Forschung

Arbeitszeitdiskrepanzen im Lebenslauf (ALHabA)

Die Ausgestaltung der Arbeitszeit beeinflusst die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und ihrer Familienmitglieder in vielfältiger Weise. Arbeitszeitdiskrepanzen reichen in ihren Wirkungen weit über die Individual- bzw. Haushaltskontext- bzw. Familiensphäre hinaus und können auch Betriebe und deren Effizienz betreffen. Aus ökonomischer Sicht kann man von einem suboptimalen Nutzen in den bestehenden Zeit-Geld-Präferenzen großer Teile der Beschäftigten sprechen. Ein Teil der Beschäftigten, vornehmlich teilzeitbeschäftigte Frauen, möchte länger, ein anderer Teil, vornehmlich vollzeitbeschäftigte Männer, möchte kürzer arbeiten (Holst/Seifert 2012). Die nicht-realisierten Wünsche von Teilzeitbeschäftigten, bieten kurzfristig ein nicht unerhebliches zusätzliches Arbeitskräftepotenzial. Dagegen können überlange Arbeitszeiten wegen erhöhter gesundheitlicher Risiken und dadurch verursachter Erwerbsminderungen das Erwerbspersonenpotenzial reduzieren (Grözinger/Matiaske/Tobsch 2010).

Das Forschungsprojekt analysiert, welche Personengruppen in welchen Lebensphasen und unter welchen Arbeitsbedingungen ihre Arbeitszeiten verändern möchten. Aufgezeigt  wird dabei, welche familialen und betrieblichen Faktoren die Arbeitszeitwünsche und deren Realisierung begünstigen oder behindern. Auf der individuellen Ebene wird sich dabei theoretisch auf Überlegungen und Befunde biografisch orientierter Sozial- und Wirtschaftsforschung gestützt. Insbesondere werden Zeitdiskrepanzen als ein Belastungsfaktor im Sinne des stresstheoretischen effort-reward-imbalance Modells (Siegrist 1996) interpretiert und dessen Wirkung auf verschiedene Zufriedenheitsdimensionen im Vergleich zu anderen Stresssorgen klassifiziert. Die im Projekt zu konkretisierenden Überlegungen zur betrieblichen Arbeitszeitpolitik orientieren sich am organisationstheoretischen ressource dependence approach (Matiaske/Leblibici/Kabst 2008).

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Förderung

Hans-Böckler-Stiftung, Laufzeit 2015-2019

Beteiligte

Dr. Doris Holtmann und Prof. Dr. Wenzel Matiaske (Leitung) Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg (Projektleitung), Institut für Personal und Arbeit (IPA)

PD Dr. Elke Holst, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)

Dr. Tanja Schmidt und Dr. Verena Tobsch, Institut für empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung (INES Berlin)

Dr. Hartmut Seifert, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI Düsseldorf)

Publikationen

Tobsch, Verena; Matiaske, Wenzel; Holst, Elke; Schmidt, Tanja; Seifert, Hartmut (2018): Mehr oder weniger arbeiten? Es kommt darauf an, wie man fragt. Methodische Aspekte der Präferenzmessung gewünschter Arbeitszeiten. SOEPpapers on Multidisciplinary Panel Data Research, No. 960, DIW: Berlin.

Matiaske, Wenzel; Schmidt, Tanja; Seifert, Hartmut; Tobsch, Wenzel (2017):  Arbeitszeitdiskrepanzen und Zufriedenheit mit Arbeit und Gesundheit von Frauen und Männern. In: WSI-Mitteilungen, 70. Jg., H. 4., S. 287–295.

Seifert, Hartmut; Holst, Elke; Matiaske, Wenzel; Tobsch, Verena (2016): Arbeitszeitwünsche und ihre Realisierung. In: WSI-Mitteilungen, 69. Jg, H. 4, S. 300-308.

