Kooperation in Forschung und Lehre: Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und Dr. Franjo Tuđman Defense and Security University (DaSU) vereinbaren Zusammenarbeit

HSU

30. April 2026

Dubrovnik/Hamburg. Im Rahmen des internationalen Round Tables „Stability and Security – 3SI“ haben die Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und die Dr. Franjo Tuđman Defense and Security University (DaSU) eine Absichtserklärung unterzeichnet. Mit der Vereinbarung schaffen beide Universitäten eine verbindliche Grundlage für ihre künftige Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Weiterbildung.

Zwei Teilnehmende in Anzugkleidung geben sich in einem Konferenzraum die Hand; weitere Teilnehmende sitzen im Hintergrund an einem Tisch mit Unterlagen und Namensschildern.
Prof. Ivica Lučić, PhD, Rektor der Dr. Franjo Tuđman Defense and Security University und Prof. Dr. Klaus Beckmann,
Präsident der HSU/UniBw H, besiegeln die Zusammenarbeit mit einem Handschlag.

Der Round Table fand im Kontext des Three Seas Initiative Summit statt und widmete sich Fragen von Sicherheit, Stabilität und gesellschaftlicher Resilienz im Raum der Three Seas Initiative – insbesondere vor dem Hintergrund sich wandelnder geopolitischer Rahmenbedingungen und der Neugestaltung internationaler Sicherheitsarchitekturen.

Zusammenarbeit mit institutionellem Rahmen

Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung verständigen sich die HSU/UniBw H und die DaSU darauf, ihre akademische Zusammenarbeit systematisch auszubauen. Ziel ist es, internationale Kooperation nicht projektweise, sondern strukturiert und langfristig zu gestalten. Die Absichtserklärung definiert hierfür gemeinsame Leitlinien und schafft einen verlässlichen Rahmen für künftige Aktivitäten.

Prof. Dr. Klaus Beckmann, Präsident der HSU/UniBw H: „Wir erleben ein sicherheitspolitisches Umfeld, das sich schneller verändert und enger international verknüpft ist als noch vor wenigen Jahren. Gerade deshalb ist es wichtig, wissenschaftliche Kooperationen nicht nur punktuell zu pflegen, sondern verlässlich zu institutionalisieren. Die Partnerschaft mit der Dr. Franjo Tuđman Defense and Security University schafft dafür einen Rahmen, in dem wir Forschung, Lehre und Weiterbildung gemeinsam weiterentwickeln können.“

Gemeinsame Schwerpunkte in Forschung, Lehre und Weiterbildung

Die Kooperation umfasst ein breites Spektrum akademischer Aktivitäten. Geplant sind unter anderem gemeinsame Forschungsinitiativen und wissenschaftliche Publikationen, der Austausch von Studierenden sowie wissenschaftlichem Personal und die Weiterentwicklung von Studienangeboten. Auch Fragen der Anerkennung von Studienleistungen sollen perspektivisch eine Rolle spielen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Weiterbildung und dem lebenslangen Lernen. In sicherheitsrelevanten Tätigkeitsfeldern gewinnen kontinuierliche Qualifizierung und die Auseinandersetzung mit internationalen Entwicklungen zunehmend an Bedeutung. Die Partnerschaft eröffnet hierfür neue Möglichkeiten gemeinsamer Programme und Formate.

Die konkrete Umsetzung einzelner Projekte erfolgt jeweils einzelfallbezogen und in Abstimmung mit den institutionellen Schwerpunkten und Kapazitäten beider Universitäten. Dabei bleiben die Autonomie der Partner sowie die Einhaltung hoher ethischer Standards gewahrt.

Mit der unterzeichneten Vereinbarung baut die HSU/UniBw H ihre internationale Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheits‑ und Verteidigungsforschung weiter aus und schafft eine Grundlage für künftige gemeinsame Vorhaben mit der kroatischen Partneruniversität.

Girls’ Day an der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg

HSU

24. April 2026

Hamburg. Wie sieht ein Girls’ Day an der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg aus? Dieser Frage gingen in diesem Jahr 45 Schülerinnen aus Hamburg und Umgebung nach. Sie erhielten Einblicke in Labore, Werkstätten und den Campusalltag und konnten technische, wissenschaftliche und militärische Arbeitsfelder aus nächster Nähe kennenlernen.

Große Gruppe von Schülerinnen steht in einem Hörsaal der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, vor ihnen liegen pinke Stofftaschen mit Universitätslogo.
Teilnehmende des Girls’ Day im Hörsaal der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.

Begrüßung und persönliche Erfahrungsberichte

Zum Auftakt des Girls’ Day begrüßten die Vizepräsidentin für Internationales, Prof. Dr. Christina Schaefer, sowie die Militärische Gleichstellungsbeauftragte Hauptmann Lisann Folkens die Schülerinnen. Anschließend berichteten zwei Leutnante von ihrem eigenen Weg an die Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität er Bundeswehr Hamburg.

Im Mittelpunkt standen dabei ihre Erfahrungen während der Grundausbildung und ihrem Weg an die HSU/UniBw H. Sie schilderten, wie diese Ausbildungsabschnitte sie geprägt haben, welche Herausforderungen damit verbunden sind und welche Bedeutung das gemeinsame Lernen, das Übernehmen von Verantwortung sowie Kameradschaft und Freundschaften im Ausbildungsalltag haben.

Blick von hinten in einen Hörsaal: Schülerinnen sitzen an Reihenplätzen, vorne spricht eine Person, auf der Leinwand ist eine Präsentation zum Girls’ Day zu sehen.
Vizepräsidentin Christina Schaefer begrüßt die Schülerinnen zum Girls’ Day an der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.

Laborbesuch in Glinde

Einen fachlichen Schwerpunkt bildete der Besuch im Labor in Glinde bei Prof. Dr. Mario Oertel von der Professur für Wasserbau. Dort erhielten die Schülerinnen Einblicke in ein Forschungsprojekt zur Eisbachwelle in München. Anhand von Modellen und Messdaten wurde deutlich, wie komplex Strömungsvorgänge sind und wie sie ingenieurwissenschaftlich untersucht werden.

Vorgestellt wurden verschiedene Methoden der Analyse, darunter In‑situ‑Messungen, numerische Simulationen sowie ein physikalisches Modell, mit dem sich Strömungsdynamiken realitätsnah abbilden lassen. Ziel war es, die Herangehensweise der Forschung nachvollziehbar zu machen und zu zeigen, wie aus Beobachtungen systematische Erkenntnisse entstehen.

Eine Schülerin beschrieb den Laborbesuch als besonders eindrücklich:

„Ich fand den Vormittag sehr vielfältig und gut erklärt. Es war spannend zu sehen, wie herausgefunden wurde, warum sich die Eisbachwelle verändert hat und dass dabei der ingenieurwissenschaftliche Teil nicht zu kurz kam. Besonders interessant war der Blick hinter die Kulissen des Labors und dass wirklich alle Fragen beantwortet wurden.“

Gruppe von Schülerinnen steht in einem großen Wasserbaulabor vor einem Strömungsmodell mit Wasserkanal und technischen Anlagen.
Im Wasserbaulabor in Glinde erhalten die Schülerinnen Einblicke in die Forschung zur Eisbachwelle in München.

