Jahresrückblick des Präsidenten

HSU

14. Januar 2020

Prof. Dr. Klaus Beckmann ist ab dem 01.04.2018 Präsident der HSU (Foto: Ulrike Schröder)
Prof. Dr. Klaus Beckmann, seit dem 01.04.2018 Präsident der HSU (Foto: Ulrike Schröder)

Im Jahr 2019 ging es mit der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg gut voran. In der Hamburger Öffentlichkeit mag der einhundertste Geburtstag der Universität Hamburg und deren Erfolg bei der Exzellenzinitiative dominiert haben. Aber immerhin sind wir an zwei von vier der Exzellenzcluster mit Principal Investigators beteiligt. Und auch auf unserem Campus ist in Sachen Forschung einiges los.

Von unseren zukunftsträchtigen Projekten möchte ich hier nur die Forschung zum „Hamburger Thema“ Wasserstoff und zu unbemannten Luftfahrzeugen (Drohnen) erwähnen. Hier freuen mich nicht nur die rege Forschungsaktivität und die Erfolge bei ersten Anträgen, sondern auch, dass wir interdisziplinär zusammenarbeiten. So geht es neben der Technik beispielsweise um rechtliche Fragen des Einsatzes neuer Technologien.

Auch bei Heisenberg-Anträgen und bei der EXIST-Initiative konnten Kolleginnen und Kollegen unserer Universität jüngst punkten. Was in Sachen Forschung bei uns so alles passiert, wird seit diesem Jahr laufend im Forschungsbericht der Universität dargestellt. Die erste Ausgabe für das Jahr 2018 wurde unter Federführung des Vizepräsidenten für Forschung gestaltet und dürfte in Kürze erscheinen. Ich werde die Forschung in unserem Hause, insbesondere die Bemühungen in Wettbewerben und um kompetitive Drittmittel, weiterhin mit ganzer Kraft unterstützen. Immerhin wollen wir 2022 einen Antrag auf DFG-Mitgliedschaft stellen!

Der Bereich der Lehre war im vergangenen Jahr durch vier Entwicklungen geprägt. Erstens galt es, den Großteil unserer bestehenden Studiengänge reakkreditieren zu lassen. Dabei wurde auch die Chance genutzt, Erfahrungen aus der Qualitätssicherung und neueste Entwicklungen in eine behutsame Weiterentwicklung unserer exzellenten Intensivstudiengänge einfließen zu lassen. Der Prozess lief bis auf vereinzelte Terminschwierigkeiten, die aber nicht durch unser Haus zu verantworten waren, reibungslos. Dem nimmermüden Engagement der Vizepräsidentin für Lehre und des Beauftragten für Lehre mit seinem Team möchte ich dafür ausdrücklich danken.

Zweitens setzte sich der Aufwuchs unserer Universität im Bereich des Clusters „Sicherheitsforschung und Logistik“ sowie im Bereich des Bauingenieurwesens fort. Neue Professuren an mehreren Fakultäten waren zu besetzen, neue Studiengänge zu planen und für die Akkreditierung vorzubereiten, und der Studiengang Bauingenieurwesen konnte seinen zweiten Jahrgang begrüßen.

Drittens haben wir die Gelegenheit ergriffen, im Rahmen der Trendwende Personal auch einen nennenswerten Beitrag zur akademischen Bildung zivilen Personals für die Bundeswehr zu leisten. Im Herbsttrimester 2019 nahm der Bachelor-Studiengang „Rechtswissenschaft für die öffentliche Verwaltung“ den Studienbetrieb auf. Für die 25 Plätze lagen dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr 300 Bewerbungen vor!

Viertens sehen wir uns einer bedeutenden Herausforderung gegenüber: Die Abbruchquoten in unseren Studiengängen, vor allem im MINT-Bereich, müssen gesenkt werden. Hierzu gibt es bei uns zahlreiche Initiativen und großes Engagement; vor allem den zuständigen Studiendekaninnen und Studiendekanen möchte ich für ihre unablässige Arbeit danken. Mittelfristig sind die erforderlichen Maßnahmen im Rahmen der AGENDA Ausbildung zu untersuchen; dafür hat unser Haus die Federführung erhalten.

