Hamburg/Canberra. Das German Wargaming Center (GWC) an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) und das australische Unternehmen Capital Shield Australia Pty Ltd arbeiten künftig im Bereich KI-gestützter Krisensimulation zusammen.
Im Rahmen der Kooperation nutzt das German Wargaming Center die Plattform Foresight für die Konzeption und Durchführung strategischer Simulationsübungen. Die Anwendung bildet zentrale Elemente moderner Informationsumgebungen ab, darunter E-Mail-, Chat-, Medien- und Social-Media-Kommunikation. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse unter Bedingungen von Unsicherheit, Zeitdruck und widersprüchlichen Informationen systematisch zu untersuchen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Entwicklung KI-gestützter Simulationsagenten. Diese sollen adaptives Verhalten innerhalb komplexer Szenarien modellieren. Ein erster Anwendungsfall bezieht sich auf die Simulation staatlicher Akteure. Hier werden wissenschaftliche und methodische Ansätze des German Wargaming Center mit der technischen Plattformentwicklung von Capital Shield verbunden.
Die Vereinbarung schafft zudem einen Rahmen für eine mögliche Ausweitung der Zusammenarbeit.
„Wargaming ermöglicht es, menschliche Entscheidungen sichtbar zu machen, bei denen unterschiedliche Annahmen, Interessen und Handlungsoptionen aufeinanderprallen“, sagt Dr. Joseph Verbovszky, Co-Direktor des German Wargaming Center. „KI-Tools wie die Foresight-Plattform von Capital Shield bieten eine Analyse- und Simulationsumgebung, die es uns ermöglicht, diese Entscheidungen strukturiert zu untersuchen und ihre potenziellen Folgen nachzuverfolgen. Dies eröffnet Möglichkeiten, wissenschaftliche Erkenntnisse in größerem Maßstab zu gewinnen als mit traditionellen Methoden. Die gemeinsame Entwicklung von KI-Agenten ist besonders spannend – der Einsatz von KI lehrt uns oft nicht nur etwas über maschinelle Intelligenz, sondern ermöglicht es uns auch, unsere Annahmen über menschliches Verhalten zu hinterfragen.“
Tim Hobbs, Chief Executive Officer von Capital Shield, ergänzt: „KI erweitert die methodischen Möglichkeiten. Die Zusammenarbeit mit einer akademischen Einrichtung wie dem German Wargaming Center ermöglicht es uns, simulationsbasierte Ansätze mit wissenschaftlicher Expertise kritisch zu hinterfragen und weiter zu verfeinern.“
Die Kooperation ist an der Schnittstelle von Wargaming, Entscheidungsforschung und Simulation angesiedelt. Weitere gemeinsame Vorhaben, darunter zusätzliche Übungen und die Weiterentwicklung der eingesetzten Technologien, sind geplant.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg:
Co-Direktor | German Wargaming Center
Dr. Philip Jan Schäfer
E-Mail: [email protected]
Internetseite: www.germanwargamingcenter.eu
Co-Director | German Wargaming Center
Dr. Joseph Verbovszky
E-Mail: [email protected]
Internetseite: www.germanwargamingcenter.eu
Ansprechpartner für die Medien:
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg:
Pressesprecherin
Julia Böhme
Telefon: +49 40 6541 3566 (Bw: 7926)
Mobil: +49 151 5379 3163
Fax: +49 40 6541 2702
E-Mail: [email protected]
[email protected]
Über das German Wargaming Center
Das Deutsche Wargaming-Zentrum am Lehrstuhl für Politische Theorie der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg wurde gegründet, um das strategische Bewusstsein bei zivilen und militärischen Entscheidungsträgern in und für Deutschland zu fördern – ressortübergreifend und gesamtgesellschaftlich als Beitrag zur nationalen Resilienz. Sein Ziel ist es, Wargaming als zentrales Trainings-, Simulations- und Forschungsinstrument für die strategische Entscheidungsebene zu etablieren. Als Antwort auf ein zunehmend komplexes internationales Umfeld verfolgt das Zentrum einen innovativen, vernetzten und gesamtgesellschaftlichen Ansatz. Durch die Kombination von Erkenntnissen aus Politikwissenschaft, Psychologie und Strategiewissenschaften fungiert das Zentrum als globale Drehscheibe für Wargaming und schlägt eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und praktischer Expertise. Es entwickelt neue Strategien, trägt zur Stärkung der strategischen Handlungsfähigkeit bei, reflektiert Entscheidungslogiken und fördert ein besseres Verständnis komplexer Interaktionsmuster unter Unsicherheit.
Über die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg
Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) ist eine staatliche Universität des Bundes mit Sitz in Hamburg. Sie wurde 1972 auf Initiative des damaligen Verteidigungsministers Helmut Schmidt gegründet. Unter der Leitung von Präsident Prof. Dr. Klaus Beckmann vereint die HSU/UniBw H exzellente Forschung, internationale Vernetzung sowie akademische Lehre mit praxisorientierter Ausbildung. Die Universität bildet Offiziersanwärterinnen und Offiziersanwärter sowie zivile Studierende zu Fach- und Führungskräften für Gesellschaft, Wirtschaft und die Bundeswehr aus. In vier Fakultäten bietet sie 39 staatlich anerkannte Bachelor- und Masterstudiengänge, darunter fünf weiterbildende. Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) zählt über 2.500 Studierende und beschäftigt etwa 1.300 Mitarbeitende in Wissenschaft, Verwaltung und Technik.
Über Capital Shield Australia Pty Ltd
Capital Shield entwickelt eine KI-gestützte Plattform für Krisensimulationen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Australien ist international tätig und arbeitet mit Verteidigungsorganisationen, Regierungsbehörden und Akteuren im Bereich kritischer Infrastrukturen zusammen. Sein Schwerpunkt liegt darauf, Entscheidungsträger auf komplexe Situationen mit hohem Risiko vorzubereiten. Sein Kernprodukt, Foresight, wurde speziell für Krisensimulationen und szenariobasierte Übungen entwickelt. Die Plattform unterstützt Organisationen dabei, strategische Entscheidungsfindung unter Bedingungen von Unsicherheit und Zeitdruck zu trainieren. Das System wird oft mit einem Flugsimulator verglichen, da es den Nutzern ermöglicht, realistische Entscheidungsszenarien in einer kontrollierten Umgebung durchzuspielen.


