Praktische Arbeit in der zentralen Werkstatt

Parallel zum Laborbesuch arbeiteten andere Gruppen in der zentralen Werkstatt der Universität. Hier stand das praktische Tun im Vordergrund: Die Schülerinnen schweißten, bauten und gestalteten eigene Werkstücke. In konzentrierter Handarbeit entstanden unter anderem Bilderrahmen und Türschilder aus Metall.

Die Arbeit in der Werkstatt vermittelte einen direkten Eindruck von technischen Fertigungsprozessen und zeigte, dass neben theoretischem Wissen auch Präzision, Geduld und handwerkliches Geschick gefragt sind. Für viele Teilnehmerinnen war dies eine neue Erfahrung, bei der sie Technik unmittelbar erleben konnten.

Schülerinnen arbeiten an einer Werkbank und schlagen mit Metallbuchstaben Namen in kleine Metallschilder ein.
Schülerinnen fertigen Namensschilder aus Metall in der zentralen Werkstatt.
Schülerinnen führen Schweißarbeiten an einem Metallbauteil in einer Werkstatt aus, sie tragen Schutzkleidung und arbeiten an einer stabilen Werkbank.
Schweißarbeiten als Teil des praktischen Programms beim Girls’ Day.

Militärisches Leben an der HSU/UniBw H

Am Nachmittag verlagerte sich das Programm auf die Ausbildungswiese. Dort stellten Soldatinnen den Schülerinnen ihre persönliche Ausrüstung vor und gaben Einblicke in den militärischen Alltag während Ausbildung und Einsatz.

Die Schülerinnen erfuhren unter anderem, wie ein Rucksack gepackt ist, welches Gewicht dabei zusammenkommt und welche Rolle Schutz‑, Kälte‑ und Nässeschutz, Schlafsack, Kocher, Verpflegung, Werkzeuge sowie Hygieneartikel im Einsatz spielen. Auch alltagsnahe Fragen, etwa zum Leben im Feld oder zu organisatorischen Abläufen während längerer Ausbildungs‑ und Einsatzphasen, wurden offen thematisiert.

Ergänzt wurde das Programm durch Campusführungen, eine offene Fragerunde sowie Gespräche mit dem Karrierecenter der Bundeswehr, das über Studien‑ und Laufbahnmöglichkeiten informierte.

Abschluss und Ausblick

Zum Abschluss des Girls’ Day erhielten alle Schülerinnen eine Urkunde. Der Tag zeigte, wie vielfältig die Wege an die Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg sein können – von Forschung und Technik über handwerkliche Praxis bis hin zu Ausbildung und Campusleben.

Gesundheitsorientierte Führung: Warum Selbstfürsorge von Führungskräften entscheidend ist

HSU

22. April 2026

Hamburg. Gesunde Führung beginnt nicht im Team – sondern bei den Führungskräften selbst. Eine gemeinsame Studie der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr (HSU/UniBw H) und der Universität der Bundeswehr München (UniBw) zeigt, warum Selbstfürsorge die Grundlage für gesundheitsorientierte Führung ist und weshalb Unternehmenskultur darüber entscheidet, ob Führung und Gesundheit tatsächlich zusammenwirken.

Illustration mit zwei nebeneinander angeordneten Szenen zu Führung im Arbeitskontext. In beiden Szenen sind Bereiche mit den Bezeichnungen „SelfCare“ und „StaffCare“ dargestellt, visualisiert durch sitzende Personen sowie Gespräche und Arbeitssituationen.
Darstellung von SelfCare und StaffCare im Führungskontext

Susanne Beyerlein (M.Sc): „SelfCare ist als Ressource von Führungskräften zu sehen, die es Führungskräften ermöglicht, sich in Konsequenz besser um ihre Mitarbeitenden zu kümmern.“

Im Zentrum der Studie steht die Frage, wie sich gesundheitsbezogenes Führungsverhalten über Hierarchieebenen hinweg entfaltet – insbesondere bei Führungskräften, die selbst geführt werden. Dr. Annika Krick (HSU/UniBw H), Prof. Dr. Jörg Felfe (HSU/UniBw H) sowie Susanne Beyerlein (UniBw) und Prof. Dr. Hendrik Hüttermann (UniBw) knüpfen in Ihrer Arbeit an etablierte Erkenntnisse der Führungs‑ und Gesundheitsforschung an und erweitern diese um eine bislang wenig untersuchte Perspektive: die Interaktion gesundheitsorientierter Führung auf der Führungsebene selbst.

Führung und Gesundheit: Ein unterschätzter Zusammenhang

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz nehmen weiter zu. Stress, Zeitdruck und hohe Verantwortung betreffen dabei nicht nur Mitarbeitende, sondern ganz besonders Führungskräfte. Gleichzeitig ist gut belegt: Führung beeinflusst Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit erheblich. Was bislang wenig beachtet wurde, ist die Frage: Wie gesund führen eigentlich Führungskräfte, die selbst unter Druck stehen – und wer unterstützt sie dabei? Genau hier setzt die empirische Studie der Universitäten der Bundeswehr an, die sich mit gesundheitsorientierter Führung zwischen Führungskräften beschäftigt.

Führungskräfte in der Sandwich‑Position

Viele Führungskräfte befinden sich in einer sogenannten Sandwich‑Position: Sie tragen Verantwortung für ihr Team, berichten aber gleichzeitig an eine höhere Führungsebene. Diese doppelte Rolle macht gesundes Führen besonders anspruchsvoll. Die Forschenden haben untersucht, wie sich das Gesundheitsverhalten von Vorgesetzten auf nachgeordnete Führungskräfte auswirkt – und ob sich gesunde Führung tatsächlich „nach unten“ fortsetzt.

Dabei werden zwei zentrale Aspekte unterschieden:

  • SelfCare (Selbstfürsorge von Führungskräften):
    Wie achtsam Führungskräfte mit ihrer eigenen Gesundheit umgehen und inwieweit sie diese aktiv fördern anstatt gefährden.
  • StaffCare (Fürsorge für Mitarbeitende):
    Wie aktiv Führungskräfte die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden fördern und unterstützen.

Führung zwischen Führungskräften: die Sandwich‑Position

Ein besonderer Fokus liegt auf Führungskräften in sogenannten Sandwich‑Positionen, die gleichzeitig Führungsverantwortung tragen und selbst geführt werden. Diese Konstellation stellt ein zentrales Merkmal moderner Organisationen dar, ist jedoch empirisch bislang nur unzureichend untersucht.

Die Studie richtet den Blick auf die Beziehung zwischen über‑ und nachgeordneten Führungskräften und analysiert, wie gesundheitsbezogene Führungsimpulse in dieser Konstellation aufgenommen und weiterentwickelt werden.

Gesunde Führung wirkt – aber nicht automatisch

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Gesundheitsorientierte Führung wird nicht einfach kopiert. Das bedeutet: Führungskräfte führen nicht automatisch gesund, nur weil ihre Vorgesetzten dies tun. Stattdessen zeigt sich ein entscheidender Zwischenschritt: Gesunde Führung beginnt mit Selbstfürsorge.

