Nora Thorade

 

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Helmut-Schmidt-Universität
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22043 Hamburg
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Helmut-Schmidt-Universität

Fakultät für Geistes und
Sozialwissenschaften
Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte
Postfach 70 08 22
22008 Hamburg

 

seit 04/2018                  Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Helmut-Schmidt-Universität Hamburg

Professur für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte

 

05/2010 – 11/2017         Promotion

Ruhr-Universität Bochum

Lehrstuhl für Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte

 

07/2015 – 01/2017         Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Helmut-Schmidt-Universität Hamburg

Professur für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte

 

05/2012 – 07/2012         Stipendiatin

TU Darmstadt

DFG-Graduiertenkolleg 1343 Topologie der Technik

 

05/2010 – 04/2014         Stipendiatin

Fritz Thyssen Stiftung

Projekt: Europäische Montanregionen im Zeitalter der Industrialisierung im Vergleich

 

02/2007 – 8/2007          Auslandssemester

Universidade de Lisboa (Lissabon)

Faculdade de Letras

 

06/2006 – 11/2009         Studentische Hilfskraft

TU Berlin

Lehrstuhl für Technikgeschichte

 

04/2004 – 11/2009         Magisterstudium

TU Berlin / Humboldt Universität Berlin

Wissenschafts- und Technikgeschichte (Hauptfach)

Neuere deutsche Philologie (Nebenfach)

Neuere und Neueste Geschichte (Nebenfach)

Organisation und Planung:

 

05/2017                   Kohle, Wasser, Wind: Wissen und Praxis in technisierten Umwelten

Sektion auf der 26. Jahrestagung der GTG

Braunschweig

 

04/2016                    4. Technikhistorisches Forum der GTG

Düsseldorf

 

05/2015                    Nachwuchsworkshop der GTG

Berlin

 

08/2013                    Sites of Resource Extraction (mit Sebastian Haumann)

Sektion auf der 7th Conference of the European Society

of Economic History (ESEH)

München

 

11/2011                      Industrialisation in European Regions (mit Juliane Czierpka, Kathrin Oerters)

Konferenz an der Ruhr-Universität Bochum

 

05/2017                        Von der Grube bis zur Halde. Eine Energielandschaft der Steinkohle

26. Jahrestagung der GTG

Braunschweig

 

07/2016                         Every grain of black coal. A material perspective on sustainability.

43. Annual Meeting of ICOHTEC

Porto

 

03/2015                         Jenseits der Idylle. Landschaften zwischen Energie und Bild (mit Nicole Hesse)

Technospaces. Persistence – Practices –Procedures – Powers

Darmstadt

 

06/2014                         Schwarzes Gold. Kleinreviere im deutschen Steinkohlenbergbau in der

Industrialisierung

Technikhistorisches Forum der GTG

Stuttgart

 

08/2013                         From the underground into an industrial setting: The interrelations of coal

fields and the environment at Germany’s periphery

7th Conference of the European Society of Economic History

München

 

11/2012                        Spatial patterns of coal. Small mining districts in

times of industrialisation

2nd Mining in European History Conference

Innsbruck

 

Veröffentlichungen

 

Herausgeberschaft:

 

Rohstoffräume/Sites of Resource Extraction. Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1/2016. (mit Sebastian Haumann)

 

Regions, Industries and Heritage. Perspectives on economy, society and culture in modern Western Europe (Palgrave Studies in the History of Social Movements), Basingkstoke u.a.: Palgrave Macmillan 2015. (mit Juliane Czierpka und Kathrin Oerters)

 

 

Aufsätze:

 

Rohstoffräume. Räumliche Relationen und das Wirtschaften mit Rohstoffen, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1/2016. S.1-7. (mit Sebastian Haumann)

 

Vom Rohstoff zum Produkt. Wirtschaftliche und technische Verflechtungen von Steinkohlen im Inde- und Wurmrevier, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1/2016. S.115-142.

 

Regions, Industries, and Heritage. Perspectives on Economy, Society, and Culture in Modern Western Europe, in: Czierpka/Oerters/Thorade: Regions, Industries and Heritage. Perspectives on economy, society and culture in modern Western Europe. Basingkstoke u.a.: Palgrave Macmillan 2015, S. 1-8. (mit Juliane Czierpka und Kathrin Oerters)

 

Coal, transport and industrial development. The impact of coal mining in Lower Silesia, in: Czierpka/Oerters/Thorade: Regions, Industries and Heritage. Perspectives on economy, society and culture in modern Western Europe. Basingkstoke u.a.: Palgrave Macmillan 2015, S. 71-87.

