Hamburg. Seit dem 1. September 2025 hat Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner die Professur für Öffentliches Recht mit einem Schwerpunkt im öffentlichen Wirtschaftsrecht und Recht der Transformation an der Helmut‑Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg inne. In ihrer Forschung geht sie einer zentralen Frage nach: Wie kann Recht gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten?
Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner: „Mich interessiert die Rolle des Rechts als Transformationstool. Also wie Recht gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur begleitet, sondern aktiv ermöglicht“.

Wissenschaftlicher Werdegang
Ihr wissenschaftlicher Weg begann in Hamburg, wo sie Rechtswissenschaft und Genderkompetenz studierte. Schon früh entwickelte sie ein Interesse an interdisziplinären Perspektiven:
„Die Neugier am interdisziplinären Arbeiten hat mich zur Wissenschaft gebracht. Ich bin als Studentin auf die Dissertation einer Juristin gestoßen, Dr. Laura Adamietz, die sich mit ‚Geschlecht als Erwartung‘ beschäftigt hat. Für mich war sofort klar, dass ich an der Schnittstelle von Rechtswissenschaften und Geschlechterforschung promovieren wollte.“
Nach Stationen als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HSU/UniBw H und einem Forschungsaufenthalt am Kent Centre for Law, Gender and Sexuality in Canterbury wurde sie 2020 an der Universität Hamburg mit einer mehrfach ausgezeichneten Dissertation zum Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung promoviert. Es folgten das Referendariat am Oberlandesgericht Celle – unter anderem mit einer Station am Bundesverfassungsgericht – sowie eine Phase als Young Academy Fellow der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.
Von 2022 bis 2025 war sie Juniorprofessorin für Öffentliches Recht an der Universität Rostock, bevor sie nach einem Forschungsaufenthalt am Centre for Socio-Legal Studies an der University of Oxford an die HSU/UniBw H berufen wurde.
Forschungsschwerpunkte: Transformation, Grundreche und Legal Gender Studies
In ihrer Forschung widmet sie sich den großen Transformationsfragen unserer Zeit. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Perspektiven, die auf den ersten Blick unterschiedlich erscheinen, aber eng miteinander verbunden sind: die rechtliche Gestaltung sozial‑ökologischer Veränderungen sowie Fragen von Geschlecht, sexueller Autonomie und reproduktiver Gerechtigkeit. In beiden Bereichen wird das Recht für sie zu einem Instrument gesellschaftlicher Entwicklung.
Diese Perspektive zeigt sich auch in ihren aktuellen Projekten: Im ausgezeichneten Forschungsnetzwerk ReproGerecht geht es um reproduktive Selbstbestimmung in ihren rechtlichen, gesellschaftlichen und ethischen Dimensionen. Ein weiteres Projekt untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen der Verkehrswende und fragt danach, wie nachhaltige Mobilität rechtlich gestaltet werden kann.
Ihr Ansatz ist dabei bewusst interdisziplinär: Rechtsdogmatik verbindet sie mit Perspektiven aus Rechtssoziologie, Rechtsphilosophie und kritischer Rechtstheorie. Ziel ist es, Antworten auf drängende Zukunftsfragen zu entwickeln – wissenschaftlich fundiert und gesellschaftlich anschlussfähig.
Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr heißt Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner herzlich willkommen!