Betreuung im Einsatz

Das Projekt „BIM“ ist ein Verbundprojekt an dem die Helmut-Schmidt-Universität mit den Lehrstühlen „Personal und Arbeit“ und „Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie“ sowie das Institut für empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung (INES Berlin) beteiligt sind. Gefördert wird das Projekt vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Soldaten im Auslandseinsatz sind vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Belastungen entstehen nicht nur durch die besondere Situation im Einsatz, sondern auch aufgrund der Trennung von der Familie und Freunden in der Heimat. Um diese Belastungen abzufangen stellt die Bundeswehr vielfältige Betreuungsangebote zur Verfügung. Maßnahmen der Betreuung im Einsatz sollen die personelle Einsatzbereitschaft erhalten, die Berufszufriedenheit fördern und die Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr steigern. Ziel des Projektes ist es Erkenntnisse zur Betreuungssituation im Auslandseinsatz zu gewinnen. Konkret geht es um die Erstellung einer umfassenden Lagebewertung hinsichtlich der Qualität und Bedeutung der Betreuung im Einsatz.

Förderung

Einsatzführungskommando der Bundeswehr, Laufzeit 2017-2019

Beteiligte

Prof. Dr. Jörg Felfe, Prof. Dr. Wenzel Matiaske (Leitung)

Projektpartner

Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg (Projektleitung), Arbeits-, und Organisations- und Wirtschaftspsychologie, Prof. Dr. Jörg Felfe; Institut für Personal und Arbeit, Prof. Dr. Wenzel Matiaske

Institut für empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung (INES Berlin), Dr. Tanja Schmidt & Dr. Verena Tobsch

Bildungsdatenmanagement – Neue Wissens-, Interdependenz- und Einflussstrukturen im Kontext der Digitalisierung von Educational Governance

Mit den umfassenden Bildungsreformen seit Ende des letzten beziehungsweise Anfang dieses Jahrhunderts sind neue Formen der Bildungssteuerung zunehmend ins Zentrum der sozial- und erziehungswissenschaftlichen Aufmerksamkeit gerückt. Ein zentraler Katalysator im Zusammenhang dieser Transformationsprozesse ist dabei die wachsende Bedeutung, Sammlung und Verarbeitung quantifizierbarer Bildungsdaten sowie die Implementation digitaler „Datenmanagementsysteme“ zur effektive(re)n Produktion, Sammlung, Verarbeitung, Aufbereitung und Nutzung immer umfänglicherer Bildungsdaten in Bildungspolitik, Verwaltung und Schulpraxis.

In diesem Zusammenhang fokussiert das Projekt die sukzessive Etablierung zentralisierter Datenmanagementsysteme in der Bildungsverwaltung auf Bundeslandebene und vergleicht diese mit aktuellen Entwicklungen bzw. analogen Systemen in den amerikanischen Bundesstaaten. Dabei wird aus einer kritisch-reflektierenden Perspektive heraus auf eine Beobachtung der Produktions- und Funktionszusammenhänge bei der De- und Rekontextualisierung von Bildungsdaten, -informationen und -wissen innerhalb dieser Datenmanagementsysteme abgestellt. Entsprechend werden die digitalen Systeme bzw. Infrastrukturen als eine neuartige, räumliche und zeitliche Dimensionierung von Bildungssteuerung hinterfragt.

Dabei begründet sich der Vergleich der Fälle Deutschland und USA aus ihrer gleichzeitig unterschiedlichen und doch ähnlichen Beschaffenheit. So bilden beide Länder einerseits Kontrastfälle unterschiedlicher „Bildungsstaatlichkeit“ (konservativ-staatliches, inputorientiertes Steuerungssystem in Deutschland versus liberales, outputorientiertes Steuerungssystem in den USA), was sich entsprechend auch auf die Etablierung und Gestaltung neuer Systeme des Bildungsdatenmanagements auszuwirken scheint. Andererseits sind sich beide Länder v.a. in der Strukturierung als dezentrales Mehrebenensystem und einer starken Beharrungskraft gegen zentralisierte Einflussstrukturen sehr ähnlich, sodass die digitale Zentralisierung von Educational Governance durchaus als starke Spannungsstruktur erscheint.

