Hamburg. Zehn Minuten, ein Thema und die Herausforderung, ein Publikum mitzunehmen, das sonst selten mit politikwissenschaftlichen Fragestellungen in Berührung kommt. Beim Security Slam 2026 in Berlin hat Dr. Babis C. Karpouchtsis gezeigt, wie Forschung in diesem Spannungsfeld funktionieren kann und den Wettbewerb gewonnen.
Dass wissenschaftliche Themen auf einer Bühne funktionieren können, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Security Slam lebt von genau diesem Anspruch: komplexe Inhalte so aufzubereiten, dass sie verständlich, zugänglich und zugleich unterhaltsam sind – und das in kürzester Zeit.
Für Dr. Karpouchtsis, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, insbesondere Politische Theorie an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) und Principal Investigator am Democratic Resilience Center, bedeutete das zunächst vor allem eines: umzudenken.
Zwischen Forschung und Bühne
Der Weg zum Auftritt führte über eine klassische Bewerbung – doch die eigentliche Herausforderung begann danach. Wie lässt sich ein Thema verdichten, ohne es zu vereinfachen? Wie bleibt wissenschaftliche Präzision erhalten, wenn gleichzeitig Spannung und Verständlichkeit gefragt sind?
„Die Kombi aus Kürze, Prägnanz und Unterhaltung war für mich das Besondere“, sagt Dr. Karpouchtsis.
Unterstützt durch ein professionelles Training entwickelte er seinen Beitrag gezielt für das Format – als Balance zwischen fachlicher Tiefe und erzählerischer Klarheit.
Auf der Bühne selbst erlebte er eine neue Form der Interaktion: direkter, unmittelbarer, fast theatralisch. Die zeitliche Begrenzung, so beschreibt er es, habe den Kontakt zum Publikum sogar intensiviert.
Freiheit, Demokratie und Sicherheit im Spannungsfeld
Im Zentrum seines Vortrags steht eine grundlegende Frage: Welche Werte tragen eine Gesellschaft – und was passiert, wenn sie ins Wanken geraten?
Dr. Karpouchtsis beschreibt das Verhältnis von Freiheit, Demokratie und Sicherheit als ein eng miteinander verbundenes Gefüge. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen werde sichtbar, wie abhängig diese Prinzipien voneinander sind:
„Ohne Demokratie und Sicherheit können wir nicht frei sein. Ohne Freiheit werden wir aber auch nicht sicher sein – und höchstwahrscheinlich auch nicht mehr in einer Demokratie leben.“
Es ist eine Perspektive, die bewusst auf Verknüpfungen abzielt statt auf Gegensätze und die deutlich macht, dass gesellschaftliche Stabilität nicht aus einzelnen Faktoren entsteht, sondern aus ihrem Zusammenspiel.
Forschung zur gesellschaftlichen Resilienz
Diese Fragestellung zieht sich auch durch seine Arbeit am Democratic Resilience Center. Dort beschäftigt sich Karpouchtsis mit strategischer Kultur und der Frage, wie widerstandsfähig politische Systeme und Gesellschaften tatsächlich sind.
Im Kern geht es darum, Verwundbarkeiten sichtbar zu machen: Was macht Gesellschaften angreifbar? Welche Orientierung bieten gemeinsame Werte? Und wie gelingt es, nach Krisen wieder Handlungssicherheit zu gewinnen?
Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen untersucht er diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven. Ein zentraler Baustein ist dabei die politische Bildung, die einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Stabilität gesellschaftlicher Strukturen leisten kann.
Impuls für die eigene Arbeit
Der Gewinn des Security Slam ist für Dr. Babis C. Karpouchtsis mehr als ein persönlicher Erfolg. Er steht auch für eine Erfahrung, die über den Auftritt hinausreicht: die eigene Forschung neu zu betrachten und ihre Wirkung stärker mitzudenken.
„Man kann die Relevanz von Forschung auch unterhaltsam einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Der Slam hat gezeigt, dass wissenschaftliche Themen nicht nur im akademischen Kontext Resonanz finden. Gerade wenn sie anders erzählt werden, eröffnen sie neue Zugänge – und stoßen auf ein Interesse, das oft unterschätzt wird.“
Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg gratuliert herzlich zu diesem Erfolg!
Über den Security Slam
Der Security Slam ist ein Format der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, das wissenschaftliche Perspektiven auf sicherheitspolitische Themen in einem neuen Rahmen sichtbar macht. Forschende präsentieren ihre Arbeiten in kurzen Bühnenformaten und machen komplexe Inhalte für ein breites Publikum verständlich und zugänglich.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Partnerinstitutionen statt – 2026 in den Räumlichkeiten der Friedrich‑Ebert‑Stiftung in Berlin. Unterstützt wird das Format durch das Team von Science Slam, das die Teilnehmenden bei der Vorbereitung begleitet.
Ziel des Security Slam ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu fördern und aktuelle sicherheitspolitische Fragestellungen in innovativen Formaten zu diskutieren.