KOMET-SEU: E-Learning soll Schuleingangsuntersuchungen vergleichbarer machen

HSU

29. Juni 2026

Hamburg. Hüpfen, Formen nachzeichnen, Zahlen benennen – was für Kinder wie ein spielerischer Termin wirkt, ist für den öffentlichen Gesundheitsdienst ein zentrales Instrument. Die Schuleingangsuntersuchung (SEU) ist in Deutschland verpflichtend und die einzige flächendeckende Untersuchung im frühen Kindesalter. Sie entscheidet mit darüber, ob ein Kind gut in die Schule starten kann und liefert gleichzeitig Daten, die für die Gesundheits- und Bildungsplanung von großer Bedeutung sind. Damit diese Daten ihren Zweck erfüllen können, müssen sie vor allem eines sein: vergleichbar. Genau hier setzt das Forschungsprojekt „Nachhaltige Weiterentwicklung von Kompetenzen und Methoden im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung“ (KOMET-SEU) an.

Prof. Dr. Monika Daseking und Dr. Julia Jaščenoka von der Professur für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie arbeiten daran, die Durchführung der Schuleingangsuntersuchung bundesweit stärker zu vereinheitlichen. Ziel ist es, die Anwendung des Sozialpädiatrischen Entwicklungsscreenings (SOPESS) im Praxisalltag verlässlicher und damit vergleichbarer zu machen.

Gemeinsam mit Alexandra Malinka von der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen entwickelten Prof. Dr. Monika Daseking und Dr. Julia Jaščenoka E-Learning-Materialien (v.l.n.r.).

„Die Schuleingangsuntersuchung ist nicht nur für das einzelne Kind relevant, sondern liefert auch wichtige Hinweise für die Planung von Gesundheits- und Unterstützungsangeboten“, ordnet Prof. Dr. Monika Daseking die Bedeutung des Themas ein.

Was bei der Schuleingangsuntersuchung passiert

Die Schuleingangsuntersuchung ist für alle Vorschulkinder verpflichtend. Durchgeführt wird sie in den Gesundheitsämtern durch die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste. Dabei geht es nicht um eine Prüfung im schulischen Sinne, sondern um einen altersgerechten, meist spielerischen Blick auf die Entwicklung des Kindes.

Untersucht werden unter anderem Hör- und Sehfähigkeit, körperliche Entwicklung, allgemeine Gesundheit und Impfstatus. Hinzu kommen Aufgaben zur Motorik, zur Sprache und zur Kognition – etwa Nachzeichnen, Hüpfen oder Zahlenverständnis. Ziel ist es, frühzeitig zu erkennen, ob ein Kind vor dem Schulstart noch Unterstützung benötigt, zum Beispiel durch Logopädie, eine Brille oder andere Förderangebote.

Damit ist die Schuleingangsuntersuchung zugleich eine wichtige Schnittstelle zwischen Gesundheit, Bildung und sozialer Teilhabe: Sie hilft Kindern und Familien und zeigt auf Bevölkerungsebene, wo Unterstützungsangebote gebraucht werden.

SOPESS: Ein standardisiertes Verfahren im Praxisalltag

In vielen Bundesländern wird bei der Schuleingangsuntersuchung das Sozialpädiatrische Entwicklungsscreening für Schuleingangsuntersuchungen, kurz SOPESS, eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, mit dem Entwicklungsbereiche von Kindern systematisch erfasst werden können.

Standardisiert heißt dabei: Durchführung und Bewertung folgen klar definierten Kriterien. Genau das ist die Voraussetzung dafür, dass Ergebnisse vergleichbar bleiben.

„In der Praxis zeigt sich allerdings ein differenzierteres Bild: Untersuchungen stehen häufig unter Zeitdruck, Kinder reagieren unterschiedlich auf die Testsituation, und Fachkräfte müssen im Alltag flexibel entscheiden. Aufgaben werden verkürzt, angepasst oder unterschiedlich erklärt, Bewertungen verändern sich durch Ermessensspielräume – etwa bei der Frage, wann eine Leistung noch als unauffällig gilt. Hinzu kommen Herausforderungen wie Sprachbarrieren, die den Ablauf zusätzlich beeinflussen können. Für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sind genau diese Unterschiede aber entscheidend“, erklärt Dr. Julia Jaščenoka.

Wenn Unterschiede in der Anwendung zu Unterschieden in den Ergebnissen führen

Was zunächst wie kleine Abweichungen im Ablauf wirkt, beeinflusst die Aussagekraft der Ergebnisse deutlich stärker, als es auf den ersten Blick scheint.

Für Kinder und Familien bedeutet das: Förderbedarfe werden in der Praxis teilweise unterschiedlich eingeschätzt, weshalb Kinder nicht immer unter vergleichbaren Bedingungen in die Schule starten.

Gleichzeitig bildet die Schuleingangsuntersuchung eine zentrale Grundlage für die kommunale und regionale Planung. Sie zeigt, wo Therapieangebote ausgebaut, Präventionsmaßnahmen entwickelt oder schulische Unterstützungsstrukturen gestärkt werden sollten.

KOMET-SEU: Wie sich Unterschiede systematisch erfassen lassen

Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt Nachhaltige Weiterentwicklung von Kompetenzen und Methoden im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung (KOMET-SEU) ins Leben gerufen. Ziel war es, systematisch zu erfassen, wo und warum Unterschiede in der Anwendung entstehen und wie sich diese reduzieren lassen.

In einer ersten Projektphase wurden Interviews mit 21 Gesundheitsämtern geführt. Sie zeigen, wie eng methodische Fragen mit den konkreten Bedingungen im Arbeitsalltag verknüpft sind und an welchen Stellen Fachkräfte Unterstützung benötigen.

„Unser Ziel war es, die Unterschiede in der Anwendung nicht nur zu beschreiben, sondern ihre Ursachen besser zu verstehen. Daraus sollten konkrete Unterstützungsangebote entstehen, die im Praxisalltag der Gesundheitsämter tatsächlich nutzbar sind“, sagt Prof. Dr. Monika Daseking.

Auf dieser Grundlage entwickelte das Projektteam ein Fortbildungskonzept, das 2023 an 34 Standorten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erprobt und evaluiert wurde.

Von der Forschung in die Praxis: E-Learning für Gesundheitsämter

Die Ergebnisse fließen nun in ein bundesweit nutzbares E-Learning-Angebot, das gezielt an den Herausforderungen der Praxis ansetzt.

Im Mittelpunkt stehen konkrete Fragen wie:

  • Wie werden Aufgaben so instruiert, dass die Testbedingungen vergleichbar bleiben?
  • Wie lassen sich Bewertungen nachvollziehbar und einheitlich treffen?
  • Und wie können Teams im Arbeitsalltag unterstützt werden, ohne zusätzliche Belastung zu schaffen?

Das E-Learning setzt dabei auf praxisnahe Beispiele, klare Kriterien und strukturierte Leitfäden. Videobeispiele und Checklisten sollen zeigen, wie Testaufgaben einheitlich durchgeführt werden können. Fallbeispiele helfen dabei, Bewertungen besser nachzuvollziehen und Ermessensspielräume zu reduzieren. Ergänzend vermittelt das Angebot Hintergrundwissen zur standardisierten Testdurchführung und zu den Entwicklungsbereichen, die mit SOPESS erfasst werden.

„Die Materialien sollen Fachkräfte dabei unterstützen, SOPESS im Alltag verlässlich und möglichst einheitlich anzuwenden. Dazu gehören sowohl klare Orientierungshilfen für die Durchführung als auch Beispiele für die Bewertung konkreter Testsituationen“, erläutert Dr. Julia Jaščenoka.

