Was bleibt vom Hindukusch? Ausstellung und Vorträge zum Afghanistan-Einsatz

HSU

5. Oktober 2026

Ein Soldat sichert den Bereich, in dem ein Kampfhubschrauber landet.
Staublandung in Mazar-e Sharif: Ein Soldat der Force Protection sichert die Landezone für einen Transporthubschrauber CH-53 während der Mission Resolute Support am 30. Oktober 2020.

Hamburg. Fünf Jahre nach der erneuten Machtübernahme der Taliban in Afghanistan widmet sich die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg den Erfahrungen und Folgen des internationalen Militäreinsatzes. Ab dem 6. Oktober 2026 ist die Plakatausstellung „Was bleibt vom Hindukusch? Die Bundeswehr in Afghanistan 2001 bis 2021“ im unteren Bereich der Mensa zu sehen. Ein Begleitprogramm mit drei öffentlichen Vorträgen vertieft politische, militärhistorische und gesellschaftliche Aspekte.

Fast 20 Jahre lang war die Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt. Für viele Absolventinnen und Absolventen der HSU/UniBw H gehörte ein möglicher Einsatz am Hindukusch über lange Zeit zur beruflichen Realität. Auch nach dem Abzug im Jahr 2021 wirken die Erfahrungen aus Afghanistan in der militärischen Ausbildung, in der deutschen Sicherheitspolitik und in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Auslandseinsätzen fort.

Die Ausstellung bietet Gelegenheit, die Voraussetzungen, den Verlauf und die Folgen des Einsatzes erneut in den Blick zu nehmen. Sie fragt nach den damaligen Zielen und Hoffnungen, nach erreichten Fortschritten und nach den Ursachen des Scheiterns. Dabei berücksichtigt sie politische und rechtliche Rahmenbedingungen ebenso wie die Erfahrungen der eingesetzten Soldatinnen und Soldaten.

21 Plakate erschließen zwei Jahrzehnte Einsatzgeschichte

Entwickelt wurde die Ausstellung im Jahr 2024 durch das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Auf 21 Plakaten zeichnet sie die Entwicklung des deutschen Afghanistan-Einsatzes von 2001 bis 2021 nach. QR-Codes führen zu ergänzenden Bildungsangeboten, Podcasts und Filmen.

Die Bundeswehr gehörte seit 2002 zur International Security Assistance Force, kurz ISAF. Der Einsatz konzentrierte sich zunächst auf die Stabilisierung Kabuls und wurde später auf die nördlichen Landesteile ausgeweitet. Mit der Verschärfung der Sicherheitslage nahmen die bewaffneten Auseinandersetzungen zu. Ab 2015 sollte die Mission „Resolute Support“ dazu beitragen, die Sicherheitsverantwortung schrittweise an afghanische Kräfte zu übergeben. Nach dem Abzug der internationalen Truppen im Jahr 2021 übernahmen die Taliban erneut die Kontrolle über das Land.

Der Ausgang des Einsatzes wirft bis heute grundlegende Fragen auf: Was können Politik, Bundeswehr und Gesellschaft aus Afghanistan lernen? Wie müssen Ziele, Mittel und Erfolgskriterien internationaler Einsätze bestimmt werden? Und wie lassen sich politische, militärische und zivile Maßnahmen besser miteinander verbinden?

Was lässt sich aus dem Afghanistan-Einsatz lernen?

Das Begleitprogramm haben Prof. Dr. Anna Geis, Professur für Internationale Sicherheitspolitik und Konfliktforschung , Prof. Dr. Jörn Happel, Professur für Geschichte Osteuropas und Ostmitteleuropas, Univ.-Prof. Dr. Marcus Payk, Professor für Neuere und Neueste Geschichte, und Christian Preetz, Leiter Zentrale Aufgaben und ständiger Vertreter Leiter Präsidialabteilung, organisiert. Die Auftaktveranstaltung findet am Dienstag, 6. Oktober 2026, um 17.30 Uhr im Thomas-Ellwein-Saal statt.

Oberst a.D. Dr. Uwe Hartmann, der die Entwicklung der Ausstellung als Projektleiter begleitet hat, erläutert ihre Entstehung, ihren Aufbau und ihre Zielsetzung. Anschließend berichtet Prof. Anna Geis über die Lehren aus dem Afghanistan-Einsatz, mit denen sich die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages von 2022 bis 2025 befasst hat. Die Moderation übernimmt Prof. Jörn Happel.

Die Enquete-Kommission hat ihre Ergebnisse im Januar 2025 in 72 Empfehlungen zusammengefasst. Dazu gehören eine bessere Koordination zwischen Ministerien und Behörden, verlässlichere gemeinsame Lagebilder und eine stärkere parlamentarische Begleitung internationaler Einsätze. Die Empfehlungen sind auch für die Frage relevant, welche Rolle internationales Krisenmanagement neben der Landes- und Bündnisverteidigung künftig spielen soll.

Die Ausstellung und das Begleitprogramm laden dazu ein, die Erfahrungen des Afghanistan-Einsatzes aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und ihre Bedeutung für gegenwärtige sicherheitspolitische Debatten zu diskutieren.

Weitere Veranstaltungen

Eskalation des Afghanistan-Einsatzes

Dienstag, 10. November 2026, 17.30 bis 19 Uhr
Thomas-Ellwein-Saal

Dr. Philipp Münch vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr spricht unter dem Titel „Bundeswehr im Kampf. Die Eskalation des Afghanistan-Einsatzes und das Management der Gewalt, 2006–2010“. Im Mittelpunkt stehen die zunehmende Gewalt und die damit verbundenen Herausforderungen für die Bundeswehr. Die Moderation übernimmt Univ.-Prof. Marcus Payk.


Sowjetische Spezialeinheiten im Afghanistankrieg

Dienstag, 24. November 2026, 17.30 bis 19 Uhr
Hörsaal 6

Dr. Matthias Uhl vom Max Weber Netzwerk Osteuropa in Helsinki beleuchtet in seinem Vortrag „Zu Tode gesiegt? Zum Einsatz sowjetischer Spezialeinheiten im Afghanistankrieg“ die sowjetische Vergangenheit des Konflikts. Die Moderation übernimmt Prof. Jörn Happel.

Mehr als 35 Jahre deutsche Einheit: Prof. Dr. Jun Nakata erforscht deutsche Zeitgeschichte an der HSU/UniBw H

HSU

5. Oktober 2026

Hamburg. Auch mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 beschäftigen die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Ost- und Westdeutschland die Wissenschaft. Wie haben sich Regionen der ehemaligen DDR verändert? Welche Spuren hinterlassen politische Umbrüche über Generationen hinweg? Und warum interessieren diese Fragen Forschende weit über Deutschland hinaus?

Mit diesen Themen beschäftigt sich derzeit Prof. Dr. Jun Nakata, Professor für Europäische Geschichte mit Schwerpunkt Neuzeit an der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Ibaraki in Japan. Für seinen Forschungsaufenthalt kehrt er bereits zum dritten Mal an die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg zurück. Bis März 2027 forscht er am Center for History, Strategy & International Order (CHIOS) unter der Gastgeberprofessur von Prof. Dr. Michael Jonas.

Porträtaufnahme einer Person in formeller Kleidung vor einer Backstein- und Holzfassade auf dem Campus der HSU/UniBw H.
Prof. Dr. Jun Nakata von der Universität Ibaraki forscht derzeit als Gastwissenschaftler an der HSU/UniBw H.

Ein Historiker mit langjähriger Deutschland-Expertise

Dass sich Prof. Nakata heute mit den Folgen der Wiedervereinigung und der deutschen Nachkriegsgeschichte beschäftigt, fügt sich in eine Forschungslaufbahn ein, die seit Jahrzehnten eng mit Deutschland verbunden ist.

Der Historiker studierte an der Pädagogischen Fakultät der Gakugei-Universität Tokio und absolvierte anschließend ein Masterstudium der Europäischen Geschichte an der dortigen Graduate School of Education. Mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) kam er nach Deutschland und promovierte im Jahr 2000 an der Universität Hamburg im Fach Geschichte zum Dr. phil.

