Wechsel im Präsidentenamt

Festakt zur Übergabe des Präsidentenamtes am 23. März 2018 (Foto: Ulrike Schröder)
Von links nach rechts: Maria und Wilfried Seidel, Ursula von der Leyen, Nicole und Klaus Beckmann. (Foto: Ulrike Schröder)

Am 23. März 2018 verabschiedete Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen den amtierenden Universitätspräsidenten, Prof. Dr. Wilfried Seidel, mit Wirkung zum 1. April 2018 in den Ruhestand. Zum gleichen Termin übergab sie das Amt des Universitätspräsidenten an Prof. Dr. Klaus Beckmann.

Professor Dr. Wilfried Seidel, der das Amt des Präsidenten seit dem 1. Oktober 2010 bekleidet hat, wird mit Wirkung zum 1. April 2018 in den Ruhestand verabschiedet. Bei einem Festakt auf dem „Roten Platz“, dem zentralen Veranstaltungsort der Universität, übergab Ursula von der Leyen das Amt zum gleichen Termin an Professor Dr. Klaus Beckmann.

„Adäquate Bildung für fähige und aufgeschlossene Menschen ist unsere Aufgabe“, sagte Seidel über den Auftrag der Hochschule in seiner Begrüßung. Mit diesem Ziel seien die Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München einst gegründet worden. „Die jungen Menschen erfahren an den Universitäten eine Ausbildung, die weit über das militärische Handwerkszeug hinaus geht“, würdigte Verteidigungsministerin von der Leyen die akademische Ausbildung. Gleichzeitig werde mit dem Studium ein bedeutender Grundstein für ihre weitere Karriere gelegt.

„Ein Offizier der Bundeswehr ist auch immer eine Staatsbürgerin, ein Staatsbürger in Uniform, der mit dem akademischen Sachverstand auf Augenhöhe mit der Zivilgesellschaft argumentieren können muss und sollte“, sagte von der Leyen. Die Anforderungen an unsere militärischen Führungskräfte würden sich durch zunehmende Komplexität und Dynamik sowie Krisen und Konflikte verändern. „Sie, Herr Seidel, haben eine Hochschule geschaffen, orientiert an den Bedürfnissen und der Einsatzrealität der Truppe“, lobte Verteidigungsministerin von der Leyen die Arbeit des amtierenden Präsidenten. Zum Beispiel habe technische Forschung dazu beigetragen, Vorteile für die Soldaten in der Erfüllung ihres Auftrages zu erreichen.

Dr. Ursula von der Leyen: "Neben der Öffnung hat Seidel in seiner Amtszeit auch den Weg in Richtung Europa beschritten. Als Gastgeber für Lehrende und Studierende anderer Nationen“. (Foto: Ulrike Schröder)
Dr. Ursula von der Leyen: „Neben der Öffnung hat Seidel in seiner Amtszeit auch den Weg in Richtung Europa beschritten. Als Gastgeber für Lehrende und Studierende anderer Nationen“. (Foto: Ulrike Schröder)

An allen Universitäten stehen die Studierenden im Mittelpunkt, bei den Universitäten der Bundeswehr sind dies überwiegend Offizieranwärter und Offiziere. „Diese kenne ich als aktiv, extrovertiert, aufgeschlossen für das Zeitgeschehen und sehr engagiert“, sagte Seidel. „Aus meiner Sicht kann die Bundeswehr sehr, sehr zufrieden mit ihren jungen Offizieren sein“, führte Seidel weiter aus: „Wir haben gute Leute gut ausgebildet, das sieht man an den Biografien unserer Absolventen“, sagte Seidel. Gleichzeitig ist dies ein maßgebliches Kriterium für die Attraktivität der Bundeswehr und die Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt.