Das digitale Format ermöglicht zudem eine flexible Nutzung: Neue Mitarbeitende können systematisch eingearbeitet werden, erfahrene Fachkräfte ihre Praxis reflektieren und Wissen auffrischen. Damit wird das E-Learning nicht nur als einmalige Schulung gedacht, sondern als dauerhaft nutzbares Instrument für Einarbeitung, Weiterbildung und Qualitätssicherung.

Derzeit wird das Angebot gemeinsam mit der Akademie für das Öffentliche Gesundheitswesen weiter professionalisiert. Die Akademie wird das E-Learning künftig hosten und bundesweit den Gesundheitsämtern zur Verfügung stellen.

Ab Herbst 2026 soll das Tool bundesweit verfügbar sein und Schulärztinnen und Schulärzte sowie weitere Fachkräfte in den Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten bei der Anwendung von SOPESS unterstützen.

Einheitliche Anwendung als Voraussetzung für verlässliche Ergebnisse

Ein standardisiertes Verfahren allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, wie es im Alltag angewendet wird. Genau an dieser Schnittstelle setzt das Projekt Nachhaltige Weiterentwicklung von Kompetenzen und Methoden am Beispiel SOPESS als Teil der Schuleingangsuntersuchung (KOMET-SEU) an.

Das Projekt soll dazu beitragen, dass Schuleingangsuntersuchungen unter vergleichbaren Bedingungen durchgeführt werden können – und dass die daraus gewonnenen Daten belastbar sind. Davon profitieren Kinder und Familien ebenso wie Kommunen, Gesundheitsämter und politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger.

Denn verlässliche Daten sind die Grundlage dafür, Unterstützungsangebote bedarfsgerecht zu planen. Und eine möglichst einheitliche Anwendung der Verfahren trägt dazu bei, Förderbedarfe frühzeitig und nachvollziehbar zu erkennen.

Über KOMET-SEU

KOMET-SEU ist als Konsortialprojekt angelegt und verbindet wissenschaftliche Expertise mit Praxisnähe. Neben der HSU/UniBw H sind die Universitätsmedizin Mainz (Gesamtprojektleitung und Datenanalyse), die Universität Leipzig sowie das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen beteiligt. Gefördert wurde das Hamburger Teilprojekt vom Bundesministerium für Gesundheit mit einer Fördersumme von 175.000 Euro im Rahmen des Förderschwerpunkts zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Gesundheitsdienst und Public-Health-Forschung.

Trainingsmodell für Ersthelfer-Ausbildung: OpenLab Hamburg entwickelt Lösung für Sanitätsdienst der Bundeswehr

HSU

25. Juni 2026

Hamburg. Für einen neu eingeführten Ausbildungsabschnitt in der Ersthelferausbildung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr hat das OpenLab Hamburg am Laboratorium Fertigungstechnik (LaFT) der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg innerhalb weniger Wochen ein medizinisches Trainingsmodell entwickelt. Entstanden ist eine kompakte, robuste und mehrfach verwendbare Lösung, die in enger Abstimmung mit der Sanitätsakademie der Bundeswehr (SanAkBw) erarbeitet wurde.

Nadeldekompression beim Spannungspneumothorax als neuer Ausbildungsinhalt

Mit der Umstellung der Ausbildung vom Ersthelfer‑A zum erweiterten Ersthelfer‑A/CLS wurden zusätzliche medizinische Maßnahmen in den Ausbildungsgang aufgenommen. Dazu gehört auch die Entlastungspunktion bei einem Spannungspneumothorax. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation: Luft sammelt sich im Brustraum und setzt die Lunge zunehmend unter Druck. Um den lebensgefährlichen Zustand zu beheben, muss der Druck durch eine Punktion mit einer Nadel schnell reduziert werden.

„Ein Spannungspneumothorax kann beispielsweise infolge von Explosionen oder Schussverletzungen im Brustbereich auftreten und erfordert eine rasche Entlastung mittels Nadel. Deshalb ist es wichtig, diese Maßnahme bereits früh zu vermitteln“, erklärt Oberfeldarzt (OFA) Priv.-Doz. Dr. Patrick Mayr von der Sanitätsakademie der Bundeswehr.

Für diesen neu eingeführten Ausbildungsabschnitt wurden schnell geeignete Trainingsmodelle benötigt. Über reguläre Beschaffungswege waren diese kurzfristig jedoch nicht verfügbar. Vor diesem Hintergrund entstand eine Kooperation zwischen Referat III „Technologiegestützte Ausbildung“, dem Fachbereich A2 „Klinische und präklinische Einsatzmedizin“, der Sanitätsakademie der Bundeswehr und der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.

Zwei Personen stehen im Labor und betrachten ein Trainingsmodell; im Hintergrund befinden sich 3D‑Drucker und ein Bildschirm.
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann und Dr.Ing. Tobias Redlich betrachten die entwickelten Trainingsmodelle im OpenLab Hamburg.
Person in Flecktarnuniform mit Schutzausrüstung steht vor technischem Hintergrund.
Oberfeldarzt Priv.-Doz Dr. Patrick Mayr von der Sanitätsakademie der Bundeswehr ist fachlicher Ansprechpartner im Projekt.

Schnelle Entwicklung von Trainingsmodellen im OpenLab Hamburg

Auf Anfrage der Sanitätsakademie der Bundeswehr entwickelte das Team des OpenLab Hamburg unter der Leitung von Dr.Ing. Tobias Redlich (Fakultät für Maschinenbau) innerhalb kurzer Zeit erste Prototypen, die in enger Abstimmung fortlaufend weiterentwickelt wurden.

In weniger als vier Wochen entstanden so am Laboratorium Fertigungstechnik das finale Design, die erforderlichen Gussformen sowie eine Kleinserie von 100 belastbaren und anatomisch realistischen Trainingsmodellen – Entwicklung, Anpassung und Fertigung griffen dabei eng ineinander.

Für die Umsetzung waren zeitweise bis zu 20 3D-Drucker parallel im Einsatz. Ein Brustkorbmodell benötigt je nach Gerät zwischen 10 und 30 Stunden, in den meisten Fällen jedoch weniger als 16 Stunden. Gleichzeitig dazu wurden die insgesamt zehn Gussformen für die Silikonschichten gefertigt, deren Herstellung pro Formhälfte bis zu 24 Stunden dauern kann. Daran schlossen sich die Gieß- und Aushärteprozesse an, in denen die Gewebe- und Hautstrukturen entstehen.

Ein erheblicher Teil des Herstellungsaufwands lag in der Handarbeit: Die Silikonschichten wurden gegossen, zugeschnitten und ausgestanzt, anschließend wurde die aufliegende „Haut“ präzise angepasst. Gerade diese Schritte machten den arbeitsintensivsten Teil des Gesamtprozesses aus.

Zwei Personen schneiden im Labor Silikonmaterial für Trainingsmodelle; auf dem Tisch liegen mehrere Modellbauteile.
Im Labor werden die Silikonschichten der Trainingsmodelle in Handarbeit zugeschnitten und angepasst, um eine realitätsnahe Nutzung in der Ausbildung zu ermöglichen.
Trainingsmodelle in der Kleinserie im Open Lab Hamburg.
Die Trainingsmodelle wurden in Kleinserie im OpenLab Hamburg produziert.

Anforderungen an realitätsnahe medizinische Trainingsmodelle

Aus Sicht der Sanitätsakademie der Bundeswehr musste das Trainingsmodell mehrere Anforderungen zugleich erfüllen: Es sollte schnell verfügbar, anatomisch korrekt, realitätsnah in der Anwendung und zugleich robust sein. Hinzu kam ein weiterer Aspekt, der für den späteren Einsatz in der Truppe von Bedeutung ist: Das Modell sollte so angelegt sein, dass es perspektivisch auch vor Ort hergestellt werden kann.

Gerade diese Kombination macht den neuen Simulator besonders relevant. Bislang war kein vergleichbares Modell flächendeckend in der Truppe verfügbar. Eine externe Beschaffung hätte deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen und die Durchführung des neuen Ausbildungsabschnitts erheblich verzögert.

