Hamburg. Ende September wählte die Akademie der Wissenschaften in Hamburg Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner in ihren Vorstand. Für die Professorin für Öffentliches Recht an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) ist dies der nächste Schritt einer langjährigen Verbindung zur Akademie.
Als Ordentliches Mitglied gehört sie dem wissenschaftlichen Netzwerk bereits seit Sommer 2026 an. Künftig wird sie dessen Arbeit auch im Vorstand mitgestalten und ihre Erfahrungen aus Forschung, Wissenschaftskommunikation und fachübergreifender Zusammenarbeit einbringen.

Von der Young Academy Fellow ins Leitungsgremium
Die Akademie lernte Dana-Sophia Valentiner zunächst als Nachwuchswissenschaftlerin kennen. Im Young Academy Fellow-Programm arbeitete sie gemeinsam mit Forschenden unterschiedlicher Fachrichtungen, entwickelte Projekte und gewann Einblicke in die fachübergreifende Zusammenarbeit der Akademie. Einige Jahre später gehört sie nicht nur zu deren Ordentlichen Mitgliedern, sondern gestaltet ihre Weiterentwicklung nun auch im Vorstand mit.
„Die Akademie begleitet mich seit meiner Zeit als PostDoc. Als Young Academy Fellow habe ich erlebt, wie bereichernd es ist, mit Forschenden anderer Fächer ins Gespräch zu kommen und gemeinsam an Fragen zu arbeiten, denen wir uns mit unterschiedlichen Zugriffen und Erkenntnisinteressen widmen.“
Die Möglichkeit, wissenschaftliche Themen gemeinsam mit Forschenden anderer Disziplinen zu bearbeiten, bezeichnet Valentiner bis heute als prägende Erfahrung. Das Young Academy Fellow-Programm habe ihr nicht nur neue wissenschaftliche Perspektiven eröffnet, sondern auch Raum gegeben, Projekte umzusetzen und unterschiedliche Formen der Wissenschaftskommunikation auszuprobieren. Diese Erfahrungen möchte sie künftig auch in ihre Arbeit im Vorstand einbringen.
Kontinuierlicher Austausch über Fachgrenzen hinweg
Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg bringt Forschende aus Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zusammen. In ihren Arbeitsgruppen beschäftigen sie sich mit gesellschaftlichen Zukunftsfragen, etwa zur Energieversorgung, zu Vorstellungen von Gerechtigkeit oder zu möglichen Zukunftsentwicklungen zwischen Utopie und Dystopie. Daneben begleitet die Akademie langfristige Forschungsvorhaben wie die Entwicklung eines digitalen Wörterbuchs der Deutschen Gebärdensprache.
Für Valentiner liegt eine besondere Stärke der Akademie darin, dass wissenschaftlicher Austausch hier nicht punktuell, sondern dauerhaft stattfindet.
„Besonders schätze ich, dass der Austausch kontinuierlich stattfindet. Man lernt die Denkweisen anderer Fächer kennen und kann gemeinsam Fragen entwickeln, die im eigenen Forschungsalltag vielleicht gar nicht aufgekommen wären.“
Forschung über gesellschaftliche Transformation
Gerade diese Offenheit für unterschiedliche Perspektiven prägt auch Valentiners eigene Forschung. Als Professorin für Öffentliches Recht mit einem Schwerpunkt im öffentlichen Wirtschaftsrecht und Recht der Transformation beschäftigt sie sich unter anderem mit Fragen der sozial-ökologischen Transformation und der Geschlechtergerechtigkeit. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie rechtliche Rahmenbedingungen gesellschaftliche Veränderungen begleiten und gestalten können.
Viele dieser Fragen lassen sich nicht allein aus juristischer Perspektive beantworten. Häufig berühren sie zugleich technische, soziale, politische oder wirtschaftliche Zusammenhänge.
„Welcher Rechtsrahmen für die Verkehrswende sinnvoll ist, lässt sich beispielsweise nur beurteilen, wenn auch die sozialen Bedingungen und technischen Möglichkeiten von Mobilität reflektiert werden“, erklärt sie.
Die fachübergreifende Arbeit der Akademie schafft einen Raum, in dem solche Zusammenhänge gemeinsam betrachtet und bestehende Annahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln hinterfragt werden können. Diese Perspektive möchte Dana-Sophia Valentiner künftig verstärkt in die Arbeit des Vorstands einbringen.
Wissenschaft und Gesellschaft im Dialog
Neben dem wissenschaftlichen Austausch beschäftigt sie die Frage, wie Forschungsergebnisse in gesellschaftliche Debatten eingebracht werden können. Bereits während ihrer Zeit als Young Academy Fellow wirkte sie an Projekten und öffentlichen Veranstaltungsformaten der Wissenschaftskommunikation mit.
Diese Perspektive möchte sie künftig auch im Vorstand der Akademie stärken.
„Mich beschäftigt, wie Recht gesellschaftliche Transformationsprozesse begleitet und steuert und unter welchen Bedingungen Menschen ihre Freiheiten gleichberechtigt ausüben können. Diese Perspektive möchte ich künftig noch stärker in die fachübergreifende Arbeit der Akademie einbringen“, sagt Valentiner.
Zugleich sieht sie die Akademie als Ort, an dem Wissenschaft und Öffentlichkeit miteinander ins Gespräch kommen können. Dazu gehöre auch, transparent zu machen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen, welche Unsicherheiten Forschung mit sich bringt und wie Wissenschaft auf gesellschaftliche Herausforderungen reagiert.
Vernetzung in der norddeutschen Wissenschaftslandschaft
Mit Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner sind nun drei Ordentliche Mitglieder der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg in der Akademie der Wissenschaften in Hamburg vertreten. Neben der Rechtswissenschaftlerin gehören auch Prof. Dr. Detlef Schulz, Inhaber der Professur für Elektrische Energiesysteme, sowie Prof. Dr. Thomas Klassen, Vizepräsident der HSU/UniBw H, der Akademie an.
Welche Möglichkeiten sich daraus für die HSU/UniBw H ergeben, sieht Valentiner vor allem im fachübergreifenden Austausch und der weiteren Vernetzung innerhalb der norddeutschen Wissenschaftslandschaft:
„Über die Akademie können wir Forschung aus der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg in neue fachliche Zusammenhänge einbringen und einem breiteren Publikum vorstellen. Gemeinsame Veranstaltungen bieten dafür ebenso Möglichkeiten wie die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen. Ich sehe zudem die Chance, Kontakte für weitere Kooperationen zu knüpfen und Forschende in frühen Karrierephasen auf die Angebote der Akademie aufmerksam zu machen. Unsere Universität ist Teil der norddeutschen Wissenschaftslandschaft. Diese Verbindungen können wir durch die Akademie weiter ausbauen.“