Hans-Joachim Braun (1943-2026)

Mit großer Bestürzung haben wir erfahren, dass Hans-Joachim Braun am 13. März 2026 verstorben ist. Als langjähriger Inhaber der Professur für Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte an der Helmut-Schmidt-Universität vertrat er Themenspektren, die heute im Bereich der Professur für Wissensgeschichte weitergeführt werden. Als einer der profiliertesten Technikhistoriker im deutschsprachigen Raum vertrat er das Fach an der HSU seit 1982 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008. Selbst Autor einer Vielzahl von Standardwerken, prägte er das Feld der Technikgeschichte und dessen öffentliche Sichtbarkeit nachhaltig. Mit seinem Gespür für interessante und spannende Themen schaffte er es daneben mühelos, die Gräben zwischen den Fakultäten der HSU zu überspringen, etwa mit Projekten zur künstlichen Kreativität oder zur Technisierung der Fußballtaktik.

Noch lange nach seiner Emeritierung fühlte er sich der HSU verpflichtet und führte die interdisziplinäre Lehre im Rahmen zahlreicher ISA-Kurse fort. Seinen Studierenden, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der ganzen Fachgruppe Geschichte wird er in dauerhafter Erinnerung bleiben.

Eine ausführliche Würdigung in den einschlägigen Fachzeitschriften wird hier in Kürze verlinkt.

Herzlich willkommen an der Professur für Wissensgeschichte moderner Gesellschaften der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg!

Die Professur für Wissensgeschichte moderner Gesellschaften beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit Ansätzen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel im Zeitalter einer verdichteten technischen Kultur zu verstehen. Die Geschichte des Wissens und der Technik ist die konsequenteste Art und Weise, historischen Wandel anders als entlang etablierter Ereignisse zu erklären. Sie fragt danach, wie Gesellschaften sich selbst verstehen und verändern, denn das Streben nach Wissen – so unvollständig und lückenhaft dies letztlich auch bleiben mag – ist die Basis solcher Veränderungsprozesse. Das gilt für die Erkenntnisse der Teilchenphysik ebenso wie für die genetische Manipulation von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen oder die statistische Erfassung von Geburtenraten.

Die Mitarbeitenden im Team der Professur forschen und arbeiten zu verschiedenen Themengebieten und geographischen Räumen; uns eint jedoch das Interesse an Prozessen gesellschaftlichen Wandels und der Rolle von formellem und informellem Wissen im Verhältnis von Individuum, Technik und Umwelt. Besonderes Augenmerk kommt dabei umwelthistorischen Fragestellungen zu, deren Bedeutung für die Wissensgeschichte sich nicht erst aus den aktuellen Krisendiskursen ergibt.

Forschungsprojekte der Professur für Wissensgeschichte moderner Gesellschaften

Unsplash License, Foto von Mohit Kumar
Mais und die Intensivierung der europäischen Landwirtschaft, 1945-1992
etiamos161000187
Modernisierung, Planung und Intervention in der Geschichte europäischer Integration
A. Franz
Militärstatistik in Europa im langen 19. Jahrhundert
Christiansen-Weniger, Friedrich / Tosun, Osman: Die Trockenlandwirtschaft im Sprichwort des anatolischen Bauern, Ankara 1939
Europäische Wissensnetzwerke und landwirtschaftliche Entwicklungskonzepte im Mittelmeerraum im 20. Jahrhundert
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Landscape and Power in Mandate Palestine, 1917-1948
Racing Imperialism and Independence: East Africa’s Safari Rally, 1953-2002
Moede, Walther (1921): Ergebnisse der industriellen Psychotechnik. In: Praktische Psychologie 2 (10), S. 289–328, hier: S. 294
Die Geschichte apparativen, psychologischen Testens und das Verhältnis von Motorik und Kognition von den 1920ern bis zu den 1960er Jahren