Vom Prototyp zur praxistauglichen Lösung

Ein erster Prototyp wurde bereits im Rahmen der multinationalen EUMAM-Ausbildung getestet. Die Rückmeldungen aus dieser Erprobung flossen in die überarbeitete Version ein. Parallel dazu wird ein Fragebogen zur wissenschaftlichen Auswertung vorbereitet, um die Nutzung des Modells systematisch zu begleiten.

Damit verbindet das Projekt unmittelbaren praktischen Nutzen mit einem wissenschaftlichen Anspruch: Die Entwicklung orientiert sich nicht allein an technischen Möglichkeiten, sondern an den konkreten Anforderungen der späteren Anwendung.

Interdisziplinäre Entwicklung und digitale Fertigung unter Zeitdruck

Unter erheblichem Zeitdruck musste eine Lösung entwickelt werden, die unterschiedliche fachliche Anforderungen zusammenführt.

„Die größte Herausforderung lag in der Interdisziplinarität: Anforderungen aus Medizin, Medizintechnik und Ausbildung mussten wir aus Ingenieurssicht erschließen und unter erheblichem Zeitdruck in eine technische Lösung und ein Produktionskonzept überführen. Möglich wurde das durch unsere Erfahrung in solchen Projekten und den Einsatz digitaler Fertigungsmethoden im OpenLab“, so Dr.Ing. Tobias Redlich.

Digitale Fertigungsmethoden spielten dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglichten es, Entwicklung und Herstellung eng miteinander zu verzahnen und in kurzer Zeit zu einer belastbaren Lösung zu gelangen.

Neues Trainingsmodell ermöglicht Produktion direkt in der Truppe

Der praktische Mehrwert des neuen Modells liegt vor allem in seiner Ausrichtung auf den Ausbildungsalltag: Es ist kompakt, robust und mehrfach verwendbar.

„Bislang gab es keinen vergleichbaren Simulator, der flächendeckend in der Truppe verfügbar war. Eine externe Beschaffung hätte deutlich länger gedauert und im Zweifel dazu geführt, dass dieser Ausbildungsabschnitt zunächst nicht hätte durchgeführt werden können. Ein wesentlicher Vorteil liegt daher darin, dass das Modell perspektivisch eigenständig und ressourcenschonend in der Truppe hergestellt werden kann – einschließlich von Verbrauchsmaterialien wie der simulierten ‚Haut‘. Aufwendige Nachbestellungen über den Versorgungsweg entfallen damit, und die Ausbildung bleibt dauerhaft realitätsnah umsetzbar“, betont OFA Priv.-Doz. Dr. Patrick Mayr.

Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg wissenschaftliche Expertise, digitale Fertigungstechnologien und institutionelle Zusammenarbeit zusammenwirken können. Der Bedarf kam aus der Praxis, die Entwicklung erfolgte in enger Abstimmung mit den Bedarfsträgern, und die Umsetzung konnte in kurzer Zeit in eine konkrete Produktlösung überführt werden.

Damit steht das Vorhaben zugleich für einen Ansatz, der über den konkreten Einzelfall hinausweist: Lösungen werden nicht abstrakt entwickelt, sondern gemeinsam mit denjenigen, die sie später anwenden. Gerade in zeitkritischen Situationen kann daraus ein erheblicher Mehrwert entstehen.

Forschung auf der Bühne: Wissenschaftler der HSU/UniBw H gewinnt Security Slam 2026

HSU

25. Juni 2026

Hamburg. Zehn Minuten, ein Thema und die Herausforderung, ein Publikum mitzunehmen, das sonst selten mit politikwissenschaftlichen Fragestellungen in Berührung kommt. Beim Security Slam 2026 in Berlin hat Dr. Babis C. Karpouchtsis gezeigt, wie Forschung in diesem Spannungsfeld funktionieren kann und den Wettbewerb gewonnen.

Dass wissenschaftliche Themen auf einer Bühne funktionieren können, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Security Slam lebt von genau diesem Anspruch: komplexe Inhalte so aufzubereiten, dass sie verständlich, zugänglich und zugleich unterhaltsam sind – und das in kürzester Zeit.

Für Dr. Karpouchtsis, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, insbesondere Politische Theorie an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) und Principal Investigator am Democratic Resilience Center, bedeutete das zunächst vor allem eines: umzudenken.

Vortrag von Dr. Babis C. Karpouchtsis beim Security Slam 2026 | © Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V. – Stephanie Leisten

Zwischen Forschung und Bühne

Der Weg zum Auftritt führte über eine klassische Bewerbung – doch die eigentliche Herausforderung begann danach. Wie lässt sich ein Thema verdichten, ohne es zu vereinfachen? Wie bleibt wissenschaftliche Präzision erhalten, wenn gleichzeitig Spannung und Verständlichkeit gefragt sind?

„Die Kombi aus Kürze, Prägnanz und Unterhaltung war für mich das Besondere“, sagt Dr. Karpouchtsis.

Unterstützt durch ein professionelles Training entwickelte er seinen Beitrag gezielt für das Format – als Balance zwischen fachlicher Tiefe und erzählerischer Klarheit.

Auf der Bühne selbst erlebte er eine neue Form der Interaktion: direkter, unmittelbarer, fast theatralisch. Die zeitliche Begrenzung, so beschreibt er es, habe den Kontakt zum Publikum sogar intensiviert.

Freiheit, Demokratie und Sicherheit im Spannungsfeld

Im Zentrum seines Vortrags steht eine grundlegende Frage: Welche Werte tragen eine Gesellschaft – und was passiert, wenn sie ins Wanken geraten?

Dr. Karpouchtsis beschreibt das Verhältnis von Freiheit, Demokratie und Sicherheit als ein eng miteinander verbundenes Gefüge. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen werde sichtbar, wie abhängig diese Prinzipien voneinander sind:

„Ohne Demokratie und Sicherheit können wir nicht frei sein. Ohne Freiheit werden wir aber auch nicht sicher sein – und höchstwahrscheinlich auch nicht mehr in einer Demokratie leben.“

Es ist eine Perspektive, die bewusst auf Verknüpfungen abzielt statt auf Gegensätze und die deutlich macht, dass gesellschaftliche Stabilität nicht aus einzelnen Faktoren entsteht, sondern aus ihrem Zusammenspiel.

Forschung zur gesellschaftlichen Resilienz

Diese Fragestellung zieht sich auch durch seine Arbeit am Democratic Resilience Center. Dort beschäftigt sich Karpouchtsis mit strategischer Kultur und der Frage, wie widerstandsfähig politische Systeme und Gesellschaften tatsächlich sind.

Im Kern geht es darum, Verwundbarkeiten sichtbar zu machen: Was macht Gesellschaften angreifbar? Welche Orientierung bieten gemeinsame Werte? Und wie gelingt es, nach Krisen wieder Handlungssicherheit zu gewinnen?

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen untersucht er diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven. Ein zentraler Baustein ist dabei die politische Bildung, die einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Stabilität gesellschaftlicher Strukturen leisten kann.

Impuls für die eigene Arbeit

Der Gewinn des Security Slam ist für Dr. Babis C. Karpouchtsis mehr als ein persönlicher Erfolg. Er steht auch für eine Erfahrung, die über den Auftritt hinausreicht: die eigene Forschung neu zu betrachten und ihre Wirkung stärker mitzudenken.

„Man kann die Relevanz von Forschung auch unterhaltsam einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Der Slam hat gezeigt, dass wissenschaftliche Themen nicht nur im akademischen Kontext Resonanz finden. Gerade wenn sie anders erzählt werden, eröffnen sie neue Zugänge – und stoßen auf ein Interesse, das oft unterschätzt wird.“

Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg gratuliert herzlich zu diesem Erfolg!

