Dr. Jörn Eiben (geb. Esch)

Dr. Jörn Eiben (geb. Esch)

Jörn Eiben
Raum:
2213
Tel.:
+49-40-6541-
2564
Besucheranschrift
Helmut-Schmidt-Universität
Gebäude H1
Holstenhofweg 85
22043 Hamburg
Postanschrift
Helmut-Schmidt-Universität
Fakultät für Geites- und
Sozialwissenschaften
Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte
Postfach 70 08 22
22008 Hamburg

 

seit 11/2015

wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte (DFG-Projekt: „Industriestädte“)

12/2015
Abschluss des Promotionsverfahrens an der Fakultät IV, Human- und Gesellschaftswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

04/2015 – 10/2015
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Deutsche und europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Institut für Geschichte, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
09/2011 – 01/2015
Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung
10/2011 – 09/2014
Kollegiat des DFG-Graduiertenkollegs 1608/1 „Selbst-Bildungen“, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
08/2013 – 10/2013
Praktikum im Archiv des Leo Baeck Institute, New York, USA
08/2011 – 03/2015
Promotion an der Fakultät IV, Human- und Gesellschaftswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Betreuung durch: Prof. Dr. Thomas Etzemüller (Erstgutachter), Jun. Prof. Dr. Malte Thießen (Zweitgutachter). Thema: „Das Subjekt des Fußballs. Eine Geschichte kollektiv bewegter Körper“
09/2007 – 07/2008
Foreign Language Assistant an der Brigshaw High-School in Allerton Bywater, West Yorkshire, England
04/2003 – 07/2009
Studium Englisch und Geschichte, I. Staatsexamen, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Monographie
Das Subjekt des Fußballs. Eine Geschichte bewegter Körper im Kaiserreich, Bielefeld 2016

Besprochen in u.a.: 11Freunde, März 2016 (Christoph Biermann); H-Soz-u-Kult, 05.07.2016 (Nils Havemann); Historische Zeitschrift, August 2017 (Frank Becker); Ballesterer Fußballmagazin, September 2017 (Nicole Selmer)
Aufsätze
Als Wolfsburg die Krise bekam. Eine Perspektive auf die frühen 1970er Jahre, in: Das Archiv. Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte, Nr. 3, 2016, S. 11

‚to play by the Book?‘ Der Fußballer in Praxisanleitungen, in: Haasis, Lucas / Rieske, Constantin: Historische Praxeologie, Paderborn 2015, S. 105-121

Ist der Fußballer im Bilde? Körpergeschichte und visuelle Quellen , in: BodyPolitics. Zeitschrift für Körpergeschichte 2, 2014

(die folgenden erschienen unter meinem vorherigen Nachnamen „Esch“)

Die Geschichte des deutschen Fußballs zwischen Region und Nation. „Subjektivierungsregimes“ und „Formen der Ausarbeitung“ im Kaiser-reich, in: Westfälische Forschungen 63, 2013, S. 57-75

Vom Volkssport zum Erziehungsinstrument. Zur Geschichte des Fußballs in England, in: fastforeword 1/08, S. 9-17 (Link )

 

Buchbesprechungen für:
H-Soz-u-Kult, Neue Politische Literatur, Sport und Gesellschaft, SportZeiten, Vierteljahrsschrift für Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Vorträge
09/2016 „Praxeologie als Hypothese. Von den Schwierigkeiten eines Historikers,“ Alumni Summer School des Graduiertenkolleg „Selbst-Bildungen“, Oldenburg

08/2016 „The Town Hall, its Space and the Formation of Urban Identity: the strange Case of Wolfsburg,“ Kongress der European Association for Urban History Reinterpreting Cities, Helsinki

06/2016 „Bird’s Eye: Positions, Spaces, and the hypothetical Body. The Case of Football in the German Empire,“ Tagung Visualities – Sports, Bodies, and Visual Sources, Köln

10/2015 „A »Small-Scale War« and its Soldiers: Football and Football Players,“ Tagung »The good soldier.« Ideal, instrument of manipulation or contradiction in itself?, Trondheim

09/2014 Posterpräsentation auf dem Doktorandenforum, 50. Deutscher Historikertag Göttingen

