Dr. Mona Bieling wird Young Academy Fellow der Akademie der Wissenschaften in Hamburg

HSU

1. Oktober 2026

Hamburg. Die Umwelt- und Kolonialhistorikerin Dr. Mona Bieling von der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) wurde in das Young Academy Fellows-Programm der Akademie der Wissenschaften in Hamburg aufgenommen. Das Programm fördert besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler verschiedener Disziplinen und schafft Möglichkeiten für fachübergreifenden Austausch sowie neue wissenschaftliche Kooperationen.

Porträtaufnahme von Dr. Mona Bieling.
Dr. Mona Bieling wurde in das Young Academy Fellows-Programm der Akademie der Wissenschaften in Hamburg aufgenommen.

Auszeichnung für herausragende Forschung

Mit der Aufnahme in das Young Academy Fellows-Programm wird die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Mona Bieling gewürdigt. Die Historikerin forscht seit September 2023 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Wissensgeschichte moderner Gesellschaften der HSU/UniBw H und beschäftigt sich mit Fragen der Kolonial-, Umwelt- und Wissensgeschichte. Ihr besonderer Fokus liegt auf Palästina/Israel sowie dem deutschen Kolonialreich.

„Die Aufnahme in das Young Academy Fellows-Programm bedeutet für mich die Anerkennung meiner bisherigen wissenschaftlichen Arbeit – verbunden mit großartigen Chancen, durch neue Kooperationen und den Austausch mit anderen Forschenden meinen wissenschaftlichen Horizont und Handlungsspielraum zu erweitern.“

Forschung an der Schnittstelle von Umwelt-, Kolonial- und Wissensgeschichte

An der HSU/UniBw H forscht Dr. Mona Bieling derzeit an zwei zentralen Forschungsvorhaben.

Im ersten Projekt untersucht sie die Verbindung von Umwelt- und Kolonialgeschichte im britischen Mandatsgebiet Palästina zwischen 1917 und 1948. Aktuell finalisiert sie ein Manuskript, das auf ihrer Dissertation basiert. Ein Schwerpunkt liegt auf britischen Programmen zur Zucht von Nutztieren und deren Bedeutung für die landwirtschaftliche Entwicklung der Region.

Ein zweites Forschungsfeld widmet sich der Umweltgeschichte des deutschen Kolonialreichs. Im Mittelpunkt stehen die Wechselwirkungen zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen sowie die Entstehung, Nutzung und Verbreitung wissenschaftlichen Wissens. Gegenwärtig arbeitet Bieling unter anderem an einem Fachaufsatz über die Bekämpfung von Insekten, Pilzen und anderen als „Schädlinge“ eingestuften Organismen auf Plantagen in den deutschen Kolonien Afrikas und des Pazifiks. Dabei untersucht sie auch, wie Wissen zwischen den Plantagen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Hamburg und Berlin zirkulierte.

Historische Pflanzen- und Samenpräparate sowie botanische Zeichnungen in einer Sammlung des Herbariums im Botanischen Garten von Kairo.
Sammlungsbestände im Herbarium des Botanischen Gartens Mazhar Botanic Garden in Kairo. Die Untersuchung historischer Pflanzen- und Wissensbestände spielt in der Forschung von Dr. Mona Bieling eine wichtige Rolle.
Transparente Archivbox mit gekennzeichneten Dokumentenbeständen auf einem Arbeitstisch in den National Archives London. Das Material wird als kontaminiert geführt und in einem geschlossenen Behälter bereitgestellt.
Historische Akten in einem Schutzbehälter: Einige Bestände der National Archives London können aufgrund von Kontaminationen nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen genutzt werden.

Neue Perspektiven durch interdisziplinären Austausch

Ein zentrales Anliegen des Young Academy Fellows-Programms ist die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg.

Für Bieling liegt darin ein besonderer Mehrwert: „Gesellschaftlich relevante Fragestellungen profitieren häufig von unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht neue Denkansätze, erweitert wissenschaftliche Netzwerke und eröffnet den Zugang zu neuen Zielgruppen. Darüber hinaus bietet die Akademie die Möglichkeit, generations- und institutionsübergreifend zusammenzuarbeiten und dadurch innovative Kooperationen anzustoßen.“

Wissenschaftskommunikation im Fokus

Während ihrer Fellowship möchte sich Dr. Mona Bieling insbesondere im Bereich der Wissenschaftskommunikation entwickeln. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit anderen Fellows die politischen Dimensionen der Umweltgeschichte sichtbar zu machen und darüber mit einer breiteren Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen.

Die Mitgliedschaft eröffnet ihr zugleich zusätzliche Möglichkeiten, ihre Forschung weiterzuentwickeln. Fördermittel können beispielsweise Archivaufenthalte oder die Teilnahme an internationalen wissenschaftlichen Konferenzen erleichtern.

Sichtbarkeit für die Umweltgeschichte

Für ihre Arbeit an der HSU/UniBw H sieht Bieling in der Fellowship die Chance, neue Impulse sowohl für Forschung als auch für die Lehre zu gewinnen. Gleichzeitig möchte sie dazu beitragen, die Umweltgeschichte stärker in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.

„Die Umweltgeschichte bietet wichtige Perspektiven auf aktuelle Klima- und Umweltfragen. Ich möchte das Fellowship nutzen, um dieses Forschungsfeld stärker sichtbar zu machen und seine gesellschaftliche Relevanz auch über die Geschichtswissenschaft hinaus zu vermitteln“, sagt Dr. Mona Bieling.

Die HSU/UniBw H gratuliert herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung.