Volkswirtschaftslehre neu ausgerichtet: Konflikte, Krisen und Ökonomie im Fokus

HSU

21. Oktober 2026

Hamburg. Wie wirken sich Kriege und geopolitische Spannungen auf Volkswirtschaften aus? Welche ökonomischen Folgen haben Klimawandel, Migration oder internationale Handelskonflikte? Und wie lassen sich komplexe Krisen mit wissenschaftlichen Methoden analysieren? Mit der Neuausrichtung ihres VWL-Studiums rückt die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg diese Fragen stärker in den Mittelpunkt.

Die Reform betrifft Bachelor und Master. Der neue Bachelorstudiengang soll zum Herbsttrimester 2027 starten, der neue Masterstudiengang zum Wintertrimester 2028. Der Master trägt künftig den Titel „Volkswirtschaftslehre: Konflikte, Krisen und Ökonomie“. Mit der Neuausrichtung verbindet die HSU/UniBw H die volkswirtschaftliche Ausbildung stärker mit aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen. Zugleich knüpft sie damit an ihre strategischen Schwerpunkte „Human Security“ und „gesellschaftliche Resilienz“ an.

Ökonomische Perspektiven auf Konflikte und Krisen

Im Masterstudium kommt mit „Konflikte und Krisen“ ein eigener Wahlpflichtbereich hinzu. Das Angebot reicht von Konflikt- und Militärökonomik über Migration und die Ökonomik des Klimawandels bis zu Geoökonomik und Geopolitik. Damit erhalten Fragestellungen an der Schnittstelle von Wirtschaft, Sicherheit und internationaler Politik mehr Raum im Studium.

Dabei geht es nicht allein darum, gegenwärtige Krisen zu beschreiben. Die Studierenden lernen, wirtschaftliche Zusammenhänge mit theoretischen und empirischen Methoden systematisch zu untersuchen. Pflichtmodule in Zeitreihenökonometrie sowie Panel- und räumlicher Ökonometrie bilden dafür einen methodischen Kern.

Wie breit das Spektrum ist, zeigt beispielsweise das Modul „Geoeconomics & Geopolitics“. Anhand aktueller Konflikte untersuchen Studierende ökonomische Mechanismen und Anreize, analysieren die Strategien verschiedener Akteure und entwickeln mögliche Lösungsansätze aus politökonomischer Perspektive.

Auch der Bachelor verändert sich

Die Reform setzt bereits in der volkswirtschaftlichen Grundausbildung an. Im Bachelor werden unter anderem die großen Theorieveranstaltungen in Mikro- und Makroökonomik neu strukturiert. Zudem sind künftig zwei Seminare vorgesehen, die die Studierenden intensiver auf das wissenschaftliche Arbeiten vorbereiten. Die mathematisch-quantitative Ausrichtung der Grundausbildung wird angepasst, um die Studierbarkeit zu verbessern und einzelne Module leichter für andere Studiengänge zu öffnen.

Forschung und Praxis zusammendenken

Ein weiteres Element der Neuausrichtung ist das verpflichtende Forschungsseminar. Dort beschäftigen sich die Studierenden mit aktuellen Forschungsfragen und diskutieren wissenschaftliche Arbeiten. Vorgesehen ist dabei auch die Einbindung externer Fachleute aus Wissenschaft, Ministerien und internationalen Organisationen.

Damit verbindet der Master eine fundierte volkswirtschaftliche Methodenausbildung mit Fragestellungen, die für Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Bundeswehr gleichermaßen relevant sind. Ziel ist es, komplexe wirtschaftliche Prozesse und politische Maßnahmen wissenschaftlich fundiert beurteilen zu können.

Wissen schafft Orientierung in einer komplexen Welt

Die Neuausrichtung greift eine Entwicklung auf, die weit über einzelne Krisen hinausreicht: Wirtschaftliche Verflechtungen, Sicherheit, gesellschaftliche Stabilität und internationale Politik lassen sich immer weniger getrennt voneinander betrachten. Volkswirtschaftliche Modelle und empirische Daten können helfen, diese Wechselwirkungen sichtbar und Entscheidungen nachvollziehbarer zu machen.

Für angehende Offizierinnen und Offiziere, die ein Studium an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg anstreben, läuft das Bewerbungsverfahren für die Offizierlaufbahn bereits. Die Bewerbung erfolgt dabei nicht nicht direkt an der Universität, sondern über Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw).