endet jedoch nicht an den Grenzen der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Über seine Kirchengemeinde engagiert er sich für Bildungsprojekte in Afrika und unterstützt Initiativen, die Kindern Zugang zu Bildung ermöglichen.
Darüber hinaus engagiert er sich gemeinsam mit seiner Partnerin für soziale Projekte in Burkina Faso und Lomé. Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung von Frauen und Mädchen. Anlass dafür war die Beobachtung, dass viele junge Frauen aufgrund früher Schwangerschaften ihre schulische Laufbahn abbrechen müssen und dadurch wichtige Zukunftsperspektiven verlieren.
Um diesen Frauen neue Chancen zu eröffnen, gründete seine Partnerin den Verein Femmes d’impact. Hauptmann Pierre K. unterstützt die Arbeit der Initiative finanziell und ehrenamtlich.
„Bildung eröffnet Möglichkeiten und verändert Lebenswege. Deshalb ist es mir wichtig, dort zu helfen, wo Menschen diese Chancen sonst nicht hätten.“
Entwicklung als bewusste Entscheidung
Auf die Frage, worauf er in seinem bisherigen Leben besonders stolz ist, nennt Pierre K. weder seine Noten noch die Auszeichnung mit dem DAAD-Preis.
Viel wichtiger sei für ihn eine Entscheidung, die seinen gesamten Lebensweg geprägt habe:
„Für mich bedeutet Entwicklung, sich bewusst dafür zu entscheiden, jeden Tag dazuzulernen und besser zu werden. Auf diese Entscheidung bin ich bis heute am meisten stolz.“
Diesen Gedanken gibt er auch anderen internationalen Studierenden mit auf den Weg. Sprachliche und kulturelle Herausforderungen gehörten zu einem Studium im Ausland dazu. Gleichzeitig biete Deutschland viele Chancen für diejenigen, die bereit seien, sie zu nutzen.
Offenheit, Begegnung und gegenseitige Unterstützung seien aus seiner Sicht dabei genauso wichtig wie fachliche Leistungen. Oder, wie er es selbst formuliert: „Wenn man neben dem Studium auch Brücken zu anderen Menschen bauen kann, ist das immer gut.“
Mit seinen hervorragenden Studienleistungen, seinem Einsatz für Mitstudierende und seinem langjährigen gesellschaftlichen Engagement verkörpert Hauptmann Pierre K. in besonderer Weise das Anliegen des DAAD-Preises: akademische Exzellenz mit Verantwortung für andere zu verbinden.

Internationaler Austausch an der HSU/UniBw H
Internationale Austausch- und Studienprogramme sind ein wichtiger Bestandteil der internationalen Zusammenarbeit an der HSU/UniBw H. Sie ermöglichen Studierenden unterschiedliche akademische Perspektiven und fördern den Austausch über Ländergrenzen hinweg.
Umso mehr freut sich die Universität, mit dem DAAD-Preis nun auch herausragende internationale Studierende für ihre akademischen Leistungen und ihr gesellschaftliches Engagement auszeichnen zu können. Dass der Preis in diesem Jahr erstmals an der HSU/UniBw H vergeben werden konnte, ist maßgeblich dem Engagement des International Office unter der Leitung von Linda Weiß zu verdanken.
Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg gratuliert herzlich zu dieser Auszeichnung.