Über den Security Slam

Der Security Slam ist ein Format der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, das wissenschaftliche Perspektiven auf sicherheitspolitische Themen in einem neuen Rahmen sichtbar macht. Forschende präsentieren ihre Arbeiten in kurzen Bühnenformaten und machen komplexe Inhalte für ein breites Publikum verständlich und zugänglich.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Partnerinstitutionen statt – 2026 in den Räumlichkeiten der Friedrich‑Ebert‑Stiftung in Berlin. Unterstützt wird das Format durch das Team von Science Slam, das die Teilnehmenden bei der Vorbereitung begleitet.

Ziel des Security Slam ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu fördern und aktuelle sicherheitspolitische Fragestellungen in innovativen Formaten zu diskutieren.

Open Campus 2026: Einblicke in Forschung, Praxis und Ausbildung an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg

HSU

23. Juni 2026

Hamburg. Mehr als 4.000 Besucherinnen und Besucher haben beim Open Campus am 20. Juni 2026 die Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg besucht. Offene Labore, zahlreiche Mitmachangebote und der Beförderungsappell am Nachmittag prägten den Tag.

Ein Tag der offenen Türen an der HSU/UniBw H

Unter dem Motto „Mehr sehen. Mehr wissen.“ öffnete die HSU/UniBw H ihren Campus für die Öffentlichkeit. Der Tag begann mit der offiziellen Eröffnung durch den Universitätspräsidenten Prof. Dr. Klaus Beckmann beim Ökumenischer Gottesdienst. Im Anschluss bot ein durchgehend vielseitigen Angebot aus Vorträgen, Vorführungen und Mitmachaktionen Einblicke in die Arbeit der Universität-

Besucherinnen und Besucher aus Hamburg und der Region nutzten die Gelegenheit, Forschung, Lehre und Ausbildung kennenzulernen. Fachliche Angebote, persönlicher Austausch und Aufenthaltsbereiche auf dem Campus schufen dabei eine durchgehend lebendige Atmosphäre.

Forschung zum Anfassen

Ein Schwerpunkt des Open Campus lag auf den Laborführungen, die Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte ermöglichten. Themen reichten von Hochleistungsrechnen und Energietechnik bis hin zu Robotik und Werkstoffforschung.

Anschauliche Formate machten wissenschaftliche Inhalte greifbar: Die Demonstration der Eisbachwelle vermittelte Grundlagen der Strömungsforschung, während „Laser & Eiscreme“ Theorie und Praxis verband. Besucherinnen und Besucher konnten hier selbst Eis herstellen und gleichzeitig die physikalischen Prozesse verstehen.

Ergänzt wurde das Angebot durch zahlreiche Mitmachstationen, an denen einfache Experimente und digitale Anwendungen eigenständig ausprobiert werden konnten.

Engagement der Studierenden und Partner vor Ort

Neben den wissenschaftlichen Angeboten präsentierten sich auch die Interessengemeinschaften (IGs) und Arbeitsgemeinschaften (AGs) der Universität. Sie gaben Einblicke in ihre Aktivitäten und zeigten, wie sich Studierende neben Studium und Ausbildung engagieren.

Die Bandbreite reichte von militärisch geprägten Fachrichtungen – etwa aus den Bereichen Infanterie, Fernmeldetruppe oder ABC‑Abwehr – bis hin zu spezialisierten Interessensfeldern. Die Stände boten Gelegenheit, mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen und ihren Alltag an der HSU/UniBw H kennenzulernen.

Auch externe Partner waren Teil des Programms: Polizei, Technisches Hilfswerk und weitere Einrichtungen präsentierten sich an mehreren Ständen und gaben Einblicke in ihre Aufgaben und Arbeitsbereiche.

Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 brachte militärische Luftfahrttechnik direkt auf den Campus: Ein begehbares Tornado‑Cockpit erlaubte es Besucherinnen und Besuchern, den Arbeitsplatz von Pilotinnen und Piloten aus nächster Nähe zu erleben. Ergänzt wurde dies durch ein aufgeschnittenes Triebwerksmodell, an dem Aufbau und Funktionsweise eines Kampfjets anschaulich erklärt wurden.

Daneben luden weitere Exponate dazu ein, Technik und Praxis greifbar zu machen – darunter Fahrzeuge, Geräte und Demonstratoren aus verschiedenen Einsatz- und Forschungsbereichen, die vor Ort erkundet werden konnten.

Beförderungsappell als Höhepunkt des Open Campus

Den Abschluss und zugleich Höhepunkt des Open Campus bildete der Beförderungsappell am Nachmittag. Die Oberfähnriche und Oberfähnriche zur See wurden zu Leutnanten und Leutnanten zur See befördert. Auch vier französische Kadetten wurden im Rahmen des Appells befördert.

Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann wandte sich in seiner Ansprache direkt an den Offiziernachwuchs. Im Zentrum seiner Rede standen Haltung, Verantwortung und Handlungsbereitschaft: Das Studium an der HSU/UniBw H, so Beckmann, vermittle fachliche und methodische Grundlagen – entscheidend sei jedoch, was daraus im späteren Dienst erwachse. Mit der Beförderung gehe Verantwortung nicht nur für das eigene Handeln einher, sondern auch für Kameradinnen und Kameraden, für Auftragserfüllung und für den Anspruch, selbst Maßstäbe zu setzen. Verantwortung zeige sich dort, wo Initiative ergriffen, Entscheidungen getroffen und Aufgaben nicht weitergereicht, sondern übernommen würden. Zum Schluss griff Beckmann ein Zitat von Erich Kästner auf: „Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es.“

Die Beförderungen nahm Generalinspekteur der Bundeswehr Carsten Breuer persönlich vor, der vor 39 Jahren selbst an der HSU/UniBw H zum Offizier befördert worden war.

In seiner Rede schlug er den Bogen von der individuellen Laufbahn hin zum sicherheitspolitischen Kontext: Die Bundeswehr befinde sich in einer Phase tiefgreifender Veränderung, zugleich übernehme Deutschland mehr Verantwortung – auch militärisch. Daraus, so Breuer, erwachse für die neuen Offizierinnen und Offiziere ein klarer Auftrag. Verantwortung beginne mit der Bereitschaft, für das eigene Handeln Rechenschaft abzulegen, gehe aber weit darüber hinaus: Sie umfasse vor allem die Verantwortung für die eigenen Soldatinnen und Soldaten. Wer Verantwortung trage, dürfe nicht passiv bleiben, sondern müsse handeln, Fragen stellen, Lösungen suchen und den eigenen Beitrag dazu leisten, Dinge besser zu machen.

Musikalisch begleitet wurde der Appell durch das Heeresmusikkorps Hannover. Die Ehrenformation, gestellt von Studierenden der HSU/UniBw H, übernahm den repräsentativen Rahmen des Zeremoniells und prägte den formalen Ablauf des Appells.

Ausblick

Der Open Campus 2026 hat viele Besucherinnen und Besucher auf den Campus gebracht und Einblicke in die Arbeit der HSU/UniBw Hamburg ermöglicht.

Wir laden Sie schon jetzt ein, auch im nächsten Jahr dabei zu sein: Am 12. Juni 2027 findet der nächste Open Campus statt.

„A little party never killed nobody“: Ein Musical aus der Mitte der Universität

HSU

23. Juni 2026

Hamburg. Mit dem Musical „A little party never killed nobody“ haben Universitätsangehörige der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) am Freitag ein gemeinsames Projekt auf die Bühne gebracht. Entstanden ist ein Abend, der Unterhaltung mit Musik, Tanz und Schauspiel verbindet und zugleich zeigt, wie kreative Zusammenarbeit an der Universität gelingen kann.

Gruppe von rund 25 Mitwirkenden eines Musicals in 1920er‑Jahre‑Kostümen steht und sitzt gemeinsam auf einer Bühne; im Vordergrund liegt eine Person als Teil der Szene.
Mitwirkende des Musicals „A little party never killed nobody“.