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Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Laufzeit 2017-2020

Beteiligte

Dr. habil. Sigrid Hartong, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft

M.A. Annina Förschler,  Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft

Kooperationspartner

Prof. Andreas Breiter, Institut für Informationsmanagement (ifib) Bremen

Data Quality Campaign, Washington, D.C., USA

Publikationen

Sigrid Hartong, Andreas Breiter, Juliane Jarke und Annina Förschler (2019): Digitalisierung der staatlichen Schulverwaltung. In: Handbuch Staat und Verwaltung im digitalen Zeitalter, hrsg. von Tanja Klenk, Frank Nullmeier und Göttrik Wewer (in Vorbereitung).

Sigrid Hartong (2018): The transformation of state monitoring systems in Germany and the US: relating the datafication and digitalization of education to the Global Education Industry. In: Researching the Global Education Industry – Commodification, the Market and Business Involvement, hrsg. von Marcelo Parreira do Amaral, Gita Steiner-Khamsi und Christiane Thompson. Palgrave Macmillan. (im Erscheinen).

Sigrid Hartong (2018): Towards a topological re-assemblage of education policy? Observing the implementation of performance data infrastructures and ‘centers of calculation’ in Germany. In: Globalisation, Societies and Education, 16(1): 134-150. DOI: 10.1080/14767724.2017.1390665 . Open Access verfügbar unter: https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14767724.2017.1390665

Sigrid Hartong (2016): Between assessments, digital technologies, and big data: the growing influence of ‚hidden‘ data mediators in education. In: European Educational Research Journal, Special Issue: Effects of International Assessments in Education – A Multidisciplinary Review, 15(5): 523-536.

Case Studies zu Digitalisierung & HRM seit 2018 (Michel Domsch)

Geplant ist die Erstellung von ca. 60 Fallstudien.

Einsatz in akademischen Veranstaltungen, Weiterbildungs-Seminaren etc. als aktive Lehr- und Lernmethode

Veröffentlichungen sind für 2020/2021 geplant

Cross Mentoring seit 2016 (Michel Domsch)

Forschungsfragen:

–       Wie ist CM für Experten/Spezialisten im Vergleich zum CM für Führungsnachwuchskräfte zu gestalten?

–       Welchen Einfluss haben die evtl. unterschiedlichen Organisationskulturen der beteiligten Unternehmen?

–       Wie sind Supervision, Monitoring und Evaluierung bei CM im Vergleich zum traditionellen M zu gestalten?

Bisherige Buchveröffentlichung:

Domsch, Michel E.; Ladwig, Désirée H. und Weber, Florian C. (Hrsg.): Cross Mentoring. Ein erfolgreiches Instrument organisationsübergreifender Personalentwicklung, Berlin 2017 (35 Beiträge-Verlag Springer Gabler).

Crowdwork und Crowdworker vor, während und nach der beruflichen Ausbildung – Kompetenz-/ Subjektivierungseffekte, individuelle Beruflichkeit und lernförderliche Plattformgestaltung

Plattformbasierte Arbeit gewinnt international unbestreitbar an Bedeutung. Auch in Deutschland steigt die unternehmerische Nutzung, die Anzahl an Plattformbetreibern und damit auch plattformbasierte Erwerbstätigkeit. Die Corona-Pandemie verstärkt diesen Trend einer quantitativen Zunahme digitalisierter Erwerbstätigkeit.

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Arbeitsform Crowdwork. Das Anliegen des Projektes besteht darin, auf der Basis von Standards Guter digitalisierter Arbeit Crowdwork-Plattformen empirisch zu analysieren und eine an Kriterien der Sozialverträglichkeit und Lernförderlichkeit von Arbeit ausgerichtete Entwicklung plattformbasierter Arbeit zu unterstützen. Es werden Crowdwork-Plattformen betrachtet, die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor, während oder nach der Ausbildung zur Ausübung eines Nebenjobs oder einer Hauptbeschäftigung genutzt werden. Im Projekt wird aus arbeitspolitischer, berufsbildungspolitischer, beruflichkeits-, subjektivierungs- und kompetenzorientierter Sicht nach Anknüpfungspunkten für politische, soziale, pädagogische und technologische Entwicklung gefragt.

