Wie entsteht globaler Einfluss? Neue DFG‑Forschungsgruppe untersucht Chinas Rolle in der internationalen Ordnung

HSU

5. Juni 2026

Hamburg. Ob Infrastrukturprojekte im Rahmen der „Neuen Seidenstraße“, neue internationale Initiativen oder digitale Plattformen: China baut seinen Einfluss in der internationalen Ordnung seit Jahren sichtbar aus. Doch wie entsteht dieser Einfluss konkret und welche Rolle spielen dabei politische Ideen und Begriffe?

Diesen Fragen geht die Forschungsgruppe „Learning Empire. Autonomie, Abhängigkeit und Chinas entstehende imperiale Praktiken“ nach, die jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Sie ist Teil einer neuen Förderrunde mit insgesamt 14 Forschungsgruppen.

Zwei Wissenschaftler der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg stehen nebeneinander und blicken in die Kamera.
Dr. Steven Langendonk und Prof. Dr. Matthew D. Stephen forschen an der HSU/UniBw H zu Chinas ideellen Einflussstrategien im Rahmen der DFG‑Forschungsgruppe „Learning Empire“

Globale Ordnung im Wandel: Neue Perspektiven auf Macht und Einfluss

Im Zentrum des Verbunds steht die Frage, ob sich im 21. Jahrhundert neue Formen von „imperialen“ Strukturen herausbilden – nicht durch territoriale Expansion, sondern durch wirtschaftliche Verflechtungen, politische Strategien und ideelle Einflussnahme. Ziel ist es, Chinas wachsenden Einfluss in unterschiedlichen Politikfeldern systematisch zu analysieren – von internationalen Finanz- und Wirtschaftssystemen über Infrastruktur und Rohstoffe bis hin zu digitalen Technologien und zum globalen Wissenschaftssystem.

Die Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) ist mit einem eigenen Teilprojekt „Imperiale Ideologie: Chinas Praktiken der ideellen Bindung in der Globalen Governance“ beteiligt: Prof. Dr. Matthew D. Stephen, Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, insbesondere Internationale Politische Ökonomie, forscht seit vielen Jahren zu internationalen Beziehungen und globaler Governance. Gemeinsam mit Dr. Steven Langendonk untersucht er, wie China seinen Einfluss über Ideen und Normen ausbaut.

Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte „ideelle Bindung“. Das Teilprojekt untersucht, wie China seit etwa 2013 versucht, eigene Begriffe, Narrative und Ordnungsvorstellungen international zu etablieren – etwa politische Leitkonzepte wie die von der chinesischen Regierung geprägte Formel einer „Community of Shared Future for Mankind“, die für eine stärker kooperative Gestaltung globaler Entwicklung stehen soll.

„Wenn wir verstehen wollen, wie sich die internationale Ordnung verändert, müssen wir auch schauen, welche Ideen und Begriffe sich global durchsetzen. Unser Projekt untersucht, wie solche Ideen entstehen, wie sie aufgegriffen werden – und welche Rolle sie tatsächlich für politischen Einfluss spielen“, erklärt Prof. Dr. Matthew D. Stephen.

Ziel ist es zu verstehen, wie solche Ideen entstehen, wie sie in internationalen Organisationen, Netzwerken und gesellschaftlichen Debatten aufgegriffen werden und wann sie tatsächlich politische Wirkung entfalten.

Damit rückt ein Aspekt von Macht in den Fokus, der im öffentlichen Diskurs oft weniger sichtbar ist: Einfluss entsteht nicht nur durch wirtschaftliche Stärke oder militärische Präsenz, sondern auch durch die Fähigkeit, politische Begriffe und Deutungsrahmen zu prägen.

Wie sich globaler Einfluss untersuchen lässt

Untersucht wird dies systematisch auf drei Ebenen:

  • Internationale Organisationen:
    Wie entwickeln sich bestehende und neue Institutionen und welche Rolle spielen dabei von China unterstützte Normen und Konzepte?
  • Transnationale Netzwerke:
    Wie prägen von China initiierte Netzwerke und Austauschformate jenseits offizieller Regierungskontakte („Track‑II‑Formate“) internationale Debatten?
  • Gesellschaftliche Diskurse:
    Wie verbreiten sich solche Ideen über Medien und Öffentlichkeit und welche Resonanz finden sie?

Um diese Prozesse zu erfassen, kombiniert das Projekt verschiedene Methoden – darunter Literaturanalysen, Interviews, Feldforschung sowie Inhalts‑ und Netzwerkanalysen, auch mit digitalen Verfahren. Ziel ist es, strukturell zu verstehen, unter welchen Bedingungen ideelle Einflussnahme wirksam wird.

Die Ergebnisse sollen bestehende Forschung zu Chinas internationaler Rolle, zur Entwicklung globaler Institutionen sowie zu Fragen von Legitimität und Hierarchien in der internationalen Ordnung erweitern und miteinander verbinden.

Beteiligt sind neben der HSU/UniBw H unter anderem die Universität Bonn, die Universität Bremen, die Goethe-Universität Frankfurt und die Universität Tübingen sowie die Constructor University Bremen, das Max‑Planck‑Institut für Wissenschaftsgeschichte und die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Internationale Zusammenarbeit: HSU/UniBw H baut Kooperation mit kanadischer Partnerhochschule aus

HSU

4. Juni 2026

Hamburg. Ende Mai 2026 begrüßte die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) eine Delegation des Royal Military College Saint-Jean (Kanada). Zu den Gästen zählten Dr. Ian Parenteau, Professor für Politikwissenschaft und Leiter des International Office, sowie Major Vladimir Kessia.

