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Jens Wulfsberg ist Präsident der WGP

HSU

12. Januar 2022

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jens P. Wulfsberg, Laboratorium Fertigungstechnik, ist seit Anfang 2022 neuer Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP). Die Amtszeit beträgt turnusgemäß zwei Jahre.

Ein Mann mit einem dunklen Sakko und einer hellblauen Krawatte
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jens P. Wulfsberg (Fertigungstechnik)

Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik ist der Zusammenschluss führender Professoren der Produktionstechnik in Deutschland und arbeitet an Lösungen für eine nachhaltige und resiliente Produktion. Bisherige Arbeiten der WGP-Forschungsinstitute beschäftigen sich beispielsweise mit der kontinuierlichen Senkung des Energie- und Materialverbrauchs, mit der Optimierung von Maschinen, Verfahren und Fabrikorganisation oder auch mit der Objektivierung der Diskussionen um nachhaltige Produktion.

„Als Präsident werde ich mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass sich die Forschung der WGP noch stärker als bislang an neuen Zielgrößen ausrichtet. Wir tragen Verantwortung für die Zukunft. Und wie die Dinge stehen, ist es mit dem überwiegenden Fokus auf steigende Produktivität und sinkende Stückkosten in der Produktionsforschung nicht mehr getan. Wir müssen weiter über den Tellerrand schauen und in unser Forschungsportfolio vermehrt Themen wie ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit, Resilienz in der Produktion aufnehmen. Dazu gehört nicht zuletzt eine Beeinflussung des Konsumverhaltens durch neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungssystematiken“, erklärte Wulfsberg.

Jens P. Wulfsberg ist seit 2001 Professor für Fertigungstechnik an der Fakultät für Maschinenbau und Bauingenieurwesen. Von 2005 bis 2007 war er Dekan der Fakultät für Maschinenbau, von 2011 bis 2013 Vizepräsident der Universität.
Seit 2010 ist er Koordinator des DFG-Schwerpunktprogramms 1476  „Kleine Werkzeugmaschinen für kleine Werkstücke“.

Mobilfunkstandard 5G zur Erhöhung der Verkehrssicherheit

HSU

12. Januar 2022

Das Projekt „5G-trAAfic“ untersucht die wirtschaftliche und technische Umsetzbarkeit von Szenarien der Verkehrslenkung und -steuerung als Teil einer vernetzten intelligenten Stadt. An Verkehrsknotenpunkten innerhalb von Städten soll die die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer erhöht werden. Konkret soll dabei die Parkplatzsuche einzelner Verkehrsteilnehmer zentralisiert angeleitet werden und Stau durch eine geschickte Verkehrssteuerung reduziert werden. Partnerin ist die Stadt Aalen.


Univ.-Prof. Dr.-Ing. Alice Kirchheim (Professur für Technologie von Logistiksystemen) verfolgt das Ziel, die Straßen der Stadt Aalen (Baden-Württemberg) für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer langfristig sicherer zu machen und den Verkehrsfluss zu optimieren. Gemeinsam mit Forschenden der Hochschule Aalen, des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation/Anwendungszentrum KEIM, des Zentrums für Digitale Entwicklung sowie T-Systems/Deutsche Telekom AG und Bernard Technologies GmbH als Industriepartnern sammelt die von ihr geleitete Forschergruppe Echtzeit-Verkehrsdaten. Mit Hilfe der Technologie des Edge-Computings im 5G-Netz der Deutschen Telekom werden diese Daten direkt an einer Kreuzung erhoben und verarbeitet. Gefahrensituationen sollen so möglichst frühzeitig erkannt und vor Kollisionen gewarnt werden. Außerdem werden datenschutzkonform anonymisierte Daten über das Verkehrsgeschehen gesammelt und mit weiteren, heute bereits vorhandenen aber noch nicht miteinander vernetzen Informationen angereichert, um damit an der Kreuzung dynamisch den Verkehr zu regeln.

„Für mich hat dieses Projekt eine viel größere Tragweite als die Erprobung neuer Anwendungsfälle für 5G im Verkehr. Die Stadt Aalen verfolgt seit Jahren die Strategie einer Smart City. Das Projekt bietet die Möglichkeit, im Bereich Verkehr den Nutzen von 5G für eine Smart City zu erforschen“, erläutert Projektkoordinatorin Alice Kirchheim.

Die Stadt Aalen freut sich sehr, mit Hilfe der Forscherin der Helmut-Schmidt-Universität den nächsten Schritt in Richtung Smart City zu gehen: „Der Zuschlag zeigt, dass in Aalen an den wesentlichen Zukunftsfragen gearbeitet wird. Gemeinsam mit den weiteren Projekten in der Region Ostwürttemberg entsteht hier eine Kompetenzregion 5G!“, freut sich Oberbürgermeister Frederick Brütting.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Rahmen der 5G-Umsetzungsförderung mit insgesamt rund 2,6 Millionen Euro gefördert.

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Alice Kirchheim, Professur für Technologie von Logistiksystemen, Tel. 040 6541-2219, E-Mail: 5G-trAAffic@hsu-hh.de

Ansprechpartner für die Medien

Pressestelle, Dietmar Strey, Tel. 040 6541-2774, E-Mail: pressestelle@hsu-hh.de

FearlessEngineers.de: MINT-Lernplattform will Junge ermutigen

HSU

10. Dezember 2021

Eine neue Online-Lernplattform, entwickelt von Wissenschaftlern der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg und der Hochschule Emden/Leer, möchte Studieninteressierten, Auszubildenden in Elektroberufen und Hobbybastlern die Schwellenangst vor MINT-Studiengängen nehmen. Online-Challenges, bunte Videos voller fachlicher Erklärungen und Experimente erleichtern Interessierten den Einstieg ins Programmieren und in die Grundlagen der Elektrotechnik.

„Mein Kollege Professor Andreas Haja von der Hochschule Emden/Leer fragte mich im Mai 2021, ob wir unsere Lehrmaterialien nicht sichten und einem breiteren Publikum zugänglich machen wollen“, erklärt Dr.-Ing. Stefan Schenke, Akademischer Direktor an der Professur für Grundlagen der Elektrotechnik, die Motivation hinter der neuen Plattform. Wie sein Emdener Kollege betrieb er zum damaligen Zeitpunkt bereits einen zielgruppennahen YouTube-Channel. „Die Idee ist, die Inhalte mit einer guten Mischung aus Theorie und Praxisbeispielen so zu vermitteln, dass das Lernen Spaß macht und Lust auf Ausprobieren entsteht.“

In Ihrem Konzept dreht sich alles um sogenannte „Challenges“, die als Roter Faden durch die Themengebiete führen. In einer Challenge werden dem Nutzer Videos mit fachlichen Erklärungen, Übungsaufgaben und praxisnahe Experimente empfohlen. Sie sollen zum Nachmachen anregen, weshalb Haja und Schenke fast ausschließlich Bauteile und Werkzeuge verwenden die sich für wenig Geld unkompliziert beschaffen lassen. „Im September 2021 haben wir die erste Challenge veröffentlicht und bemühen uns, neben unserer Lehrtätigkeit, monatlich eine weitere zu ergänzen. Unser erklärtes Ziel ist die Nachwuchsförderung und -gewinnung in den Bereichen Elektrotechnik und Informatik.“ Seit dem Start der Challenges haben bereits hunderte Studierende an den Challenges teilgenommen und seit kurzem haben Schenke und Haja sogar erste Inhalte auf TikTok zur Verfügung gestellt, um auch eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.