Das Musical führt in das Chicago der 1920er Jahre. Im Mittelpunkt stehen Rick und Roxie, die trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten ihre Bar als Ort der Begegnung erhalten wollen. Die Lage spitzt sich zu, als sich ein Besuch der gefürchteten La Capone ankündigt. Gleichzeitig taucht ihre Tochter Birgit überraschend wieder auf. Als schließlich auch noch ein Mord geschieht, gerät der Abend zunehmend außer Kontrolle.

Initiiert wurde das Projekt von Prof. Dr. Sigrid Hartong. In gemeinsamer Leitung mit den Studierenden Sebastian Schneller und Maria‑Sophie Ulm entstand über mehrere Monate hinweg eine Produktion, an der über 25 Personen aus unterschiedlichen Bereichen der Universität beteiligt waren.

Rund um die Aufführung haben wir mit Prof. Dr. Sigrid Hartong über die Idee hinter dem Projekt, den Entstehungsprozess und die Besonderheiten des Musicals an der HSU/UniBw H gesprochen.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Sigrid Hartong

Wie ist die Idee zum Musical entstanden?
„In früheren beruflichen und ehrenamtlichen Kontexten habe ich regelmäßig Musik und Tanz unterrichtet sowie Musicalprojekte mit Laien- und Kindergruppen umgesetzt. Diese Arbeit habe ich immer als sehr bereichernd erlebt, weil Musik und Bühne Menschen die Möglichkeit geben, sich auszudrücken und andere zum Mitfühlen und Verbinden anzuregen

Als ich die Professur an der HSU/UniBw H bekam, blieb wenig Zeit für die Fortführung derartiger Projekte. Gleichzeitig habe ich mit jedem Jahr stärker wahrgenommen, wie viele kreative und künstlerisch aktive Menschen es auch hier an der Universität gibt – Menschen, die musizieren, singen, tanzen oder auf andere Weise nach einem Raum für gemeinsames kreatives Arbeiten suchen. Aus dieser Beobachtung heraus ist nach und nach die Idee entstanden, ein Musicalprojekt an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr zu versuchen.“

Was hat Sie persönlich dazu motiviert, das Projekt zu initiieren?
„Es gab mehrere Gründe. Organisatorisch hat es in dieser Phase gut gepasst, weil Freiräume vorhanden waren, die ein solches Projekt überhaupt ermöglicht haben. Zugleich waren die Rückmeldungen aus ersten Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen sowie Studierenden sehr ermutigend – viele haben sofort signalisiert, dass sie sich einbringen würden.

Wichtig war für mich aber auch noch etwas anderes: Im akademischen Alltag erleben viele von uns, dass kreative, gemeinschaftliche und fürsorgliche Aspekte leicht in den Hintergrund treten. Das Musical war deshalb auch der Versuch, einen Raum zu schaffen, in dem genau diese Perspektiven wieder stärker sicht- und erlebbar werden.“

Wie ist das Stück entstanden?
„Ausgangspunkt war ein älteres eigenes Skript aus einem früheren Projekt. Im Leitungsteam haben wir dann festgestellt, dass sich daraus eine gute Grundlage für unser Stück entwickeln ließe, dass das Material aber gleichzeitig deutlich überarbeitet werden müsste.

Die Schauspielgruppe unter der Leitung von Maria‑Sophie Ulm hat diese Vorlage anschließend eigenständig weiterentwickelt und in vielen Teilen neu geschrieben. Einige Rollen und Motive – etwa Rick, Roxie oder der mysteriöse Koffer – sind erhalten geblieben. Insgesamt ist aber eine neue Geschichte entstanden, die von der Gruppe ausgestaltet wurde.“

Was macht das Musical aus Ihrer Sicht besonders – gerade im Kontext der HSU/UniBw H?
„Besonders war für mich vor allem die Form der Zusammenarbeit. Wir waren keine feste Gruppe, die immer in derselben Besetzung geprobt hat. Uns war früh klar, dass wir möglichst flexibel arbeiten müssen, wenn wir viele Menschen mit vollen Terminkalendern erreichen wollen. Deshalb wurde das Stück in verschiedene kleinere Einheiten gegliedert, die in weiten Teilen unabhängig voneinander proben konnten. Das Setting einer Bar in Chicago mit unterschiedlichen Figuren und Auftritten hat dafür sehr gut gepasst.

Ebenso besonders war für mich, dass das Projekt tatsächlich bereichsübergreifend funktioniert hat. Im Musical haben Menschen aus unterschiedlichen Statusgruppen, mit verschiedenen Erfahrungen und aus diversen Bereichen der Universität mitgewirkt. Im Projekt waren alle Teil eines gemeinsamen Vorhabens – und daraus ist eine Form von Gemeinschaft entstanden, die im universitären Alltag so nicht selbstverständlich ist.“

Gemeinsame Arbeit auf, vor und hinter der Bühne

An dem Musical waren Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Professorinnen und Professoren sowie Beschäftigte aus weiteren Bereichen der Universität beteiligt. Unterstützt wurde das Projekt darüber hinaus von der Hochschulleitung, dem Medienzentrum, der Raumbuchung, dem Veranstaltungsmanagement, dem Infrastrukturbereich und der Druckerei.

Die Aufführung macht damit nicht nur das künstlerische Ergebnis sichtbar, sondern auch die Breite des gemeinsamen Engagements, das dieses Projekt getragen hat. „A little party never killed nobody“ steht so beispielhaft für eine Form des Zusammenarbeitens, in der unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen – auf der Bühne ebenso wie dahinter.

Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner: Recht als Motor gesellschaftlicher Transformation

HSU

30. Juni 2026

Hamburg. Seit dem 1. September 2025 hat Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner die Professur für Öffentliches Recht mit einem Schwerpunkt im öffentlichen Wirtschaftsrecht und Recht der Transformation an der Helmut‑Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg inne. In ihrer Forschung geht sie einer zentralen Frage nach: Wie kann Recht gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten?

Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner: „Mich interessiert die Rolle des Rechts als Transformationstool. Also wie Recht gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur begleitet, sondern aktiv ermöglicht“.

Porträt einer Person vor unscharfem Hintergrund im Außenbereich der HSU/UniBw H.
Neue Impulse für das Öffentliche Recht: Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner übernimmt die Professur an der HSU/UniBw H.

Wissenschaftlicher Werdegang

Ihr wissenschaftlicher Weg begann in Hamburg, wo sie Rechtswissenschaft und Genderkompetenz studierte. Schon früh entwickelte sie ein Interesse an interdisziplinären Perspektiven:

„Die Neugier am interdisziplinären Arbeiten hat mich zur Wissenschaft gebracht. Ich bin als Studentin auf die Dissertation einer Juristin gestoßen, Dr. Laura Adamietz, die sich mit ‚Geschlecht als Erwartung‘ beschäftigt hat. Für mich war sofort klar, dass ich an der Schnittstelle von Rechtswissenschaften und Geschlechterforschung promovieren wollte.“

Nach Stationen als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HSU/UniBw H und einem Forschungsaufenthalt am Kent Centre for Law, Gender and Sexuality in Canterbury wurde sie 2020 an der Universität Hamburg mit einer mehrfach ausgezeichneten Dissertation zum Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung promoviert. Es folgten das Referendariat am Oberlandesgericht Celle – unter anderem mit einer Station am Bundesverfassungsgericht – sowie eine Phase als Young Academy Fellow der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

Von 2022 bis 2025 war sie Juniorprofessorin für Öffentliches Recht an der Universität Rostock, bevor sie nach einem Forschungsaufenthalt am Centre for Socio-Legal Studies an der University of Oxford an die HSU/UniBw H berufen wurde.