04/2014 „»Das ist nicht die richtige Jugend, die bei uns heranwächst«. Das (Er-)Messen von Normalität und Abweichung“, Stuttgarter Fortbildungsseminar Normalität und Medizin, Institut für Sozialgeschichte der Medizin Stuttgart

03/2014 „Die »schlaffe Jugend« und der Sport – Zum Konzept der sportlichen Leistung und des Wettkampfes in der schulischen Erziehung des Deutschen Kaiserreichs“, Panel Pflicht und Ehrtrieb, 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft Berlin

01/2014 „Wie wird man Fußballer? Ein programmatischer Vorschlag für eine praxeologisch fokussierte Historiographie“, Workshop Doings, Sayings, Writings III, Universität Oldenburg

07/2013 „Visualität & Subjektivierung. Den Fußballer ins Bild setzen“, Workshop Doings, Sayings, Writings II, Universität Oldenburg

04/2013 „Fußball als präventive Praxis im deutschen Kaiserreich“, 32. Stuttgarter Fortbildungsseminar Praktiken von Gesundheit und Krankheit, Institut für Sozialgeschichte der Medizin Stuttgart

12/2012 „How to play by the book? Der Fußballer in Praxismanualen“, Workshop Doings, Sayings, Writings I, Universität Oldenburg

11/2012 „Das Subjekt des Fußballs“, Nordlichter Tagung, Georg Eckert Institut Braunschweig

11/2012 „Just for Kicks? Fußball als nationales Projekt im Deutschen Kaiserreich“, Doktorandentag der Graduiertenschule für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften, Universität Oldenburg

06/2012 „Spiel und Sport. Zwei unterschiedliche Konzepte um die Jahrhundertwende“, Vorlesung im Modul Spieltheorien und Spielkonzepte, Deutsche Sporthochschule Köln

08/2011 „Die »Schäden an unserem Volkskörper« und der Fußball“, From Gymnastics to Sports, Jahrestagung der International Society for the History of Sport and Physical Education Frankfurt am Main

04/2010 „Von der »englischen Krankheit« zum »deutschen Männersport«. Die Aufnahme der Bewegungspraxis Fußball im Deutschland des 19. Jahrhunderts“, Forschungswerkstatt Praktiken und Praxis, Graduate School of Sociology Münster

06/2009 „Fußball als Instrument zur Gesundung und Gesunderhaltung in England von 1850-1900“, Geschichte und Geschichten von Gesundheit und Krankheit, Jahrestagung des österreichischen Vereins für Sozialgeschichte der Medizin in Linz

 

Miszellen
07/2017 Zweitveröffentlichung des Tagungsberichts zu „Industrial Decline and the Rise of the Service Sector? How did Western Europe and North America cope with the multifaceted structural transformations since the 1970s?“, in: Bulletin German Historical Insitute Washington 60, 2017 , S. 119-123

12/2016 Impressionen von der European Association for Urban History Konferenz, in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte 2, 2016, S. 149-158

11/2016 Interview mit Das Archiv. Zeitschrift für Wolfsburger Stadtgeschichte: „Industriestädte nicht über einen Kamm scheren“, in: Ebd., Nr. 3, 2016, S. 10

11/2016 Tagungsbericht zu „Industrial Decline and the Rise of the Service Sector? How did Western Europe and North America cope with the multifaceted structural transformations since the 1970s? „, veröffentlicht auf H-Soz-u-Kult

09/2016 gemeinsam mit Katja Molis: Leitung Workshop zu Michel Foucault auf der Alumni Summer School des Graduiertenkolleg „Selbst-Bildungen“, Oldenburg

06/2016 Abschlusskommentar auf dem 10. Workshop der Erfurter RaumZeit-Forschung „Kartographien zeitlicher Dynamik“, Gotha

04/2016 Interview mit L.I.S.A., dem Wissenschaftsportal der Gerda-Henkel-Stiftung: „Die Modellierung von Männlichkeit im Fußball “

05/2013 Interview für die Homepage der Uni Oldenburg: „Als von Champions League noch niemand sprach “

04/2013 Interview für den Podcast: „Stimmen der Kulturwissenschaft “

04/2012 gemeinsam mit Jan Dunzendorfer: Tagungsbericht zu der Tagung „Sports, Bodies and Subjects. Sports History as the Social and Cultural History of Modernity „, veröffentlicht auf H-Soz-u-Kult