 

Produzieren, Herstellen, Fabrizieren: Neue historische Perspektiven auf die Produktionstechnik. Konferenzbericht der 23. Jahrestagung der Gesellschaft für Technikgeschichte, in: Technikgeschichte 4/2014. (mit Nicole Hesse)

 

Kleinreviere im Steinkohlenbergbau. Die sächsischen Reviere Zwickau und Lugau-Oelsnitz (Fachexposé für die Landesstelle Industriekultur in Sachsen), Berlin/Halle 2012.

 

 

Rezensionen:

 

Kleinschmidt, Christian; Volk, Otto (Hrsg.): Industriekultur an Lahn und Dill (Beiträge zur hessischen Wirtschaftsgeschichte 8), Darmstadt: 2013, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 65, 2016, S. 164-166.

 

Thomes, Paul; Quadflieg, Peter M. (Hrsg.): Unternehmer in der Region Aachen – zwischen Maas und Rhein, (Rheinisch Westfälische Wirtschafts-Biographien 19). Aschendorff, Münster 2015, in: Der Anschnitt. Zeitschrift für Montangeschichte 70, 1-2 2018, S. 96-98.

DFG Projekt: DFG-Projekt: Laufzeit: 01.04.2018 – 31.03.2022

Die Informatisierung und Computerisierung der Produktionstechnischen Forschung in der Bundesrepublik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

 

Das Forschungsprojekt „Die Informatisierung und Computerisierung der Produktionstechnischen Forschung in der Bundesrepublik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ widmet sich den Ideen und Konzepten von Fabrik und industrieller Arbeit, die nach 1945 in der universitären und außeruniversitären Forschung in Deutschland entwickelt wurden. Im Mittelpunkt steht die Produktionstechnische Forschung (PTF) und damit die Forschungen und Entwicklungen zur zukünftigen Produktionstechnik, zu Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen und Arbeitsformen in den Fabriken.

Indem die Forschungsprojekte, Leitbilder, Entwürfe und Konzepte der PTF analysiert werden, soll ein Beitrag zur Geschichte der Technikwissenschaften in der Bundesrepublik geleistet werden, die für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bisher wenig erforscht wurde. Die Untersuchung der Informatisierung und Computerisierung der PTF zielt hierbei nicht auf die Nutzung des Computers für oder in Forschungstätigkeiten der PTF selbst ab, sondern stellt neue Ansätze und Forschungen, die die zukünftige Produktionstechnik als rechnerintegriert oder -gestützt und als informationstechnisches System konzipierten, in den Mittelpunkt. Es geht damit auch darum, einen Beitrag zu einer Geschichte der Computerisierung zu leisten, in der bislang Themen wie die Bedeutung der PTF für die Computerisierung und Informatisierung der industriellen Arbeitswelt noch keine Aufmerksamkeit erfuhren.

Die von der produktionstechnischen Forschung entwickelten Konzepte wurden nicht deterministisch in den Fabriken umgesetzt, lösten aber durchaus vielfältige Diskussionen aus – sowohl auf wissenschaftlicher Ebene als auch in der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt stand nicht zuletzt die Frage nach der Zukunft der Arbeit und der Ersetzung der Menschen durch die Maschinen. Hier setzt das Projekt an und widmet sich insbesondere auch den Visionen und Befürchtungen, die von der Computerisierung der Arbeitswelt ausgingen. Damit wird das durch die Forschung gut belegte Wechselverhältnis zwischen den produktionstechnischen Forschungen, der Industrie, der Forschungspolitik und Gesellschaft herausgestellt.