Empfangen wurde die Delegation von Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann, Oberst Roman Lau, Leiter Studierendenbereich, sowie Prof. Dr. Christina Schaefer, Vizepräsidentin für Internationales. Am Gespräch nahmen außerdem Vertreterinnen des International Office (IO) der HSU/UniBw H, Linda Weiß, Leitung IO, und Marine Masmaud, sowie Prof. Dr. Matthew Stephen, Studiendekan der Politikwissenschaft, teil.

Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann (Mitte) empfing Dr. Ian Parenteau und Major Vladimir Kessia vom Royal Military College Saint-Jean.

Internationalisierung an der HSU/UniBw H wird konsequent ausgebaut

Das International Office der HSU/UniBw H organisierte und begleitete den kanadischen Besuch, es ist zentrale Anlaufstelle für internationale Kooperationen der Universität. Es koordiniert Partnerschaften mit ausländischen Hochschulen, unterstützt Austauschprogramme und begleitet Studierende sowie Beschäftigte bei internationalen Vorhaben.

Bestehende Partnerschaft mit Kanada wird erweitert

Zwischen der HSU/UniBw H und dem Royal Military College of Canada sowie dem Royal Military College Saint-Jean besteht bereits ein Memorandum of Understanding. Es handelt sich um eine Hochschule mit zwei Standorten in Kingston (Ontario) und Saint-Jean-sur-Richelieu (Québec). Austauschaktivitäten fanden bislang vor allem mit dem Standort in Kingston statt.

Politikwissenschaft und internationale Beziehungen im Fokus

Im Mittelpunkt der Gespräche standen insbesondere die Studienangebote der Politikwissenschaft, vor allem im Bereich Internationale Beziehungen. Prof. Dr. Matthew Stephen stellte die englischsprachigen Lehrangebote der HSU/UniBw H vor und diskutierte mögliche Anknüpfungspunkte mit den kanadischen Gästen.

Darüber hinaus wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der akademischen Ausbildung sowie in der Verbindung von wissenschaftlichem Studium und militärischen Ausbildungsanteilen erörtert. Major Vladimir Kessia interessierte sich insbesondere für diese strukturellen Aspekte.

Perspektiven für Studierendenaustausch und gemeinsame Lehrformate

Beide Seiten bekräftigten ihr Interesse, die Kooperation auszubauen. Im Fokus stehen dabei insbesondere:

  • der Austausch von Studierenden,
  • Mobilitätsangebote für Lehrende und Mitarbeitende,
  • sowie die Entwicklung gemeinsamer Lehr- und Studienformate.

Im nächsten Schritt erfolgt eine detaillierte Abstimmung der Studieninhalte und Lehrangebote. Ziel ist es, auf dieser Grundlage konkrete Austauschprogramme zu entwickeln.

Der Besuch stellt damit einen weiteren Schritt dar, die internationale Vernetzung der HSU/UniBw H auszubauen und die Zusammenarbeit mit nordamerikanischen Partnerhochschulen gezielt zu stärken.

Herzlich willkommen an der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, Dr. Chidambar Bhupal!

HSU

4. Juni 2026

Derzeit ist Dr. Chidambar Bhupal als Gastwissenschaftler an der HSU/UniBw H tätig. Er ist Assistant Professor im Department of Mathematical and Computational Sciences an der Sri Sathya Sai University for Human Excellence und forscht zu KI‑basierter Sprachverbesserung und Hörassistenzsystemen.

Während seines Aufenthalts an der HSU/UniBw H wird er von von Prof. Dr. Nilesh Madhu von der Professur Signalverarbeitung für medizinische Anwendungen betreut.

Zwei Personen stehen neben einem grünen Messkopfmodell mit Brille und Sensoren und halten elektronische Komponenten in einem Labor.
v. l. n. r.: Prof. Nilesh Madhu und Dr. Chidambar Bhupal präsentieren ein Messsystem zur Analyse der Schall- und Sprachwahrnehmung anhand eines Robotermodells.

Forschungsschwerpunkt: Sprachverbesserung und Hörassistenz

Dr. Bhupal arbeitet an Lösungen, mit denen sich Sprache auch in lauten Umgebungen besser verständlich machen lässt – unter anderem durch den Einsatz tiefer neuronaler Netze, die in Echtzeit auf Endgeräten betrieben werden können. Ziel ist es, leistungsfähige Verfahren zu entwickeln, die auch unter realen Bedingungen praxistauglich sind.

Im Gespräch mit Dr. Chidambar Bhupal

Um mehr über seine Forschungsschwerpunkte und seinen Aufenthalt an der HSU/UniBw H zu erfahren, haben wir mit Dr. Bhupal gesprochen:

Woran forschen Sie aktuell an der HSU/UniBw H?
Ich arbeite an Sprachverbesserungsverfahren für Hörassistenzsysteme, die das Sprachverstehen insbesondere in geräuschvollen Umgebungen deutlich verbessern sollen.