Heute ist er Professor für Europäische Geschichte mit Schwerpunkt Neuzeit an der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Ibaraki. Dort übernimmt er neben seiner Forschung und Lehre verschiedene akademische Leitungsaufgaben, darunter als stellvertretender Leiter des Zentrums für regionale Zusammenarbeit der Universität Ibaraki, als Leiter des Zentrums für regionale Zusammenarbeit in Lehre und Forschung an der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, als Leiter der Abteilung für Sozialwissenschaften am Zentrum für Grundbildung sowie als Vorsitzender des Ausschusses für internationalen Austausch.

Mit Hamburg und der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg verbindet ihn eine langjährige wissenschaftliche Beziehung. Bereits in den Jahren 2007/2008 und 2017/2018 war er als Gastwissenschaftler an der Universität tätig. Sein aktueller Forschungsaufenthalt knüpft damit an eine über viele Jahre gewachsene wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Japan an.

Besonders prägend für sein Forschungsinteresse war seine Zeit als Promovend in Hamburg in den 1990er Jahren: „Damals hatte ich Gelegenheit, mit Menschen aus linksalternativen Milieus in Kontakt zu kommen. Die Gespräche über Werte und politische Ansichten, die es in dieser Form damals in Japan nicht gab, haben mich tief geprägt. Schon zu dieser Zeit entstand der Entschluss, dieses Phänomen eines Tages historisch zu erforschen und einer japanischen Öffentlichkeit näherzubringen“, erinnert sich Prof. Dr. Jun Nakata.

Im Jahr 2023 veröffentlichte er dazu die Monografie Die Geschichte der Grünen in Deutschland. Linksalternative, Wertkonservatismus und zivilgesellschaftlicher Korporatismus.

Die Wiedervereinigung als langfristiger Transformationsprozess

Mehr als 35 Jahre nach der deutschen Einheit widmet sich Prof. Dr. Jun Nakata einer Frage, die bis heute aktuell ist: Welche langfristigen Folgen haben politische Umbrüche für wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen?

Antworten sucht der Historiker unter anderem in den ehemaligen DDR-Gebieten. Ein Schwerpunkt seiner aktuellen Forschung sind landwirtschaftliche Betriebe, deren Entwicklung bis heute von historischen Kontinuitäten und den Umbrüchen der Wiedervereinigung geprägt ist.

„Nach meiner Einschätzung weisen die landwirtschaftlichen Betriebe in den ehemaligen DDR-Gebieten drei prägende Merkmale auf: Im Vergleich zu Westdeutschland werden dort häufig sehr große und zugleich hochproduktive Betriebe geführt. Viele von ihnen sind als Genossenschaften organisiert, die aus den ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) hervorgegangen sind. Zudem engagieren sich zahlreiche Agrargenossenschaften in Projekten der erneuerbaren Energien und gelten häufig als Vorreiter in Deutschland. Ich möchte aus historischer Perspektive untersuchen, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist“, erklärt Nakata.

Für ihn bietet die ostdeutsche Transformationsgeschichte ein besonders anschauliches Beispiel dafür, wie politische Systeme, wirtschaftliche Strukturen und gesellschaftliche Entwicklungen über Jahrzehnte hinweg nachwirken können.

Zwei prägende Politiker der deutschen Nachkriegsgeschichte

Die Frage nach den langfristigen Folgen der deutschen Einheit führt zugleich zu den politischen Entwicklungen und Persönlichkeiten, die die Geschichte der Bundesrepublik über Jahrzehnte geprägt haben. Vor diesem Hintergrund richtet Prof. Dr. Jun Nakata während seines Forschungsaufenthalts auch den Blick auf die Biografien von Willy Brandt und Helmut Schmidt.

Beide Politiker genießen auch in Japan große Bekanntheit. Nach Angaben Nakatas existieren bislang jedoch keine umfassenden wissenschaftlichen Darstellungen ihres Lebens auf Japanisch.

Im Mittelpunkt seines Interesses steht dabei der Vergleich ihrer unterschiedlichen politischen Persönlichkeiten und Führungsstile: „Obwohl beide Politiker der SPD angehörten, interessiert mich insbesondere der Kontrast zwischen dem häufig als Idealisten wahrgenommenen Willy Brandt und dem pragmatischen Krisenmanager Helmut Schmidt. Die Helmut-Schmidt-Universität verfügt über äußerst wertvolle historische Quellen, die ich intensiv nutzen möchte. Zudem bieten Hamburg als Schmidts Heimatstadt und Lübeck als Geburtsstadt Brandts ideale Orte für meine Recherchen vor Ort.“

Wissenschaftlicher Austausch zwischen Hamburg und Japan

Neben seinen Forschungen zur deutschen Zeitgeschichte beteiligt sich Prof. Dr. Jun Nakata am CHIOS-Projekt „Uncovering strategic conceptualizations of Northern European geopolitics, security and multilateral cooperation – historically and contemporarily“. Dabei möchte er insbesondere einen Beitrag zur historischen Entwicklung der japanischen Sicherheitspolitik leisten.

„Ich freue mich sehr, erneut an die HSU/UniBw H zurückzukehren und bin Professor Michael Jonas sowie seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die herzliche Aufnahme sehr dankbar. Ich freue mich auf die kommenden Monate und den wissenschaftlichen Austausch“, sagt Nakata.

Zwei Personen gehen über den Campus der HSU/UniBw H und unterhalten sich. Eine Person gestikuliert während des Gesprächs, im Hintergrund ist ein Universitätsgebäude zu sehen.
Prof. Dr. Michael Jonas und Prof. Dr. Jun Nakata im Austausch auf dem Campus der HSU/UniBw H.

Doch auch außerhalb der Wissenschaft ist seine Verbindung zu Hamburg eng. Bereits während seiner Promotionszeit lebte er in der Hansestadt.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Musik. Nakata ist leidenschaftlicher Amateur-Posaunist und wirkte bereits bei zahlreichen Konzerten in Hamburg mit, unter anderem bei der St. Stephan Brass Band Hamburg und den Otto Tromboni der Evangelisch-Lutherischen Kreuzkirche Wandsbek. Für Oktober 2026 ist zudem eine Konzerttournee mit einem japanischen Orchester geplant, die ihn unter anderem in die Berliner Philharmonie führen wird.

Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg heißt Prof. Dr. Jun Nakata erneut herzlich willkommen und wünscht ihm für seinen Forschungsaufenthalt am CHIOS einen erfolgreichen wissenschaftlichen Austausch sowie viele neue Impulse für seine Forschungsarbeit.

394 Studierende beginnen ihr Studium an der HSU/UniBw H

HSU

5. Oktober 2026

Hamburg. Für 394 Studierende beginnt an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg ein neuer Lebensabschnitt. Die Immatrikulationsfeier am 1. Oktober 2026 markierte den offiziellen Start ins Studium und richtete zugleich den Blick auf die Herausforderungen, die künftige Führungskräfte in einer zunehmend komplexen Welt erwarten. Zudem würdigte die Universität besondere akademische Leistungen und gesellschaftliches Engagement ihrer Studierenden.

Mehrere Reihen von Studierenden in Uniform sitzen um den Roten Platz und verfolgen die Immatrikulationsfeier der HSU/UniBw H. Die Aufnahme zeigt das Publikum von hinten.
Für 394 Studierende begann mit der Immatrikulationsfeier ein neuer Lebensabschnitt an der HSU/UniBw H.

Wissenschaftliche Bildung in einer komplexen Welt

Auf dem Roten Platz hieß Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann den Jahrgang 2026 als Universitätsbürgerinnen und Universitätsbürger auf dem Campus willkommen. Insgesamt nehmen 394 Personen ihr Studium oder ihre akademische Weiterbildung auf. Dazu gehören 327 militärische Studierende, darunter 14 internationale Studierende, sowie 67 zivile Studierende und Teilnehmende des Bundesfreiwilligendienstes.