Die Entwicklung der PTF, deren Vorstellungen von der Fabrik der Zukunft und die Reaktionen darauf sollen mit dem Konzept des Wissenspfades beschrieben und erklärt werden. Das Projekt lehnt sich damit an das Konzept der Pfadabhängigkeit an, das in der Technikgeschichte bereits verschiedentlich fruchtbar gemacht wurde. Es soll die Herausbildung, Formung und insbesondere die Stabilität einer Forschungsrichtung erklären helfen. Generell zielt das Pfadkonzept auf die Erklärung von Kontinuität und Beständigkeit eines einmal eingeschlagenen Weges ab. Informatisierung und Computerisierung der PTF erscheinen dabei als Leitbild, das trotz Sackgassen, Umwegen und Anpassungen beibehalten wird und sich auch heute in der Idee von Industrie 4.0 wiederfindet.

 

 

Das Schwarze Gold der Industrialisierung – Eine Stoffgeschichte der Steinkohle aus Aachen, Niederschlesien und Westsachsen im 19. Jahrhundert (Dissertation)

Meine Dissertation „Das Schwarze Gold der Industrialisierung – Eine Stoffgeschichte der Steinkohle aus Aachen, Niederschlesien und Westsachsen im 19. Jahrhundert“ entstand im Rahmen des von der Fitz-Thyssen-Stiftung geförderten Forschungsprojekts „Europäische Montanregionen im Kontext der Industrialisierung“ an der Ruhr-Universität Bochum. In zwei Teilprojekten wurden Steinkohlenreviere untersucht. Während meine Kollegin Juliane Czierpka zwei Führungsregionen der Industrialisierung und ihre wirtschaftsräumliche Konstitution untersuchte, analysierte ich die Industrialisierung der peripheren deutschen Steinkohlenreviere. Bei der Suche nach den Unterschieden zwischen führenden Revieren und solchen deren Entwicklung stagnierte, stellte ich fest, dass bisherige Studien meist an der Oberfläche blieben und die Integration von Wirtschaftszweigen, die Entwicklung von industriellen Infrastrukturen oder technische Erfolge und Misserfolge untersuchten. Die stoffliche Basis blieb jedoch außen vor und so wurde der Kern des Wirtschaftens mit Steinkohle bislang bei der Analyse von Montanregionen nicht in den Blick genommen.

Meine Arbeit zeigt, wie die Materialität der Steinkohle wahrgenommen wurde und technische wie wirtschaftliche Handlungen bestimmte. Am Beispiel konkreter Steinkohlenvorkommen aus der Aachener Region, Niederschlesien und Westsachsen werden im Gegensatz zur bisherigen Forschungstradition nicht die Erfolge lokaler Unternehmungen oder regionaler Wirtschaftsbeziehungen nachgezeichnet, sondern die Steinkohle als zentrales und sinnstiftendes Material in den Mittelpunkt der Geschichte von Regionen gesetzt. Damit rückt erstmals derjenige Rohstoff in den Mittelpunkt einer stoffgeschichtlichen Analyse, der schon so oft als Motor der Industrialisierung und deren „Schwarzes Gold“ beschrieben wurde. Indem ich die verschiedenen Zugänge und kulturellen Aneignungsprozesse, die mit der Steinkohle im 19. Jahrhundert verbunden waren, untersucht habe, konnte ich zeigen, dass die Steinkohle als historische Akteurin wichtige wissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Verbindungen hervorbrachte und andere verhinderte. Anhand der Fallstudien konnte ich zeigen, dass das wirtschaftliche und technische Handeln zwar von der Materialität der Steinkohle geprägt wurde, dabei aber immer auch regionalen Bewertungskontexten unterlag. Steinkohle ist nicht Steinkohle – kein Vorkommen gleicht einem anderen und die gleiche Steinkohle kann unterschiedlich bewertet werden.

Die Arbeit schließt zum Einen durch die Auswahl der Fallstudien eine Forschungslücke, da Regionen ausgewählt wurden, die als Kleinreviere des deutschen Steinkohlenbergbaus bisher keine sonderliche Aufmerksamkeit in der historischen Forschung erfahren haben. Zum Anderen wird mit dem Forschungsansatz, der das Material als konstituierendes Element der Reviere in den Mittelpunkt der Verflechtungen von Wirtschaft, Wissenschaft und Technik stellt, die Stoffgeschichte als Erweiterung für die geschichtswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Bergbaurevieren vorgeschlagen. Die Suche nach Entwicklungsunterschieden von Steinkohlerevieren, so wird hier gezeigt, muss bei der Steinkohle als Materialbasis und konstitutivem Element der Regionen ansetzen.