Was ist der Kern Ihrer Forschung?
Im Mittelpunkt stehen Speech Enhancement, Deep‑Learning‑Methoden und die Entwicklung personalisierter Hörassistenzsysteme.

Welche Frage beschäftigt Sie derzeit besonders?
Mich treibt vor allem die Frage um, wie sich leistungsfähige Sprachverbesserung mit möglichst geringem Rechenaufwand realisieren lässt – idealerweise in Echtzeit auf Endgeräten.

Was hat Sie zur Wissenschaft gebracht?
Auslöser war mein frühes Interesse an Hörgerätetechnologien und an der Frage, wie sich Sprachverarbeitung individuell anpassen lässt.

Worauf freuen Sie sich während Ihres Aufenthalts besonders?
Auf den wissenschaftlichen Austausch an der HSU/UniBw H und darauf, Hamburgs grüne und naturnahe Seiten weiter kennenzulernen

HSU Cup bringt Studierende und Mitarbeitende im sportlichen Wettbewerb zusammen

HSU

2. Juni 2026

Hamburg. Der HSU Cup 2026 hat erneut zahlreiche Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) zusammengebracht. Mit 21 Mannschaften, rund 1.000 Teilnehmenden und insgesamt zehn Wettbewerben zählt die Veranstaltung zu den größten sportlichen Ereignissen des Hochschuljahres.

Mehrere Personen stehen vor Dartscheiben in einer Halle und werfen Pfeile, während andere von einer Empore aus zuschauen.
Teilnehmende messen sich beim Dartwettbewerb im Rahmen des HSU Cup.
Mehrere Personen spielen Tischtennis an einer Platte, während andere sitzend im Vordergrund zuschauen.
Teilnehmende beim Tischtenniswettbewerb des HSU Cup.

Die Teams traten in unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander an und repräsentierten verschiedene Studiengänge, Fachbereiche sowie die Mitarbeiterschaft der Universität. Die Wettbewerbe waren durch intensiven sportlichen Einsatz geprägt, gleichzeitig standen Fairness, Teamgeist und gegenseitiger Respekt im Mittelpunkt. Begleitet wurden die Wettkämpfe von zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern, die ihre Teams unterstützten und für eine lebendige Atmosphäre auf dem Campus sorgten.

Mehrere Personen in Sport- und Dienstkleidung beobachten, wie eine Person an einem Seil über einem Schwimmbecken nach oben klettert.
Teilnehmende überwinden beim HSU Cup eine Hindernisstation im Schwimmbecken unter den Augen anderer Teams.

Siegerehrung und Unterstützung durch Partner

Nach den Finalrunden wurden die erfolgreichsten Mannschaften im Rahmen einer Siegerehrung ausgezeichnet. Diese wurde durch den Universitätspräsidenten Prof. Dr. Klaus Beckmann sowie den Leiter des Studierendenbereich, Herrn Oberst Roman Lau durchgeführt.

Den Gesamtsieg im HSU Cup 2026 sicherte sich erneut die StudFBerGrp 7/C unter der Leitung von Christoph I. Den zweiten Platz belegte die StudFBerGrp 1/C unter der Leitung von Michelle S., gefolgt von der StudFBerGrp 6/B unter der Leitung von Stephan S.

Ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung ist die Zusammenarbeit mit externen Partnern, die die Durchführung in dieser Größenordnung ermöglichen. Dazu zählen unter anderem der Landesverband Darts Hamburg, das Freibad Ostendende, Beach Hamburg sowie Schwerathletik Hamburg, die den Wettkampf auch in diesem Jahr mit ihrer Unterstützung begleitet haben.

Den Abschluss des Turniertages bildete ein gemeinsamer Kameradschaftsabend bei sommerlichen Bedingungen, der durch die HSU‑Band musikalisch begleitet wurde. Der HSU Cup ist damit weiterhin ein fester Bestandteil des Hochschuljahres und leistet einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt innerhalb der Universitätsgemeinschaft.

Erster Tag der Lehre an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg

HSU

29. Mai 2026

Hamburg. Am 28. Mai 2026 fand an der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg erstmals der Tag der Lehre statt. Mit der Veranstaltung wurde ein neuer Rahmen für den Austausch über Lehren und Lernen an der HSU/UniBw H geschaffen.

Eröffnet wurde der Tag von der Vizepräsidentin für Lehre, Prof. in Dr. Monika Daseking. In ihrer Begrüßung betonte Prof. in Dr. Monika Daseking die zentrale Bedeutung guter akademischer Lehre für das universitäre Selbstverständnis der HSU/UniBw H. Lehre sei kein Monolog, sondern ein dialogischer Prozess, der vom Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden lebe. Angesichts neuer Technologien, gesellschaftlicher Umbrüche und sich wandelnder Lernbedürfnisse stelle sich zunehmend die Frage, wie zukunftsfähige, inklusive und lernförderliche Lernumgebungen gestaltet werden können. Der Tag der Lehre sei daher bewusst als Raum für gemeinsames Ausprobieren, Vernetzen und Inspirieren angelegt.

Vizepräsidentin für Lehre Prof. in Dr. Monika Daseking spricht im Hörsaal vor Teilnehmenden am Tag der Lehre an der HSU/UniBw H.
Vizepräsidentin für Lehre Prof. in Dr. Monika Daseking eröffnet den ersten Tag der Lehre an der HSU/UniBw H.