Unter den Ehrengästen begrüßte Beckmann die Bundestagsabgeordnete Aydan Özoğuz als Vertreterin der Politik. Für das konsularische Korps hieß er den Generalkonsul der Republik Kroatien, Krisztian Tušek, willkommen. Die Teilnahme internationaler Gäste wertete der Präsident als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit mit der Universität.

In seiner Ansprache machte er deutlich, dass universitäre Bildung über die Vermittlung von Fachwissen hinausgeht. Sie soll dazu befähigen, komplexe Zusammenhänge zu analysieren, Unsicherheit auszuhalten, Risiken abzuwägen und Desinformation zu erkennen.

Mit Blick auf den technologischen Wandel hob er zudem die Bedeutung eines reflektierten Umgangs mit Künstlicher Intelligenz hervor. Entscheidend sei nicht allein die Nutzung neuer Werkzeuge, sondern die Fähigkeit, Aufgaben präzise zu formulieren, Ergebnisse kritisch zu prüfen und einzuordnen.

„Ihr Studium an der HSU/UniBw H ist Ihre Chance dazu. Nutzen Sie sie!“, betont Prof. Dr. Klaus Beckmann.

Lernen, Verantwortung zu übernehmen

Für den Studentischen Konvent hieß Leutnant Leon Bär den neuen Jahrgang willkommen. Er erinnerte daran, dass die kommenden Studienjahre nicht nur fachlich prägen werden. Die Studierenden würden lernen, Probleme zu lösen, Prioritäten zu setzen und mit Herausforderungen umzugehen. Zugleich entstünden Freundschaften und persönliche Verbindungen, die weit über das Studium hinausreichen könnten.

Sein Rat an die neuen Studierenden: Herausforderungen frühzeitig ansprechen.

„Denken Sie daran, nur sprechenden Menschen kann geholfen werden und für jedes Problem gibt es eine Lösung.“

Entwicklung von Offizierberuf und akademischer Ausbildung

Festredner Prof. Dr. Sönke Neitzel ordnete den Studienbeginn historisch ein. Seit 1973 studieren angehende Offiziere an der HSU/UniBw H. Dass Soldatinnen und Soldaten eine akademische Ausbildung benötigen, gilt heute als selbstverständlich. In seinem Vortrag zeigte der Militärhistoriker jedoch, dass sich diese Auffassung erst im Laufe der Zeit durchgesetzt hat. Mit der Entwicklung des Offizierberufs seien auch die Anforderungen an militärische Führung gewachsen. Die Streitkräfte benötigten heute nicht allein hervorragend praktisch ausgebildetes Personal, sondern ebenso Menschen, die komplexe Zusammenhänge analysieren, unterschiedliche Perspektiven einordnen und fundierte Entscheidungen treffen können.

Mit dieser Bildung verbinde sich der Auftrag, Fragen zu stellen, nach neuen Lösungen zu suchen und das eigene Handeln kritisch zu reflektieren. Gerade junge Offiziere hätten Innovationen und Veränderungen immer wieder angestoßen. Universität sei deshalb auch ein Ort des Heranwachsens und der Auseinandersetzung mit der Frage, welche Verantwortung Führungskräfte in ihrer Zeit übernehmen müssen.

Wer den Anforderungen der Gegenwart gerecht werden wolle, müsse lernen, Gewissheiten zu hinterfragen, Entwicklungen kritisch zu begleiten und den Mut haben, neue Wege zu denken.

Auszeichnungen für besondere Leistungen und Engagement

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier ehrte die Universität Studierende für fachliche Leistungen, gesellschaftliches Engagement und internationale Perspektiven. Vertreter der preisvergebenden Institutionen würdigten die Leistungen der Ausgezeichneten in ihren Laudationes.

Bestpreis der Clausewitz-Gesellschaft

Den Bestpreis der Clausewitz-Gesellschaft e. V. 2026 erhielten:

  • Leutnant Maxim, Geschichtswissenschaften
  • Leutnant zur See Jesko, Logistik
  • Leutnant Martin, Politikwissenschaft

Die Laudatio hielt Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Ulrich Baumgärtner, stellvertretender Präsident der Clausewitz-Gesellschaft e. V.

Die Preisträger des Bestenpreises der Clausewitz-Gesellschaft e. V. mit ihrem Laudator Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Ulrich Baumgärtner.

Böttcherpreis 2026

Mit dem Böttcherpreis 2026 wurden zwölf Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen ausgezeichnet:

  • Oberleutnant zur See Tabea-Valentina, Psychologie
  • Oberleutnant Boris, Volkswirtschaftslehre
  • Oberleutnant Markus, Elektrotechnik
  • Oberleutnant Jaakko, Geschichtswissenschaft
  • Oberleutnant zur See Lennart, Wirtschaftsingenieurwesen
  • Oberleutnant Marina, Politikwissenschaft
  • Oberleutnant zur See Marc, Logistik
  • Oberleutnant Philip, Maschinenbau
  • Oberleutnant Timo, Betriebswirtschaftslehre
  • Oberleutnant Lydia, Bildungs- und Erziehungswissenschaft
  • Oberleutnant Robin, Engineering Science
  • Christian Wulff, Bauingenieurwesen

Die Böttcher-Stiftung wurde durch ihren Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Mewing vertreten, der die Leistungen der ausgezeichneten Studierenden würdigte.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Böttcherpreises 2026.

Preis der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik

Den Preis der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e. V. (DWT-Preis) erhielt Leutnant Max aus dem Studiengang Digital Governance and Administration.

Die Laudatio hielt Oberst a. D. Horst D. Hübner, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Vereinsmanagement der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e. V.

Leutnant Max erhält den DWT-Preis für seine herausragende Masterarbeit Studiengang Digital Governance and Administration.

Sozialpreis des Vereins der Freunde und Förderer der HSU/UniBw Hamburg e. V.

Der Sozialpreis des Vereins der Freunde und Förderer der HSU/UniBw Hamburg e. V. 2026 ging an Leutnant zur See Emily aus dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Die Laudatio hielt die Bundestagsabgeordnete Aydan Özoğuz.

DAAD-Preis erstmals vergeben

Erstmals wurde im Rahmen der Immatrikulationsfeier der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD-Preis) vergeben. Mit der Auszeichnung werden internationale Studierende gewürdigt, die sich durch besondere akademische Leistungen und gesellschaftliches Engagement auszeichnen. Der Preis ging an Hauptmann Pierre aus dem Studiengang Elektrotechnik. Die Laudatio hielt die Vizepräsidentin für Internationales, Prof. Dr. Christina Schaefer.

Die Hochschulleitung begleitete die erstmalige Verleihung des DAAD-Preises an der HSU/UniBw H.

Die Auszeichnungen stehen für unterschiedliche Facetten des Studiums: wissenschaftliche Leistung, die Auseinandersetzung mit Fragen militärischer Führung, gesellschaftliche Verantwortung und internationale Verständigung.

Für die neu Immatrikulierten beginnt dieser Weg nun. Die kommenden Studienjahre bieten ihnen den Raum, Wissen zu erwerben, eigene Positionen zu entwickeln und zu lernen, Entscheidungen wissenschaftlich begründet und verantwortlich zu treffen.

Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg begrüßt den Jahrgang 2026 herzlich auf dem Campus. Die Universität wünscht allen Studierenden ein erfolgreiches Studium, neue Begegnungen, bereichernde Erfahrungen und die Neugier, die Chancen dieser besonderen Studienzeit zu nutzen. Auf Sie warten wissenschaftliche Herausforderungen, persönliche Entwicklung und die Möglichkeit, Verantwortung in einer zunehmend komplexen Welt zu übernehmen.

Dr. Mona Bieling wird Young Academy Fellow der Akademie der Wissenschaften in Hamburg

HSU

1. Oktober 2026

Hamburg. Die Umwelt- und Kolonialhistorikerin Dr. Mona Bieling von der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) wurde in das Young Academy Fellows-Programm der Akademie der Wissenschaften in Hamburg aufgenommen. Das Programm fördert besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler verschiedener Disziplinen und schafft Möglichkeiten für fachübergreifenden Austausch sowie neue wissenschaftliche Kooperationen.