Forschungsschwerpunkte: Transformation, Grundreche und Legal Gender Studies

In ihrer Forschung widmet sie sich den großen Transformationsfragen unserer Zeit. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Perspektiven, die auf den ersten Blick unterschiedlich erscheinen, aber eng miteinander verbunden sind: die rechtliche Gestaltung sozial‑ökologischer Veränderungen sowie Fragen von Geschlecht, sexueller Autonomie und reproduktiver Gerechtigkeit. In beiden Bereichen wird das Recht für sie zu einem Instrument gesellschaftlicher Entwicklung.

Diese Perspektive zeigt sich auch in ihren aktuellen Projekten: Im ausgezeichneten Forschungsnetzwerk ReproGerecht geht es um reproduktive Selbstbestimmung in ihren rechtlichen, gesellschaftlichen und ethischen Dimensionen. Ein weiteres Projekt untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen der Verkehrswende und fragt danach, wie nachhaltige Mobilität rechtlich gestaltet werden kann.

Ihr Ansatz ist dabei bewusst interdisziplinär: Rechtsdogmatik verbindet sie mit Perspektiven aus Rechtssoziologie, Rechtsphilosophie und kritischer Rechtstheorie. Ziel ist es, Antworten auf drängende Zukunftsfragen zu entwickeln – wissenschaftlich fundiert und gesellschaftlich anschlussfähig.

Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr heißt Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner herzlich willkommen!

Akademische Staffelstabübergabe an der Professur für Öffentliches Recht

HSU

22. Juni 2026

Hamburg. Abschieds- und Antrittsvorlesungen sind mehr als akademische Pflichttermine – sie markieren Übergänge, bündeln Erfahrung und eröffnen neue Perspektiven. An der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) zeigte sich dies bei einem gemeinsamen Vorlesungsabend besonders eindrücklich: Zwei Vorträge lenkten den Blick auf zentrale Fragen gesellschaftlichen Wandels.

Vier Personen stehen nebeneinander in einem Innenraum der HSU/UniBw H und blicken in die Kamera; im Hintergrund ist ein heller Eingangsbereich mit Glasfront zu sehen.
Staffelstabübergabe an der Professur für Öffentliches Recht: Prof. Dr. Dana Sophia Valentiner (2. v. l.) übernimmt die Professur von Prof. Dr. Margarete Schuler-Harms (3. v. l.). Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann (r.) und Dekan Prof. Dr. Gary S. Schaal (l.) begleiteten die Staffelstabübergabe.

Ein Übergang mit persönlicher Verbindung

Im Mittelpunkt des Abends stand dabei das Wirken von Prof. Dr. Margarete Schuler‑Harms. Als langjährige Inhaberin der Professur für Öffentliches Recht prägte sie die HSU/UniBw H über viele Jahre hinweg – in Forschung und Lehre ebenso wie in leitenden Funktionen als Dekanin der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und als Vizepräsidentin für Profilbildung. Mit ihrer Abschiedsvorlesung verabschiedete sie sich aus ihrer Tätigkeit an der Universität.

Mit Prof. Dr. Dana Sophia Valentiner übernimmt nun eine Wissenschaftlerin die Professur, die bereits während ihres Studiums bei Prof. Dr. Schuler Harms ausgebildet wurde. Der Übergang steht damit nicht nur für institutionelle Kontinuität, sondern auch für eine persönliche Verbindung, die den Generationenwechsel in besonderer Weise sichtbar macht.

Eine Person steht an einem Rednerpult mit Mikrofonen in einem Hörsaal und hält Unterlagen in der Hand; im Vordergrund ist Blumenschmuck zu sehen.
Prof. Dr. Margarete Schuler-Harms während ihrer Abschiedsvorlesung an der HSU/UniBw H.
Eine Person steht an einem Rednerpult mit Mikrofonen, spricht vor Publikum und blickt zur Seite.
Prof. Dr. Dana Sophia Valentiner bei ihrer Antrittsvorlesung an der HSU/UniBw H

Rückblick und Ausblick in den Ansprachen

Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann hob in seiner Ansprache die besondere Bedeutung solcher Vorlesungsformate hervor. Sie seien ein zentrales Element akademischer Gemeinschaft, in dem wissenschaftliche Entwicklungen weitergegeben und neue Impulse sichtbar würden.

Auch Prof. Dr. Gary S. Schaal, Dekan der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, würdigte das langjährige Wirken von Margarete Schuler‑Harms. Zugleich betonte er die Bedeutung des Übergangs für die Universität: Er stehe gleichermaßen für Kontinuität und Wandel. Prof. Dr. Dana‑Sophia Valentiner hieß er als neue Inhaberin der Professur herzlich willkommen und verwies auf ihre vielfältigen Forschungsschwerpunkte sowie die Offenheit, mit der sie ihr Netzwerk in Forschung und Lehre einbringt.

Eine Person steht an einem Rednerpult in einem Hörsaal der HSU/UniBw H und spricht vor Publikum; vor dem Pult befindet sich ein Blumenarrangement.
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann bei seiner Ansprache im Rahmen der Abschieds- und Antrittsvorlesung.

Zwei Vorlesungen im Dialog

Inhaltlich griffen die beiden Vorträge zentrale Herausforderungen der Gegenwart auf. Margarete Schuler Harms analysierte die Bundesstaatlichkeit im Spannungsfeld von Reformbedarf, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel – und stellte die Frage, wie staatliche Strukturen ihre Handlungsfähigkeit bewahren können.

Dana Sophia Valentiner knüpfte daran an und weitete die Perspektive: Sie beschrieb Transformation als tiefgreifenden gesellschaftlichen Prozess und beleuchtete die Rolle der Grundrechte darin – nicht nur als Begrenzung staatlichen Handelns, sondern auch als Voraussetzung und Ermöglichung von Veränderung.

So entstanden zwei Perspektiven, die unterschiedliche Schwerpunkte setzten und sich zugleich zu einem thematischen Dialog verbanden.

Abschied und Neubeginn

Mit großem Dank verabschiedet die HSU/UniBw H von Prof. Dr. Margarete Schuler‑Harms und würdigt ihr langjähriges Engagement für die Universität.

Gleichzeitig heißt sie Prof. Dr. Dana‑Sophia Valentiner herzlich willkommen und blickt auf die Impulse, die sie künftig in Forschung und Lehre einbringen wird.

Zwei Personen sitzen nebeneinander in einem Hörsaal der HSU/UniBw H und blicken in die Kamera; im Hintergrund sind weitere Teilnehmende zu sehen.
Prof. Dr. Margarete Schuler-Harms (links) und Prof. Dr. Dana Sophia Valentiner (rechts) bei der gemeinsamen Abschieds- und Antrittsvorlesung.

Was passiert, wenn nicht das Material, sondern die Struktur über die Schutzwirkung bestimmt?

HSU

18. Juni 2026

Hamburg/Lübeck. Explosionen, Splitter und extreme Belastungen stellen höchste Anforderungen an moderne Schutzsysteme. Gleichzeitig wächst der Druck, diese Systeme leichter, flexibler und materialeffizienter zu gestalten. Wie sich dieser scheinbare Widerspruch auflösen lässt, untersucht die Professur für Schutzsysteme unter der Leitung von Prof. Dr.Ing. Dr. rer. nat. Anne Jung an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) gemeinsam mit dem Industriepartner Nikon SLM Solutions.

Prof. Dr.Ing. Dr. rer. nat. Anne Jung zur addativen Fertigung

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Frage, wie sich durch additive Fertigung völlig neue Schutzkonzepte realisieren lassen, die mit konventionellen Verfahren nicht umsetzbar wären. Dabei werden Bauteile nicht wie üblich aus einem festen Materialblock herausgearbeitet, sondern Schicht für Schicht aufgebaut. So lassen sich auch sehr komplexe Strukturen herstellen, die gezielt für bestimmte Belastungsszenarien ausgelegt werden können.