Weitere Informationen

https://fearlessengineers.de

Wissenschaftliche Ansprechpartner

Dr.-Ing. Stefan Schenke, Akademischer Direktor und Wissenschaftlicher Laborleiter an der Professur für Grundlagen der Elektrotechnik der Helmut-Schmidt-Universität, Tel. 040 6541-2149, E-Mail: stefan.schenke@hsu-hh.de
https://www.youtube.com/c/OnlinevorlesungElektrotechnik

Prof. Dr. rer. nat. Andreas Haja, Professor an der Hochschule Emden/Leer, E-Mail: andreas.haja@hs-emden-leer.de
https://www.youtube.com/c/ElektronikProgrammieren

Ansprechpartner für die Medien

Pressestelle, Florian Köfler, Tel. 040 6541-3301, E-Mail: pressestelle@hsu-hh.de

Bauingenieure gründen Doktorandennetzwerk „Digitale Brücke“

HSU

29. November 2021

Die Brücke ist ein essentielles Element unserer kritischen Infrastruktur. In Deutschland existieren über 100.000 Brücken im Straßen- und Schienenverkehrsnetz. Der Ausfall einer noch so kleinen, unscheinbaren Brücke kann zu erheblichen Störungen in der Mobilität und im Güterverkehr führen. Somit kommen der Planung, dem Bau und der Erhaltung unserer Brückenbauwerke besondere Bedeutung zu.

Mit Blick auf die geplanten Lebensdauern der Brückenbauwerke ist die Sicherstellung der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit dieser Strukturen eine generationsübergreifende Aufgabe, die von Ingenieurinnen und Ingenieuren mit der Unterstützung aus anderen Fachdisziplinen (Statistik, Data Science, Mathematik, Informatik etc.) zu bewältigen ist. Zur Stärkung der Zusammenarbeit und der Kommunikation zwischen den Fachdisziplinen sowie zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses haben Prof‘in Dr.-Ing. Sylvia Keßler (Konstruktionswerkstoffe und Bauwerkserhaltung), Prof. Thomas Braml (Universität der Bundeswehr München) und Prof. Alexander Popp (Universität der Bundeswehr München) das Doktorandennetzwerk »Digitale Brücke« ins Leben gerufen. Das Ziel dieses ersten Doktorandennetzwerkes innerhalb von dtec.bw ist es, den Doktorandinnen, Doktoranden und Postdocs eine Plattform zu geben, in der sie regelmäßig ihre Konzepte und Forschungsergebnisse zur Diskussion stellen können und über Expertenvorträge gezielt neue Impulse für ihre Forschung erhalten.

Das Kickoff-Meeting zur »Digitalen Brücke« fand am 28. und 29. Oktober 2021 auf dem Campus der Universität der Bundeswehr München mit insgesamt 25 Teilnehmenden statt. Weitere Nachwuchswissenschaftler, die sich in ihrer Forschung mit Brückenbauwerken und insbesondere Fragestellungen zu deren Digitalisierung beschäftigen, sind herzlich willkommen und können sich bei Prof‘in Dr.-Ing. Sylvia Keßler melden. Die gelebte »Brücke« zwischen Hamburg und München soll kontinuierlich weiter ausgebaut und gestärkt werden, um den Wissens- und Technologietransfer weiter zu voranzutreiben.

Über das dtec.bw

Das dtec.bw – Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr – ist ein von den Universitäten der Bundeswehr Hamburg und München gemeinsam getragenes wissenschaftliches Zentrum und Bestandteil des Konjunkturprogramms der Bundesregierung zur Überwindung der COVID-19-Krise. Es unterliegt der akademischen Selbstverwaltung. Die Mittel, mit dem das dtec.bw ausgestattet wurde, werden an beiden Universitäten der Bundeswehr zur Finanzierung von Forschungsprojekten und Projekten zum Wissens- und Technologietransfer eingesetzt.

Neuberufen: Sylvia Keßler

HSU

29. November 2021

In loser Folge stellen wir an dieser Stelle Persönlichkeiten vor, die Schlüsselpositionen an der Universität neu besetzt haben. Die Reihe steht dabei nicht immer im Zusammenhang mit der chronologischen Reihenfolge der Berufungen.

Univ.-Prof’in Dr.-Ing. Sylvia Keßler, Professur für Konstruktionswerkstoffe und Bauwerkserhaltung

Eine Frau mit Brille, schwarzem Pulli und rotem Sakko
Univ.-Prof’in Dr.-Ing. Sylvia Keßler ist Inhaberin der Professur für Konstruktionswerkstoffe und Bauwerkserhaltung

Sylvia Keßler studierte Bauingenieurwesen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und an der Universidad de Granada.

Nach dem Abschluss war sie zunächst an der Universität Stuttgart als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und folgte ihrem damaligen Betreuer an die Technische Universität München, an der sie zum Dr.-Ing. promoviert wurde. Sie leitete dort am Centrum für Baustoffe und Materialprüfung (cbm) für neun Jahre die Arbeitsgruppe „Stahl und Korrosion“.

Im Jahr 2016 forschte Keßler im Rahmen eines DFG-Stipendiums für 8 Monate an der University of South Florida im Labor von Prof. A. Sagüés.

Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Dauerhaftigkeit und Lebensdauermanagement von Stahlbetonbauwerken mit Fokus auf probabilistische Zustandsbewertung und Instandsetzung.

Sylvia Keßler ist aktiv in nationalen und internationalen Komitees, sie leitet die TG3.3 “Existing Concrete Structures: Life Management, Testing and Structural Health Monitoring” der International Federation for Structural Concrete (fib) und ist Chair des Technical Comittees „Assessment of electrochemical methods to study corrosion of steel in concrete” in RILEM (The International Union of Laboratories and Experts in Construction Materials, Systems and Structures).

Seit September 2019 hat Univ.-Prof. Dr.-Ing. Sylvia Keßler die neu geschaffene Professur für Konstruktionswerkstoffe und Bauwerkserhaltung inne.

Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann zur weiteren Entwicklung der Pandemie

HSU

26. November 2021

In seiner heutigen Videobotschaft spricht Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann über die Maßnahmen zur Absicherung der Prüfungsphase des Herbsttrimesters, die Fortsetzung der Impfkampagne mit Grund- und Auffrischungsimmunisierung (Booster) an der HSU und Ausblick auf das Winter- und Frühjahrstrimester 2022.

Die Videobotschaft vom 26.11.2021 im Volltext

Liebe Universitätsbürgerinnen und Universitätsbürger,
Kommilitoninnen und Kommilitonen.

Sieben Universitätsmitglieder sind derzeit an COVID-19 erkrankt. Bei einem warten wir auf das Ergebnis der Differentialdiagnostischen Abklärung. Ein Universitätsmitglied befinden sich in Isolation auf dem Campus, sieben in häuslicher Isolation. 104 haben die Krankheit offiziell überstanden. Allen, die derzeit mit SARS-CoV-19 infiziert sind, wünsche ich einen milden Verlauf, und allen Betroffenen eine vollständige Genesung.

Meine Damen und Herren, dass sich die Corona-Lage derzeit in den deutschsprachigen Ländern rasant verschärft, ist ein Gemeinplatz. Obwohl die verfügbaren Impfungen recht gut vor einem schweren Verlauf und einer Hospitalisierung schützen, dämmen sie die Weitergabe des Virus durch Geimpfte im Zeitablauf immer weniger ein. Zudem haben wir in Deutschland immer noch eine sehr große Zahl ungeimpfter Personen.

Der Ausweg kann hier nur im Impfen bestehen. Das heißt, in einem zügigen Angebot von Booster-Impfungen an alle Grundimmunisierten. Und in einer Wahrnehmung des bestehenden Impfangebots durch die Ungeimpften. Zu beidem wird unsere Universität im Rahmen ihrer Möglichkeiten beitragen.

Als Ökonom weiß ich, dass es am Markt zwei Seiten gibt: Angebot und Nachfrage. Impfangebote gibt es reichlich, auch wenn derzeit lange Wartezeiten die Impfungen “draußen” prägen und sich selbst bei uns gelegentlich Sankt Bürokratius erhebt. Das Sanitätsversorgungszentrum Hamburg-Mitte und unsere Uni arbeiten seit jeher Hand in Hand, um solche Schwierigkeiten zu überwinden. Herr Flottillenarzt Kortland, ich danke Ihnen und Ihrem Team wieder einmal dafür, dass Sie an unserer Seite sind.

Das beste Angebot hilft aber nicht ohne Nachfrage. Daher geht mein Appell an die Ungeimpften: Fassen Sie sich ein Herz und machen Sie mit!

Denn was ist die offenkundige Alternative zum Impfen? Der Lockdown. Und worüber wird in der Politik schon wieder gesprochen? Über einen Lockdown.

Als alter Cineast fühle ich mich da an den Murmeltiertag erinnert: Jeden Herbst wachen wir auf und finden uns in derselben Lage, jeden Herbst “fahren wir das öffentliche Leben hinunter”. Für uns an den deutschen Universitäten geht es dabei um den Wesenskern akademischer Lehre und der Gemeinschaft auf dem Campus. Es geht schlicht und ergreifend um unseren Kernauftrag. In der Pandemie haben die Hochschulen bislang eine nachgeordnete Rolle gespielt, noch weit hinter der Kultur und der Gastronomie. Bei der letzten Tagung der Hochschulrektorenkonferenz war der Unmut über diese Lage und über die Prioritäten deutlich zu spüren. Macht einfach digital weiter, hieß es. Und es hat Zoom gemacht. Das haben wir dann auch mit einer gewaltigen Kraftanstrengung der Lehrenden und der Lernenden geschafft, wobei viele — zu viele! — auf der Strecke geblieben sind.

Zu Beginn des Trimesters haben wir endlich wieder Präsenz erleben dürfen, haben feststellen können, um wie viel besser Seminare, Übungen und Labore in Präsenz sind, und dass man auch den Wert des Campuslebens und seiner militärischen Schwester, der Kameradschaft, gar nicht hoch genug schätzen kann. Für die Universitäten der Bundeswehr, deren Studierende auf dem Campus wohnen, die Intensivstudiengänge anbieten und eine feste Höchststudiendauer aufweisen, war diese Erleichterung noch weitaus wichtiger als für die anderen Hochschulen.
Und jetzt angesichts “der Zahlen”? Zurück in den Lockdown?

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, es muss probatere Antworten geben. Gesellschaftlich zum einen, zum anderen auch für unsere Universität, also für meinen Verantwortungsbereich. Gemeinsam mit dem Covid-Board und der erweiterten Hochschulleitung ringe ich seit fast zwei Jahren um solche Antworten. Dabei haben wir neben unserem Gewissen die gesetzlichen Regulierungen sowie die Weisungen aus dem Bundesmionisterium der Verteidigung zu berücksichtigen.

Unsere Ideen laufen bislang auf das Schwerpunktprinzip hinaus: Wir identifizieren das, was unverzichtbar ist, und opfern gegebenenfalls den Rest für den Gesundheitsschutz. Dabei leitet uns der Auftrag der Universität einerseits und unsere Vorstellung vom Wesen einer Universität andererseits.

Offenheit und Diskussionskultur gehören zu den unverzichtbaren Wesensmerkmalen einer Universität. Daher ermuntere ich Sie, alle Universitätsangehörige, ausdrücklich, sich einzubringen. Eben nicht nur, indem Sie sich impfen lassen, sondern auch, indem Sie Ihre Ideen einbringen.

Am Schluss dieses Teils zu den Prinzipien des Krisenmanagements muss ich noch ein paar Worte als Verfassungsökonom sagen. Niklas Luhmann hat darauf hingewiesen, dass funktionierende Systeme zur Stabilität neigen. Ein ständiges Panta Rhei (“alles fließt”) ist gerade nicht Kennzeichen des Erfolgs, sondern im Gegenteil einer organisationellen Dysfunktionalität. Als Menschen wollen wir alle stabile Erwartungen bilden können, und in einer Krise mit erheblichen Strukturbrüchen muss es einen Anker geben.

Für uns an der Universität heißt das konkret: Wir müssen auch im Orkan von Covid-19 einen “rocher de bronze” — einen ehernen Fels — etablieren. Bitte erwarten Sie daher nicht, dass wir unsere Policy an den tagesaktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts ausrichten werden. Und aus diesem Grunde werden wir auch im Sturm bestimmte Grundsätze nicht ohne weiteres aufgeben.