Porträtaufnahme von Dr. Mona Bieling.
Dr. Mona Bieling wurde in das Young Academy Fellows-Programm der Akademie der Wissenschaften in Hamburg aufgenommen.

Auszeichnung für herausragende Forschung

Mit der Aufnahme in das Young Academy Fellows-Programm wird die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Mona Bieling gewürdigt. Die Historikerin forscht seit September 2023 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Wissensgeschichte moderner Gesellschaften der HSU/UniBw H und beschäftigt sich mit Fragen der Kolonial-, Umwelt- und Wissensgeschichte. Ihr besonderer Fokus liegt auf Palästina/Israel sowie dem deutschen Kolonialreich.

„Die Aufnahme in das Young Academy Fellows-Programm bedeutet für mich die Anerkennung meiner bisherigen wissenschaftlichen Arbeit – verbunden mit großartigen Chancen, durch neue Kooperationen und den Austausch mit anderen Forschenden meinen wissenschaftlichen Horizont und Handlungsspielraum zu erweitern.“

Forschung an der Schnittstelle von Umwelt-, Kolonial- und Wissensgeschichte

An der HSU/UniBw H forscht Dr. Mona Bieling derzeit an zwei zentralen Forschungsvorhaben.

Im ersten Projekt untersucht sie die Verbindung von Umwelt- und Kolonialgeschichte im britischen Mandatsgebiet Palästina zwischen 1917 und 1948. Aktuell finalisiert sie ein Manuskript, das auf ihrer Dissertation basiert. Ein Schwerpunkt liegt auf britischen Programmen zur Zucht von Nutztieren und deren Bedeutung für die landwirtschaftliche Entwicklung der Region.

Ein zweites Forschungsfeld widmet sich der Umweltgeschichte des deutschen Kolonialreichs. Im Mittelpunkt stehen die Wechselwirkungen zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen sowie die Entstehung, Nutzung und Verbreitung wissenschaftlichen Wissens. Gegenwärtig arbeitet Bieling unter anderem an einem Fachaufsatz über die Bekämpfung von Insekten, Pilzen und anderen als „Schädlinge“ eingestuften Organismen auf Plantagen in den deutschen Kolonien Afrikas und des Pazifiks. Dabei untersucht sie auch, wie Wissen zwischen den Plantagen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Hamburg und Berlin zirkulierte.

Historische Pflanzen- und Samenpräparate sowie botanische Zeichnungen in einer Sammlung des Herbariums im Botanischen Garten von Kairo.
Sammlungsbestände im Herbarium des Botanischen Gartens Mazhar Botanic Garden in Kairo. Die Untersuchung historischer Pflanzen- und Wissensbestände spielt in der Forschung von Dr. Mona Bieling eine wichtige Rolle.
Transparente Archivbox mit gekennzeichneten Dokumentenbeständen auf einem Arbeitstisch in den National Archives London. Das Material wird als kontaminiert geführt und in einem geschlossenen Behälter bereitgestellt.
Historische Akten in einem Schutzbehälter: Einige Bestände der National Archives London können aufgrund von Kontaminationen nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen genutzt werden.

Neue Perspektiven durch interdisziplinären Austausch

Ein zentrales Anliegen des Young Academy Fellows-Programms ist die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg.

Für Bieling liegt darin ein besonderer Mehrwert: „Gesellschaftlich relevante Fragestellungen profitieren häufig von unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht neue Denkansätze, erweitert wissenschaftliche Netzwerke und eröffnet den Zugang zu neuen Zielgruppen. Darüber hinaus bietet die Akademie die Möglichkeit, generations- und institutionsübergreifend zusammenzuarbeiten und dadurch innovative Kooperationen anzustoßen.“

Wissenschaftskommunikation im Fokus

Während ihrer Fellowship möchte sich Dr. Mona Bieling insbesondere im Bereich der Wissenschaftskommunikation entwickeln. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit anderen Fellows die politischen Dimensionen der Umweltgeschichte sichtbar zu machen und darüber mit einer breiteren Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen.

Die Mitgliedschaft eröffnet ihr zugleich zusätzliche Möglichkeiten, ihre Forschung weiterzuentwickeln. Fördermittel können beispielsweise Archivaufenthalte oder die Teilnahme an internationalen wissenschaftlichen Konferenzen erleichtern.

Sichtbarkeit für die Umweltgeschichte

Für ihre Arbeit an der HSU/UniBw H sieht Bieling in der Fellowship die Chance, neue Impulse sowohl für Forschung als auch für die Lehre zu gewinnen. Gleichzeitig möchte sie dazu beitragen, die Umweltgeschichte stärker in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.

„Die Umweltgeschichte bietet wichtige Perspektiven auf aktuelle Klima- und Umweltfragen. Ich möchte das Fellowship nutzen, um dieses Forschungsfeld stärker sichtbar zu machen und seine gesellschaftliche Relevanz auch über die Geschichtswissenschaft hinaus zu vermitteln“, sagt Dr. Mona Bieling.

Die HSU/UniBw H gratuliert herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung.

Prof. Dr. Caroline Fehl: Internationale Politik zwischen Macht, Normen und globaler Verantwortung

HSU

1. Oktober 2026

Hamburg. Wie verändern geopolitische Umbrüche und Machtverschiebungen die internationale Zusammenarbeit? Welche Rolle spielen internationale Organisationen, Institutionen und Normen in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung? Und wie lassen sich Sicherheit und Menschenrechte zusammendenken? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Caroline Fehl. Seit Oktober 2026 hat sie die Professur für Politikwissenschaften, mit Schwerpunkt Internationale Politik an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) inne.

„Wissenschaftlich zu forschen und mich mit der wissenschaftlichen Forschung anderer zu beschäftigen bedeutet für mich ein großes Privileg: meine eigenen Gewissheiten immer wieder neu zu hinterfragen und die Welt immer wieder mit anderen Augen sehen zu können.“

Porträt von Prof. Dr. Caroline Fehl in einem Gebäude der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr.
Prof. Dr. Caroline Fehl hat seit Oktober 2026 die Professur für Politikwissenschaften, mit Schwerpunkt Internationale Politik an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg inne.

Wissenschaftlicher Werdegang

Der wissenschaftliche Weg von Caroline Fehl führte von Freiburg über Berlin und New York nach Oxford. Sie studierte Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte sowie Romanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und war als Visiting Exchange Student an der Columbia University in New York.

An der University of Oxford promovierte sie zum DPhil in International Relations. Es folgten Forschungsstationen an der Goethe-Universität Frankfurt sowie an der University of Oxford. Seit 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF), zuletzt als Senior Researcher im Programmbereich Internationale Sicherheit.

Darüber hinaus übernahm sie Vertretungen von Professuren an der Goethe-Universität Frankfurt sowie an der HSU/UniBw H. Mit der Übernahme der Professur für Internationale Politik setzt sie ihre Arbeit an der Universität nun dauerhaft fort.

Forschung zwischen Macht, Institutionen und globalem Wandel

Internationale Organisationen, Institutionen und Normen stehen im Mittelpunkt der Forschung von Prof. Dr. Caroline Fehl. Sie untersucht, wie Machtverschiebungen, Gerechtigkeitskonflikte und geopolitische Spannungen die internationale Zusammenarbeit prägen und verändern. Schwerpunkte ihrer Forschung liegen dabei auf den Folgen der US-Außen- und Sicherheitspolitik für die globale Ordnung sowie auf der der internationalen Sicherheitspolitik, insbesondere der nuklearen Ordnung und den humanitären Folgen von Nuklearwaffen.

Über ihre verschiedenen Forschungsschwerpunkte hinweg beschäftigt sie immer wieder die Frage nach dem Verhältnis von Macht und Institutionen:

„Mich interessiert, wie globale Machtungleichheiten in internationalen Organisationen, Institutionen und Normen fest- und fortgeschrieben werden – aber auch, welche Konflikte um Gerechtigkeit und Verantwortung sich daran entzünden. Ich frage, welche Möglichkeiten weniger mächtige Akteure haben, internationale Regeln zu gestalten und zu verändern – insbesondere in einer Zeit, in der sich mächtige Akteure von globalen Institutionen abwenden.“

In der Auseinandersetzung mit diesen Fragen greift Caroline Fehl insbesondere auf konstruktivistische und soziologische Theorieperspektiven der Internationalen Beziehungen zurück.