Erst wenn Führungskräfte durch Unterstützung von oben ihre eigene Gesundheit ernst nehmen und schützen können, sind sie langfristig in der Lage, sich gesundheitsorientiert um ihr Team zu kümmern. Oder anders gesagt: Ohne SelfCare keine StaffCare.

Rolle organisationaler Einstellungen zur Gesundheitsförderung

Viele Führungskräfte erleben Selbstfürsorge immer noch als etwas Privates oder sogar als Zeichen von Schwäche. Genau diese Haltung ist problematisch. “Wir haben uns in dieser Studie angeschaut, wie der Effekt von StaffCare der oberen Führungskraft auf die StaffCare und SelfCare der mittleren Führungskraft wirkt. In beiden Fällen konnte man feststellen, dass der Effekt sich verändert und nicht vorhanden ist, wenn ein starkes Klima negativer Einstellungen vorherrscht. Das wäre ein Hinweis darauf, dass es wichtig ist, auch eine grundsätzliche Kultur von positiver Einstellung gegenüber Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz zu kultivieren“, erklärt Susanne Beyerlein (M.Sc).

Die Studie zeigt deutlich, dass Selbstfürsorge innere Ressourcen stärkt und ist eine zentrale Voraussetzung für gesunde Führung im Arbeitsalltag. Führungskräfte, die dauerhaft erschöpft sind, können kaum ein gesundes Arbeitsumfeld schaffen – selbst mit bestem Willen.

Der Kulturfaktor: Wenn Gesundheit stigmatisiert wird

Besonders aufschlussreich ist ein weiterer Befund: Die Organisationskultur entscheidet, ob gesundheitsorientierte Führung Wirkung entfalten kann. Wenn im Arbeitsumfeld Aussagen kursieren wie: „Gesundheitsangebote sind Zeitverschwendung“ oder „Wer sowas nutzt, ist nicht belastbar“, dann verlieren selbst engagierte Führungskräfte an Handlungsspielraum. Solche stigmatisierenden Haltungen gegenüber betrieblicher Gesundheitsförderung schwächen die Wirkung gesunder Führung erheblich.

Führungskräfte erhalten dann widersprüchliche Signale: Gesundheit wird offiziell gewollt, informell aber abgewertet.

Das Ergebnis: Unsicherheit – und weniger gesundes Führungsverhalten

Was Organisationen daraus lernen können

Aus der Studie lassen sich klare Handlungsansätze ableiten:

1. Gesunde Führung beginnt auf jeder Ebene
Führungskräfte, die andere führen, brauchen selbst aktive Unterstützung – insbesondere von ihren eigenen Vorgesetzten.

2. Selbstfürsorge von Führungskräften stärken
SelfCare sollte explizit Bestandteil von Führungskräfteentwicklung und Leadership‑Trainings sein.

3. Stigma abbauen, nicht wegmoderieren
Negative Haltungen gegenüber Gesundheitsförderung wirken leise, aber stark – und müssen gezielt adressiert werden.

4. Gesundheitsorientierte Führung systematisch fördern
Nicht Einzelmaßnahmen, sondern eine konsistente gesundheitsförderliche Organisationskultur macht den Unterschied.

Warum gesundheitsorientierte Führung immer wichtiger wird

In Zeiten von Fachkräftemangel, hoher Arbeitsdichte und zunehmender psychischer Belastung ist gesunde Führung kein „Nice‑to‑have“. Sie ist ein Stabilitätsfaktor für Organisationen. Die Studie macht deutlich: Führung, Gesundheit und Kultur wirken zusammen – oder gar nicht.

Gesundheitsorientierte Führung ist wirksam – aber sie braucht die richtigen Bedingungen. Selbstfürsorge von Führungskräften, Unterstützung durch Vorgesetzte und ein nicht‑stigmatisierendes Umfeld sind entscheidend Fazit: Nur wer für sich sorgt, kann andere gut führen.

Battle of Unis BW: HSU/UniBw H als Gastgeberin des sportlichen Vergleichs

HSU

20. April 2026

Hamburg. Bei der zweiten Auflage der „Battle of Unis BW“ war die Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg vom 17. bis 19. April Gastgeberin des sportlichen Vergleichs mit der Universität der Bundeswehr München.

Studierende beider Bundeswehruniversitäten traten auf dem Campus in insgesamt fünf Sportarten gegeneinander an. Die Wettkämpfe fanden in der Sporthalle, der Schwimmhalle sowie auf den Außenanlagen statt. Neben sportlichem Ehrgeiz standen dabei Fairness, Austausch und Gemeinschaft im Mittelpunkt.

Bereits vor den Wettkämpfen kamen die Teilnehmenden bei einem gemeinsamen Empfang in der Offizierheimgesellschaft zusammen. In ihrer Rede würdigte Aydan Özoguz (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, das Engagement beider Universitäten im Hochschulsport. Sie betonte die Bedeutung von Fairplay sowie die verbindende Rolle des Sports über Standorte hinweg und übernahm am Folgetag auch die Siegerehrung.

Ergebnisse und besondere Momente

In den Mannschaftssportarten Basketball, Volleyball, Fußball und Handball setzten sich die Teams aus München durch. Als sportlich interessierte Beobachterin verfolgte Franziska Hoppermann, MdB, insbesondere die Handballbegegnungen vor Ort.
Einen Erfolg für die HSU/UniBw H gab es im Triathlon, bei dem – maßgeblich getragen durch den HSU‑Mitarbeiter Florian Zogmann – der Sieg an das Hamburger Team‑Sportzentrum ging.

Das Sportzentrum der HSU/UniBw H zieht ein positives Fazit der Veranstaltung. Tilman Cassier, Leiter des Sportzentrums, hebt insbesondere das Engagement der Beteiligten hervor:

„Unser Dank gilt insbesondere den AG‑Leitungen, die gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Sportzentrums eine herausragende Arbeit bei der Durchführung geleistet haben. Der Grundsatz ›Studierende für Studierende‹ wird im Hochschulsport ganz selbstverständlich gelebt und trägt wesentlich zu Erziehung, Prägung und Bindung bei.“

Auch das Feedback der teilnehmenden Studierenden aus Hamburg und München fiel durchweg positiv aus – insbesondere mit Blick auf Organisation, Abläufe und Betreuung vor Ort.

Der sportliche Vergleich soll fortgesetzt werden: Beide Standorte blicken bereits auf die nächste Begegnung und den weiteren Austausch im Hochschulsport.

16K3‑Marsch in Hamburg: Gemeinsames Gedenken an der Helmut‑Schmidt‑Universität

HSU

17. April 2026

Hamburg. Am 9. April beteiligten sich die Katholische Hochschulgemeinde der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg am diesjährigen 16K3‑Marsch in Hamburg. Studierende, aktive Soldatinnen und Soldaten sowie die Militärseelsorge setzten gemeinsam ein Zeichen des Erinnerns an die Gefallenen des Afghanistan‑Einsatzes.

Patch 16K3 Marsch

Gemeinsames Gehen als Zeichen des Erinnerns

Der 16K3‑Marsch ist seit Jahren fester Bestandteil der bundesweiten Gedenkkultur der Bundeswehr. Er verbindet bewusst körperliche Anstrengung mit aktivem Erinnern an die drei deutschen Soldaten, die im Afghanistan‑Einsatz 2010 ihr Leben verloren haben. Auch Angehörige der HSU/UniBw H beteiligten sich in diesem Jahr wieder an dem Marsch in Hamburg. Die universitäre Teilnahme wurde vom Studierendenfachbereich C organisiert und von der Katholischen Hochschulgemeinde sowie der Militärseelsorge begleitet

Gegen 12 Uhr brachen die Teilnehmenden vom Hanseatenbereich der Universität auf und marschierten in Richtung Rathausmarkt im Zentrum Hamburgs. Vor dem Rathaus sprach Militärdekan Pater Peter Henrich einige Gedenkworte, bevor eine Schweigeminute gehalten wurde.

Soldatinnen und Soldaten marschieren gemeinsam im Rahmen des 16K3‑Gedenkmarschs durch Hamburg.
Teilnehmende Soldatinnen und Soldaten beim Gedenkmarsch in Hamburg.
Pater Henrich hält vor dem Rathaus eine Ansprache an einem Mikrofon.
Militärdekan Pater Peter Henrich spricht vor dem Rathaus einige Gedenkworte.

Für Pater Henrich hatte die Veranstaltung eine besondere Bedeutung, da zahlreiche aktive Soldatinnen und Soldaten seiner Dienststelle teilnahmen. Der 16K3‑Marsch wurde so nicht nur zu einem Weg durch die Stadt, sondern auch zu einem gemeinsamen Weg des Erinnerns innerhalb der Universität.

Im Anschluss traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Rückweg auf derselben Strecke an und marschierten die rund acht Kilometer zurück zur Universität. Insgesamt legten sie damit die für den 16K3‑Marsch vorgesehenen 16 Kilometer zurück und trugen dabei 16 Kilogramm Gepäck. Die Kombination aus Distanz und Gewicht steht symbolisch für die Belastungen des Einsatzes und macht das Gedenken auch körperlich erfahrbar.

Eine gewachsene Gedenktradition

Die 16K3‑Märsche haben sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Gedenktradition entwickelt. Allein in Hamburg beteiligten sich in diesem Jahr 243 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bundesweit waren es über 26.000 Menschen in dutzenden Märschen. Durch den Verkauf spezieller Patches werden zudem Spenden für die Soldaten‑ und Veteranen‑Stiftung.

Netzplanung unter neuen Bedingungen: Einblicke aus dem Projekt iNeP

HSU

17. April 2026

Hamburg. Die Energiewende verändert nicht nur die Erzeugung von Energie, sondern auch die Nutzung. Daher werden auch an die Verteilung neue Anforderungen gestellt. Das Teilprojekt Integrierte Netzplanung (iNeP) zeigt, wie auf diese Veränderungen reagiert werden kann und welchen Beitrag die Forschung der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg dazu im Norddeutschen Reallabor geleistet hat.

Gruppenbild des NRL Transferworkshops
Gruppenbild der Teilnehmenden des NRL‑Transferworkshops

Warum integrierte Netzplanung heute eine andere Perspektive braucht

Die Energiewende verändert nicht nur die Art, wie Energie erzeugt wird, sondern auch, wie sie verteilt und genutzt wird. Strom, Gas und Wärme lassen sich zunehmend nicht mehr getrennt betrachten: Wärmepumpen, Elektrolyseure oder Ladeinfrastruktur verbinden bislang getrennte Energiesysteme miteinander. Für die Netzplanung bedeutet das einen grundlegenden Perspektivwechsel.

Entscheidend ist dabei weniger allein die Frage, wie viel Energie insgesamt benötigt wird, sondern wo, wann und in welcher Form sie gebraucht wird. In Wohnquartieren entstehen neue Stromlasten durch Wärmepumpen oder private Ladeinfrastruktur, während sich in anderen Stadtteilen Nutzungen verschieben oder verdichten. Solche Veränderungen wirken sich unmittelbar auf die Belastung der Netze aus.

Für die Netzplanung bedeutet das: Es reicht nicht aus, einmal eine langfristige Prognose zu erstellen. Stattdessen müssen Annahmen regelmäßig überprüft und angepasst werden. Integrierte Netzplanung wird damit zu einem fortlaufenden Prozess, der auf neue Entwicklungen reagieren kann, zum Beispiel auf technologische Veränderungen oder veränderte Nutzungsstrukturen im Stadtraum.

Vor diesem Hintergrund wurde im Teilprojekt iNeP untersucht, wie sich Energieinfrastrukturen sektorübergreifend und zugleich regional differenziert planen lassen. iNeP ist Teil des Norddeutschen Reallabors, in dem Wissenschaft, Energiewirtschaft, Verwaltung und Industrie gemeinsam an Lösungsansätzen für eine klimaneutrale Energieversorgung arbeiten. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).

Hamburg nicht als Ganzes, sondern im Detail betrachten

Ein zentraler Beitrag der HSU/UniBw H bestand in der Entwicklung einer regionalisierten Beschreibung des Energiesystems Hamburg. Ausgangspunkt war die Frage, wie sich lokale Unterschiede systematisch erfassen lassen, ohne sich an bestehenden Netzgrenzen oder einzelnen Energieträgern zu orientieren.

Dafür wurde das Stadtgebiet in sogenannte neutrale Zonen unterteilt. Diese kleinräumigen Einheiten sind unabhängig von bestehenden Netzgebieten oder Energieträgern und beschreiben die lokale Infrastruktur anhand vielfältiger Merkmale, zum Beispiel als Gebäude, Gewerbeflächen, öffentliche Einrichtungen, Ladeinfrastruktur oder unterschiedliche Flächennutzungen. Je nach Fragestellung können verschiedene geografische Zuschnitte gewählt werden, darunter Stadtteile, statistische Gebiete sowie künstlich erzeugte Rasterflächen oder Hexagone. Entscheidend ist nicht ihre administrative Abgrenzung, sondern ihre Eignung, lokale Energiebedarfe und ‑potenziale abzubilden.

Auf dieser Grundlage lassen sich unter anderem Unterschiede im Strom‑ und Wärmebedarf, in der Nutzung von Gebäuden oder in der Eignung für erneuerbare Energien sichtbar machen. Ziel ist es, ein differenzierteres Bild des Energiesystems zu erhalten und abzuschätzen, wie sensibel einzelne Bereiche auf Veränderungen reagieren – etwa durch Elektrifizierung oder neue Lasten.

Schematische Karte mit Energie‑ und Wasserstoffsystemen, die Erzeugung, Speicherung, Einspeisung, Bedarf, Potenziale sowie politische Rahmenbedingungen und Netzszenarien darstellt.
Übersicht relevanter Parameter für die integrierte Netzplanung

Gemeinsame Modelle für unterschiedliche Energieträger

Neben der räumlichen Perspektive stellte sich im Projekt iNeP eine zweite zentrale Frage: Wie lassen sich Strom‑, Gas‑ und Wärmenetze methodisch gemeinsam berechnen, obwohl sie physikalisch unterschiedlich funktionieren?

Forschende der HSU/UniBw H entwickelten hierfür eine knotenbasierte Netzberechnungsmethode, die verschiedene Energieträger auf einer gemeinsamen Modellierungsebene zusammenführt. Der Ansatz nutzt elektrische Ersatzschaltungen als gemeinsame Grundlage und überträgt etablierte Berechnungsmethoden aus der Elektrotechnik auf Gas‑ und Wärmenetze sowie auf Sektorkopplungstechnologien.

Dieser methodische Ansatz erlaubt es, Wechselwirkungen zwischen den Netzen systematisch zu untersuchen und unterschiedliche Infrastrukturen vergleichbar zu analysieren. Die entwickelten Modelle wurden mit bestehenden Softwarelösungen abgeglichen und mithilfe von Laborinfrastrukturen an der HSU/UniBw H überprüft. Dazu zählen unter anderem Versuche im Wasserstofflabor sowie Untersuchungen an einem institutseigenen Microgrid.

Erkenntnisse jenseits konkreter Zahlen

Die Ergebnisse aus iNeP liefern keine statische Blaupause für die Netzplanung, sondern vor allem methodische Einsichten. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass integrierte Netzplanung als fortlaufender Prozess verstanden werden muss. Regionale Energiebedarfe verändern sich, neue Technologien kommen hinzu, Rahmenbedingungen verschieben sich. Planungsansätze müssen darauf reagieren können.

Zugleich zeigt das Projekt, dass regionalisierte Betrachtungen auch über Hamburg hinaus denkbar sind – sofern geeignete Daten verfügbar sind. Die entwickelten Methoden sind damit nicht auf eine einzelne Stadt beschränkt, sondern grundsätzlich übertragbar.

In der Forschung ist der Beitrag der HSU/UniBw H vor allem in den Bereichen Modellierung und Systemtechnik verortet. Gleichzeitig verdeutlicht iNeP, wie eng wissenschaftliche Entwicklung und praktische Fragestellungen in der Energiewende miteinander verknüpft sind.

Wissenschaftliche Bearbeitung an der HSU/UniBw H

Im Projekt iNeP arbeitet die Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg mit weiteren Forschungs‑ und Praxispartnern zusammen. Dazu zählen die Technische Universität Hamburg, die Technische Hochschule Lübeck sowie die Hamburger Energienetze und Hamburger Energiewerke. Die beteiligten Forschungspartner bearbeiteten im Projektverlauf unterschiedliche Fragestellungen, unter anderem zur Berücksichtigung von Flexibilitäten und Unsicherheiten in der Netzplanung, zur optimierten Wärmenetzplanung sowie zur Verortung von Power‑to‑X‑Technologien.

Das Teilprojekt iNeP wurde an der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg an der Professur für Elektrische Energiesysteme unter der Leitung von Prof.Dr.Ing. habil. Detlef Schulz und Daniela Vorwerk (M.Sc.) durchgeführt.

Einordnung in das Norddeutsche Reallabor

iNeP ist eines von mehreren Teilprojekten im Norddeutschen Reallabor. Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit weiteren Forschungs‑ und Praxisbeiträgen diskutiert, unter anderem beim Transferworkshop im März in Hamburg. Dort standen Fragen der Übertragbarkeit, der Abstimmung zwischen Akteuren und der langfristigen Nutzung der entwickelten Ansätze im Mittelpunkt.

Damit trägt iNeP zur übergeordneten Zielsetzung des Norddeutschen Reallabors bei: Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zusammenzuführen und einzuordnen, um Entscheidungsprozesse im Kontext der Energiewende besser zu fundieren.

21. Life Science Studierendentagung Hamburg an der HSU/UniBw H

HSU

17. April 2026

Hamburg. Letzte Woche fand die 21. Life Science Studierendentagung Hamburg in der Offizierheimsgesellschaft an der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) statt. Rund 160 Teilnehmende kamen zusammen, um Forschungsprojekte aus den Life Sciences kennenzulernen, zu diskutieren und sich zu vernetzen. Im Rahmen der Tagung wurden die besten Vorträge und Poster mit Geldpreisen ausgezeichnet.

Eine Frau steht an einem Rednerpult mit HSU/UniBw H Logo und spricht vor einem Publikum.
Eröffnung der 21. Life Science Studierendentagung durch Wirtschaftssenatorin Maryam Blumenthal

Hochschulübergreifender Austausch in den Life Sciences

Eröffnet wurde die Tagung von Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal, die die Bedeutung von Forschung für die Zukunft hervorhob. Studierende, Forschende und Promovierende, so Blumenthal, übernehmen mit ihrer Arbeit Verantwortung für ein besseres Morgen.

Die Life Science Studierendentagung bringt Studierende und Promovierende aus den Life Sciences hochschulübergreifend zusammen und fördert den Austausch zwischen Hochschulen, Forschung und Industrie. Vertreten waren neben der HSU/UniBw H die Technische Universität Hamburg, die Universität Hamburg, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg sowie das Universitätsklinikum Hamburg‑Eppendorf.

Vorträge und Postersession

Im wissenschaftlichen Programm präsentierten zehn Studierende und Promovierende ihre Forschungsprojekte in zehnminütigen, allgemeinverständlich gestalteten Vorträgen. Ergänzend dazu wurden zehn weitere Arbeiten im Rahmen einer Postersession vorgestellt. Die Poster waren ganztägig ausgestellt; während der Postersession standen die Autorinnen und Autoren für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Teilnehmende der Life Science Studierendentagung begutachten gemeinsam ein medizinisches Demonstrationsobjekt.
Prof. Dr. Christina Schaefer (Vizepräsidentin für Internationales), Wirtschaftssenatorin Maryam Blumenthal, Prof. Dr. Ioana Slabu und Dr. Stefan Schenke im fachlichen Austausch an einem medizinischen Demonstrationsobjekt
Vier Personen stehen vor einem wissenschaftlichen Poster. Dieses wird ihnen angeregt von einer Person vorgestellt.
Teilnehmende diskutieren ein wissenschaftliches Poster im Rahmen der 21. Life Science Studierendentagung

Auszeichnungen für herausragende Beiträge

Die Preisgelder für die besten Beiträge wurden von den teilnehmenden Industrieunternehmen gestiftet. Ausgezeichnet wurden:

Beste Vorträge

1. Preis: Myrtha Eggert (TUHH): Fertigungsoptimierung metrischer Feingewinde in der pulverbettbasierten Additiven Fertigung von sonderangefertigten Implantaten

2. Preis: Taspia J. Prapty (HSU/UniBwH): Simulating Degradation of Magnetic Nanoparticle‑Modified Polymeric Stents Using the Finite Element Method

3. Preis: Sahba Bahrani (UKE): Validating AI‑Based Structural Predictions of PAH Variants by In Vitro Functional Analysis

Gruppenfoto ausgezeichneter Studierender mit Urkunden und Blumen.
Auszeichnung der besten Vorträge. Preisträgerinnen v.l.n.r.: Sahba Bahrani (UKE), Taspia J. Prapty (HSU/UniBw H) und Myrtha Eggert (TUHH)

Beste Poster

1. Preis: Zireen Haj Abdo (HAW): UV‑induced DNA damage and its repair in different skin cell types: An immunofluorescence‑based analysis of skin biopsies

2. Preis: Samantha Olivia Klein (UHH): Detection and Verification Technologies for the Identification of Bacterial Pathogens

3. Preis: Léon Zeitler (TUHH): Multi‑Task Student + Teacher Knowledge Distillation for Stereo Depth Estimation and Surgical Instrument Segmentation

Gruppenfoto ausgezeichneter Studierender mit Urkunden und Blumen bei der Life Science Studierendentagung
Preisträgerinnen und Preisträger der Posterprämierung v.l.n.r.: Zireen Haj Abdo (HAW), Léon Zeitler (TUHH) und Samantha Olivia Klein (UHH)

Austausch mit Wissenschaft und Industrie

Begleitet wurde die Studierendentagung von Industrieunternehmen, die sich als potenzielle Arbeitgeber und Sponsoren präsentierten. Die Veranstalter bedanken sich für die freundliche Unterstützung bei Olympus, Philips, Smith & Nephew, LINK sowie Life Science Nord.

Zu den weiteren Programmpunkten zählten der Keynote‑Vortrag von Martin Schröter von SURFACtoBioTech sowie eine Podiumsdiskussion mit Marcel von Lehe, Imke Fiedler und Martin Schröter zu beruflichen Werdegängen in den Life Sciences.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Grillfeier mit Livemusik, die den persönlichen Austausch in informeller Atmosphäre abrundete.

Präkrastination: Wenn frühes Erledigen Stress verursacht

HSU

14. April 2026

Hamburg. Rechnungen sofort bezahlen, Aufgaben schon lange vor der Frist abschließen, To-do-Listen möglichst schnell abhaken: Frühzeitiges Handeln gilt oft als Zeichen von Effizienz und guter Selbstorganisation. Eine aktuelle Studie der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H), veröffentlicht im internationalen Fachjournal Frontiers in Psychology, zeigt jedoch, dass genau dieses Verhalten auch psychisch belasten kann.

Der Fachbegriff dafür lautet Präkrastination. Er beschreibt die Tendenz, Aufgaben möglichst früh zu beginnen oder abzuschließen – selbst dann, wenn dies mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist. Während Präkrastination lange als positives Gegenstück zur Prokrastination galt, weist neue Forschung auf eine bislang wenig beachtete Kehrseite hin.

Nicht jede Form der Präkrastination ist problematisch

In ihrer Studie unterscheiden die Psychologen Dr. Christopher Gehrig und Prof. Dr. Philipp Yorck Herzberg, Professur für Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik, drei Formen der Präkrastination:

  • Funktionale Präkrastination beschreibt frühes Erledigen aus organisatorischen Gründen – etwa, um den Überblick zu behalten oder Arbeitslasten sinnvoll zu verteilen.
  • Angstgetriebene Präkrastination liegt vor, wenn Aufgaben sofort angegangen werden, um innere Unruhe, Sorgen oder Zeitdruck zu reduzieren.
  • Zwanghafte Präkrastination ist durch einen starken inneren Druck gekennzeichnet, Aufgaben unabhängig von ihrer tatsächlichen Dringlichkeit sofort erledigen zu müssen.

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Während funktionale Präkrastination mit Struktur und Gewissenhaftigkeit einhergehen kann, sind angst- und zwanggetriebene Formen eng mit chronischem Stress und psychischer Belastung verbunden.

Frühes Handeln lindert Stress – oft nur kurzfristig

Auf Basis einer Onlinebefragung von 200 Erwachsenen konnten die Forschenden nachweisen, dass insbesondere angstgetriebene Präkrastination ein starker Prädiktor für dauerhaft erhöhten Stress ist. Auch zwanghafte Präkrastination hängt mit belastenden Persönlichkeitsmerkmalen wie übermäßiger Kontroll- und Ordnungstendenz zusammen.

Dr. Christopher Gehrig: „Ein typisches Warnsignal für stressbedingte Präkrastination ist das Gefühl: Ich muss das jetzt sofort erledigen, unabhängig von der tatsächlichen Dringlichkeit. Oft folgt auf kurze Erleichterung schnell neue Anspannung. Auch zusätzlicher Aufwand oder das Unterbrechen wichtigerer Aufgaben kann darauf hinweisen.“

Das zentrale Problem: Frühes Erledigen wirkt häufig wie eine kurzfristige Stressbremse. Langfristig kann sich jedoch ein Muster etablieren, bei dem innere Spannung immer wieder durch sofortiges Handeln reguliert wird – ohne dass die zugrunde liegenden Belastungen tatsächlich abnehmen.

Besonders ausgeprägt zeigt sich dieser Effekt bei Menschen mit hoher emotionaler Sensibilität. In dieser Gruppe verstärkt angstgetriebene Präkrastination das Stresserleben sogar zusätzlich.

Effizienz oder Bewältigungsstrategie?

Die Studie macht deutlich: Präkrastination ist kein Zeichen fehlender Selbstkontrolle. Im Gegenteil – sie beruht häufig auf einem übersteigerten Kontrollbedürfnis. Frühzeitiges Handeln dient dann weniger der Effizienz als der Regulation innerer Anspannung.

Dr. Christopher Gehrig: „In modernen Arbeitskulturen lassen permanente Erreichbarkeit und hohe Taktung viele Aufgaben dringlich erscheinen, auch wenn sie es nicht sind. Frühes Handeln wird dann zur Bewältigungsstrategie, um Kontrolle zu behalten – weniger zur effizienten Planung. Demnach soll nicht das frühe Erledigen reduziert werden, sondern der innere Druck dahinter. Struktur, Priorisierung und feste Zeitfenster helfen, wahrgenommene Dringlichkeit zu relativieren. Ziel ist mehr Flexibilität – nicht maximale Effizienz.“

Für die Forschung wie auch für die Praxis bedeutet das: Entscheidend ist nicht, wann eine Aufgabe erledigt wird, sondern warum. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für Stressprävention, Selbstmanagement und eine differenzierte Betrachtung vermeintlich „produktiven“ Verhaltens.

Handreichungen: Tipps für Menschen, die zu Präkrastination neigen

Früh erledigen – aber warum eigentlich?

Nicht jedes frühe Handeln ist problematisch. Belastend wird Präkrastination vor allem dann, wenn sie aus innerem Druck, Angst oder Kontrollbedürfnis entsteht. Die folgenden Hinweise können helfen, das eigene Verhalten besser einzuordnen.

1. Das eigene Motiv erkennen
Kurz innehalten, bevor man sofort startet: Geht es gerade um gute Planung – oder darum, Unruhe, Sorgen oder Druck schnell loszuwerden?
Ein einfacher Selbsttest: Wäre ich auch entspannt, wenn ich diese Aufgabe erst später beginne?

2. Unfertigkeit bewusst zulassen
Nicht jede Aufgabe muss sofort abgeschlossen werden.
Offene Punkte für kurze Zeit bewusst liegen zu lassen, kann helfen, den Umgang mit Unsicherheit zu trainieren – ohne dass tatsächlich etwas Schlimmes passiert.

3. Dringlichkeit von innerem Druck trennen
Nicht alles, was sich dringend anfühlt, ist tatsächlich zeitkritisch.
Eine kurze Prioritätenfrage kann helfen: Gibt es äußere Gründe, diese Aufgabe jetzt sofort zu erledigen – oder entsteht der Impuls vor allem aus innerem Druck, sie „vom Tisch zu haben“?

4. Struktur statt permanenter Selbstkontrolle
Feste Arbeitszeiten und klar definierte Bearbeitungsphasen können entlasten.
So entsteht Planungssicherheit, ohne ständig „auf Vorrat“ arbeiten zu müssen.

5. Stress trotz früher Erledigung ernst nehmen
Wenn Aufgaben früh abgeschlossen sind, das Stressgefühl aber bleibt oder sogar zunimmt, kann dies ein Hinweis auf angst- oder zwanggetriebene Präkrastination sein.

In diesem Fall lohnt es sich, nicht nur das Arbeitstempo, sondern auch die eigenen Ansprüche zu reflektieren.

Code und Kodex: Tagung an der HSU/UniBw H diskutiert KI und Ethik in der Verteidigung

HSU

13. April 2026

Hamburg. Welche Rolle soll Künstliche Intelligenz künftig in der Verteidigung spielen – und wo verlaufen ihre ethischen, rechtlichen und institutionellen Grenzen? Dieser Frage widmeten sich Dr. Sylvia Kühne, Dr. Benedikt Bussmann und Prof. Dr. Gerhard Schreiber gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Militär. Mit der zweitägigen Tagung „Code und Kodex – KI und Ethik im Gefecht“ am 19. und 20. März 2026 initiierte der AI Ethics Research Hub der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) einen interdisziplinären Dialog zum verantwortungsvollen Einsatz von KI in militärischen Kontexten.

Universitätspräsident Prof.Dr. Klaus Beckmann eröffnet die Tagung „Code und Kodex – KI und Ethik im Gefecht“ an der HSU/UniBw H.
Ein Mann spricht vor einem Rednerpult
Ministerialdirigent Alexander Schott hält eine Eröffnungsrede bei der Tagung „Code und Kodex – KI und Ethik im Gefecht“.

Interdisziplinärer Austausch zu KI in der Bundeswehr

Eröffnet wurde die Tagung durch Grußworte von HSU-Präsident Prof. Dr. Klaus Beckmann sowie von Ministerialdirigent Alexander Schott, Direktor Forschung und Innovation GB BMVg und Chief AI Officer der Bundeswehr. Bereits zu Beginn wurde deutlich, dass der Einsatz von KI in der Verteidigung nicht allein eine technische Frage ist, sondern ethische, rechtliche, politische und institutionelle Dimensionen berührt.

Der erste Veranstaltungstag widmete sich der Frage, welches Wissen über KI gegenwärtig verfügbar ist – und wie dieses Wissen den sicherheitspolitischen Diskurs prägt. Eine Keynote von Prof. Dr. Oliver Niggemann (HSU/UniBw H), die den aktuellen Stand der technischen Entwicklung in den Blick nahm, bildete den Ausgangspunkt für die anschließenden Diskussionen. In den Panels sprachen unter anderem Dr. Thomas Bächle (Bonn), Prof. Dr. Jessica Heesen (Tübingen), Prof. Dr. Paula Helm (Frankfurt) und Prof. Dr. Rainer Mühlhoff (Osnabrück) über Imaginationen, Erwartungshaltungen und normative Annahmen, die den Umgang mit KI in der Verteidigung beeinflussen.

Den Abschluss des ersten Tages bildete eine ebenfalls hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zu den gegenseitigen Erwartungen von Militär und Wissenschaft. Prof. Dr. Petra Gehring (Darmstadt), Generalmajor Klaus Frauenhoff (Amt für Heeresentwicklung), Prof. Dr. Monika Daseking (HSU/UniBw H), Prof. Dr. Christian Katzenbach (Bremen), Flottillenadmiral Dirk Gärtner (Marinekommando) und Ministerialdirigent Alexander Schott (BMVg) diskutierten, wie Verantwortung, Entscheidungsprozesse und wissenschaftliche Expertise im militärischen Kontext sinnvoll zusammengeführt werden können.

Menschen nehmen an einer Podiumsdiksussion teil
Podiumsdiskussion v.l.n.r.: Prof. Dr. Gerhard Schreiber (HSU/UniBw H), Prof. Dr. Monika Daseking (HSU/UniBw H), FltlAdm Dirk Gärtner (Marinekommando), MDg Alexander Schott (BMVg), Prof. Dr. Petra Gehring (Darmstadt), Prof. Dr. Christian Katzenbach (Bremen), GM Klaus Frauenhoff (Amt für Heeresentwicklung)

KI in Aus- und Weiterbildung der Bundeswehr

Am zweiten Tag rückte die Vermittlung von Wissen über KI in Aus‑ und Weiterbildung in den Fokus. Generalmajor Ansgar Meyer (Zentrum Innere Führung) eröffnete den Tag mit einer Keynote unter dem Titel „Kämpfen mit KI – Entscheiden ohne Gewissen?“. In den folgenden Panels diskutierten unter anderem Dr. Jascha Bareis (Fribourg), Dr. Simon Egbert (HSU/UniBw H), Oberstleutnant Dr. Andreas Wolfrum (Führungsakademie der Bundeswehr) und Kathrin Bruder (HSU/UniBw H), welche Herausforderungen der Einsatz von KI für Ausbildung, Führung und Entscheidungsfindung mit sich bringt und wie entsprechendes Wissen künftig vermittelt werden kann.

Dr. Sylvia Kühne: „Unsere zentrale Erkenntnis: KI in der Verteidigung ist keine rein technische Frage. Verantwortung, institutionelle Praxis und ethische Reflexion müssen von Beginn an mitgedacht werden. Verantwortung entsteht dabei nicht erst bei autonomen Waffensystemen, sondern bereits dort, wo KI Wahrnehmung, Entscheidungsprozesse, Wissensordnungen und Ausbildung verändert – und wo „Wissen über KI“ untrennbar mit „Wissen mit KI“ verbunden ist.“

Den Abschluss der Tagung bildete eine weitere Podiumsdiskussion zur Zukunft der Aus‑ und Weiterbildung in der Bundeswehr. Prof. Dr. Maria Maleshkova (HSU/UniBw H), Brigadegeneral Holger Draber (Logistikschule der Bundeswehr), PD Dr. Dagmar Schulze Heuling (HSU/UniBw H), Oberst i.G. Prof. Dr. Manuel Schulz HSU/UniBw H), Konteradmiral Ralf Kuchler (Führungsakademie der Bundeswehr) und Prof. Dr. Gerhard Schreiber (HSU/UniBw H) diskutierten die Anforderungen an eine interdisziplinär fundierte Qualifizierung im Umgang mit KI.

Verantwortungsvoller KI‑Einsatz

„Die Tagung zeigte, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verteidigung nur dann verantwortungsvoll gestaltet werden kann, wenn technologische Expertise, militärische Praxis und ethische Reflexion von Beginn an zusammengedacht werden. Entscheidend ist dabei nicht, jede technisch mögliche Option auszuschöpfen, sondern KI so einzusetzen, dass sie verantwortbares Handeln unterstützt und fundierte Entscheidungen in kritischen Situationen ermöglicht“, fasst Dr. Benedikt Bussmann zusammen.

Zugleich wurde deutlich, dass es weiterer Formate bedarf, in denen Begriffe präzisiert, Problemstellungen gemeinsam bearbeitet und Perspektiven aus Wissenschaft, Ethik und militärischer Praxis systematisch zusammengeführt werden. Dies entspricht dem Selbstverständnis des AI Ethics Research Hub, Projekte zu entwickeln und Ideen in konkrete Formate und Wirkung zu überführen. „Mit dem AI Ethics Research Hub an der HSU/UniBw H schaffen wir eine interdisziplinäre Plattform für Forschung, Austausch und Transfer. Wir wollen ethische, soziale und organisationale Fragen der Künstlichen Intelligenz zusammenführen und zugleich den Dialog zwischen Wissenschaft, militärischer Praxis und Öffentlichkeit stärken“, sagt Prof. Dr. Gerhard Schreiber, Leiter des Ende 2024 gegründeten Forschungshubs.

Menschen in Uniformen stehen im vor einem Gebäude und Unterhalten sich.
Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Tagung bildete den Auftakt für die gleichnamige Veranstaltungsreihe „Code und Kodex“, die künftig jährlich an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg stattfinden soll. Ergänzend sind thematische Workshops, Werkstattgespräche und Publikationen vorgesehen, um einzelne Fragestellungen weiter zu vertiefen und die Ergebnisse auch öffentlich zugänglich zu machen. Die Gespräche und Diskussionen hätten deutlich gemacht, dass sowohl in der Wissenschaft als auch im Militär ein großer Bedarf an solchen Anschlussformaten besteht, erklärten die Veranstaltenden des AI Ethics Research Hubs.

Cross Cluster Space Hamburg: Projektabschluss und Übergabe an die Community

HSU

2. April 2026

Hamburg. Mit dem Abschluss des Projekts „Cross Cluster Space Hamburg“ endet eine fast zehnjährige Phase des strukturierten, clusterübergreifenden Austauschs in der Metropolregion Hamburg. Seit Ende 2016 – zunächst unter dem Namen „Co‑Learning Space für Hamburger Cluster“ – wurde an der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) ein Rahmen geschaffen, in dem Hamburger Clusterorganisationen und Netzwerkinitiativen systematisch zusammenarbeiten konnten. Das Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI) der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert und an der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisationstheorie, durch Prof. Dr. Stephan Duschek koordiniert und von Sebastian Alrutz geleitet.

Eine Gruppe von Menschen blickt in die Kamera.
Abschlussveranstaltung CCS: Projekt endet nach zehn erfolgreichen Jahren.

Zusammenarbeit, Austausch und gemeinsame Lernprozesse

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Stärkung der Zusammenarbeit auf Ebene des Clustermanagements. Ziel war es, gemeinsame Lern- und Entwicklungsprozesse zu ermöglichen und Synergien zwischen bislang getrennt agierenden Branchen zu erschließen. Der thematische Fokus lag dabei bewusst auf Querschnitts- und Zukunftsthemen wie Wasserstoff, Drohnen, Resilienz oder gesellschaftliche Einbindung, die mehrere Cluster gleichermaßen betreffen.

Über alle drei Projektphasen hinweg entwickelte sich der Cross Cluster Space zu einem kontinuierlichen Arbeits und Begegnungszusammenhang. Insgesamt fanden 382 Veranstaltungen statt, an denen rund 3.420 Personen sowie neun Clusterorganisationen und zwei Netzwerkinitiativen teilnahmen. Die Gesamtfördersumme über alle Zeiträume belief sich auf 3.594.022 Euro.

Die Formate reichten von Qualifizierungsseminaren über Peer Groups und Arbeitsgruppen zu Themen wie Veranstaltungen, Projekte, Kommunikation, Finanzen, Personal und Internationalisierung bis hin zu Informationsveranstaltungen, in denen Cluster eigene Projekte und Best Practice Beispiele vorstellten und sich mit weiteren Innovationsakteuren aus Hamburg vernetzten. Ergänzt wurden diese Angebote durch Kreativworkshops – etwa zur Resilienz des Wirtschaftsstandorts Hamburg -, Austauschformate auf Geschäftsführungsebene sowie niedrigschwellige Vernetzungsangebote wie After Work Treffen oder Cross Cluster Lunches.

Ein sichtbares Ergebnis der gewachsenen Kooperations- und Kommunikationsstrukturen sind die Clusterbrückenprojekte „KLIMAready“ und „TALENTready“. Sie verdeutlichen die inzwischen selbstverständliche, eigenverantwortliche Zusammenarbeit zwischen den Hamburger Clustern und zeigen, wie aus kontinuierlichem Austausch tragfähige Kooperationen über Branchengrenzen hinweg entstanden sind.

Abschluss, Fortführung und nachhaltige Wirkung

Nach zwei erfolgreichen Förderphasen (2016-2020 und 2020-2023) startete der Cross Cluster Space Hamburg im April 2023 in eine dritte Förderperiode mit einer Laufzeit bis März 2026. Für diese Phase stellten EFRE und BWAI gemeinsam Fördermittel in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro bereit. Der Schwerpunkt lag auf der weiteren Erschließung innovativer Zukunftsfelder, der Bearbeitung gesellschaftlicher Herausforderungen sowie auf der Professionalisierung des Wissens und Technologietransfers am Wirtschaftsstandort Hamburg.

Der Projektabschluss wurde im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren begangen. Zugleich markierte dieser Termin den Übergang in eine neue Phase: Ab April 2026 wird der Cross Cluster Space als Clusterbrückenprojekt fortgeführt und weiterhin durch EFRE und die BWAI gefördert. Vorgesehen ist der Aufbau einer Cross Cluster Geschäftsstelle bei der Logistik Initiative Hamburg, die die clusterübergreifende Zusammenarbeit künftig koordiniert und gemeinsam mit den Hamburger Clustern und Netzwerken weiterentwickelt.

Der Cross Cluster Space Hamburg zeigt damit exemplarisch, wie durch langfristig angelegte, wissenschaftlich begleitete Formate belastbare Kooperations- und Kommunikationsstrukturen entstehen können, die über die Laufzeit eines Förderprojekts hinaus Bestand haben. Der Übergang in die eigenverantwortliche Weiterführung durch die Community unterstreicht die Tragfähigkeit des Ansatzes und die Bedeutung clusterübergreifender Zusammenarbeit für den Wirtschaftsstandort Hamburg.