Das Jahr 2019 brachte unserer Universität wiederum Wachstum, denn seit dem Sommer fließen die langersehnten und dringend erforderlichen Dienstposten aus dem Mittelfristigen Personalplanung des Bundesministeriums der Verteidigung (MPP 2018) zu. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, und wir müssen uns weiterhin anstrengen, die offenen Berufungs- und Einstellungsverfahren zu bewältigen.

Unsere materielle Ausstattung ist unverändert gut bis ausgezeichnet. Auf unsere Bibliothek, unser Rechen– und das Medienzentrum können wir schon ein klein wenig stolz sein. Trotzdem sind sich alle auf dem Campus einig, dass die Infrastruktur  Universität dringend verbessert werden muss. Nicht nur müssen wir die Personalzuwächse unterbringen und die neuen Professuren ausstatten, unsere Gebäude und deren Einrichtungen sind schlicht marode. Das trifft leider auch auf die Unterkünfte unserer Studierenden zu. So schön und baulich interessant der denkmalgeschützte Campus auch sein mag.

Baut der Bund, so dauert das lange. Für eine Universität, die weder Bauherrin noch Betreiberin ihres Campus ist, sondern sich auf die wenig einflussreiche Stellung der Nutzerin reduziert sieht, ist das mitunter schwer zu ertragen. Aber immerhin waren im Jahre 2019 wesentliche Weichenstellungen zu verzeichnen, immerhin konnten durch Anmietungen die dringendsten Lücken geschlossen werden, und immerhin hat der Bau neuer Unterkünfte auf dem Campus (mit dem Abriss der alten) so gut wie begonnen. Selbstverständlich müssen wir hier „am Ball bleiben“ und im Rahmen der geringen Möglichkeiten Druck ausüben, dass wir unseren Charakter als Campus-Universität schnellstmöglich auf hohem Niveau wiederherstellen.

Mein persönliches Highlight 2019 war der Hochschulentwicklungsprozess. Wir haben unser neues Leitbild entwickelt und im akademischen Senat beschlossen, wir sind mit der Formulierung von daraus abgeleiteten Leitlinien sehr weit gekommen, und wir haben auf zahlreichen Gebieten von der Personalentwicklung des akademischen Mittelbaus bis hin zu Diversität, Gleichstellung und dem Umgang mit Fehlverhalten Fortschritte erzielt.

Mein persönlicher Traum ist und bleibt ein Campus, auf dem sich alle unabhängig vom Status als Bürgerinnen und Bürger der Universität begreifen. Freilich gibt es dabei spannende Fragen, insbesondere bei der Verbindung zwischen Akademischem und Militärischem. Und es gibt strittige Fragen – ich muss nur an die Auflage erinnern, einen Militärischen Sicherheitsbereich einzurichten. Aber dass an einem Ort der Wissenschaft gestritten wird, geziemt sich nun einmal. Das ist Wesensmerkmal jeder Universität. Und das Gemeinsame der Universitätsmitglieder zu betonen, bedeutet nicht, deren unterschiedliche Interessen zu negieren. Es kommt darauf an, wie diskutiert und gestritten wird. Hier herrschte in allen Gremien, in denen ich mitdiskutiert habe, ein kollegialer und sachlicher Ton, bis hin zur Freude am guten Argument und an der schlagenden Formulierung. Dafür sage ich allen, vor allem jedoch den Angehörigen der Hochschulentwicklungsplan-Steuerungsgruppe, meinen persönlichen herzlichen Dank.

Mir bleibt noch, Ihnen und Ihren Angehörigen für das kommende Jahr viel Erfolg und vor allem Gesundheit zu wünschen.

Mit den besten Grüßen

Ihr

Klaus Beckmann

 

Terminhinweise für 2020

24.03.2020 Tag der Forschung, Verleihung des Wissenschaftspreises und Rollout des Forschungsinformationssystems

20.06.2020 Open Campus 2020

22.10.2020 Immatrikulationsfeier 2020