„Unsere zentrale Forschungsfrage lautet: Wie müssen Strukturgeometrie, Topologie und Fertigungsparameter gestaltet werden, um bei möglichst geringem Gewicht eine hohe Schutzwirkung zu erzielen?“, erklärt Prof. Dr.Ing. Anne Jung.

Ausgangspunkt sind sogenannte TPMS‑Strukturen (Triply Periodic Minimal Surfaces). Dahinter verbergen sich komplex aufgebaute, sich regelmäßig wiederholende geometrische Formen, die ein Bauteil durchziehen und ihm besondere mechanische Eigenschaften verleihen.

Struktur statt Material: Ein neuer Ansatz für Schutzsysteme

Ein zentraler Ansatz der Forschung besteht darin, den Fokus von der Materialwahl auf das Design der Struktur zu verlagern. Während klassische Schutzsysteme ihre Leistungsfähigkeit vor allem aus besonders widerstandsfähigen Werkstoffen beziehen, entsteht die Schutzwirkung hier maßgeblich durch die geometrische Architektur des Bauteils.

Die speziell gestalteten Strukturen können Energie gezielt aufnehmen, verteilen und abbauen, ohne dass dafür zwangsläufig mehr Material eingesetzt werden muss. So lassen sich Schutzsysteme entwickeln, die gleichzeitig leichter und leistungsfähiger sind.

Die Schutzwirkung entsteht damit nicht allein durch das Material, sondern wird maßgeblich durch die Struktur bestimmt.

Additive Fertigung eröffnet neue Freiheitsgrade in der Herstellung

Möglich wird dieser Ansatz durch die additive Fertigung. Sie erlaubt die Herstellung hochkomplexer Geometrien, die sich mit konventionellen Verfahren nur schwer oder gar nicht umsetzen lassen.

Für die Forschung eröffnet dies neue Möglichkeiten: Strukturen können gezielt an unterschiedliche Belastungsszenarien angepasst und bereits im Entwurf so gestaltet werden, dass sie ihre Funktion möglichst effizient erfüllen. Gleichzeitig lassen sich neue Ideen schnell als Prototyp umsetzen und in Versuchen überprüfen.

„Die additive Fertigung erlaubt es uns, Schutzsysteme gezielt auf bestimmte Bedrohungen auszulegen und gleichzeitig ihre Eigenschaften auf der Strukturebene zu optimieren“, sagt Prof. Dr.Ing. Anne Jung.

Gerade in Bereichen wie Fahrzeugschutz, persönlicher Schutzausrüstung oder beim Schutz kritischer Infrastrukturen spielt dieser Ansatz eine wichtige Rolle.

Erkenntnisse aus der experimentellen Forschung

Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass TPMS‑Strukturen gut geeignet sind, Schutzsysteme leichter und gleichzeitig leistungsfähig zu machen. Besonders deutlich wird das bei Belastungen durch Explosionen: Die Strukturen können die dabei entstehende Energie sowie umherfliegende Splitter gezielt aufnehmen und abschwächen.

Im Vergleich zu klassischen, massiven Metalllösungen lässt sich so eine vergleichbare Schutzwirkung mit deutlich geringerem Materialeinsatz erreichen. Entscheidend ist dabei vor allem die Gestaltung der inneren Struktur:

„Die Schutzwirkung hängt nicht allein vom eingesetzten Material ab, sondern wird maßgeblich durch die Geometrie bestimmt. Gleichzeitig lässt sich die eingeleitete Energie durch die Struktur gezielt verteilen, sodass Belastungen nicht punktuell auftreten, sondern über das gesamte Bauteil hinweg wirken. “, so Prof. Dr.Ing. Anne Jung.

Herausforderungen der additiven Fertigung

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse steht die additive Fertigung noch vor einigen Herausforderungen. Die Herstellung größerer Bauteile ist häufig aufwendiger als bei etablierten Verfahren. Zudem müssen die mechanischen Eigenschaften additiv gefertigter Komponenten umfassend untersucht werden.

Das liegt unter anderem daran, dass Bauteile schichtweise aufgebaut werden und sich ihr Verhalten dadurch von klassisch gefertigten Werkstoffen unterscheiden kann. Auch die gleichbleibende Qualität bei der Herstellung komplexer Strukturen ist ein zentrales Thema der aktuellen Forschung.

Gerade im Schutzbereich kommen zusätzlich hohe Anforderungen an Zuverlässigkeit und Sicherheit hinzu, die umfangreiche Prüfungen erfordern.

Bedeutung für zukünftige Schutzsysteme

Die Bedeutung der Forschung reicht über den konkreten Anwendungsfall hinaus.

Ziel ist es, leichtere, effizientere und ressourcenschonendere Schutzsysteme zu entwickeln, die sowohl im Sicherheits- und Verteidigungsbereich als auch im zivilen Umfeld eingesetzt werden können.

Dazu zählen etwa Anwendungen im Fahrzeugschutz, beim Schutz kritischer Infrastrukturen, in Gebäuden oder für Einsatzkräfte. Gleichzeitig helfen die Forschungsergebnisse dabei, besser zu verstehen, wie Materialien und Strukturen Belastungen aufnehmen und Energie gezielt abbauen können.

Die Forschung an der HSU/UniBw H verbindet damit zentrale Themen wie Sicherheit, Leichtbau und Nachhaltigkeit und trägt dazu bei, zukünftige Schutzsysteme leistungsfähiger und gleichzeitig materialeffizienter zu gestalten.

Open Campus 2026 an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg: Forschung erleben und Zukunft entdecken

HSU

15. Juni 2026

Hamburg. Am Samstag, 20. Juni 2026 öffnet die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg von 10 bis 17 Uhr ihre Tore und ermöglicht somit einen Blick hinter die Kulissen. Neben Laborführungen und militärischem Gerät können die Besucherinnen und Besucher den großen Beförderungsappell miterleben.

An diesem Tag verwandelt sich der weitläufige Campus in einen Erlebnisort für Wissenschaft, Innovation und gesellschaftlichen Dialog. Familien, Technikbegeisterte, Studieninteressierte sowie Bürgerinnen und Bürger aus Hamburg und der gesamten Region erwartet ein vielseitiges Programm mit exklusiven Einblicken, spannenden Vorführungen und zahlreichen Mitmachaktionen.

Open Campus der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.

Zukunftstechnologien hautnah erleben

Wie arbeiten autonome Systeme? Wie verändert Künstliche Intelligenz unseren Alltag? Welche Rolle spielt Wasserstoff für die Energieversorgung der Zukunft?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhalten Besucherinnen und Besucher direkt dort, wo Forschung entsteht: in den Laboren und Forschungszentren der Universität. Exklusive Führungen ermöglichen seltene Einblicke in Bereiche, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind.

Gezeigt werden unter anderem Robotik, KI-Anwendungen, Kaltgasspritzen, Strömungssimulationen sowie innovative Projekte rund um nachhaltige Energieversorgung und autonome Systeme. Zahlreiche Demonstratoren machen Forschung greifbar und verständlich.

Ein Erlebnis für die ganze Familie

Der Open Campus verbindet Wissenschaft mit Universitätsleben und lädt ausdrücklich zum Mitmachen ein. Die Gäste können technische Anwendungen selbst ausprobieren, sportliche Angebote kennenlernen oder sich umfassend über die unterschiedlichen Studienmöglichkeiten informieren.

Besondere Highlights bieten an diesen Tag die Pferde der Reitsport AG, der Bücherflohmarkt der Universitätsbibliothek und die Vorführungen der AG Rettungsschwimmen und des Eleven-O-Six Racing Team.

Darüber hinaus präsentieren sich zahlreiche Partnerinstitutionen – darunter der Kampfmittelräumdienst, die Polizei und das Technisches Hilfswerk – mit Informationsständen, Ausrüstung und Einsatzfahrzeugen. Spannende Einblicke bieten unter anderem ein GTK Boxer, ein Tornado-Cockpit oder die historischen BMW R50 der Polizei-Motorradstaffel.