Expertise Netzwerke und Innovationsfähigkeit in der Hochschullehre

Die Keynote hielt Prof. in i. R. Dr. Marianne Merkt zum Thema „Expertise Netzwerke in der Hochschullehre: Chancen, Herausforderungen und ihre Bedeutung für die Lehrqualität“. Sie machte deutlich, dass Hochschullehre denselben Veränderungen und Krisen unterliege wie die Gesellschaft insgesamt und daher anpassungsfähig und innovationsfähig bleiben müsse. Expertise Netzwerke könnten diese Innovationsfähigkeit positiv unterstützen, indem sie personenübergreifende und hochschulspezifische Kompetenzen zur Gestaltung von Studium und Lehre aufbauen und bündeln.

Akademische Lehre in zivilen und militärischen Kontexten

Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann hob die besondere Verantwortung akademischer Lehre an der Universität der Bundeswehr Hamburg hervor. Aufgabe der Universität sei es, Studierende auf verantwortungsvolle Tätigkeiten in einer zunehmend komplexen Welt vorzubereiten – in zivilen wie militärischen Kontexten und in der Verbindung beider Bereiche. Akademische Lehre leiste damit einen zentralen Beitrag zum Bildungsauftrag der HSU/UniBw H.

Keynote‑Vortrag im Hörsaal: Eine Referentin spricht am Rednerpult vor einer Präsentationsfolie zu Expertise Netzwerken in der Hochschullehre.
Keynote von Prof. in i. R. Dr.in Marianne Merkt zur Rolle von Expertise Netzwerken in der Hochschullehre.
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann spricht an einem Rednerpult mit zwei Mikrofonen.
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann spricht beim Tag der Lehre über die Rolle akademischer Bildung in einer zunehmend komplexen Welt.

Vielfältige Lehrformate und praxisnahe Einblicke

Im weiteren Verlauf des Tages bot der Tag der Lehre ein breites Spektrum an Formaten. Einrichtungen wie die Bibliothek, das Medienzentrum sowie die Studierwerkstatt und das MINT‑Tandem stellten ihre Angebote vor. Ergänzt wurde das Programm durch Impulsvorträge, Diskussionsforen und Workshops, unter anderem zu:

  • ethischer KI‑ und Technologienutzung in der Hochschule,
  • ko‑konstruktivem Lernen mit digitalen Portfolios,
  • der Umsetzung des Inverted‑Classroom‑Konzepts,
  • sowie zu inklusiven und barrierefreien Lehr‑Lern‑Settings.

Die unterschiedlichen Formate ermöglichten sowohl fachlichen Austausch als auch konkrete Einblicke in innovative Lehr‑Lern‑Ansätze an der HSU/UniBw H.

Mehrere Teilnehmende arbeiten gemeinsam an einem elektronischen Aufbau während eines Workshops.
Praxisnahe Lehrformate: Teilnehmende erproben Inhalte in einem Workshop.
Teilnehmende im Gespräch an einem Informationsstand beim Tag der Lehre.
Raum für Austausch und Vernetzung: Gespräche an den Informationsständen.
Seminarsituation mit Vortrag und Diskussion in kleiner Runde beim Tag der Lehre.
Workshop zu inklusivem und motivierendem Lehren und Lernen.

Auftakt für Austausch, Weiterentwicklung und Würdigung guter Lehre

Der erste Tag der Lehre machte sichtbar, wie viel engagierte und qualitativ hochwertige Hochschullehre an der HSU/UniBw H bereits geleistet wird. Zugleich bildete er den Auftakt für eine Weiterentwicklung, in der der hochschulweite Austausch weiter gestärkt und der gemeinsame Rahmen künftig um weitere Formate sowie um Formen der Würdigung besonderer Lehrleistungen und Lehrprojekte ergänzt werden soll.

IPC Field Trip in Brüssel: Einblicke in europäische Beschaffung und Verteidigung

HSU

2. Juni 2026

Brüssel. Der erste IPC Field Trip vom 04. bis 06. Mai 2026 des weiterbildenden Masterstudiengangs International Procurement Cooperation (IPC) an der HSU/UniBw H führte Studierende nach Brüssel. Vor Ort trafen sie internationale Experten und Expertinnen aus Forschung, Militär, Politik und Industrie und erhielten Einblicke in aktuelle Herausforderungen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der internationalen Beschaffung.

Universitätspräsident Prof. Klaus Beckmann hält eine Rede beim IPC Field Trip in Brüssel
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann eröffnet den First IPC Field Trip to Brussels mit einem Grußwort im Hanse-Office , der gemeinsamen Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg und des Landes Schleswig-Holstein bei der Europäischen Union.

Tag 1: Strategische Perspektiven europäischer Verteidigung

Der erste Tag stand im Zeichen der strategischen Rahmenbedingungen europäischer Sicherheits- und Verteidigungspolitik und begann mit Grußworten aus Politik, Verwaltung und Militär, unter anderem durch Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann, im Hanse-Office, der Vertretung Hamburgs und Schleswig-Holsteins bei der Europäischen Union.

Im Mittelpunkt standen zentrale Instrumente wie die europäische Verteidigungsindustriepolitik, die Europäische Globale Strategie und der Strategische Kompass. Deutlich wurde dabei die Herausforderung, politische Zielsetzungen in konkrete Maßnahmen zu überführen.