Meine Absicht lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Helmut-Schmidt-Universität

  • konzentriert sich auf ihren Kernauftrag in Lehre und Forschung,
  • führt die Prüfungsphase im Herbsttrimester 2021 durch, hier liegt der Schwerpunkt,
  • bereitet für das Wintertrimester ein umfangreiches Angebot von Präsenzveranstaltungen vor, insbesondere von Seminaren und Übungen, mit Priorität bei den Studierendenjahrgängen 2020 und 2021,
  • ermöglicht das “Leben auf dem Campus” (Sport, Geselligkeit und gemeinsames Lernen) unter weitgehender Trennung der Wohnebenen,
  • stellt Führung, Ausbildung und Erziehung der Studierenden Offiziere und Offizieranwärterinnen und -anwärter sicher,
  • schließt ihren Campus für externe Nutzung und
  • gewährleistet den maximalen Gesundheits- und Infektionsschutz, der mit den oben genannten Zielen vereinbar ist.

Es kommt mir darauf an, auch unter verschärften pandemischen Bedingungen einen Kernbestand von Präsenzveranstaltungen zu sichern. Dazu zählen zum einen diejenigen Prüfungen, die sich nicht durch kontaktlose Formen substituieren lassen, und zum anderen diejenigen Seminare, Kolloquien, Übungen, Tutorien und Labore, bei denen eine digitale Darbietung mit erheblichen Qualitätseinbußen verbunden wäre. Zugleich soll die Führung, Ausbildung und Erziehung unserer militärischen Studierenden gewährleistet und der Fortbestand unseres Universitätscampus ermöglicht werden.

Maßnahmen: Was bleibt gleich?

Zunächst das Wichtigste: Der Lehr- und Prüfungsplan für das Herbsttrimester 2021 einschließlich der Präsenz, soweit sie vorgesehen ist, ändern sich nicht. Und auch an den bestehenden Planungsvorgaben für das Wintertrimester 2022 einschließlich des Ziels, hier umfangreich Präsenzveranstaltungen anzubieten (die Präsenz sollte der Standard für Seminare, Übungen und Labore sein), halten wir weiterhin fest. Ich werde gemeinsam mit der Studierendenvertretung eine Stellungnahme des Akademischen Senats anstoßen.

Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske oder zumindest einer OP-Maske in Gebäuden und Lehrveranstaltungen hat uneingeschränkt Bestand, soweit Sie nicht in Büros oder allein in Ihrer Studierendenunterkunft sind. Auf dem Campus gilt unverändert die 3G-Regelung, und die Wohnebenen bleiben nach Dienst grundsätzlich getrennt. Thomas Hobbes schieb einmal “a covenant without the sword is just vain breath”, und so können Sie unverändert stichpunktartige Kontrolle erwarten. Die Lehrenden bitte ich nachdrücklich darum, die Maskenpflicht in ihren Veranstaltungen durchzusetzen.

Wohnebenen-übergreifende studentische Lerngruppen bleiben unter den allgemeinen Hygieneauflagen zugelassen.

Für das Stammpersonal bleiben die Regelung für das Mobile Arbeiten und für die Arbeitszeiterfassung bis auf weiteres erhalten. Und zunächst bis 31.12.2021 finden grundsätzlich keine Dienstreisen und externen Veranstaltungen statt. Ausnahmen können genehmigt werden für Laufbahnlehrgänge, Ausbildung für den Dienstposten, für zur Erfüllung des Kernauftrags zwingend erforderliche Reisen. Die Entscheidung wird im Einzelfall auf der Ebene der Universitätsleitung getroffen.

Maßnahmen: Was ändert sich?

  1. Ich habe den Leiter des Studierendenbereiches gebeten, für die soldatischen Studierenden die Aufenthaltspflicht am Dienstort auszusetzen. Dies wird vom 11.12.2021 bis 23.12.2021 sowie vom 10.01.2022 bis 16.01.2022 gelten. Um gar keine Zweifel aufkommen zu lassen: Dies ist keine Home Office-Regelung! Denn sie berührt nicht die Verpflichtung zur Teilnahme an auf dem Campus in Präsenz stattfindenden akademischen Veranstaltungen — sei es Lehre, seien es Prüfungen — sowie an militärischen Ausbildungsvorhaben. Das Ziel dieser Maßnahme ist die Sicherstellung der Prüfungsphase zum Herbsttrimester 2021 und ein flexibler Einstieg in die Lehre des Wintertrimesters 2022 bei derzeit noch ungewisser Entwicklung der Pandemielage.
  2. Die Lehrenden bitte ich angesichts dieser Entwicklung, sich darauf einzustellen, dass wir gegebenenfalls kurzfristig im Wintertrimester auf die digitale Darbietung von Vorlesungen umstellen müssen. Seminare und Übungen sollten dann gleichwohl weiter in Präsenz angeboten werden. Sofern wir also entgegen unserer bisherigen Planung die Vorlesungen “zoomen”, können die Seminare in den größeren Hörsälen stattfinden.
  3. Wir schließen den Campus für alle Externen mit Ausnahme von angemeldeten Personen, die für den Kernauftrag erforderlich sind. Dazu gehören Vortragende, Lehrbeauftragte, Projektpartner und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Vertragsfirmen. Die Bibliotheksnutzung wird ab dem 06.12. nur noch für Universitätsangehörige möglich sein. Angehörige der Bundeswehr dürfen im dienstlichen Auftrag den Campus betreten.
  4. Bei den „Personal Heroes“ müssen wir den Spielraum reduzieren: Ab 29.11.2021 kann jeder Studierende den nominierten „Personal Hero“ nicht mehr wechseln. Das gilt einstweilen bis zum 31.12.
  5. Seit Donnerstag müssen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen sämtliche Personen, die auf den Campus wollen, neben dem Dienstausweis oder dem Ausweis für Mitarbeitende an der Wache einen Nachweis über vollständigen Impfschutz, eine Genesung von Covid-19 oder ein Zertifikat über einen aktuellen negativen Test vorlegen. Eine Testung auf dem Universitätscampus bleibt dabei möglich.
  6. An Samstagen und Sonntagen behält ein Test vom vorangegangenen Freitag seine Gültigkeit. Dadurch wird auf dem Campus wohnenden Studierenden, die noch nicht geimpft sind, die Rückkehr ermöglicht, auch wenn unser Testzentrum geschlossen ist.

Nun noch eine Nachricht, auf die viele von Ihnen schon gewartet haben: Wir werden am 2. Dezember bereits unsere Impfkampagne fortsetzen. Das heißt, nicht nur diejenigen unter Ihnen, die bislang noch keine Impfung erhalten haben, können schließlich hier die dringend erforderliche Covid-Schutzimpfung erhalten. Für Soldatinnen und Soldaten ist die Duldungspflicht vor wenigen Tagen vom Bundesministerium der Verteidigung verfügt worden.

