Prof. Dr. Caroline Fehl: Internationale Politik zwischen Macht, Normen und globaler Verantwortung

HSU

1. Oktober 2026

Hamburg. Wie verändern geopolitische Umbrüche und Machtverschiebungen die internationale Zusammenarbeit? Welche Rolle spielen internationale Organisationen, Institutionen und Normen in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung? Und wie lassen sich Sicherheit und Menschenrechte zusammendenken? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Caroline Fehl. Seit Oktober 2026 hat sie die Professur für Politikwissenschaften, mit Schwerpunkt Internationale Politik an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) inne.

„Wissenschaftlich zu forschen und mich mit der wissenschaftlichen Forschung anderer zu beschäftigen bedeutet für mich ein großes Privileg: meine eigenen Gewissheiten immer wieder neu zu hinterfragen und die Welt immer wieder mit anderen Augen sehen zu können.“

Porträt von Prof. Dr. Caroline Fehl in einem Gebäude der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr.
Prof. Dr. Caroline Fehl hat seit Oktober 2026 die Professur für Politikwissenschaften, mit Schwerpunkt Internationale Politik an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg inne.

Wissenschaftlicher Werdegang

Der wissenschaftliche Weg von Caroline Fehl führte von Freiburg über Berlin und New York nach Oxford. Sie studierte Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte sowie Romanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und war als Visiting Exchange Student an der Columbia University in New York.

An der University of Oxford promovierte sie zum DPhil in International Relations. Es folgten Forschungsstationen an der Goethe-Universität Frankfurt sowie an der University of Oxford. Seit 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF), zuletzt als Senior Researcher im Programmbereich Internationale Sicherheit.

Darüber hinaus übernahm sie Vertretungen von Professuren an der Goethe-Universität Frankfurt sowie an der HSU/UniBw H. Mit der Übernahme der Professur für Internationale Politik setzt sie ihre Arbeit an der Universität nun dauerhaft fort.

Forschung zwischen Macht, Institutionen und globalem Wandel

Internationale Organisationen, Institutionen und Normen stehen im Mittelpunkt der Forschung von Prof. Dr. Caroline Fehl. Sie untersucht, wie Machtverschiebungen, Gerechtigkeitskonflikte und geopolitische Spannungen die internationale Zusammenarbeit prägen und verändern. Schwerpunkte ihrer Forschung liegen dabei auf den Folgen der US-Außen- und Sicherheitspolitik für die globale Ordnung sowie auf der der internationalen Sicherheitspolitik, insbesondere der nuklearen Ordnung und den humanitären Folgen von Nuklearwaffen.

Über ihre verschiedenen Forschungsschwerpunkte hinweg beschäftigt sie immer wieder die Frage nach dem Verhältnis von Macht und Institutionen:

„Mich interessiert, wie globale Machtungleichheiten in internationalen Organisationen, Institutionen und Normen fest- und fortgeschrieben werden – aber auch, welche Konflikte um Gerechtigkeit und Verantwortung sich daran entzünden. Ich frage, welche Möglichkeiten weniger mächtige Akteure haben, internationale Regeln zu gestalten und zu verändern – insbesondere in einer Zeit, in der sich mächtige Akteure von globalen Institutionen abwenden.“

In der Auseinandersetzung mit diesen Fragen greift Caroline Fehl insbesondere auf konstruktivistische und soziologische Theorieperspektiven der Internationalen Beziehungen zurück.

DFG Projekt: Nukleare Gerechtigkeit im Fokus

Mit dem Antritt ihrer Professur startet Caroline Fehl ein bereits bewilligtes DFG-Forschungsprojekt, das in Kooperation mit der University of the South Pacific durchgeführt wird.

Das Forschungsvorhaben untersucht die humanitären, menschenrechtlichen und ökologischen Folgen von Nuklearwaffentests. Im Mittelpunkt stehen dabei Auseinandersetzungen um „nukleare Gerechtigkeit“ in verschiedenen Weltregionen sowie die Frage, wie sich internationale Normen in diesem Bereich verändern.

Geplant sind neben wissenschaftlichen Publikationen auch Formate des Wissenstransfers gemeinsam mit betroffenen Staaten, Communities und dem UN-Menschenrechtsrat.

Sicherheit und Menschenrechte zusammendenken

Ein besonderes Anliegen von Caroline Fehl ist die Verbindung von Sicherheits- und Menschenrechtspolitik, die sich auch in diesem DFG-Projekt zeigt.

„Empirisch sehe ich einen wichtigen Beitrag meiner Forschung und auch meiner Lehre an der HSU/UniBw H darin, den Blick auf Schnittstellen zwischen Sicherheits- und Menschenrechtspolitik zu lenken: Welche menschenrechtlichen Folgen haben sicherheitspolitische Entscheidungen? Wie kann auch in Zeiten geopolitischer Herausforderungen eine Politik zum Schutz menschlicher Sicherheit gelingen?“ Die HSU/UniBw H gratuliert Prof. Dr. Caroline Fehl herzlich zur Übernahme der Professur für Internationale Politik und freut sich auf die Impulse, die sie in Forschung und Lehre einbringen wird.

Zwei Personen stehen vor einem Roll-up der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und halten gemeinsam eine Ernennungsurkunde.
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann überreicht Prof. Dr. Caroline Fehl die Ernennungsurkunde zur Übernahme der Professur für Professur für Politikwissenschaften, mit Schwerpunkt Internationale Politik an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.

Die HSU/UniBw H gratuliert Prof. Dr. Caroline Fehl herzlich zur Übernahme der Professur für Internationale Politik und freut sich auf die Impulse, die sie in Forschung und Lehre einbringen wird.