Projekte
»Wohlstandsinseln«, »Notstandsgebiete«? Die Industriestädte Wolfsburg und Wilhelmshaven unter den Vorzeichen von Krisen und Transformationen (Teilprojekt des DFG-Projekts Industriestädte – Krisen, Krisenwahrnehmungen und Entwicklungsalternativen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts)
das Teilprojekt: Wilhelmshaven und Wolfsburg sind Industriestädte, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Wolfsburg galt bereits in den 1950er Jahren dank seiner engen Verbindung zum erfolgreichen Volkswagenwerk als „Wohlstands-Insel“ und weist aktuell die niedrigste Arbeitslosenquote aller kreisfreien Städte in Niedersachsen aus. Wilhelmshaven bildet derzeit in dieser Hinsicht das Schlusslicht und blickt, anders als die monoindustrielle „Autostadt“, auf eine sehr wechselvolle Geschichte verschiedener, überwiegend gescheiterter Industrieprojekte zurück – vom Ölhafen über den Raffinerie-Komplex bis zum Technologie Centrum Nordwest auf dem ehemaligen AEG/Olympia-Gelände. Insofern wundert es nicht, dass die Stadt in einem Zeitungsartikel von 1985 als wirtschaftliches „Notstandsgebiet“ bezeichnet wurde. Die angedeuteten, sehr unterschiedlichen stadthistorischen Entwicklungen und ihre enge Verschränkung mit den ansässigen Industrien lassen eine vergleichende und kontrastierende Untersuchung von Wilhelmshaven und Wolfsburg vielversprechend erscheinen. Dies gilt umso mehr, wenn der Fokus auf die Untersuchung von Krisen gerichtet wird: Denn nicht nur das „Notstandsgebiet“ war von Krisen betroffen, sondern auch die „Wohlstands-Insel“, wie sich etwa anhand der Massenentlassungen Mitte der 1970er Jahre im Kontext der Ölpreiskrise zeigen ließe.
Das Erkenntnisinteresse der Studie richtet sich somit nicht auf eine Chronologie industrieller Entwicklungen in Wilhelmshaven und Wolfsburg. Ebensowenig sollen Narrative von industriestädtischen Auf- und Abstiegen wiederholt werden, die sich durch verschiedene ältere stadtgeschichtliche Studien ziehen. Vielmehr steht das komplexe Wechselspiel zwischen Stadt und Industrie unter den besonderen Bedingungen von Krisen im Zentrum. Interessiert man sich für dieses Wechselspiel, so gilt es zum einen die jeweiligen Krisendiagnosen in ihrer Historizität herauszupräparieren. Zum anderen müssen die (trans-)formativen Effekte von Krisen – etwa auf den industriestädtischen Raum in seinen baulichen, kulturellen, sozialen oder infrastrukturellen Dimensionen – berücksichtigt werden.
Der analytische Fokus der Studie wird daher auf die Trias Krise-Reaktion-Transformation in ihren jeweils konkreten wie symbolischen Ausformungen gerichtet. Diese Konstellation ist als heuristisches Modell in dreierlei Hinsicht vielversprechend:
– Historiographisch erlaubt es, sozialhistorische Ansätze mit solchen aus dem Bereich der Neuen Kulturgeschichte zu vermitteln. Es können zugleich Fragen nach sozialhistorischen Kernthemen (etwa (Arbeits-)Märkten, sozialen Beziehungen oder sozio-politischen Interventionen) gestellt sowie kulturhistorische Foki (etwa Medialisierung von Krisen, Praktiken des Umgangs mit Krisen oder Transformationen des (Stadt-)Raums) berücksichtigt werden.
– Analytisch bietet es eine Grundlage für den Vergleich zwischen den beiden Städten und ermöglicht es, Bezüge zu allgemeineren historischen Formationen herzustellen. Auf diese Weise stehen weder zwei isolierte Einzelstudien noch der simple Vergleich von zwei Städten im Zentrum. Vielmehr sollen die Verhältnisse zwischen den jeweiligen städtischen Mikroebenen, ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie ihrer Verflechtungen mit historischen Prozessen größerer Reichweite untersucht werden.
– Forschungspraktisch ermöglicht das Modell eine konzentrierte Umsetzung der Studie. Es hält das Projekt gleichzeitig offen für neue Erkenntnisse sowie notwendig fokussiert für Quellenrecherche und -auswertung.