Unsere Planungen waren darauf ausgerichtet, am 2. Dezember mit dem Boosten zu beginnen. Durch die gestrige Änderung bei der Duldungspflicht sind wir kurzfristig gezwungen, die Planungen neu anzusetzen. Wir schaffen nun zunächst die Voraussetzungen für die Erstimpfungen. Das heißt, wir ordnen die Kapazitäten, um zunächst mit den duldungspflichtigen Impfungen zu beginnen, und danach folgen die Boosterimpfungen für das militärische Personal der Impftage vor dem 02.06.2021.

Der restlichen Impfslots stellen wir dann voraussichtlich ab Montag Abend zur Boosterimpfung des Zivilpersonals zu Verfügung. Wir werden dazu am 30.11. im Mensagebäude über der ehemaligen Caféteria ein Impfzentrum einrichten.

Wir boosten vom Prinzip in der Priorisierung, die auch bei der Erstimpfung zur Anwendung kam. Die ersten Universitätsmitglieder können also damit rechnen, kurzfristig vom Lagezentrum zur Terminbuchung aufgefordert zu werden. Wir setzen das Impfen dann im Dezember und Januar fort, und ich gehe momentan davon aus, dass wir es schaffen werden, bis Februar alle Erst-, Zweit- und Drittimpfungen abschließen zu können.

Wir haben die Testkapazitäten des Testzentrums erhöht, die Pressestelle hat Sie alle Anfang der Woche darüber per Bulletin informiert. Jedem von Ihnen, auch den Geimpften, stehen pro Woche zwei kostenlose Tests zu. Bitte machen Sie davon Gebrauch – zu Ihrem und unser allem Schutz. Auch geimpfte Menschen können das Virus übertragen, und dies ist umso tückischer, weil Geimpfte oft keine Symptome haben. Also bitte lassen Sie sich testen.

Erinnern Sie sich, dass ich eingangs vom “ehernen Fels” und von der Stabilisierung von Erwartungen sprach? Für mich ist das ein Mantra: Bemühe Dich um stabile Rahmenbedingungen. Der Inhalt dieser Videobotschaft und die zugehörigen Bulletins gelten als Ergänzung zur bewährten Weisung Nr. 9. Ich gehe davon aus, dass die Eckdaten aus dieser Botschaft auch Eingang in die Weisung Nr. 10 finden werden, die wir für den 01.01.2022 vorbereiten. Damit werden wir die Weisung Nr. 9 in modifizierter Form fortsetzen.

Das trägt dazu bei, die ständigen Änderungen an den Regeln abzumildern.

So gilt es immer wieder, bereits genehmigte Dienstreisen zurückzuholen, die Planerinnen und Hörsaaldienste kämpfen um Klarheit bei Veranstaltungs- und Raumplanung. Die Vorgaben bezüglich Homeoffice, Anwesenheit und Zeiterfassung für das Zivilpersonal müssen häufig geändert werden. Dahinter steht die Absicht, jedes Quäntchen Spielraum zur Realisierung unserer Ziele auszunutzen (wenn das Virus in Frühling und Sommer schwächelt), und daher sind solche Änderungen teilweise unverzichtbar. Ich weiß aber, dass sie uns mürbe machen, daher ergreife ich die Gelegenheit, Ihnen allen — Verwaltung, Fakultäten, Studierendenbereich — für Ihre bisherigen Leistungen und für Ihr Durchhaltevermögen zu danken.

Die Saisonalität des SARS-CoV-19-Virus und der Fortschritt unserer Impfkampagne lassen mich erwarten, dass wir im Frühjahrstrimester 2022 selbst dann Vollpräsenz werden realisieren können, wenn wir im Wintertrimester 2022 aufgrund der getrübten Aussichten darauf schweren Herzens verzichten müssen.

Trotz der nun erforderlichen erneuten Einschränkungen wünsche ich Ihnen eine besinnliche Adventszeit. Ehrlich gesagt könnte es sein, dass Besinnung die einzige zulässige Aktivität ist, die uns verbleibt.

Und bleiben Sie bitte gesund.

Gesundheitsorientierte Führung:Das Dilemma von Führungskräften in der Pandemie

HSU

24. November 2021

Wirtschaftspsychologen der HSU zeigen in Studien erstmalig das Zusammenspiel zwischen Krisensituationen, gesundheitsorientierter Führung und der Gesundheit von Beschäftigten und identifizieren Krisensituationen als wichtigen Faktor für das Ausmaß und die Effektivität gesundheitsorientierter Führung.

Wirtschaftspsychologen der HSU zeigen in Studien erstmalig das Zusammenspiel zwischen Krisensituationen, gesundheitsorientierter Führung und der Gesundheit von Beschäftigten und identifizieren Krisensituationen als wichtigen Faktor für das Ausmaß und die Effektivität gesundheitsorientierter Führung.

Die Forscherinnen und Forscher der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg untersuchten zunächst das Ausmaß gesundheitsorientierter Unternehmens- und Mitarbeiterführung in Krisensituationen. In zwei Studien kommen sie zu dem Ergebnis, dass Führungskräfte in Krisensituationen wegen hoher Belastungen Schwierigkeiten haben, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu berücksichtigen und aktiv zu fördern. Dieser Effekt wird sogar noch verstärkt, wenn die Führungskräfte in Krisen selber unter hohem Stress leiden. Jedoch konnte die Studie auch zeigen, dass Führungskräfte verstärkt gesundheitsorientiertes Führungsverhalten zeigen, wenn sie in Krisensituationen bemerken, dass ihre Mitarbeiter hoch belastet sind.

In einer weiteren Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, inwiefern die Corona-Pandemie als kritisches Ereignis auch zu einer Krise am Arbeitsplatz führen und so das Führungsverhalten und die Mitarbeitergesundheit beeinträchtigen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass die Corona-Pandemie durch spezifische Stressoren (beispielsweise durch Unterbrechung von Arbeitsroutinen) eine Krise am Arbeitsplatz auslösen kann. „Hier zeigte sich ein Dilemma für Führungskräfte in Krisensituationen: Während die Beschäftigten in Krisensituationen besonders auf die Unterstützung der Führungskraft angewiesen sind und gesundheitsorientierte Führung einen besonders starken Effekt auf die Gesundheit haben kann, sinkt gleichzeitig das Level gesundheitsorientierter Mitarbeiterführung“, erläutert Laura Klebe (M. Sc.). Ferner könne dies dazu führen, dass die Beschäftigten aufgrund fehlender externer Ressourcen nicht mehr in der Lage sind, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern, so dass die Mitarbeitererschöpfung in Krisensituationen ansteigt. Die Ergebnisse zeigen, dass gesundheitsförderliche Führung in der Pandemie zwar abnimmt, aber besonders in Krisensituationen an Bedeutung gewinnt. Durch gesundheitsförderliche Mitarbeiterführung können Führungskräfte krisenbedingte Risiken auf ihre Beschäftigten abmildern.

