Prof. Dr.-Ing. Felix Ocker: Interdisziplinarität als Voraussetzung moderner Automatisierung
HSU
1. Juli 2026
Hamburg. Prof. Dr.–Ing. Felix Ocker hat seit dem 1. Juli 2026 die Professur für Automatisierungstechnik an der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) inne. Automatisierung bedeutet heute weit mehr als das Ausführen festgelegter Abläufe: Systeme übernehmen zunehmend eigenständig Aufgaben, reagieren auf komplexe Situationen und unterstützen Menschen in ihren Entscheidungen.
Prof. Dr.–Ing. Felix Ocker: „Besonders interessiert mich, wie autonome Systeme Menschen entlasten können und dabei nicht nur effizient, sondern auch resilient und nachvollziehbar agieren.“
Prof. Dr.–Ing. Felix Ocker setzt auf Interdisziplinarität als Grundlage moderner Automatisierung.
Wissenschaftlicher Werdegang
Sein Studium des Maschinenwesens absolvierte Felix Ocker an der Technischen Universität München. Bereits früh arbeitete er am Lehrstuhl für Automatisierung und Informationssysteme. Noch während des Studiums vertiefte er sein Interesse an Wissensrepräsentation in der Produktion bei einem Forschungsaufenthalt am Georgia Institute of Technology in Atlanta. Schließlich promovierte er summa cum laude an der Technischen Universität München.
Nach seiner Promotion wechselte er zum Honda Research Institute Europe. Dort forschte er zu autonomen Agenten, Robotik und Assistenzsystemen – mit dem Fokus darauf, wie Systeme in komplexen Situationen sinnvoll handeln und mit Menschen interagieren.
Diese Arbeit knüpft an ein zentrales Interesse an, das seinen wissenschaftlichen Weg früh geprägt hat: die formale Wissensrepräsentation – also die Frage, wie sich Informationen so modellieren lassen, dass Maschinen daraus eigenständig neue Erkenntnisse ableiten können.
Zwischen Automatisierung und Künstlicher Intelligenz
Prof. Dr.–Ing. Felix Ocker arbeitet an der Schnittstelle von klassischer Automatisierungstechnik und moderner Künstlicher Intelligenz. Im Fokus steht dabei die Weiterentwicklung automatisierter Systeme – weg von starren Abläufen hin zu Systemen, die lernen, Wissen nutzen und eigenständig Entscheidungen treffen können. Interessant ist dabei nicht nur, wie Systeme Aufgaben ausführen, sondern wie sie zu begründeten Entscheidungen gelangen.
„Ich verbinde formale, symbolische Ansätze mit datengetriebenen Methoden der generativen KI – etwa in Form autonomer Agenten. So entstehen neurosymbolische Systeme, die die Stärken beider Welten vereinen“, erklärt Ocker.
Ein zentraler Aspekt seiner Forschung ist die Frage, wie Maschinen Wissen strukturieren und nutzen – etwa in Form eines „Gedächtnisses“, das es ihnen ermöglicht, in dynamischen Situationen angemessen zu reagieren und mit Menschen zu interagieren.
Interdisziplinarität als Voraussetzung
Automatisierung versteht Prof. Dr.–Ing. Ocker als Zusammenspiel unterschiedlicher Disziplinen: „Interdisziplinarität ist für mich keine Zugabe, sondern Voraussetzung. Automatisierung lässt sich nur im Zusammenspiel von Mechanik, Elektrik, Software und Mensch sinnvoll gestalten.“
Seine Forschung ist daher bewusst anwendungsnah angelegt und zugleich darauf ausgerichtet, Lösungen zu entwickeln, die über einzelne Einsatzbereiche hinaus übertragbar sind.
Forschung und Lehre im Zusammenspiel
Diese Haltung prägt auch seine Lehre. Studierende sollen nicht nur Technologien verstehen, sondern sie kritisch einordnen können:
„Ich möchte die Faszination für moderne Automatisierung und KI wecken und zugleich ein Bewusstsein für die Möglichkeiten und Grenzen aktueller Systeme schaffen.“
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann begrüßt Prof. Dr.–Ing. Felix Ocker an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.
Aktuelle Forschung, internationale Perspektiven und der Austausch mit Wissenschaft und Industrie sind für ihn zentrale Bausteine einer zeitgemäßen Ausbildung.
Die Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg heißt Prof. Dr.–Ing. Felix Ocker herzlich willkommen.