ICH IM HEER: Information Warfare in der Praxis

HSU

6. Mai 2024

Direkte, praxisnahe Eindrücke direkt aus der Truppe: Der Hörsaal bei der Auftaktveranstaltung der Reihe „ICH IM HEER“ war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Referenten Oberstleutnant i.G. Bohnert und Oberstleutnant Gundlach gaben den Heeresuniformträgern unter den Studierenden wertvolle Einblicke in das Thema „Information Warfare“, das bereits jetzt eine bestimmende Realität im Gefecht ist. Der komplette Vortrag ist auch online verfügbar.

Voll bis auf den letzten Platz: Das Thema „Information Warfare“ stieß auf großes Interesse

Zum Auftakt der Reihe „ICH IM HEER“ stand das Thema „Information Warfare“ im Mittelpunkt. Information Warfare beschreibt die Abwehr gegen Desinformation und den Kampf mit Informationen. Die Ressource „Information“ spielt eine wichtige Rolle in aktuellen Kriegen in der Ukraine und Israel. Die Vortragsreihe „ICH IM HEER“ ermöglicht den Heeresuniformträgern unter den Studierenden Offizieren und Offizieranwärtern Einblicke in ihr zukünftiges Arbeitsfeld. Dafür geben Offiziere, die bereits in der Truppe sind, Einblicke in unterschiedliche Verwendungen, Dienstposten und Einsätze. Initiiert wurde die Veranstaltungsreihe von Oberstleutnant Völkel, Leiter des Studierendenfachbereiches C und SAOOC (Senior Army Officer on Campus).

Die Referenten Oberstleutnant i.G. Bohnert (Stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbandes) und Oberstleutnant Gundlach (Spezialist für zivil-militärische Zusammenarbeit im Multinational Civil-Military Cooperation Command Nienburg), waren selbst als Militärberater im Irak tätig. Hier leisteten sie ihren Beitrag im Kampf gegen das „virtuelle Kalifat“ von ISIS und konnten den Studierenden so beeindruckende Einblicke in die Informationskriegsführung liefern.

Die Organisation der Auftaktveranstaltung lag in den Händen von Kapitänleutnant Nilgen Alvarez, Leiter der Studierendenfachbereichsgruppe 3/C. „Meine Motivation als Marineoffizier die erste Heeresveranstaltung aufzustellen, lag in der Erkenntnis, dass wir an der Universität alle „joint“ sind und die Informationskriegsführung das moderne Gefechtsfeld aller Teilstreitkräfte betrifft – dies nicht erst seit heute. Das wird auch in der durch den Verteidigungsminister beabsichtigten Aufstellung des Cyber-/Informationsraum (CIR) als eigenständige Teilstreitkraft deutlich“, so Kapitänleutnant Nilgen Alvarez.

Der Cyber- und Informationsraum (CIR) soll eine eigene Teilstreitkraft neben Heer, Luftwaffe und Marine werden. Das CIR soll unter anderem die die Cyber-Sicherheitsarchitektur stärken, den Betrieb des IT-Sicherheitssystems der Bundeswehr sicherstellen und die Fähigkeiten zur Aufklärung und Wirkung im Cyber- und Informationsraum stärken und weiterentwickeln.

Der Hörsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, was das große Interesse an diesem Thema unterstreicht. Der Vortrag verdeutlichte, dass Information Warfare keine Zukunftsmusik ist, sondern bestimmende Realität im Gefecht. Luftwaffenoffizier Leutnant Timplan begrüßt den „gelungenen Brückenschlag von Einsätzen aus der Vergangenheit zu Einsätzen in der Zukunft“. „Gerade als Heeresoffizier in Ausbildung, der sonst eher einen Bezug zu Kampfeinsätzen hat, wurde das neue Umfeld CIR für mich stückweise interessanter“, so Leutnant Stellmacher.

Die Oberstleutnante Bohnert und Gundlach zeigten klar auf, dass der Informationsraum kein abstraktes Gebilde ist, sondern ihm ein scharfes Ende folgt, welches nicht unmittelbar erkennbar ist, jedoch an den gezeigten Beispielen des IS und des Einsatzes der Referenten eindrücklich sichtbar wurde. Der Umgang mit Desinformation ist eine notwendige Kompetenz für alle Soldatinnen und Soldaten. Dies wird auch in den Kriegen in der Ukraine und Israel deutlich. Aus ihnen lässt sich nicht nur eine sicherheitspolitische Tragweite ableiten, sondern in letzter Konsequenz auch Tod und Verwundung.

Verteidigungsbereitschaft beginnt im Kopf. „ICH IM HEER verspricht weitere spannende Veranstaltungen, um die Kriegstüchtigkeit der angehenden Offiziere zu stärken, daher sind alle Vorträge grundsätzlich auch für Luftwaffen- und Marineouniformträger offen“, so Oberstleutnant Völkel.