Die beiden Studien entstanden unter dem Dach des Projekts „A person-oriented approach to mixed leadership and health“ unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Jörg Felfe (Professur für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie). Das Projekt beschäftigt sich unter anderem mit den Einflüssen lokaler und globaler Krisen auf gesundheitsorientiertes Führungsverhalten. Bisherige Forschung hat bereits positive Effekte gesundheitsorientierter Führung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Beschäftigten gezeigt. Bisher war jedoch unklar, ob und inwiefern situative Faktoren gesundheitsorientierte Führung beeinflussen können. Besonders Krisensituationen die Arbeitsroutinen unterbrechen – wie die Covid-19 Pandemie – konnten als wichtiger Einflussfaktor auf das Ausmaß und die Effektivität gesundheitsorientierter Führung identifiziert werden.

Originalpublikationen

Laura Klebe, Katharina Klug, Jörg Felfe: Mission impossible? Effects of crisis, leader and follower strain on health-oriented leadership. DOI: https://doi.org/10.1016/j.emj.2021.07.001

Laura Klebe, Jörg Felfe, Katharina Klug: The show must go on: The effects of crisis on health-oriented leadership and follower exhaustion during the Covid-19 pandemic. DOI: https://doi.org/10.1026/0932-4089/a000369

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin

Laura Klebe, M. Sc., Professur für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie, Tel. 040 6541-3427, E-Mail klebe@hsu-hh.de

Ansprechpartner für die Medien

Pressestelle, Dietmar Strey, 040 6541-2774, pressestelle@hsu-hh.de

Christian Vorwerk erhält Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg

HSU

19. November 2021

Dipl.-Ing. Christian Vorwerk, Oberingenieur an der HSU-Professur für Maschinenelemente und Rechnergestützte Produktentwicklung, wurde am 16. November 2021 vom Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus (BW) mit dem Dr. Rudolf-Eberle-Preis ausgezeichnet. Den Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg erhielt Vorwerk gemeinsam mit seinem Projektpartner ROTEC für eine neue Generation von Geräten zur magnetischen Prüfung von Drahtseilen, unter anderem in Seilbahnanlagen. Der Preis wird alljährlich an mittelständische Unternehmen verliehen, die herausragende technische Innovationen erfolgreich auf dem Markt umgesetzt haben.

Die Lebensdauer von Drahtseilen, die in Seilbahnanlagen, Kranen, Aufzügen und anderen Förderanlagen eingesetzt werden, ist infolge von Spannungsbeanspruchungen, Materialermüdung, mechanischem Verschleiß und Korrosion begrenzt. Die von Christian Vorwerk und Partner ROTEC entwickelte neue Generation von stationären und mobilen Prüfgeräten ist erstmals in der Lage, diese Drahtseile dreidimensional darzustellen und damit Ermüdungsbrüche in einzelnen Litzen und andere Verschleißschäden zu erkennen. Bisherige Systeme zur Seilprüfung mittels Magnetinduktion erzeugten eine Aufzeichnung, die erst im Nachgang interpretiert werden konnte.

Die dafür notwendige Elektronik mit Messdatenerfassung und die Filtertechnik wurden von Christian Vorwerk an der Helmut-Schmidt-Universität entwickelt, während die Firma ROTEC für die Geräteauslegung, Megnetfeldberechnungen und Signalanalysen zuständig ist. Die Technologie ist mittlerweile weltweit im Einsatz, zahlreiche stationäre und mobile Geräte wurden zur Seilprüfung an Experten ausgeliefert.

„Der Preis soll andere Unternehmen motivieren, ebenfalls neuartige Produkte und Lösungen
zu entwickeln. Er betont den hohen Stellenwert, den Innovationen für unsere Wirtschaft und damit für die Zukunft unseres Landes haben“, so das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus auf seiner offiziellen Projektseite zum Impetus der Auszeichnung.

Die Preisverleihung fand am Dienstag, den 16. November 2021 um 18.30 Uhr in der König-Karl-Halle,
im Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg, statt.

Der Landesinnovationspreis wurde am 16.11.2021 in Stuttgart von der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut an Dipl.-Ing. Christian Vorwerk und seine Partner von der Firma ROTEC verliehen.
Der Landesinnovationspreis wurde am 16.11.2021 in Stuttgart von der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut an Dipl.-Ing. Christian Vorwerk (2. v.l.) und seine Partner von der Firma ROTEC verliehen.

Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann zur aktuellen Entwicklung der Pandemie

HSU

18. November 2021

In seiner heutigen Videobotschaft spricht Universitätspräsident Prof. Dr. Klaus Beckmann über seine Absicht, Forschung und Lehre bei bestmöglichem Schutz weiterzuführen, über begleitende Maßnahmen, darunter auch das Testen und die Fortsetzung des Impfens an der HSU.


Die Videobotschaft vom 18.11.2021 im Volltext

Liebe Universitätsmitglieder,
liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

das Wichtigste zuerst: Sechs Universitätsmitglieder sind derzeit an COVID-19 erkrankt. Bei fünf warten wir auf das Ergebnis der differentialdiagnostischen Abklärung. Fünf Universitätsmitglieder befinden sich in Isolation auf dem Campus, sechs in häuslicher Isolation. 101 haben die Krankheit offiziell überstanden. Allen, die betroffen sind oder waren, wünsche ich schnelle und vollständige Genesung.

Wir erleben jetzt, was von einschlägig ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorhergesagt wurde: den Anstieg der Infektionszahlen im Herbst. Déjà vu, könnte man sagen, denn wir haben dies im vergangenen Herbst bereits so erlebt.

In diesem Jahr sind wir allerdings planerisch noch besser vorbereitet, denn unsere aktuell geltende Weisung Nr. 9 für die Bekämpfung der Pandemie ist genau für diese Situation entwickelt worden. Beispielsweise haben wir in den Seminarräumen mit Abstand planen lassen.

Freilich haben mich Tempo und Ausmaß erstaunt, mit dem die Infektionszahlen steigen. Unser Covid-Lagezentrum ist seit zwei Wochen bereits mit der Erfassung aller Verdachtsfälle und Kontaktnachverfolgung gut beschäftigt. Und „unser“ Sanitätsversorgungszentrum ist bei bis zu 60 und mehr Erkältungs- und Covidpatientinnen und -patienten pro Tag an der Kapazitätsgrenze, daher kann es hier bereits zu längeren Wartezeiten kommen.