Beiträge aus Europäischer Kommission, Europäischem Parlament und der European Defence Agency (EDA) ordneten aktuelle Entwicklungen ein und verwiesen zugleich auf eine wachsende Kooperationsbereitschaft innerhalb Europas.

Der Tag endete mit einem informellen Austausch im Royal Military Museum/War Heritage Institute, bei dem Frau Prof. Dr. Christina Schaefer, Vizepräsidentin für Internationales an der HSU/UniBw H, ein Grußwort sprach.

Ausblick über Brüssel von der Dachterrasse des Royal Military Museum/War Heritage Institute.
Prof. Dr. Schaefer , Vizepräsidenten für Internationales an der HSU/UniBw H, spricht ein Grußwort zum Auftakt der Abendveranstaltung im Royal Military Museum/War Heritage Institute.

Tag 2: Umsetzung und europäische Kooperation

Am zweiten Tag lag der Fokus auf der praktischen Umsetzung europäischer Verteidigungsinitiativen. Vertreter und Vertreterinnen internationaler Organisationen wie der NATO Support and Procurement Agency (NSPA), Organisation for Joint Armament Cooperation (OCCAR) und der European Defence Agency (EDA) gaben Einblicke in Programme und Kooperationsmodelle.

Im Zentrum standen:

  • gemeinsame Beschaffungsprozesse
  • die Rolle beteiligter Akteure
  • Finanzierungs- und Innovationsfragen

Diskutiert wurde, wie Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten konkret organisiert wird und welchen Beitrag die EU zum Aufbau strategischer Fähigkeiten leistet.

Frau Brigadegeneral Nathalie Guichard, Research, Technology and Innovation Director der European Defence Agency (EDA).
V.l.n.r.: Joachim Sucker, Direktor von OCCAR-EA (Organisation for Joint Armament Cooperation), Oberstleutnant Volker B. (Moderator des IPC Field Trips) und Andrea Millerani, Programmmanager des Modular and Multirole Patrol Programmes (MMPC).

Tag 3: Operative Einblicke und Best Practices

Der dritte Tag widmete sich operativen Perspektiven und nationalen Sichtweisen. Vertreter aus den Staaten, aus denen die aktuellen IPC-Studierenden kommen (Deutschland, Österreich, Niederlande, Schweden, Belgien, Bulgarien), ordneten aktuelle Entwicklungen aus ihren jeweiligen Kontexten ein.

Eine abschließende Podiumsdiskussion zum Thema „International Procurement Cooperation – Best Practices“ bündelte Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen, darunter Luft, Land, See, Raumfahrt und Cyber. Im Fokus stand, welche Faktoren internationale Beschaffungsprojekte erfolgreich machen.

Herr Generalleutnant Wolfgang Wien, militärischer Vertreter von Deutschland bei der EU und NATO.

Austausch und Einordnung

Der IPC Field Trip verdeutlichte die Bedeutung internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit für die Weiterentwicklung von Sicherheits- und Beschaffungsstrukturen in Europa. Neben fachlichen Impulsen stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt.

Die Teilnehmenden erweiterten ihr Wissen, gewannen praktische Einblicke und knüpften internationale Kontakte.

Interesse am Masterstudiengang IPC?

Der weiterbildende Masterstudiengang International Procurement Cooperation (IPC) richtet sich an Fach- und Führungskräfte im Bereich Beschaffung und Sicherheit. Bei Interesse bewerben Sie sich gerne für die dritte IPC-Generation, die ihr Studium zum 1. November 2026 aufnehmen wird!

Bewerbungsschluss: 30. Juni 2026

AG Boxen überzeugt bei adh Box‑Trophy in Jena – 5x Gold für die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg

HSU

28. Mai 2026

Hamburg/Jena. Die AG Boxen der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg hat am Wochenende an der adh Box‑Trophy an der Friedrich‑Schiller‑Universität Jena teilgenommen und dabei mehrere Podestplatzierungen erreicht. Der Wettbewerb wird vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) ausgerichtet und zählt zu den etablierten Turnieren im Hochschulboxen.

Gruppenfoto der Teilnehmenden der AG Boxen der HSU/UniBw H mit Betreuungspersonal bei der adh Box‑Trophy in Jena.
Delegation der HSU/UniBw H bei der adh Box‑Trophy an der Friedrich‑Schiller‑Universität Jena.

In verschiedenen Gewichtsklassen konnten Athleten der HSU/UniBw H Medaillen erringen und sich damit erfolgreich gegen Teilnehmende anderer Hochschulen durchsetzen. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, Wettkampferfahrung im hochschulübergreifenden Vergleich zu sammeln.

In den einzelnen Gewichtsklassen wurden folgende Platzierungen erreicht:

  • 5× Gold: Felix K., Noah F., Niklas D., Nicholas D., Richard B.
  • 1× Silber: Luis Fernando R. C.
  • 2× Bronze: Noah H., John Eric H.

Die aktuellen Ergebnisse knüpfen an jüngste sportliche Erfolge an. Auch bei der Deutschen Militärmeisterschaft im April in Warendorf wurden Podestplätze erreicht: Kisean W. wurde Vizemeister und Albert B. erreichte den 3. Platz.