Das Gesamtprojekt besteht aus vier Teilprojekten, in denen interdisziplinär anhand unterschiedlicher empirisch-methodischer Zugänge folgende Aspekte und Zusammenhänge von Crowdwork analysiert werden:

Arbeits-, Beschäftigungs- und Reputationssystempolitik, Verteilung von Aufträgen und Aufgaben,
regionaler Ausbildungsmarkt, Berufsbildungspolitik und individuelle Beruflichkeit,
Subjektivierung von Arbeit, Verhältnis von Lebenswelt/Privatsphäre und Erwerbstätigkeit,
Lernhaltigkheit, Kompetenzeffekte und Aufgabenkonstruktion.
Das übergreifende Ziel des Projektes besteht darin, im Sinne beschäftigungs- und persönlichkeitsorientierter Beruflichkeit kompetenz- und lernförderliche Konzepte und technische Tools für Crowdwork zu entwickeln, zu erproben und zu transferieren.

Projektleitung:              Prof. Dr. Karin Büchter, Dr. Marcus Eckelt (HSU/UniBw H)

Kooperationspartner:    Prof. Dr. Tobias Schlömer (HSU/UniBw H), Prof. Dr. Frank Kleemann (Universität Duisburg-Essen),

Prof. Dr. Martin Krzywdzinski (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung/ HSU/UniBw H)

Laufzeit:                      1.1.2021-31.12.2024

Förderung:                   Das Projekt ist im Dachprojekt Organisation-Personal-Arbeit-Leadership (OPAL) der HSU/UniBw H im Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung (DTEC.Bw) angesiedelt und wird aus Mitteln des Konjunkturprogramms der Bundesregierung zur Überwindung der COVID-19-Krise finanziert.

Link zur Projektseite.

Das Projekt fokussiert auf die Digitalisierung kleinerer und mittelgroßer Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege. Ziel ist es zunächst, für ausgewählte Organisationen der Eingliederungs- bzw. Kinder- und Jugendhilfe integrierte IT-Lösungen bereitzustellen, die dazu beitragen, Prozesse der Steuerung, Koordination und Kooperation durch Ausschöpfen von Digitalisierungspotenzialen zu professionalisieren. Der Veränderungsprozess in den Fallorganisationen wird durch Begleitforschung – auch in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Public Management der Universität Bern – beobachtet und reflektiert. Für die Forschungscommunity wie auch für die Managementpraxis sollen dadurch zugleich wissenschaftlich fundierte Analysen, praxisorientierte Reflexionen und prototypische Lösungsansätze bereitgestellt werden. Darüber hinaus werden die bisher wenig beachteten Interdependenzen von organisationalem Wandel, moderner Steuerung und sich verändernder Rahmenbedingungen in Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege offensichtlich.

Das Projekt wird finanziert aus Mittel des Zentrums für Digitalisierung und Technologieforschung der Bundeswehr (DTEC.Bw).

Projektlaufzeit: 2021-2024

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Tobias Scheytt, Dr. Jaromir Junne, Institut für Controlling und Unternehmensrechnung der Helmut-Schmidt-Universität – Universität der Bundeswehr Hamburg (http://www.hsu-hh.de/icu)

Projektpartner: Prof. Claus Jacobs, PhD, Kompetenzzentrum für Public Management (KPM), Universität Bern (CH)

DATAFIED – DATA For and In EDucation.
Die Konstruktion von Schule im Prozess der Datafizierung

Sowohl das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als auch die Kultusministerkonferenz (KMK) fordern eine stärkere Auseinandersetzung zu den Chancen und Risiken der Digitalisierung im Bildungsbereich. Das Verbundprojekt DATAFIED (DATA For and In EDucation) untersucht, wie sich die Konstruktion von Schule in diesem Prozess verändert. Hierbei werden digitale Praktiken sowohl in der Schulaufsicht, der Schulverwaltung als auch in Klassenzimmern untersucht. Im Fokus steht die Frage, wie die Verfügbarkeit digitaler Daten, z.B. durch Informationssysteme und Lernsoftware, mit sich wandelnden Rollen, beruflichen Praktiken und sozial-pädagogischen Beziehungen einhergeht und wie hierdurch das verändert wird, was als „gute Schule“ empfunden wird.