Das ändert aber nichts daran, dass wir uns mit den herrschenden Regeln – einschließlich des bei manchen unbeliebten „Campus Office“ – rechtzeitig auf die gegenwärtige Welle vorbereitet haben. Dazu gehört auch die Kontaktnachverfolgung per QR-Code in unseren Veranstaltungen konsequent zu nutzen.

Der Leiter des Studierendenbereichs hat in seiner Videobotschaft, die sich an die Studierenden richtete, vorige Woche auf die seit Anfang Oktober geltenden Regeln nachdrücklich hingewiesen. Und er hat und hatte meine vollständige Zustimmung für jedes seiner Worte. Für unsere zivilen Studierenden gelten übrigens die gleichen Regeln.

Meine Absicht ist es, den Kernbetrieb der Universität – Lehre und Forschung – sicherzustellen und die Präsenzangebote fortzuführen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der anstehenden Prüfungsphase.

Damit sind wir auf einer Linie mit den Zielen aller Hochschulen in Deutschland und in Hamburg. Das konnte ich erst diese Woche sowohl von der Hochschulrektorenkonferenz als auch von der Landeshochschulkonferenz als Botschaft mitnehmen.

Gestern Mittag gab es eine Runde der Präsidenten und Präsidentinnen unserer Organisationsbereichs mit dem Abteilungsleiter Personal, und auch dort konnte ich keine Ablage zwischen den Konzepten aus München und meiner Ziffer 3A feststellen.

Bedingung für die Erfüllung des Hauptauftrags ist es, die Resilienz und Durchhaltefähigkeit der Studierenden zu stärken. Dazu gehören nach meiner Überzeugung die Angebote des Hochschulsports, die militärische Ausbildung in AMA, IGs und Ausbildungszügen wie auch die Möglichkeit, mit Kameradinnen und Kameraden auf der Wohnebene mal ein Bier zu trinken. Auch gemeinsames Lernen und Austausch auf dem Campus ist notwendig.

Aber eben ohne Vermaschung der Wohnebenen. Denn auch diese Kohortenbildung erhöht unsere Resilienz.

Ist es nicht gefährlich, solche Interaktion auf dem Campus und die Lehrveranstaltungen zuzulassen? Freilich besteht ein Risiko. Aber unser geprüftes Hygienekonzept trägt, und wir müssen mit dem Virus umgehen lernen. Denn es wird uns noch geraume Zeit begleiten. Daher ist ein Shutdown keine Alternative.

Wo kommen die Risiken her? Nach meiner Auffassung und der unseres Corona-Teams kommen sie von den „3K“: Kinder, Kiez, Kameraden.

  1. Dass Kinder mehr oder weniger schutzlos dem Virus ausgesetzt sind, lässt sich kaum bestreiten. Das ist ein Problem für junge Familien – Studierende oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die sich bei ihren Kindern anstecken können. Es ist auch ein Problem für Kameradinnen und Kameraden, die übers Wochenende zu ihren schulpflichtigen Geschwistern reisen.
  2. Die nächtliche Tour über den Kiez, dessen Lokale geöffnet sind und wo oft nicht nur die Hemmungen, Abstand und Masken fallen, mag legal sein. Aber selbst beim 2G-Modell weiß man, dass man sich auch bei Geimpften anstecken kann. Bereits im Oktober waren Clubs und Bars für knapp 72% der Warnungen über die Luca-App der Auslöser.
  3. Das dritte K betrifft das Verhalten der Kameradinnen und Kameraden auf dem Campus unmittelbar. Wenn ich sehe, dass Studierende sich im Café am Roten Platz Gebäck und Getränke „to go“ kaufen, diese dann allerdings in einer der Sitzecken auf dem Flur verzehren, dann verstößt dies ebenso gegen die Weisung Nr. 9, wie es die Teilnahme an einer Lehrveranstaltung ohne Maske tut. Auch der Austausch zwischen den Wohnebenen ist ein Problem, weil die Kohortenbildung das Risiko auf dem Campus verringert.

Was folgern wir daraus? Zunächst einmal kann es für uns ein 2G für die Studierenden nicht geben. Denn die meisten unserer Studierenden haben ein Dienstverhältnis mit dem Bund – und 2G würde für ungeimpfte Studierende bedeuten, von der Dienstausübung ausgeschlossen zu sein. Das ist rechtlich – anders als bei Landesuniversitäten – nicht möglich.

Zweitens müssen wir deutlich machen, dass ein studierender Offizier (m/w/d), der in einer Gemeinschaftsunterkunft lebt, auch Verantwortung für andere trägt. Der Leiter Studierendenbereich hat darauf in seiner Botschaft bereits hingewiesen. Immerhin haben unsere Studierenden einen Beruf ergriffen, mit dem man in besonderer Weise Verantwortung übernimmt.

Klar sollte sein: Wohnebenen-übergreifende Treffen, sei es zum Fernsehen, sei es zum Feiern, sind bei dem aktuellen Infektionsgeschehen absolut nicht angezeigt. Und selbst Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln – die Wochenendheimfahrt mit der Bahn – erscheint mir momentan wert, hinterfragt zu werden.

Drittens werden wir die Einhaltung der Weisung Nr. 9 verstärkt kontrollieren.

Und viertens werden wir der aktuellen Entwicklung durch zusätzliche Maßnahmen Rechnung tragen:

Wir haben alle größeren Präsenzveranstaltungen abseits der akademischen Lehre abgesagt. Weder die Veranstaltung „Militärische Verwendung im Fokus“, noch die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallmedizin und Orthopädie können derzeit stattfinden. Um nur zwei der abgesagten Veranstaltungen zu nennen. Ich hielte es übrigens für eine Frechheit gegenüber meinen Studierenden, die „militärische Verwendung im Fokus“ zu unterbinden, aber Tagungen Externer laufen zu lassen.

Ebenfalls gelten Dienstreisen bis zum 31.12. grundsätzlich als abgesagt – einschließlich meiner eigenen. Unabwendbare Dienstreisen werden wir im Einzelfall prüfen. Ich habe die Entschlüsse, über die ich jetzt spreche, am Dienstag auf der Fahrt von der Hochschulrektorenkonferenz (Stuttgart) zur Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (Berlin) gefasst und den Dienstwagen gleich nach Hamburg dirigiert.

Die geplante Weihnachtsfeier der Präsidialabteilung und die der Verwaltung fallen ebenso aus wie der Weihnachtsmarkt, den der Studierendenfachbereich Alpha endlich wieder mal geplant hatte. Es wird für beides voraussichtlich im Frühjahr, wenn es die Umstände zulassen, eine Ersatzveranstaltung geben.

