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Agnes Bauer

Biogramm
Agnes Bauer hat in Garmisch-Partenkirchen an den Schulen für Holz und Gestaltung eine Schreiner*innenlehre abgeschlossen und im Anschluss an der TU Berlin Wissenschafts- und Technikgeschichte studiert. Seit 2019 ist die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HSU Hamburg und seit 2021 assoziierte Doktorandin am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Sie hat im Dezember 2025 ihre Dissertation an der Universität Potsdam eingereicht.
Link: https://hsu-hh.academia.edu/AgnesHHBauer
Forschungsinteressen
- Wissenschafts- und Technikgeschichte
- Materielle Kultur wissenschaftlicher Instrumente
- Geschichte von Geschlecht und Arbeit
- Geschichte der „praktischen Intelligenz“
CV
Seit Juni 2021
Promotionsstudium an der Universität Potsdam als assoziierte*r
Doktorand*in am ZZF Potsdam (Abteilung II)
Seit September 2019
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in am Lehrstuhl für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte inzwischen Wissensgeschichte moderner Gesellschaften der Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg
2015-2018
Studium an der TU Berlin, MA „Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik“ und Auslandsstudium an der Sophia Universität Tokyo
2011-2015
Studium an der TU Berlin, BA „Kultur und Technik“, Schwerpunkt Wissenschafts- und Technikgeschichte
2008-2011
Ausbildung an den Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen, Berufsfachschule für Schreinerei
Publikationen
Publikationen
Bauer, Agnes: “Reality Made Calibratable”: Walther Moede’s Bimanual Tester, Labor Efficiency, and Psychotechnical “Objectivity” in the Weimar Republic, in: NTM 33 (2025), S. 315–342. DOI: 10.1007/s00048-025-00425-5.
Bauer, Agnes: „Die Galton-Pfeife“, Preprint des Workshops „Material Culture in the History of Physics“, Deutsches Museum München; https://www.uni-flensburg.de/fileadmin/content/abteilungen/physik/dokumente/material-culture/bauer-agnes-die-galton-pfeife.pdf [Zugriff: 11. Mai 2019]
Bauer, Agnes: „,Herrliche, liebliche und fürtreffliche Nutzbarkeit.‘ Vermittlung von praktischem Wissen durch Franz Ritters Astrolabium-Traktat von 1613“, in: Engelschalt, J.; Maibaum, A.; Engels, F.; Odenwald, J. (Hrsg.): Schafft Wissen: Gemeinsames und geteiltes Wissen in Wissenschaft und Technik: Proceedings der 2. Tagung des Nachwuchsnetzwerks „INSIST“; 07.-08. Oktober 2016. München 2018, S. 22–42.
Bauer, Agnes; Cubasch, Alwin: „Tagungsbericht Technikemotionen. 27. Jahrestagung der Gesellschaft für Technikgeschichte (GTG) vom 4. bis 6. Mai 2018“, in: Technikgeschichte 85 (2018) 3, S. 217–222.