DFG Projekt: Nukleare Gerechtigkeit im Fokus

Mit dem Antritt ihrer Professur startet Caroline Fehl ein bereits bewilligtes DFG-Forschungsprojekt, das in Kooperation mit der University of the South Pacific durchgeführt wird.

Das Forschungsvorhaben untersucht die humanitären, menschenrechtlichen und ökologischen Folgen von Nuklearwaffentests. Im Mittelpunkt stehen dabei Auseinandersetzungen um „nukleare Gerechtigkeit“ in verschiedenen Weltregionen sowie die Frage, wie sich internationale Normen in diesem Bereich verändern.

Geplant sind neben wissenschaftlichen Publikationen auch Formate des Wissenstransfers gemeinsam mit betroffenen Staaten, Communities und dem UN-Menschenrechtsrat.

Sicherheit und Menschenrechte zusammendenken

Ein besonderes Anliegen von Caroline Fehl ist die Verbindung von Sicherheits- und Menschenrechtspolitik, die sich auch in diesem DFG-Projekt zeigt.

„Empirisch sehe ich einen wichtigen Beitrag meiner Forschung und auch meiner Lehre an der HSU/UniBw H darin, den Blick auf Schnittstellen zwischen Sicherheits- und Menschenrechtspolitik zu lenken: Welche menschenrechtlichen Folgen haben sicherheitspolitische Entscheidungen? Wie kann auch in Zeiten geopolitischer Herausforderungen eine Politik zum Schutz menschlicher Sicherheit gelingen?“ Die HSU/UniBw H gratuliert Prof. Dr. Caroline Fehl herzlich zur Übernahme der Professur für Internationale Politik und freut sich auf die Impulse, die sie in Forschung und Lehre einbringen wird.

Zwei Personen stehen vor einem Roll-up der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und halten gemeinsam eine Ernennungsurkunde.
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann überreicht Prof. Dr. Caroline Fehl die Ernennungsurkunde zur Übernahme der Professur für Professur für Politikwissenschaften, mit Schwerpunkt Internationale Politik an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.

Die HSU/UniBw H gratuliert Prof. Dr. Caroline Fehl herzlich zur Übernahme der Professur für Internationale Politik und freut sich auf die Impulse, die sie in Forschung und Lehre einbringen wird.

VDI-Preis für HSU/UniBw H-Absolventin: Mit Wasserstoffforschung zur ausgezeichneten Masterarbeit

HSU

29. September 2026

Hamburg. Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für die Energieversorgung der Zukunft. Damit er effizient und kompakt gespeichert werden kann, können Metallhydride eingesetzt werden, deren Eigenschaften jedoch genau verstanden werden müssen. Einen Beitrag dazu hat Oberleutnant Sarah mit ihrer Masterarbeit „In-situ and ex-situ characterization of the effective thermal conductivity of hydride forming materials“ geleistet. Für ihre Forschung wurde die Absolventin der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) mit dem 1. Preis des VDI Hamburg ausgezeichnet.

Prof. Dr.-Ing. Julian Jepsen und Oberleutnant Sarah stehen mit der Urkunde des VDI-Preises 2026 vor einer Fensterfront mit Blick auf die Außenalster. Auf einem Tisch im Vordergrund sind weitere Unterlagen und ein Hinweis auf den Hamburger VDI-Preis zu sehen.
Prof. Dr.–Ing. Julian Jepsen und Oberleutnant Sarah mit der Urkunde des VDI-Preises 2026. Oberleutnant Sarah wurde für ihre Masterarbeit zur Wärmeleitfähigkeit hydridbildender Materialien mit dem geteilten 1. Preis des VDI Hamburg ausgezeichnet.

Wärme als Schlüsselfaktor für die Wasserstoffspeicherung

Im Mittelpunkt der Arbeit standen sogenannte hydridbildende Materialien, auch Metallhydride genannt. Dabei handelt es sich um Materialien, die Wasserstoff aufnehmen und chemisch binden können. Sie gelten als vielversprechende Option für die sichere, effiziente und kompakte Speicherung von Wasserstoff und werden deshalb intensiv für zukünftige Energiesysteme erforscht.

Für ihre praktische Anwendung spielt die Wärmeleitfähigkeit dieser Materialien eine entscheidende Rolle. Sie beeinflusst, wie schnell Wärme beim Be- und Entladen eines Speichers transportiert wird und damit auch wie kein anderer Einflussparameter, wie schnell ein Wasserstoffspeicher Wasserstoff aufnimmt oder abgibt.

Um diese Prozesse besser zu verstehen, untersuchte Oberleutnant Sarah die Wärmeleitfähigkeit der Materialien unter verschiedenen Temperaturen und Drücken in einer Wasserstoffatmosphäre. Dabei betrachtete sie nicht nur Zustände vor oder nach einer Reaktion, sondern auch die Veränderungen während der Wasserstoffaufnahme und -abgabe. Die Ergebnisse tragen dazu bei, Wasserstoffspeicher künftig präziser zu modellieren und weiterzuentwickeln.

Eine Forschungsfrage mit praktischem Bezug

Für die Wirtschaftsingenieurin stand früh fest, dass ihre Masterarbeit mehr sein sollte als der Abschluss eines Studiums. Auf der Suche nach einem Thema stieß sie auf die Wasserstoffforschung von Prof. Dr.–Ing. Julian Jepsen von der Professur für Angewandte Werkstofftechnik und erkannte schnell das Potenzial des Forschungsfeldes:

„Ich wollte eine Arbeit schreiben, die nicht nur für die Schublade ist. Als Biotechnologin und Wirtschaftsingenieurin mit Schwerpunkt Elektrische Energieversorgung und Energiewirtschaft hat mich besonders die Frage fasziniert, wie Wasserstoff genutzt werden kann, um Energie aus erneuerbaren Quellen zu speichern und flexibel verfügbar zu machen. Ich wollte mich an einem Thema beteiligen, das einen konkreten Beitrag zur Energiewende leisten kann. In den Gesprächen mit Prof. Jepsen haben wir dann gemeinsam ein Thema gefunden, das genau zu meinen Interessen und Stärken passte.“

Intensive Zusammenarbeit zwischen HSU/UniBw H und Helmholtz-Zentrum Hereon

Die Arbeit entstand am Helmholtz-Zentrum Hereon, wo Dr. Julián Puszkiel die fachliche Betreuung übernahm. An der HSU/UniBw H wurde das Vorhaben von Prof. Dr.–Ing. Julian Jepsen begleitet. Die Begutachtung erfolgte durch Prof. Dr. Thomas Klassen und Prof. Dr.–Ing. Julian Jepsen, die die herausragende Arbeit auch mit einer entsprechenden Note bewerteten.

„Oberleutnant Sarah hat mit ihrer Masterarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Nutzung von Metallhydriden als Wasserstoffspeicher geleistet. Sie hat ein komplexes und innovatives Messverfahren mit großer Selbstständigkeit und hoher Genauigkeit bearbeitet. Besonders überzeugend ist, wie systematisch, präzise und verständlich sie ihre Ergebnisse dargestellt hat“, würdigt Prof. Dr.–Ing. Julian Jepsen die Arbeit.

Auszeichnung mit persönlicher Bedeutung

Dass ihre Arbeit mit dem 1. Preis des VDI Hamburg ausgezeichnet werden würde, überraschte Oberleutnant Sarah dennoch. Umso größer war die Freude über die Anerkennung ihrer Forschung:

„In der Masterarbeit stecken viel Zeit und Mühe, zugleich wurde ich vom Team sehr gut aufgenommen und bei meiner Forschung unterstützt. Trotzdem war ich überrascht, den ersten Preis zu gewinnen. Umso mehr freue ich mich, mit der Auszeichnung zeigen zu können, was Frauen in Ingenieurberufen und Angehörige der Bundeswehr in der zivilen Forschung erreichen können“, sagt Oberleutnant Sarah.