Dies alles tut uns weh, aber – nochmal: Das Ziel ist die Aufrechterhaltung des Grundbetriebs in Präsenz. Einschließlich der Prüfungsphase am Ende des Trimesters. Das bleibt unser Hauptauftrag.

Die Jahrgänge 2018 und 2019 können ein Lied davon singen, was es bedeutet, wenn ein Prüfungsdurchgang wegen eines Shutdowns verschoben werden muss. Das gilt es unbedingt zu vermeiden. Die Erfahrungen im laufenden HT 2021 haben uns zudem deutlich gemacht, wie wertvoll Präsenz auf dem Campus für die akademische Lehre ist. Darin sind sich alle Verantwortlichen an der Universität einig.

Es gibt einige Studierende, für die unsere Planungen – leider! – keine Präsenzveranstaltungen vorgesehen haben. Auch diese können von der vorgesehenen militärischen Ausbildung und von der Interaktion auf dem Campus profitieren. Für das WT 2022 planen wir derzeit die Nutzung der Lehrsäle ohne Abstand (so wie das auch die anderen Unis tun), so dass noch mehr Veranstaltungen in Präsenz möglich werden.

Im „Campus Office“ braucht man gutes Netz, also noch einmal der Hinweis, dass es mittlerweile zulässig ist, dieses mit eigenen Access Points zu „boostern“.

Für das Stammpersonal der Universität werden wir die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens wieder verstärken. Wir kehren dabei zu dem Modus zurück, den wir im Mai dieses Jahres bereits hatten. Nähere Einzelheiten erfahren Sie per Bulletin aus dem Personaldezernat, nachdem die Befassung der Gremien abgeschlossen ist.

Wir sind davon ausgegangen, mit einer Impfquote von 91 % an der Universität gut geschützt durch den Winter zu kommen, und wir lernen jetzt, dass dies nur teilweise richtig ist. Je nach verwendetem Impfserum sowie dem Alter und Gesundheitszustand einer Person ist der Impfschutz möglicherweise nach sechs Monaten bereits löchrig und die Schutzwirkung gegenüber einer Ansteckung deutlich reduziert. Die gute Nachricht ist, dass der Schutz vor einem schweren Verlauf mit Zeitablauf weniger stark schwindet.

Wir streben daher an, unsere erfolgreiche Kampagne “Impfen@HSU” fortzusetzen. Ziel ist dabei, allen, die das wollen, möglichst bald die sogenannte Booster-Impfung anbieten zu können. Ich rechne damit, dass wir am 2. Dezember damit beginnen. Es gibt allerdings noch organisatorische Herausforderungen zu bewältigen, bis es soweit ist. Die Terminvergabe wird dann über ein elektronisches Buchungssystem geschehen, ähnlich wie bei unserem Testzentrum. Erwarten Sie dazu unser zeitnahes Bulletin.

Das Testangebot in unserem Testzentrum in Gebäude H1 werden wir ausweiten, und ich bitte Sie, davon auch Gebrauch zu machen. Ihnen stehen zwei kostenlose Tests pro Woche zu. Bitte nutzen Sie dies – zu Ihrer und unserer aller Sicherheit.

Unser Lagezentrum und das Netzwerk der Hilfe sind weiterhin unermüdlich im Einsatz. Ich danke diesen Bereichen ebenso wie dem Sanitätsversorgungszentrum Hamburg-Mitte für diesen Einsatz und die Unterstützung. Bitte melden Sie sich bei den entsprechenden Ansprechpersonen, wenn Sie Fragen haben oder Hilfe benötigen.

Ich bin mir bewusst, dass wir uns in einer Zeit der Unsicherheit befinden. Mir ist klar, dass die mittlerweile 21 Monate der Pandemie für Sie alle — Lehrende und Lernende, Studierende und Stammpersonal, Soldatinnen und Soldaten, Zivilisten und Zivilistinnen — mit psychischen Belastungen verbunden sind. Umso mehr, als unsere Hoffnung auf ein Ende des Tunnels immer wieder enttäuscht zu werden scheint. Ich verstehe auch, dass es erhebliche Sorgen und Ängste gibt.

Daher müssen wir uns bemühen, den Campus so sicher zu machen, wie es mit der Erfüllung unseres Hauptauftrags vereinbar ist. Wir wollen unverändert dafür sorgen, dass es die Sicherheit nicht erhöht, unseren Campus zu verlassen. Und wir wollen das unter erträglichen Bedingungen für das Campusleben tun.

Ich fordere Sie auf, dabei mitzuhelfen. Ihre Mithilfe beginnt dabei, einfach die Spielregeln einzuhalten. Ihre Mithilfe wird gestärkt, wenn Sie Verantwortung für andere übernehmen. Und vielleicht nicht Dinge tun, die zwar zulässig, aber gerade nicht besonders schlau sind. Und die Königsklasse der Mithilfe ist, sich Wege einfallen zu lassen, wie man Interaktion und Austausch auf dem Campus mit geringer Gefährdung ermöglichen kann.

Darum möchte ich Sie im Namen unserer Gemeinschaft bitten. Und bitte bleiben Sie negativ, wenn auch nicht auf Jodel.

Vielen Dank.

Dana Valentiner erhielt Elise-Reimarus-Preis

HSU

12. November 2021

Dr. Dana-Sophia Valentiner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Öffentliches Recht, insbesondere Öffentliches Wirtschafts- und Umweltrecht, erhielt am 11. November 2021 den Elise-Reimarus-Preis der Akademie der Wissenschaften Hamburg. Der Preis, der erstmalig verliehen wurde, ist mit einem Druckkostenzuschuss in Höhe von 4.000 Euro verbunden.

Eine junge Frau mit einem weißen Shirt und rotem Blazer
Dr. iur. Dana-Sophia Valentiner erhielt den Elise-Reimarus-Preis der Akademie der Wissenschaften Hamburg

Valentiners Dissertation hatte die Jury überzeugt. Unter dem Titel „Das Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung – Zugleich eine gewährleistungsdogmatische Rekonstruktion des Rechts auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit“ widmete sich die Juristin dem Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung im Licht der veränderten gesellschaftlichen Betrachtungen und Bewertungen von Sexualitäten. Valentiner blickte in ihrer Grundlagenarbeit mit Bezügen zur Rechtsphilosophie, der Sexualsoziologie und der Geschlechterforschung auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Die Mitglieder der Jury zeigten sich beeindruckt von der hervorragenden Bewerbung: Die exzellent begutachtete und bereits preisgekrönte Publikation von Dana-Sophia Valentiner behandele ein hoch relevantes Thema mit hoher Außenwirkung.

Die Akademie der Wissenschaften will mit dem Elise-Reimarus-Preis exzellente Arbeiten aus den Geistes- und Sozialwissenschaften von jungen Forschenden aus dem Einzugsbereich der Akademie fördern.