Verbundpartner der HSU im Projekt sind das Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib), das Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) in Braunschweig, sowie das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) in Frankfurt/Main.

Im Rahmen des Verbundprojekts verschiedene Organisationsebenen der Informationsgewinnung, -verarbeitung und -nutzung untersucht:

Projekt Hartong

Die vier Teilprojekte (TPs) untersuchen jeweils unterschiedliche Schnittstellen innerhalb des öffentlichen Schulsystems. TP1 (Schulaufsicht und Schule, HSU) widmet sich der Schnittstelle zwischen Schulbehörden und der Schule. Insbesondere werden dabei die Wirkungen von Praktiken externer Evaluationen und datenbasierter Schul-/Unterrichtsentwicklungsberatung untersucht. TP2 (Schulmanagement und Schulinformationssysteme, ifib) betrachtet die von der Schulleitung verwendeten Informationssysteme. Es wird gefragt, wie sich die Organisation von Schulen durch den Einsatz von Daten und Algorithmen verändert und welche Rolle Softwareentwickler*innen dabei spielen. TP3 (Digitale Lernsoftware und Unterricht, GEI) untersucht die im Unterricht verwendeten digitalen Werkzeuge und analysiert die Schnittstelle zwischen der Programmierung digitaler Lernsoftware und Unterrichtspraxis. Es wird etwa gefragt, wie Lernsoftware bestimmte Datenpraktiken, Bildungsprioritäten sowie die Rolle von Lehrkräften und Schülerinnen und Schüler präkonfiguriert. TP4 (Lehrkräfte und Schüler*innen im Unterricht, DIPF) betrachtet die Schnittstelle zwischen Lehrpersonal und Schüler*innen im Klassenzimmer. Es untersucht die Mediennutzung und die damit verbundene Datenerfassung, -überwachung und -analyse sowie die sich ändernden Beziehungen und Rollen im Unterricht.

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Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Laufzeit 2018-2021

Beteiligte

PD Dr. Sigrid Hartong, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft

M.A. Vito Dabisch, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft

Kooperationspartner

Institut für Informationsmanagement (ifib) Bremen

Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI)

Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF)

Die aktuelle Corona-Krise hat einen Schub der Nutzung digitaler und virtueller Arbeits- und Führungsstrukturen bewirkt (Remote Work, Homeoffice, Videokonferenzen etc.).

Es ist zu erwarten, dass diese auch zukünftig zunehmend die Arbeitswelt charakterisieren werden. Umfragen deuten darauf hin, dass diese Flexibilisierung die Krise häufig überleben dürfte. So sagten 54 Prozent von 7300 befragten Betriebe dem Ifo-Institut, dass sie eine dauerhafte Zunahme erwarten. Laut Spiegel plant Siemens 2-3 Tage Homeoffice für allein 45.000 Beschäftigte in Deutschland. Damit verbunden wird auch ein anderer Führungsstil erwartet, der sich an Ergebnissen und nicht an der Präsenz im Büro orientiert (Spiegel/16.7.2020).

Damit sind für die Beschäftigten Chancen (z. B. Flexibilisierung, bessere Work-Life-Balance) aber auch erhebliche Risiken (z. B. Entgrenzung, Isolation) verbunden. Längerfristige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit aber auch auf Bindung und Identifikation (Commitment, Zusammenhalt) sind bislang eher unbekannt. Aus Sicht der Unternehmen und Führungskräfte stehen den Chancen (z. B. Einsparpotenziale in den Bereichen Reisekosten, Bürokosten), ebenfalls Risiken gegenüber. Hierzu gehören insbesondere Verunsicherungen wie zentrale Führungsstrukturen und -funktionen (Motivation, Kontrolle, Teamentwicklung, Mitarbeiterförderung, Gesundheitsförderung etc.) überwiegend und dauerhaft auf Distanz in Form von Digital und Virtual Leadership wahrgenommen werden können. Insgesamt sind die Auswirkungen einer konsequenten Nutzung digitaler und virtueller Arbeits- und Führungsstrukturen weitgehend unbekannt. Hier bedarf es systematischer empirischer Evidenz.

