Hamburg. Mit dem Musical „A little party never killed nobody“ haben Universitätsangehörige der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) am Freitag ein gemeinsames Projekt auf die Bühne gebracht. Entstanden ist ein Abend, der Unterhaltung mit Musik, Tanz und Schauspiel verbindet und zugleich zeigt, wie kreative Zusammenarbeit an der Universität gelingen kann.

Das Musical führt in das Chicago der 1920er Jahre. Im Mittelpunkt stehen Rick und Roxie, die trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten ihre Bar als Ort der Begegnung erhalten wollen. Die Lage spitzt sich zu, als sich ein Besuch der gefürchteten La Capone ankündigt. Gleichzeitig taucht ihre Tochter Birgit überraschend wieder auf. Als schließlich auch noch ein Mord geschieht, gerät der Abend zunehmend außer Kontrolle.
Initiiert wurde das Projekt von Prof. Dr. Sigrid Hartong. In gemeinsamer Leitung mit den Studierenden Sebastian Schneller und Maria‑Sophie Ulm entstand über mehrere Monate hinweg eine Produktion, an der über 25 Personen aus unterschiedlichen Bereichen der Universität beteiligt waren.
Rund um die Aufführung haben wir mit Prof. Dr. Sigrid Hartong über die Idee hinter dem Projekt, den Entstehungsprozess und die Besonderheiten des Musicals an der HSU/UniBw H gesprochen.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Sigrid Hartong
Wie ist die Idee zum Musical entstanden?
„In früheren beruflichen und ehrenamtlichen Kontexten habe ich regelmäßig Musik und Tanz unterrichtet sowie Musicalprojekte mit Laien- und Kindergruppen umgesetzt. Diese Arbeit habe ich immer als sehr bereichernd erlebt, weil Musik und Bühne Menschen die Möglichkeit geben, sich auszudrücken und andere zum Mitfühlen und Verbinden anzuregen
Als ich die Professur an der HSU/UniBw H bekam, blieb wenig Zeit für die Fortführung derartiger Projekte. Gleichzeitig habe ich mit jedem Jahr stärker wahrgenommen, wie viele kreative und künstlerisch aktive Menschen es auch hier an der Universität gibt – Menschen, die musizieren, singen, tanzen oder auf andere Weise nach einem Raum für gemeinsames kreatives Arbeiten suchen. Aus dieser Beobachtung heraus ist nach und nach die Idee entstanden, ein Musicalprojekt an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr zu versuchen.“
Was hat Sie persönlich dazu motiviert, das Projekt zu initiieren?
„Es gab mehrere Gründe. Organisatorisch hat es in dieser Phase gut gepasst, weil Freiräume vorhanden waren, die ein solches Projekt überhaupt ermöglicht haben. Zugleich waren die Rückmeldungen aus ersten Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen sowie Studierenden sehr ermutigend – viele haben sofort signalisiert, dass sie sich einbringen würden.
Wichtig war für mich aber auch noch etwas anderes: Im akademischen Alltag erleben viele von uns, dass kreative, gemeinschaftliche und fürsorgliche Aspekte leicht in den Hintergrund treten. Das Musical war deshalb auch der Versuch, einen Raum zu schaffen, in dem genau diese Perspektiven wieder stärker sicht- und erlebbar werden.“
Wie ist das Stück entstanden?
„Ausgangspunkt war ein älteres eigenes Skript aus einem früheren Projekt. Im Leitungsteam haben wir dann festgestellt, dass sich daraus eine gute Grundlage für unser Stück entwickeln ließe, dass das Material aber gleichzeitig deutlich überarbeitet werden müsste.
Die Schauspielgruppe unter der Leitung von Maria‑Sophie Ulm hat diese Vorlage anschließend eigenständig weiterentwickelt und in vielen Teilen neu geschrieben. Einige Rollen und Motive – etwa Rick, Roxie oder der mysteriöse Koffer – sind erhalten geblieben. Insgesamt ist aber eine neue Geschichte entstanden, die von der Gruppe ausgestaltet wurde.“
Was macht das Musical aus Ihrer Sicht besonders – gerade im Kontext der HSU/UniBw H?
„Besonders war für mich vor allem die Form der Zusammenarbeit. Wir waren keine feste Gruppe, die immer in derselben Besetzung geprobt hat. Uns war früh klar, dass wir möglichst flexibel arbeiten müssen, wenn wir viele Menschen mit vollen Terminkalendern erreichen wollen. Deshalb wurde das Stück in verschiedene kleinere Einheiten gegliedert, die in weiten Teilen unabhängig voneinander proben konnten. Das Setting einer Bar in Chicago mit unterschiedlichen Figuren und Auftritten hat dafür sehr gut gepasst.
Ebenso besonders war für mich, dass das Projekt tatsächlich bereichsübergreifend funktioniert hat. Im Musical haben Menschen aus unterschiedlichen Statusgruppen, mit verschiedenen Erfahrungen und aus diversen Bereichen der Universität mitgewirkt. Im Projekt waren alle Teil eines gemeinsamen Vorhabens – und daraus ist eine Form von Gemeinschaft entstanden, die im universitären Alltag so nicht selbstverständlich ist.“
Gemeinsame Arbeit auf, vor und hinter der Bühne
An dem Musical waren Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Professorinnen und Professoren sowie Beschäftigte aus weiteren Bereichen der Universität beteiligt. Unterstützt wurde das Projekt darüber hinaus von der Hochschulleitung, dem Medienzentrum, der Raumbuchung, dem Veranstaltungsmanagement, dem Infrastrukturbereich und der Druckerei.
Die Aufführung macht damit nicht nur das künstlerische Ergebnis sichtbar, sondern auch die Breite des gemeinsamen Engagements, das dieses Projekt getragen hat. „A little party never killed nobody“ steht so beispielhaft für eine Form des Zusammenarbeitens, in der unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen – auf der Bühne ebenso wie dahinter.




