Gesellschaftliche Resilienz: Warum sie uns alle betrifft

HSU

24. August 2026

Hamburg. Wie gut wäre unsere Gesellschaft auf einen großflächigen Cyberangriff vorbereitet? Was passiert, wenn Desinformation gezielt das Vertrauen in demokratische Institutionen untergräbt? Oder wenn kritische Infrastrukturen plötzlich ausfallen?

Fragen wie diese stehen zunehmend im Mittelpunkt sicherheits- und gesellschaftspolitischer Debatten. Sie bilden auch den Ausgangspunkt für den 21. (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr (ABK), der vom 1. bis 3. September 2026 an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg stattfindet. Inhaltlich vorbereitet und organisiert wird der Kongress in Kooperation mit der Abteilung Ausbildung Streitkräfte des Streitkräfteamtes der Bundeswehr und dem Bildungszentrum der Bundeswehr. Unter dem Leitthema „Gesellschaftliche Resilienz“ diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Bundeswehr, Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und zivilen Einsatzorganisationen darüber, wie Deutschland widerstandsfähiger und zugleich handlungsfähig bleiben kann, und welchen Beitrag Bildung und Ausbildung leisten können, um gesellschaftliche Resilienz zu entwickeln.

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Eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft

Gesellschaftliche Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Gemeinwesens, Krisen zu bewältigen, sich an veränderte Bedingungen anzupassen und auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben. Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Sicherheitsfragen.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie eng gesellschaftliche, technologische und politische Entwicklungen miteinander verknüpft sind. Desinformationskampagnen, hybride Bedrohungen, Sabotageakte oder Angriffe auf digitale Systeme können Auswirkungen haben, die weit über einzelne Organisationen hinausreichen. Sie betreffen Verwaltung, Wirtschaft, Infrastruktur und letztlich den Alltag aller Bürgerinnen und Bürger.

Die zentrale Frage lautet deshalb: Wie lässt sich eine Gesellschaft so aufstellen, dass sie auch in schwierigen und unsicheren Zeiten stabil bleibt?

Warum Bildung dabei eine Schlüsselrolle spielt

Resilienz entsteht nicht erst in der Krise. Sie wird langfristig aufgebaut – durch Wissen, Kompetenzen und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen.

Bildung sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung leisten hierzu einen entscheidenden Beitrag. Menschen müssen lernen, komplexe Situationen einzuordnen, Informationen kritisch zu bewerten und unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen. Ebenso wichtig sind Belastbarkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, sich auf neue Herausforderungen einzustellen.

Dabei geht es nicht allein um Fachwissen. Wer Krisen verstehen will, muss ihre Ursachen erkennen, Zusammenhänge analysieren und mögliche Handlungsoptionen entwickeln können. Bildung schafft die Voraussetzungen dafür, Unsicherheit nicht nur auszuhalten, sondern aktiv und selbstbewusst mit ihr umzugehen.

Gemeinsam Lösungen entwickeln

Wie Resilienz in der Praxis gestärkt werden kann, lässt sich nicht aus einer einzelnen Perspektive beantworten. Deshalb bringt der (Aus)Bildungskongress Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Die Bundeswehr arbeitet in der Vorbereitung auf Krisenlagen eng mit den Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen von Behörden, wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen und zivilen Organisationen zusammen. Der Austausch zwischen diesen Akteuren ermöglicht es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln.

Der Kongress versteht sich daher nicht nur als wissenschaftliches Forum, sondern auch als Plattform für Vernetzung und Dialog. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bildungs- und Ausbildungskonzepte zur Stärkung von Fähigkeiten, Strukturen und Haltungen erforderlich sind, um in einer zunehmend komplexen Welt handlungsfähig zu bleiben.

Digitalisierung und KI verändern die Anforderungen

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Auswirkungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.

Digitale Technologien eröffnen neue Möglichkeiten für Kommunikation, Analyse und Entscheidungsunterstützung. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen. Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen, KI-generierte Desinformation oder die wachsende Schwierigkeit, verlässliche Informationen von Falschinformationen zu unterscheiden, beeinflussen die Stabilität moderner Gesellschaften unmittelbar.

Umso wichtiger wird es, Chancen und Risiken technologischer Entwicklungen gemeinsam zu betrachten und Strategien für einen verantwortungsvollen Umgang zu entwickeln.

Drei Erkenntnisse für die Zukunft

Der (Aus)Bildungskongress möchte Denkanstöße geben, Perspektiven zusammenführen und konkrete Impulse für Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft schaffen.

Dabei zieht sich eine zentrale Botschaft durch alle Themenfelder: Gesellschaftliche Resilienz ist keine Aufgabe einzelner Institutionen. Sie betrifft uns alle. Sie erfordert Eigenverantwortung, Zusammenarbeit und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.

Oder anders formuliert: Eine widerstandsfähige Gesellschaft entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Wissen teilen und gemeinsam handeln.

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