Hamburg. Ein Studium an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg ist besonders: Für mehrere Jahre rückt neben dem militärischen vor allem der akademische Alltag in den Mittelpunkt. Vorlesungen, Seminare und Prüfungen bestimmen den Tagesablauf, während die Truppe weniger präsent ist. Der Tag „Militärische Verwendungen im Fokus“ holte diese Perspektive nun wieder stärker auf den Campus und richtete den Blick auf das, was die Studierenden nach ihrem Abschluss erwartet: Aufgaben, Verwendungen und Entwicklungsmöglichkeiten in der Bundeswehr.

Zwischen Studium und Truppe
Die Studienzeit an der HSU/UniBw H gibt den militärischen Studierenden Raum für eine intensive wissenschaftliche Ausbildung. Sie lernen, komplexe Zusammenhänge zu analysieren, Positionen kritisch zu hinterfragen und Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Gleichzeitig bleiben sie Soldatinnen und Soldaten. Sie gehören bereits einer Teilstreitkraft beziehungsweise einem militärischen Organisationsbereich an und bringen unterschiedliche Erfahrungen aus ihrer bisherigen Ausbildung und ihrem Dienst mit. Während des mehrjährigen Studiums steht die tägliche militärische Praxis jedoch weniger im Mittelpunkt.
Hier setzte der Tag „Militärische Verwendungen im Fokus“ an. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Oberstleutnant Tomas Waterholter, stellvertretender Leiter des Studierendenbereichs, und Oberstabsfeldwebel Otto. Im Mittelpunkt stand die Idee, den Kontakt zur Truppe auch während der akademisch geprägten Studienjahre lebendig zu halten und zugleich den Blick für die unterschiedlichen Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten nach dem Studium zu öffnen.
Einblicke in Aufgaben und Verwendungen der Bundeswehr
Der Tag ergänzt damit die militärischen Anteile des Studiums um einen konzentrierten Blick auf unterschiedlichen Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Bundeswehr. Angehörige verschiedener Bereiche berichteten aus ihrer Praxis, stellten Verwendungen vor und kamen mit den Studierenden über Anforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten ins Gespräch.
Das Spektrum war breit: In rund 60 Vorträgen ging es um unterschiedliche Truppengattungen und Verwendungsreihen ebenso wie um den Cyber- und Informationsraum (CIR), die Spezialkräfte der Teilstreitkräfte oder Female Leadership. Für die Studierenden bot sich damit die Gelegenheit, über den eigenen Bereich hinauszublicken und andere Perspektiven innerhalb der Bundeswehr kennenzulernen.
Gerade dieser Blick über die eigene Teilstreitkraft, den eigenen Organisationsbereich oder die bislang vertrauten Verwendungen hinaus macht den Tag aus. Welche Aufgaben übernehmen andere Bereiche? Wo gibt es Schnittstellen? Welche Anforderungen stellen sich dort an künftige Führungskräfte? Und welche Entwicklungsmöglichkeiten können sich im weiteren Verlauf der eigenen Laufbahn ergeben? So ließen sich bestehende Vorstellungen vertiefen und zugleich neue Perspektiven auf den eigenen militärischen Weg gewinnen.
Dabei wurde auch sichtbar, wie vielfältig die Fähigkeiten und Professionen sind, die innerhalb der Bundeswehr zusammenwirken. An Land, auf See, in der Luft und im Cyber- und Informationsraum erfüllen die verschiedenen Bereiche unterschiedliche Aufgaben, die gemeinsam zum Auftrag der Bundeswehr beitragen.
Austausch über den Vortrag hinaus
Neben den Vorträgen spielte deshalb auch das persönliche Gespräch eine wichtige Rolle. Die Studierenden konnten Fragen stellen, Erfahrungen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern kennenlernen und sich mit Angehörigen verschiedener Bereiche über Aufgaben und Perspektiven austauschen.
Am Abend wurde dieser Austausch in informeller Atmosphäre fortgesetzt. Bei der gemeinsamen Abendveranstaltung „Beer Call“ klang der Tag aus.
So setzte „Militärische Verwendungen im Fokus“ einen besonderen Schwerpunkt innerhalb des Studiums: auf die Verbindung zur Truppe, den Blick über den eigenen Bereich hinaus und auf die vielfältigen Aufgaben, die den weiteren militärischen Weg der Studierenden prägen können.