Auch Familien kommen auf ihre Kosten: Ein kreatives Kinderprogramm mit Spiel-, Bewegungs- und Mitmachangeboten sorgt dafür, dass der Open Campus für Gäste jeden Alters zu einem besonderen Erlebnis wird.

Diverse Foodtrucks, das Backparadies Hornung, und die Offizierheimgesellschaft sorgen für das kulinarische Angebot. Die Besucherinnen und Besucher können verschiedene Speisen und Getränke wie Bratwurst, Crêpes, Kaffeespezialitäten und Tacos erwerben. Bierzeltgarnituren und gemütliche Sitzecken laden zum Verweilen und Schlemmen ein. 

Wissenschaft trifft Gesellschaft

Neben Forschung und Technik steht auch der gesellschaftliche Austausch im Mittelpunkt. Der Vortrag zur Eisbachwelle oder das „Sicherheitspolitische Café“ schaffen Raum für Dialog zu aktuellen Themen aus Gesellschaft, Sicherheit und Wissenschaft.

Die uniinterne Band des Musicals „A Little Party Never Killed Nobody” sorgt darüber hinaus für ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm.

Eindrucksvoller Abschluss mit öffentlichem Beförderungsappell

Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucherinnen und Besucher am späten Nachmittag: Mit dem öffentlichen Beförderungsappell – das größte militärische Zeremoniell seiner Art in Hamburg – klingt der Open Campus traditionell aus.

Mehr als 400 Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter werden feierlich zu Leutnanten beziehungsweise Leutnanten zur See ernannt. Die öffentlich zugängliche Zeremonie bietet einen eindrucksvollen Einblick in Verantwortung und Ausbildung an der Universität und bildet den gebührenden Abschluss des Tages.

Beförderungsappell im Rahmen des Open Campus.

Veranstaltungsdaten

  • Datum: 20. Juni 2026
  • Zeit: 10:00–17:00 Uhr (Einlass ab 09:30 Uhr)
  • Ort: Campus der HSU/UniBw H, Holstenhofweg 85, 22043 Hamburg

Hinweis

Während der Veranstaltung werden Foto- und Videoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit erstellt.


Fachliche Ansprechpartnerin:
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg:

Veranstaltungsmanagement
Sabrina Kirschstein
E-Mail: [email protected]
Internetseite: www.hsu-hh.de/opencampus

Ansprechpartnerin für die Medien:
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg:

Pressesprecherin
Julia Böhme
Telefon: +49 40 6541 3566 (Bw: 7926)
Mobil: +49 151 5379 3163
Fax: +49 40 6541 2702
E-Mail: [email protected]
[email protected]

EOS Racing der HSU/UniBw H gewinnt Sonderpreis beim VDI-Wettbewerb für additive Fertigung

HSU

15. Juni 2026

Friedrichshafen/Hamburg. Das Formula-Student-Team Eleven-O-Six (EOS) Racing der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) ist beim deutschlandweiten Wettbewerb des Vereins Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) „Mobility/Medical goes Additive“ mit dem Special Prize für die höchste praktische Umsetzbarkeit additiver Fertigung ausgezeichnet worden. Zudem erreichte das Team einen hervorragenden 2. Platz und verbesserte damit seine Platzierung im Vergleich zum Vorjahr deutlich.

Ausgezeichnete Teamleistung: Bei der Preisverleihung des VDI-Wettbewerbs nehmen die Mitglieder von EOS Racing Auszeichnung und Preis entgegen – ein sichtbarer Erfolg intensiver Arbeit und konsequenter Praxisorientierung.

Innovationsprojekt mit klarem Praxisfokus: Modularer Motorradsitz mit 3D-Druck

Im Zentrum des Beitrags steht ein mikrovibrationsdämpfender Motorradsitz auf Basis 3D-gedruckter QZS-Strukturen (Quasi-Zero-Stiffness). Diese Strukturen zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei statischer Belastung stabil bleiben, gleichzeitig jedoch auftretende Vibrationen gezielt dämpfen.

Gefertigt wurde der Sitz mithilfe additiver Fertigung – also einem schichtweisen 3D-Druckverfahren, bei dem Bauteile direkt aus digitalen Modellen aufgebaut werden. Dieses Verfahren ermöglicht komplexe Geometrien und eine individuelle Anpassung, die mit klassischen Fertigungsmethoden nur eingeschränkt realisierbar wäre.

Damit verbindet der Ansatz präzise Rückmeldung beim Fahren mit deutlich reduziertem Vibrationsniveau und verbessert den Komfort ohne funktionale Einschränkungen.

Ausschlaggebend für die Auszeichnung war insbesondere die unmittelbare Anwendbarkeit des Konzepts. Ziel sei es gewesen, „eine Lösung zu entwickeln, die nicht nur technisch überzeugt, sondern auch ohne zusätzliche Komplexität direkt einsetzbar ist“, ordnet der Teamcaptain des EOS Racing-Teams, Leutnant Leander, den Ansatz ein.

Doppelte Auszeichnung für EOS Racing: Special Prize für die praxisnahe additive Fertigung eines Prototyps (im Bild rot) sowie der 2. Platz beim VDI-Wettbewerb.

Wettbewerbsrahmen und besondere Bedingungen

Der Wettbewerb forderte die Teilnehmenden auf, innerhalb von drei Tagen ein innovatives Produkt inklusive Geschäftsmodell zu entwickeln, prototypisch umzusetzen und vor einer Fachjury zu präsentieren.

Gerade im Vergleich zu klassischen Formula-Student-Formaten sieht Leutnant Leander die Rahmenbedingungen als wichtigen Erfolgsfaktor: Teams wie das der HSU/UniBw H könnten aufgrund des intensiven Studienmodells strukturell nicht in gleicher Weise Ressourcen bündeln wie andere Hochschulen. „Kompakte Formate mit klaren Zeitgrenzen kommen uns entgegen, weil wir hier unsere Stärken gezielter einsetzen können“, so Leutnant Leander.

Interdisziplinäre Entwicklung im Team

In den vergangenen Jahren habe sich das Team zudem deutlich weiterentwickelt. Während der Fokus ursprünglich stark im Maschinenbau lag, sei heute eine breitere Aufstellung gelungen. Man arbeite inzwischen interdisziplinär und verbinde ingenieurwissenschaftliche, elektrotechnische und betriebswirtschaftliche Kompetenzen, erklärt Leutnant Leander. Diese Entwicklung habe maßgeblich zum aktuellen Erfolg beigetragen.

Für das insgesamt zwölfköpfige EOS-Team nahmen Leutnant Julian, Leutnant Leander, Oberfähnrich zur See Thore sowie die Fähnriche Benedict und Christopher teil, ergänzt durch Constantin Schulz.

Teamgeist unter anspruchsvollen Bedingungen: EOS Racing beweist, wie Zusammenarbeit und Engagement auch im Intensivstudium zum Erfolg führen.

Intensivstudium als prägender Faktor

Das Intensivstudium an der HSU/UniBw H stellt besondere Anforderungen an die Studierenden. Gleichzeitig fördert es Fähigkeiten, die sich im Wettbewerb als Vorteil erweisen. Die Kombination aus hoher Arbeitsdichte, Zeitdruck und klaren Strukturen stärkt Effizienz, Belastbarkeit und eine lösungsorientierte Zusammenarbeit.

Erfolge wie beim VDI-Wettbewerb seien daher nicht nur eine Auszeichnung für das konkrete Projekt, sondern auch ein Beleg für die Leistungsfähigkeit des Teams unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen, so Leutnant Leander.

Ausblick: Weiterentwicklung des Konzepts

Im nächsten Schritt soll das entwickelte Konzept prototypisch umgesetzt und unter realistischen Bedingungen getestet werden. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die weitere technische Ausarbeitung und eine mögliche industrielle Anwendung.