Das Gesamtprojekt: Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt des Lehrstuhls für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (Prof. Dr. Martina Heßler) und des Lehrstuhls für Kultur- und Mediengeschichte, Universität des Saarlandes (Prof. Dr. Clemens Zimmermann).
Industriestädte waren und sind stets an die Konjunkturen ihrer Industrien gekoppelt. Zentral für die Geschichte westlicher Industriestädte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist das Thema der Deindustrialisierung und Schrumpfung von Städten. Industriestädte als Ort von Kohle, Eisen und Stahl oder der Massenproduktion, wie sie seit dem 19. Jahrhundert in allen Industrienationen entstanden, gelten, zumindest in der westlichen Welt, meist schon als historisches Phänomen. Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt »Industriestädte – Krisen, Krisenwahrnehmungen und Entwicklungsalternativen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts« – einer Kooperation des Lehrstuhls für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte mit dem Lehrstuhl für Kultur- und Mediengeschichte der Universität des Saarlandes – soll das simple Bild vom Niedergang westlicher Industriestädte differenziert werden. Das Projekt knüpft an die bisherigen Forschungsaktivitäten der beiden Lehrstühle zu Industriestädten und Autostädten an.
Im Fokus der Untersuchungen stehen nicht allein Deindustrialisierung und Schrumpfung, sondern sowohl Niedergangs- als auch Transformationsprozesse. Es sollen erstmals umfassend städtische Krisenwahrnehmungen sowie Strategien im Umgang mit Krisen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in unterschiedlichen Stadttypen (Autostadt, Stahlstadt, Hafenstadt) untersucht werden. Gefragt wird nach der Fähigkeit der Städte, Probleme zu lösen und Veränderungen zu begegnen bzw. nach den Faktoren, die dies erschweren oder verhindern. Dabei soll die These der Pfadabhängigkeit städtischer Entwicklung in heuristischer Weise angewandt werden, um die Frage nach Persistenz und Resilienz von Stadtentwicklung zu klären.
Das Projekt geht über die Fokussierung der Forschung auf die zwei Akteure „Werk“ und „Stadt“ hinaus und bezieht breitere Akteurskonstellationen mit ein, etwa auch die Rolle von Gewerkschaften, lokalen Medien, Bürgerinitiativen und der Bevölkerung, wie sie sich in der medialisierten Öffentlichkeit und in städtischen Foren artikulierte. Des Weiteren werden Stadtrepräsentationen und deren Bedeutung für die Krisenwahrnehmung und -strategien untersucht.

Das Subjekt des Fußballs. Eine Geschichte bewegter Körper im Kaiserreich“ (abgeschlossen 2015, erschienen im transcript-Verlag Bielefeld)
aus der Verlagsankündigung: Fußball ist im Deutschland der Gegenwart ein schwer vermeidbares Thema. Jörn Eiben zeigt, dass dies vor über 100 Jahren noch anders war. Er lotet die Bedingungen aus, unter denen im Deutschen Kaiserreich über den Fußball gesprochen wurde. In diesem Zusammenhang waren sowohl Debatten über sein Für und Wider als auch Beobachtungen konkreter Fußballspiele zentral. In beiden Fällen bildeten die Bereiche Gesundheit, Männlichkeit, Militärtauglichkeit und nationale Gemeinschaft wesentliche Bezugspunkte. Anhand des Fußballs wurden also Themen verhandelt, die im Kaiserreich ohnehin prominent diskutiert wurden. Die Studie richtet ihren Blick somit nicht nur auf den Fußball im Deutschen Kaiserreich, sondern zugleich auf das Kaiserreich selbst.

Forschungsschwerpunkte
Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Neuere Kulturgeschichte
Geschichte des Körpers; Visual History
Geschlechtergeschichte
Geschichte des Sports
Diskursanalyse
Subjekt- und Praxistheorien

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands
Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung
Arbeitskreis Geschichte + Theorie
Berater und Ansprechpartner „Netzwerk Geschichte“ der Hans-Böckler-Stiftung
Alumnus DFG-Graduiertenkolleg 1608/1 „Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung in historischer und interdisziplinärer Perspektive“
Mitglied des akademischen Senats der Helmut-Schmidt-Universität
Mitglied des Senatsausschusses für Chancengleichheit
Gutachter für verschiedene Peer-Review-Journals