Wissenschaftliche Perspektive für die Zukunft

Nach ihrem Studium setzt Oberleutnant Sarah zunächst ihren militärischen Weg fort. Sie ist Soldatin auf Zeit und absolviert derzeit einen Zugführerlehrgang. Die während des Studiums und der Masterarbeit gewonnenen Kenntnisse möchte sie auch in ihre weitere berufliche Tätigkeit einbringen:

„Langfristig hoffe ich, für eine Promotion an die HSU/UniBw H zurückkehren und meinen wissenschaftlichen Weg fortsetzen zu können. Für mich liegt gerade die Verbindung von Forschung und Praxis besonders nahe. Ich kann mir gut vorstellen, später an Themen an der Schnittstelle von Umwelt, Infrastruktur und Energietechnologie zu arbeiten. Der VDI-Preis ist für mich deshalb nicht nur eine große Anerkennung meiner Masterarbeit, sondern auch eine Bestätigung, diesen Weg weiterzugehen.“

Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr gratuliert herzlich zu dieser Auszeichnung.

Neue Auszubildende starten an der HSU/UniBw H ins Berufsleben

HSU

5. Oktober 2026

Hamburg. Neun neue Auszubildende haben zum 1. September 2026 ihre Ausbildung an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) begonnen. Zum Ausbildungsstart wurden sie von Präsident Prof. Dr. Klaus Beckmann begrüßt. Er hieß die neuen Auszubildenden willkommen und gab ihnen wichtige Impulse für ihren weiteren Berufsweg mit auf den Weg.

Gruppenfoto der neuen Auszubildenden des Jahrgangs 2026 gemeinsam mit dem Präsidenten der HSU/UniBw H in einem Besprechungsraum der Universität. Die Gruppe steht und sitzt vor einem Roll-up der Universität.
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann begrüßte die neuen Auszubildenden des Ausbildungsjahrgangs 2026 an der HSU/UniBw H.

Auftakt in einen neuen Lebensabschnitt

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres haben neun Nachwuchskräfte ihre Ausbildung an der HSU/UniBw H aufgenommen. Die jungen Auszubildenden werden künftig in unterschiedlichen Bereichen der Universität tätig sein und dort praktische Erfahrungen sammeln sowie ihre beruflichen Kenntnisse vertiefen.

Zum Ausbildungsjahr 2026 starten die neun Auszubildenden in unterschiedliche Ausbildungsberufe: Fünf von ihnen absolvieren eine Ausbildung zur Kauffrau beziehungsweise Kaufmann für Büromanagement, zwei werden zu Industriemechanikern ausgebildet und zwei beginnen ihre Ausbildung zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste.

Im Rahmen einer Begrüßungsveranstaltung wurden die neuen Auszubildenden offiziell willkommen geheißen. Der Präsident der HSU/UniBw H begrüßte die Nachwuchskräfte persönlich und betonte die Bedeutung von Engagement, Offenheit und Lernbereitschaft für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Gleichzeitig ermutigte er die Auszubildenden, die vielfältigen Möglichkeiten der Universität zu nutzen, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen zu sammeln.

Ausbildung in unterschiedlichen Berufsfeldern

Die HSU/UniBw H bildet regelmäßig in verschiedenen Berufsfeldern aus und bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Die Ausbildung vermittelt nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern eröffnet auch Einblicke in die vielfältigen Aufgaben einer wissenschaftlichen Hochschule.

Die neuen Auszubildenden werden in den kommenden Jahren unterschiedliche Einrichtungen und Arbeitsbereiche der Universität kennenlernen und dort aktiv zum Hochschulalltag beitragen.

Die HSU/UniBw H freut sich über den Ausbildungsstart der neuen Nachwuchskräfte und wünscht allen Auszubildenden einen erfolgreichen Beginn, spannende Erfahrungen und viel Erfolg für ihren weiteren Weg.

Geringe Energiekosten, mehr Versorgungssicherheit: NaREsys setzt auf vernetzte Kleinbatteriespeicher für Energieversorger und Mieter

HSU

18. September 2026

Hamburg/Karlsruhe. Millionen Menschen, die in Mehrfamilienhäusern leben, profitieren bislang kaum von den Möglichkeiten der Energiewende. Das Forschungsprojekt NaREsys (Nationale Resilienz für das Energiesystem) unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Dickmann, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) soll nun zeigen, wie sich dieses bislang wenig erschlossene Kundensegment in die Energiewelt der Zukunft integrieren lässt. Für Bürgerinnen und Bürger eröffnet das die Perspektive auf geringere Energiekosten, mehr Versorgungssicherheit und eine stärkere Teilhabe an der Energiewende. Grundlage von NaREsys ist ein Verbund aus Kleinstbatteriespeichern, die intelligent miteinander vernetzt und zentral gesteuert werden. Für Energieversorger werden dadurch neue Möglichkeiten für die Vermarktung von Flexibilität, optimierten Energiehandel, dynamische Tarifmodelle und weitere energiewirtschaftliche Anwendungen entstehen. Netzbetreiber können durch diese verteilten Batteriespeicher eine neue Möglichkeit für ein Plus an Netzstabilität erlangen.

Allein in Deutschland leben mehr als 22 Millionen Haushalte in Mehrfamilienhäusern. Eigentümerinnen und Eigentümer von Einfamilienhäusern werden durch Konzepte angesprochen, die zum Beispiel Dach-Photovoltaik mit stationären Batteriespeichern kombinieren. Für Mieterinnen und Mieter in Mehrfamilienhäusern ohne eigene Erzeugungsanlagen fehlen bisher passende Angebote. Eigenverbrauchsspeicher rechnen sich bisher nur langsam und ihre Flexibilität wird bisher nicht ausreichend genutzt. NaREsys setzt genau hier an: Das Forschungsvorhaben erprobt Plug-and-Play-fähige Kleinstbatteriespeicher mit einer Kapazität von rund zwei Kilowattstunden, die ohne bauliche Veränderungen oder Installationsaufwand in Wohnungen von Mehrfamilienhäusern installiert und zu einem intelligenten Speicherschwarm zusammengeschlossen werden können. Künftig können Energieversorger diese Speicherschwärme in ihrem Sinne steuern.

Neue Potenziale und mehr Handlungsspielraum für Energieversorger

Für Energieversorger soll durch den Speicherverbund eine Möglichkeit zur Erschließung zusätzlicher Erlösquellen entstehen. Die vielen dezentralen Einzelspeicher werden in Echtzeit koordiniert und können flexibel für unterschiedliche Anwendungen eingesetzt werden. Die automatisierte Steuerung von Ladung und Entladung kann Energieversorgern neue Möglichkeiten eröffnen, Flexibilitäten an verschiedenen Energiemärkten zu handeln und Erträge zu erzielen.

Für die energiewirtschaftliche Optimierung sollen dafür unter anderem Preissignale des Strommarkts, Netzzustands-Informationen, Messdaten der einzelnen Speicher sowie Last- und Erzeugungsprognosen verarbeitet werden. Daraus entstehen automatisiert optimierte Fahrpläne für Beschaffung, Vermarktung und Flexibilität. Den Mehrwert aus dem optimierten Handel können die Versorger in Form von attraktiven, dynamischen Stromtarifen an die Mieterinnen und Mieter weitergeben.

Netzdienliche Flexibilität für Netzbetreiber

Intelligent vernetzte Speicher sind nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten hochinteressant. Netzbetreiber erhalten mit dem zentral gesteuerten Schwarmspeicher ein neues Instrument, um dezentrale Flexibilität gezielt für den Netzbetrieb zu nutzen. Netzengpässe und Lastspitzen können im Niederspannungsnetz entschärft und Lastflüsse optimiert werden und die Integration erneuerbarer Energien für die Energiewende erleichtert werden. Der Speicherschwarm hat damit ein großes Potenzial, zu einem sicheren, effizienten und stabilen Netzbetrieb beizutragen. So kann Zeit für einen geordneten Netzausbau gewonnen werden.