„Alle zusammen haben wir hier sehr viel erreicht. Wir haben gemeinsam die Qualität der Uni verbessert, neue Felder erschlossen und die Universität vergrößert“, dankte der scheidende Präsident allen, die dazu beigetragen haben. Er freute sich über die zahlreichen Gäste, Wegbegleiter und engen Gefährten, die ihm am heutigen Tage die Ehre erwiesen. Seidel hat als Präsident nicht nur an der Hochschule einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

„Herr Beckmann übernimmt eine hervorragend aufgestellte Universität“, lobte Staatsrätin Gümbel Seidels Arbeit. Dass die Hochschule bei Beckmann weiterhin in guten Händen ist erklärte auch Seidel in seiner Rede: „Herrn Kollegen Beckmann betrachte ich nicht nur als Nachfolger, sondern auch als langjährigen Weggefährten“. So lasse er das Präsidentenamt zwar mit einem lachenden und einem weinenden Auge, vor allem aber beruhigt hinter sich. Bundesministerin von der Leyen begrüßte Beckmann als Nachfolger im Präsidentenamt „Ich wünsche Ihnen vor allem Freude, Neugier, ein verlässliches Team und eine gehörige Portion Fortune“, so von der Leyen.

Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin der Hamburger Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, überbrachte die Grüße des Hamburger Senats. (Foto: Ulrike Schröder)
Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin der Hamburger Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, überbrachte die Grüße des Hamburger Senats. (Foto: Ulrike Schröder)

Fast acht Jahre war Mathematiker Seidel im Amt. 1983 begann der gebürtige Münchner als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der damaligen Hochschule der Bundeswehr Hamburg, wo er sich 1992 habilitierte. Nach Professurvertretungen an anderen Hochschulen kehrte er 1998 als Professor für Mathematische Methoden der Wirtschaftswissenschaften an die HSU zurück. „Meine Zeit an der Uni war toll und interessant“, sagte Seidel zurückblickend. „Besonders die vielen Menschen, die ich kennengelernt habe, werde ich vermissen.“ Er habe einen besonderen Zusammenhalt inner- und außerhalb der Fakultäten beobachten können, den er von anderen Hochschulen bislang nicht kannte. „Es gibt einen speziellen Spirit an der HSU – man steht zusammen, wenn’s sein muss.“

In Seidels Amtszeit fiel unter anderem die zunehmende Öffnung der Universität der Bundeswehr Hamburg für zivile Studierende. „Die Bundeswehr bildet die dringend benötigten Bauingenieure für den Öffentlichen Dienst aus“, lobte Ministerin von der Leyen. Dieses Projekt könne man durchaus als Blaupause betrachten.

Neben der Öffnung hat Seidel in seiner Amtszeit auch „den Weg in Richtung Europa beschritten. Als Gastgeber für Lehrende und Studierende anderer Nationen“, sagte von der Leyen. Hinzu komme, dass er maßgeblich dazu beigetragen habe, dass immer mehr für die Bundeswehr an der Universität geforscht werde, wie auch die Bundesministerin der Verteidigung in ihrer Rede würdigte. „Mit unserem Cluster Sicherheitsforschung und Logistik leisten wir sehr gerne einen Beitrag zur Modernisierung der Bundeswehr und zur Einbindung in die europäischen Strukturen“, sagte Seidel.

Ruhestand – was nun? „Eine gute Frage“, antwortet der 68-Jährige und fügt hinzu: „Das wird sich mit der Zeit einspielen.“ Seine Frau und er planen viel zu reisen, und auch eine Isar-Wanderung stehe auf ihrer beider Liste.

Nachfolger Klaus Beckmann nahm 2006 den Ruf auf die Professur für Finanzwissenschaft an der Fakultät für Wissenschafts- und Sozialwissenschaften an. Später wurde er Vizepräsident für Angelegenheiten der Lehre und ab 2013 Vorstand des Zentrums für Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität.

„Ich fühle mich im Augenblick noch unverändert“, so Beckmann zur Übernahme des Präsidentenamtes am 1. April 2018. „Die Übergangszeit war lang, und ich hatte ausreichend Zeit mich vorzubereiten“, so der gebürtige Solinger. „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und hoffe, dass ich die großen Fußstapfen von Herrn Seidel ausfüllen kann“, sagte der 53-Jährige. Seidel habe viele Dinge wie die Internationalisierung der Hochschule oder den Aufbau des Studienangebotes angestoßen, an die er selbst anknüpfen und so die Universität weiter in eine gute Zukunft führen wolle.

Der amtierende und der zukünftige Universitätspräsident mit ihren Ehefrauen und Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen. (Foto: Ulrike Schröder)
Der amtierende und der zukünftige Universitätspräsident mit ihren Ehefrauen und Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen. (Foto: Ulrike Schröder)

(Text: Jennifer Fiebig-Schulze)