Vorträge
Lehrveranstaltung an der Helmut-Schmidt-Universität: Seminar „Materielle Kultur und (technische) Objekte in der Wissensgeschichte“, Mi 11:30-13:00
13. November 2024
Vortrag auf der Tagung „KOPFARBEIT. Sozial- und kulturgeschichtliche Blicke auf die „andere Seite“ der Arbeit im 19. und 20. Jahrhundert“ zum Thema „Vergeistigte Hand- und monotone Kopfarbeit. Abgrenzungsversuche der deutschen Arbeitspsychologie zwischen Hand- und Kopfarbeit während der 1920er und 1930er Jahre“
7. November 2024
Vortrag an der Europa-Universität Flensburg am Flensburger Kolloquium zur Geschichte und Didaktik der Physik zum Thema „Psychologische Geräte zur Testung verkörperter Intelligenz zwischen 1920 und den 1960er Jahren – Wie schreibt man eine Geschichte des impliziten Wissens?“
24. Mai 2024
Vortrag am Kolloquium des Netzwerks Hamburger Bildungshistorikerinnen / UHH Hamburg & HSU Hamburg zum Thema „Apparative, psychologische Testpraktiken und das Verhältnis von Handarbeit und Kognition zwischen 1920 und den 1960er Jahren“
23. Februar 2024
Vortrag auf dem Workshop „Why Intelligence“ an der Universität Erfurt zum Thema „Agnes Bauer (University of Potsdam), Facets of Practical Intelligence in Discourses of German Vocational Psychology, 1920s-1960s“
14. September 2023
Vortrag im Rahmen der GWMT Jahrestagung „Mensch – Maschine – Mobilität“ zum Thema „Von der Maschine Mensch und dem Menschen an der Maschine. Wie die Arbeitspsychologie der Weimarer Republik versuchte verkörperte Intelligenz zu erfassen“
21. Juni 2022
Vortrag am technikhistorischen Oberseminar an der Technischen Universität Darmstadt zum Thema „Einhegung von Psyche und Körper. Die Erfassung verkörperten Wissens durch psychologische, apparative Tests im 20. Jahrhundert“
21. April 2021
Kolloquium der Geschichtswissenschaften an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg zum Thema „Erfassung der Psyche und Einhegung von Körperlichkeit. Die Geschichte der Psychotechnik anhand ihrer Apparate“
16. Februar 2021
Examenskolloquium der Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin zum Thema „Materialität und Körperlichkeit in der Psychotechnik des 20. Jhds“
21. Januar 2021
Vortrag beim Abteilungs-Kolloquium am Institut für mathematische, naturwissenschaftliche und technische Bildung an der Europa Universität Flensburg; Titel: „Erfassung der Psyche und Einhegung von Körperlichkeit: Die Geschichte der Psychotechnik anhand ihrer Apparate“, online
21. April 2020
Vortrag beim Kolloquium zur neueren Forschung zur Geschichte an der HSU; Titel: „Erfassung der Psyche und Einhegung von Körperlichkeit: Die Geschichte der Psychotechnik anhand ihrer Apparate“
Mai 2018
Vortrag im Nachwuchsforum im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Technikgeschichte; Titel: „Eignungsprüfungen und Intelligenztests als Social Engineering?“
Oktober 2016
Vortrag und Publikation zum Thema „Praktisches Wissen“ an der INSIST-Konferenz „Schafft Wissen“
Forschung

Verkörperte Intelligenz. Eine politische Epistemologie der deutschen angewandten
Psychologie, 1920 bis 1970
Das Projekt siedelt sich im Feld der Wissenschafts-, Technik- und Mediengeschichte an und verfolgt die Forschungsfrage, wie die Beziehung zwischen Denken und (Hand-)Motorik in psychologischen Eignungsprüfungen des 20. Jahrhunderts in den deutschsprachigen Ländern für unterschiedliche Berufsgruppen wie Arbeiterinnen, Mitglieder des Militärs oder Angestellte, erfasst, stabilisiert, hinterfragt oder erst hervorgebracht wurde, indem ihre Fähigkeiten gemessen, bewertet und kategorisiert wurden.
Dabei verfolge ich zum einen die These, dass die Erfassung des Verhältnisses von Kognition und Motorik mithilfe der apparativen Psychotechnik der 1920er Jahre erst möglich wurde. Zum anderen gehe ich davon aus, dass Expertinnen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen wie der Psychologie oder den Ingenieurswissenschaften durch die Praxis apparativer Tests ein bestimmtes Verständnis von (Leistungs-)Fähigkeit auf die Versuchspersonen projizierten und so das allgemein angenommene Verhältnis von Kopf- und Hand-Arbeit prägten. Dieses Verständnis von Fähigkeit, subsumiert unter Begriffen wie „praktische Intelligenz“, war in den 1920er Jahren gekoppelt mit einer Form des Ordnungsdenkens, nach dem Menschen je nach Befähigung unterschiedliche Plätze in der Gesellschaft zugewiesen wurden. Daran anschließend möchte ich drittens die Kontinuität von psychotechnischen Praktiken und Geräten über 1945 herausarbeiten.
Letzte Änderung: 29. Januar 2026