Dual-Use: Für die Resilienz des Energiesystems

Darüber hinaus verfolgt NaREsys einen Dual-Use-Ansatz: Die Speicher sollen perspektivisch auch Sicherheitsfunktionen übernehmen können. Bei Stromausfällen ermöglichen sie beispielsweise die Versorgung von kleinen Verbrauchern wie Mobiltelefonen oder Radios. Durch die verteilte Architektur bleibt das System auch dann handlungsfähig, wenn keine permanente Verbindung zu einer zentralen Leitstelle besteht. Ein elektromagnetisch optimiertes Design sowie eine robuste Elektronik steigern zusätzlich Wirkungsgrad und Zuverlässigkeit der Speichersysteme und damit die Resilienz des Energiesystems.

FZI entwickelt intelligente Algorithmen und validiert sichere Systemarchitekturen

Das FZI Forschungszentrum Informatik bringt seine langjährige Expertise in den Bereichen intelligente Energiesysteme, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit in das mit 13 Millionen Euro aus Bundesmitteln geförderte Projekt ein. Die Forschenden entwickeln Algorithmen, die den optimalen Einsatz der Speicher im Schwarm koordinieren und unterschiedliche Ziele wie Wirtschaftlichkeit, Netzstabilität und Resilienz miteinander in Einklang bringen.

Darüber hinaus überprüft das FZI die Sicherheitsarchitektur des Gesamtsystems hinsichtlich ihrer Sicherheit. Da die Speicher künftig Teil kritischer Energieinfrastrukturen werden, setzt NaREsys konsequent auf moderne Zero-Trust-Konzepte, gehärtete Edge-Knoten, Endpoint-Schutz, Sealed-Cloud-Technologien sowie Verfahren zur Anomalie-Erkennung im Netzwerkverkehr.

Im Rahmen der Vernetzung von Kleinstbatteriespeichern werden voraussichtlich auch Anpassungen des regulatorischen Rahmens, insbesondere zu der 4,2 kW-Grenze für Netzentgeltreduzierung nach §14a EnWG, erforderlich. Hierfür kann das FZI Erkenntnisse aus dem Vorhaben in Gremien wie das VDE FNN einbringen, um die Weiterentwicklung der Regelwerke sicherzustellen.

Reallabor bereitet Skalierung vor

Zur praktischen Erprobung der innerhalb des Forschungsprojekts gewonnenen Erkenntnisse erfolgt eine Pilotierung in einem Reallabor im sächsischen Borna. Hier wird die gesamte Kette von Installation über Anbindung bis hin zum Betrieb mit über 100 Batteriespeichern unter realen Markt- und Netzbedingungen erprobt. Weitere Testfelder, auch in anderen Städten, sollen während der Projektlaufzeit ebenfalls akquiriert werden. Dabei soll der Handel der Energiemengen der Speicher am kontinuierlichen Intraday-Markt demonstriert werden, die Abrechnung der Energiemengen gegenüber den Energieversorgern sowie Endverbraucherinnen und Endverbrauchern erprobt und die Auswirkungen auf das örtliche Stromnetz untersucht werden. So sollen die Erkenntnisse bereits praxisnah realisiert werden und der Weg für eine spätere Skalierung geebnet werden.

Verschiedenste Partner aus Energieversorgung, Wissenschaft und Industrie vereint im Projekt NaREsys

Die Konsortialführung des Forschungsvorhabens NaREsys hat im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Dickmann inne. Sie bringt in das bis zum Februar 2029 laufende Projekt Expertise zur Energiesystemintegration, Netzstabilität, Leistungselektronik und Sensorik ein. Das FZI Forschungszentrum Informatik entwickelt intelligente Algorithmen für die optimale Schwarmkoordination und übernimmt die Überprüfung der Sicherheitsarchitektur des Gesamtsystems. Navimatix entwickelt die Plattform und die Schnittstellen für die netzdienliche Steuerung. InnoCharge verantwortet die energiewirtschaftliche Optimierung der Speicher sowie deren Einsatz in Beschaffung und Vermarktung. exnaton kümmert sich um Tarifgestaltung, Abrechnung und das zu entwickelnde Geschäftsmodell, ExaMesh um die Entwicklung der Speicher, Edge Computing und den IoT-Betrieb. Auch Becker Büttner Held als eine auf Energiewirtschaft spezialisierte Kanzlei sowie der IT-Sicherheitsanbieter DriveLock liefern wesentliche Beiträge. Die Städtischen Werke Borna betreiben das Reallabor des Projektes.


Wissenschaftlicher Ansprechpartner

Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg:
Univ.-Prof. Dr.-Ing Stefan Dickmann
E-Mail: [email protected]
Internetseite: https://naresys.de/


Ansprechpartner für die Medien

Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg:
Pressesprecherin
Julia Böhme
Tel. +49 40 6541 3566
E-Mail: [email protected]

FZI Forschungszentrum Informatik
Mitarbeiterin Communications
Tatjana Rauch
Tel.: +49 721 9654-943
E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. Julia Hoffmann-Salz: Was die Antike über unsere Gegenwart verrät

HSU

14. September 2026

Hamburg. Wie entstehen Feindbilder? Wie legitimieren Herrschende ihre Macht? Und was erfahren wir aus antiken Quellen über Gewalt, gesellschaftliche Teilhabe und das Zusammenleben in politischen Gemeinschaften? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Julia Hoffmann-Salz. Seit September 2026 hat sie die Professur für Alte Geschichte an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg inne.

Prof. Dr. Julia Hoffmann-Salz: „In Forschung und Lehre ist es mir wichtig, die Relevanz der Antike auch für aktuelle Fragestellungen zu zeigen. Von der Erforschung von Kodierung und Instrumentalisierung von Feindbildern bis hin zur Diskussion von imperialer Herrschaft oder antiker Demokratie – die Beschäftigung mit der Antike hält viele wichtige Denkanstöße für unsere heutige Welt bereit.“

Porträt von Prof. Dr. Julia Hoffmann-Salz in einem Gebäude der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.
Prof. Dr. Julia Hoffmann-Salz ist seit September 2026 Professorin für Alte Geschichte an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.

Wissenschaftlicher Werdegang

Ihr wissenschaftlicher Weg begann an der Universität Bonn, wo sie Alte Geschichte studierte und 2011 promoviert wurde. Anschließend wechselte sie an die Universität zu Köln. Dort arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin und später als Akademische Rätin auf Zeit in der Alten Geschichte. In Köln habilitierte sie sich 2019/20 im Fach Alte Geschichte.

Es folgten Vertretungen von Professuren an der Freien Universität Berlin, der Universität Mannheim und der Universität Freiburg sowie ein Lehrauftrag an ihrer Heimatuniversität Bonn. Im akademischen Jahr 2025/26 war sie als Teaching and Research Fellow an der School of History, Classics and Archaeology der University of Edinburgh tätig.

Seit April 2026 vertrat sie bereits die Professur für Alte Geschichte an der HSU/UniBw H, die sie nun dauerhaft übernommen hat.

Forschung zwischen Homer, Herrschaft und dem antiken Nahen Osten

Die Forschung von Prof. Dr. Julia Hoffmann-Salz umfasst die griechische und römische Antike in ihrer gesamten Breite. Zu ihren Schwerpunkten zählen die griechische Geschichte, insbesondere Homer sowie die Geschichte der Seleukiden und die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der hellenistischen Welt. Darüber hinaus forscht sie zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Römischen Reiches sowie zur Geschichte des antiken Nahen Ostens von der hellenistischen Zeit bis in die Spätantike.

Dabei interessiert sie besonders, wie Menschen und Gesellschaften mit Konflikten umgingen, wie Herrschaft legitimiert wurde und welche Rolle politische Erzählungen für den Zusammenhalt von Gemeinschaften spielten.