Der Hochschulsport leistet an der HSU/UniBw H einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Leistungsfähigkeit, Teamgeist und persönlicher Entwicklung und ist fester Bestandteil des universitären Lebens.

Strategische Simulationen und Entscheidungsanalyse: Helmut Schmidt Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und Capital Shield kooperieren künftig wissenschaftlich

HSU

13. Mai 2026

Hamburg/Canberra. Das German Wargaming Center (GWC) an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) und das australische Unternehmen Capital Shield Australia Pty Ltd arbeiten künftig im Bereich KI-gestützter Krisensimulation zusammen.

Im Rahmen der Kooperation nutzt das German Wargaming Center die Plattform Foresight für die Konzeption und Durchführung strategischer Simulationsübungen. Die Anwendung bildet zentrale Elemente moderner Informationsumgebungen ab, darunter E-Mail-, Chat-, Medien- und Social-Media-Kommunikation. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse unter Bedingungen von Unsicherheit, Zeitdruck und widersprüchlichen Informationen systematisch zu untersuchen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Entwicklung KI-gestützter Simulationsagenten. Diese sollen adaptives Verhalten innerhalb komplexer Szenarien modellieren. Ein erster Anwendungsfall bezieht sich auf die Simulation staatlicher Akteure. Hier werden wissenschaftliche und methodische Ansätze des German Wargaming Center mit der technischen Plattformentwicklung von Capital Shield verbunden.

Die Vereinbarung schafft zudem einen Rahmen für eine mögliche Ausweitung der Zusammenarbeit.

„Wargaming ermöglicht es, menschliche Entscheidungen sichtbar zu machen, bei denen unterschiedliche Annahmen, Interessen und Handlungsoptionen aufeinanderprallen“, sagt Dr. Joseph Verbovszky, Co-Direktor des German Wargaming Center. „KI-Tools wie die Foresight-Plattform von Capital Shield bieten eine Analyse- und Simulationsumgebung, die es uns ermöglicht, diese Entscheidungen strukturiert zu untersuchen und ihre potenziellen Folgen nachzuverfolgen. Dies eröffnet Möglichkeiten, wissenschaftliche Erkenntnisse in größerem Maßstab zu gewinnen als mit traditionellen Methoden. Die gemeinsame Entwicklung von KI-Agenten ist besonders spannend – der Einsatz von KI lehrt uns oft nicht nur etwas über maschinelle Intelligenz, sondern ermöglicht es uns auch, unsere Annahmen über menschliches Verhalten zu hinterfragen.“

Tim Hobbs, Chief Executive Officer von Capital Shield, ergänzt: „KI erweitert die methodischen Möglichkeiten. Die Zusammenarbeit mit einer akademischen Einrichtung wie dem German Wargaming Center ermöglicht es uns, simulationsbasierte Ansätze mit wissenschaftlicher Expertise kritisch zu hinterfragen und weiter zu verfeinern.“

Die Kooperation ist an der Schnittstelle von Wargaming, Entscheidungsforschung und Simulation angesiedelt. Weitere gemeinsame Vorhaben, darunter zusätzliche Übungen und die Weiterentwicklung der eingesetzten Technologien, sind geplant.

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg:

Co-Direktor | German Wargaming Center
Dr. Philip Jan Schäfer
E-Mail: [email protected]
Internetseite: www.germanwargamingcenter.eu

Co-Director | German Wargaming Center
Dr. Joseph Verbovszky
E-Mail: [email protected]
Internetseite: www.germanwargamingcenter.eu

Ansprechpartner für die Medien:
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg:

Pressesprecherin
Julia Böhme
Telefon: +49 40 6541 3566 (Bw: 7926)
Mobil: +49 151 5379 3163
Fax: +49 40 6541 2702
E-Mail: [email protected]
[email protected]

Über das German Wargaming Center

Das Deutsche Wargaming-Zentrum am Lehrstuhl für Politische Theorie der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg wurde gegründet, um das strategische Bewusstsein bei zivilen und militärischen Entscheidungsträgern in und für Deutschland zu fördern – ressortübergreifend und gesamtgesellschaftlich als Beitrag zur nationalen Resilienz. Sein Ziel ist es, Wargaming als zentrales Trainings-, Simulations- und Forschungsinstrument für die strategische Entscheidungsebene zu etablieren. Als Antwort auf ein zunehmend komplexes internationales Umfeld verfolgt das Zentrum einen innovativen, vernetzten und gesamtgesellschaftlichen Ansatz. Durch die Kombination von Erkenntnissen aus Politikwissenschaft, Psychologie und Strategiewissenschaften fungiert das Zentrum als globale Drehscheibe für Wargaming und schlägt eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und praktischer Expertise. Es entwickelt neue Strategien, trägt zur Stärkung der strategischen Handlungsfähigkeit bei, reflektiert Entscheidungslogiken und fördert ein besseres Verständnis komplexer Interaktionsmuster unter Unsicherheit.

Über die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg

Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) ist eine staatliche Universität des Bundes mit Sitz in Hamburg. Sie wurde 1972 auf Initiative des damaligen Verteidigungsministers Helmut Schmidt gegründet. Unter der Leitung von Präsident Prof. Dr. Klaus Beckmann vereint die HSU/UniBw H exzellente Forschung, internationale Vernetzung sowie akademische Lehre mit praxisorientierter Ausbildung. Die Universität bildet Offiziersanwärterinnen und Offiziersanwärter sowie zivile Studierende zu Fach- und Führungskräften für Gesellschaft, Wirtschaft und die Bundeswehr aus. In vier Fakultäten bietet sie 39 staatlich anerkannte Bachelor- und Masterstudiengänge, darunter fünf weiterbildende. Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) zählt über 2.500 Studierende und beschäftigt etwa 1.300 Mitarbeitende in Wissenschaft, Verwaltung und Technik.

Über Capital Shield Australia Pty Ltd

Capital Shield entwickelt eine KI-gestützte Plattform für Krisensimulationen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Australien ist international tätig und arbeitet mit Verteidigungsorganisationen, Regierungsbehörden und Akteuren im Bereich kritischer Infrastrukturen zusammen. Sein Schwerpunkt liegt darauf, Entscheidungsträger auf komplexe Situationen mit hohem Risiko vorzubereiten. Sein Kernprodukt, Foresight, wurde speziell für Krisensimulationen und szenariobasierte Übungen entwickelt. Die Plattform unterstützt Organisationen dabei, strategische Entscheidungsfindung unter Bedingungen von Unsicherheit und Zeitdruck zu trainieren. Das System wird oft mit einem Flugsimulator verglichen, da es den Nutzern ermöglicht, realistische Entscheidungsszenarien in einer kontrollierten Umgebung durchzuspielen.

Ölpreisschock und Kraftstoffpreise: Wie Marktstrukturen die Preisentwicklung prägen

HSU

11. Mai 2026

Hamburg. Steigende Kraftstoffpreise werden häufig als direkte Folge globaler Ölpreisschocks wahrgenommen. Ein im Wirtschaftsdienst veröffentlichter Beitrag  von Forschenden der Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg diskutiert verschiedene wirtschaftspolitische Maßnahmen vor dem Hintergrund der steigenden Kraftstoff- und Ölpreise sowie die Rolle von Wettbewerb, Marktmacht und Marktstrukturen im Mineralölsektor.

Preisreaktionen sind kein Automatismus

Globale Spannungen und steigende Ölpreise wirken sich unmittelbar auf die Kosten im Energiesektor aus. Wie stark diese Entwicklungen jedoch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen, ist keine rein technische Frage. Die Preise an der Zapfsäule entstehen nicht allein auf dem Weltmarkt, sondern in einem nationalen Markt mit eigenen Wettbewerbsbedingungen.

Genau hier setzt der Beitrag von Xenia Fee Breiderhoff (M. Sc.), wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Volkswirtschaftslehre, insb. Industrieökonomik und Prof. Dr. Ralf Dewenter, Professor für Volkswirtschaftslehre , insb. Industrieökonomik an. Ausgehend vom aktuellen Maßnahmenpaket der Bundesregierung werden verschiedene wirtschaftspolitische Eingriffe in den Kraftstoffmarkt sowie deren mögliche Auswirkungen wettbewerbsökonomisch eingeordnet.

Wenn Preise unterschiedlich schnell reagieren

Der Beitrag verweist darauf, dass Kraftstoffpreise auf steigende Ölpreise häufig sehr rasch reagieren, bei sinkenden Kosten jedoch deutlich träger sind. In der ökonomischen Literatur wird dieses Verhalten als „Rockets and Feathers“ bezeichnet. Gemeint ist eine asymmetrische Preisentwicklung: schnell nach oben, langsam nach unten.

Liniengrafik zur Entwicklung der durchschnittlichen Kraftstoffpreise (Diesel, E5, E10) in Deutschland sowie des Brent-Ölpreises im Zeitraum März bis Mai 2026.
Tägliche Durchschnittspreise für Kraftstoffe in Deutschland (Diesel, E5, E10) und täglicher Brent Rohölpreis. Die vertikale Linie markiert die Einführung der 12-Uhr-Regelung (01.04.2026).
Liniengrafik zur Entwicklung des täglichen Brent-Rohölpreises im Zeitraum März bis Mai 2026.
Entwicklung des täglichen Brent Rohölpreises. Die vertikalen Linien markieren den Beginn des Konflikts im Nahen Osten (28.02.2026) sowie die Einführung der 12-Uhr-Regelung (01.04.2026).

Das Muster wird dabei nicht allein als Folge kurzfristiger Krisenreaktionen betrachtet, sondern als Ergebnis langfristiger Marktstrukturen. Entscheidend sind dabei insbesondere die hohe Konzentration weniger großer Unternehmen sowie deren starke Verflechtung entlang der Wertschöpfungskette – von der Raffinerie über den Großhandel bis hin zu den Tankstellen.

Wettbewerb als begrenzender Faktor

Diese Struktur beeinflusst den Spielraum, den Unternehmen bei der Preisgestaltung haben. Wo Wettbewerb eingeschränkt ist, lassen sich Kostensteigerungen leichter durchsetzen, während Preissenkungen weniger unter Druck stehen. Vor diesem Hintergrund zielen viele der aktuell beschlossenen Maßnahmen nicht auf schnelle Entlastung, sondern auf die Begrenzung solcher Spielräume.

Dazu zählen etwa Vorgaben zur Häufigkeit von Preiserhöhungen sowie zusätzliche Befugnisse für das Bundeskartellamt. Solche Eingriffe verändern nicht unmittelbar das Preisniveau, sollen aber die Bedingungen für die Preisbildung langfristig verändern.

Grenzen kurzfristiger Entlastungen

Auch kurzfristige Eingriffe wie Tankrabatte werden in dem Beitrag kritisch eingeordnet. Ob Steuersenkungen tatsächlich bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen, hängt entscheidend von der Wettbewerbsintensität ab. In Märkten mit eingeschränktem Wettbewerb werden Entlastungen häufig nur teilweise weitergegeben. Zudem können solche Maßnahmen das Knappheitssignal von Preisen abschwächen, das normalerweise zu einer geringeren Nachfrage beiträgt.

Ausblick

Der Beitrag kommt zu dem Schluss, dass staatliche Maßnahmen weltmarktbedingte Preisimpulse nicht aufheben können. Sie können jedoch dazu beitragen, übermäßige Preisaufschläge zu begrenzen. Entscheidend wird sein, ob sich langfristig zeigt, dass Preise schneller auf sinkende Kosten reagieren und weniger stark von Marktmacht geprägt sind. Vor sehr weitgehenden Eingriffen wie starren Preisobergrenzen wird mit Blick auf mögliche Nebenwirkungen gewarnt.

Quelle

Breiderhoff, X. / Dewenter, R. (2026): Ölpreisschock und Kraftstoffpreise: Zum Maßnahmenpaket der Bundesregierung, Wirtschaftsdienst.

Kooperation in Forschung und Lehre: Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und Dr. Franjo Tuđman Defense and Security University (DaSU) vereinbaren Zusammenarbeit

HSU

30. April 2026

Dubrovnik/Hamburg. Im Rahmen des internationalen Round Tables „Stability and Security – 3SI“ haben die Helmut‑Schmidt‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und die Dr. Franjo Tuđman Defense and Security University (DaSU) eine Absichtserklärung unterzeichnet. Mit der Vereinbarung schaffen beide Universitäten eine verbindliche Grundlage für ihre künftige Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Weiterbildung.

Zwei Teilnehmende in Anzugkleidung geben sich in einem Konferenzraum die Hand; weitere Teilnehmende sitzen im Hintergrund an einem Tisch mit Unterlagen und Namensschildern.
Prof. Ivica Lučić, PhD, Rektor der Dr. Franjo Tuđman Defense and Security University und Prof. Dr. Klaus Beckmann,
Präsident der HSU/UniBw H, besiegeln die Zusammenarbeit mit einem Handschlag.

Der Round Table fand im Kontext des Three Seas Initiative Summit statt und widmete sich Fragen von Sicherheit, Stabilität und gesellschaftlicher Resilienz im Raum der Three Seas Initiative – insbesondere vor dem Hintergrund sich wandelnder geopolitischer Rahmenbedingungen und der Neugestaltung internationaler Sicherheitsarchitekturen.

Zusammenarbeit mit institutionellem Rahmen

Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung verständigen sich die HSU/UniBw H und die DaSU darauf, ihre akademische Zusammenarbeit systematisch auszubauen. Ziel ist es, internationale Kooperation nicht projektweise, sondern strukturiert und langfristig zu gestalten. Die Absichtserklärung definiert hierfür gemeinsame Leitlinien und schafft einen verlässlichen Rahmen für künftige Aktivitäten.

Prof. Dr. Klaus Beckmann, Präsident der HSU/UniBw H: „Wir erleben ein sicherheitspolitisches Umfeld, das sich schneller verändert und enger international verknüpft ist als noch vor wenigen Jahren. Gerade deshalb ist es wichtig, wissenschaftliche Kooperationen nicht nur punktuell zu pflegen, sondern verlässlich zu institutionalisieren. Die Partnerschaft mit der Dr. Franjo Tuđman Defense and Security University schafft dafür einen Rahmen, in dem wir Forschung, Lehre und Weiterbildung gemeinsam weiterentwickeln können.“

Gemeinsame Schwerpunkte in Forschung, Lehre und Weiterbildung

Die Kooperation umfasst ein breites Spektrum akademischer Aktivitäten. Geplant sind unter anderem gemeinsame Forschungsinitiativen und wissenschaftliche Publikationen, der Austausch von Studierenden sowie wissenschaftlichem Personal und die Weiterentwicklung von Studienangeboten. Auch Fragen der Anerkennung von Studienleistungen sollen perspektivisch eine Rolle spielen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Weiterbildung und dem lebenslangen Lernen. In sicherheitsrelevanten Tätigkeitsfeldern gewinnen kontinuierliche Qualifizierung und die Auseinandersetzung mit internationalen Entwicklungen zunehmend an Bedeutung. Die Partnerschaft eröffnet hierfür neue Möglichkeiten gemeinsamer Programme und Formate.

Die konkrete Umsetzung einzelner Projekte erfolgt jeweils einzelfallbezogen und in Abstimmung mit den institutionellen Schwerpunkten und Kapazitäten beider Universitäten. Dabei bleiben die Autonomie der Partner sowie die Einhaltung hoher ethischer Standards gewahrt.

Mit der unterzeichneten Vereinbarung baut die HSU/UniBw H ihre internationale Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheits‑ und Verteidigungsforschung weiter aus und schafft eine Grundlage für künftige gemeinsame Vorhaben mit der kroatischen Partneruniversität.