Methodisch arbeitet Hoffmann-Salz eng an den antiken Quellen. Literarische Texte, Inschriften, Münzen, Papyri und archäologische Funde bilden die Grundlage ihrer Arbeit. Gerade diese Vielfalt der Quellen ermöglicht neue Perspektiven auf Gesellschaften, die unsere Vorstellung von Politik, Herrschaft und Gemeinschaft bis heute prägen.

„Diese Quellenorientierung prägt auch meine Lehre. Für die Lehrveranstaltungen stehen die antiken Quellen überwiegend in guten Übersetzungen zur Verfügung und bilden die Grundlage für die gemeinsame Analyse historischer Fragestellungen“, erklärt Prof. Dr. Hoffmann-Salz.

Aktuelle Forschungsvorhaben

Im Mittelpunkt ihrer aktuellen Forschung stehen Fragen zu Gewalt, Feindbildern und Herrschaft in der griechischen und hellenistischen Welt. Untersucht werden diese Themen anhand unterschiedlicher Quellen und historischer Kontexte.

Gewalt, Geschlecht und die Welt Homers

Was bedeutet es, in den homerischen Epen Opfer von Gewalt zu werden? Und warum werden Männer und Frauen dabei unterschiedlich dargestellt?

Diesen Fragen widmet sich Hoffmann-Salz in ihrem Forschungsprojekt „Booty, Spoil and Prey – Objects of Violence in Iliad and Odyssey“. Im Mittelpunkt stehen die Ilias und die Odyssee, in denen Konflikte und Gewalterfahrungen die Handlung entscheidend prägen:

„Konflikt- und Gewalterfahrungen sind ein wesentlicher Teil der Handlung in den homerischen Epen. Diese Erfahrungen werden jedoch stark geschlechtskodiert erzählt.“

Das Projekt untersucht, wie das Erfahren von Gewalt sprachlich und erzählerisch unterschiedlichen Figuren zugeschrieben wird und welche Vorstellungen von Geschlecht, Macht und Verletzlichkeit sich darin spiegeln.

Herrschaft und Strafe in der hellenistischen Welt

Ein weiteres Forschungsvorhaben führt in die Zeit nach Alexander dem Großen. Gemeinsam mit Forschenden der University of Edinburgh plant Hoffmann-Salz für 2027 den internationalen Workshop „The Hellenistic King as Punisher“.

Im Zentrum steht eine grundlegende Frage politischer Herrschaft: Welche Rolle spielte das Strafen für das Selbstverständnis hellenistischer Könige?

Dabei geht es um den Umgang mit Gegnern, aufständischen Städten, Amtsträgern und ehemaligen Verbündeten sowie um die Bedeutung von Strafmaßnahmen für die Legitimation königlicher Herrschaft.

Feindbilder in den hellenistischen Reichen

Wie lassen sich militärische Erfolge darstellen, wenn die Gegner kaum benannt werden?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Hoffmann‑Salz in ihrem Projekt „Die, deren Namen nicht genannt werden dürfen? Hellenistische Reiche und ihre Feinde (323 bis 30 v. Chr.)“.

Nach den Eroberungen Alexanders des Großen standen die hellenistischen Reiche vor einem besonderen Spannungsfeld: Sie herrschten in Regionen, die zuvor als fremd oder „barbarisch“ galten, kämpften aber zugleich häufig gegen andere griechische Herrscher. Diese Gegner werden in den erhaltenen Selbstzeugnissen jedoch nur selten ausdrücklich genannt.

Das Projekt untersucht, wie Herrschaft unter diesen Bedingungen legitimiert und wie Feindbilder überhaupt kommuniziert werden konnten.

Antike als Denkanstoß für die Gegenwart

Für Prof. Dr. Julia Hoffmann‑Salz liegt die besondere Stärke der Alten Geschichte darin, aktuelle Fragen aus einer größeren historischen Distanz betrachten zu können. Die Antike liefert keine einfachen Antworten auf moderne Herausforderungen. Sie eröffnet jedoch neue Perspektiven auf Themen wie Macht, Gewalt, Demokratie und Teilhabe, aber auch Schaffung und Instrumentalisierung von Feindbildern im innen- wie außenpolitischen Diskurs.

Gerade darin sieht sie die Relevanz ihres Fachs für Forschung und Lehre an der HSU/UniBw H.

Zwei Personen stehen vor einem Roll-up der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und halten gemeinsam eine Ernennungsurkunde.
Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann überreicht Prof. Dr. Julia Hoffmann-Salz die Ernennungsurkunde zur Übernahme der Professur für Alte Geschichte an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.

Die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg gratuliert Prof. Dr. Julia Hoffmann-Salz herzlich zur Übernahme der Professur für Alte Geschichte und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit in Forschung und Lehre.

Herzlich willkommen an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, Thea Giliomee!

HSU

12. September 2026

Hamburg. Klimawandel und zunehmende Wetterextreme stellen bestehende Infrastruktur weltweit vor neue Herausforderungen. Insbesondere Wasserbauwerke und Entwässerungssysteme müssen künftig größere Wassermengen sicher ableiten können. Eine zentrale Frage dabei lautet: Wie lassen sich bestehende Anlagen an veränderte Bedingungen anpassen, ohne sie vollständig neu errichten zu müssen?

Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich derzeit Thea Giliomee im Rahmen ihres dreimonatigen Forschungsaufenthalts an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.

Zwei Personen stehen vor einer großmaßstäblichen wasserbaulichen Versuchsanlage in der Wasserbauhalle der HSU/UniBw Hamburg. Im Hintergrund sind Rohrleitungen, Armaturen und technische Komponenten der Forschungsinfrastruktur zu sehen.
Thea Giliomee und Univ.-Prof. Dr.–Ing. habil. Mario Oertel in der Wasserbauhalle der HSU/UniBw Hamburg.

Gastwissenschaftlerin aus Südafrika

Thea Giliomee ist Doktorandin im Fachbereich Bauingenieurwesen an der University of Pretoria in Südafrika mit dem Schwerpunkt Water Resources Engineering. Zuvor absolvierte sie dort bereits ihr Bachelor- und Masterstudium im Bauingenieurwesen mit Spezialisierung auf Wasserressourcenmanagement. Darüber hinaus betreut sie als Tutorin Lehrveranstaltungen im Bereich Water Engineering für Studierende des Bauingenieurwesens.

Während ihres Aufenthalts an der HSU/UniBw H forscht sie an der Professur für Wasserbau unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.–Ing. habil. Mario Oertel.

Forschung zu klimaresilienter Infrastruktur

Im Mittelpunkt ihres Forschungsprojekts steht die Verbesserung der hydraulischen Leistungsfähigkeit von Durchlässen (Culverts). Ziel ist es, bestehende Infrastruktur kosteneffizient an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen und so einen Beitrag zu resilienten Verkehrs- und Entwässerungssystemen zu leisten.

Hierfür kombiniert Thea Giliomee großmaßstäbliche physikalische Modellversuche mit Methoden der Computational Fluid Dynamics (CFD). Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, bestehende Wasserbauwerke künftig leistungsfähiger und widerstandsfähiger gegenüber veränderten hydrologischen Bedingungen zu gestalten.

Im Gespräch mit Thea Giliomee

Woran forschen Sie aktuell an der HSU/UniBw H?
Mein Forschungsprojekt untersucht Möglichkeiten, die hydraulische Leistungsfähigkeit von Durchlässen kosteneffizient zu verbessern, um Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels anzupassen und ihre Resilienz zu erhöhen.

Was ist der Kern Ihrer Forschung?
Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der hydraulischen Leistungsfähigkeit von Durchlässen durch großmaßstäbliche physikalische Modellierung und Computational Fluid Dynamics (CFD).

Was hat Sie zur Wissenschaft gebracht?
Schon während meines Studiums haben mich Fragen rund um Wasserressourcen und die nachhaltige Gestaltung wasserbaulicher Infrastruktur besonders interessiert. Dieses Interesse begleitet mich bis heute in meiner Forschung.

Die HSU/UniBw H wünscht Thea Giliomee einen erfolgreichen Forschungsaufenthalt an unserer Universität und freut sich auf den fachlichen Austausch.