Um diesen Herausforderungen künftig erfolgreich begegnen zu können, sollen nachhaltige Gestaltungsansätze und Kompetenzen entwickelt werden, die zum einen technische und organisatorische Möglichkeiten sowie interaktionale und kommunikative Aspekte (Führung, Selbstmanagement), zum anderen aber auch Konsequenzen für Leistung (z. B. Techno-Work Engagement; Mäkiniemi, Ahola & Joensuu, 2020) und Gesundheit (psychischer Stress) der Beschäftigten berücksichtigen.

Ziel des Vorhabens ist es daher, förderliche und hinderliche Bedingungen sowie Lösungen für eine effektive und nachhaltige Nutzung von digitalen und virtuellen Arbeitsformen unter besonderer Berücksichtigung von Gesundheitsförderung und Führung zu erforschen und praktische Lösungsansätze (Online Tools, Trainings, Handreichungen) zu entwickeln. Die jeweiligen Erkenntnisse und Lösungsansätze sollen Führungskräfte und Beschäftigte unterschiedlichster Unternehmen und Organisationen (Versicherungswirtschaft, Finanzwirtschaft, Industrie, Handel aber auch öffentliche Verwaltungen und Hochschulen etc.), die bereits in hohem Masse digitale und virtuelle Arbeits- und Führungsstrukturen einsetzen bzw. künftig verstärkt einsetzen wollen, unterstützen.

Förderung

Konjunkturprogramms der Bundesregierung zur Über­windung der Covid-19-Krise, Laufzeit 2021-2024

Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Felfe

Dual Ladder Career in agilen Organisationsstrukturen seit 2016 (Michel Domsch)

Forschungsfragen:

–       Welchen Einfluss haben Organisationskultur und -struktur auf die Entwicklung und Implementierung von DLC?

–       Inwieweit führen DLC zu Machtverschiebungen im Leitungsbereich?

Das Projekt baut auf dem BMBF-Drittmittelprojekt zum Thema „Fachlaufbahnen“ auf.

Bisherige Buchveröffentlichung:

–       Domsch, Michel E. und Ladwig, Désirée (Hrsg.): Fachlaufbahnen. Alternative Karrierewege für Spezialisten schaffen, Köln 2011 (17 Beiträge – Wolters Kluver).

„Gender & diversity“ meets agility seit 2017 (Michel Domsch)

Forschungsfragen:

–       Welchen Beitrag kann g&d beim zunehmenden Übergang zu agilen Unternehmenskulturen und -strukturen liefern?

–       Welche Auswirkungen haben die zunehmenden agilen Unternehmensstrukturen auf g&d?

Das Projekt wird in Kooperation mit der genderdaxCommunity durchgeführt (30 Unternehmen).

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Innovationsprojekte und Innovationskompetenz für eine Nachhaltige Entwicklung (InnoNE)

Ziele des Vorhabens sind die Entwicklung, Erprobung, Evaluierung und Etablierung eines Instrumentariums für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus dem stationären Einzelhandel, das die Planung und Durchführung nachhaltigkeitsorientierter Innovationsprojekte bedarfsgerecht anleitet und die Innovationskompetenz von Führungskräften und dem Berufsbildungspersonal effektiv befördert (genannt INE-Toolbox). Gemeinsam mit zwölf ausbildenden Einzelhandelsunternehmen aus der Region Weser-Ems, Elbe-Weser-Raum und Hamburg wird dieses Instrumentarium gemäß dem Design-Based-Research-Ansatz iterativ entwickelt und erprobt. Hierfür bilden sich in den teilnehmenden KMU Innovationsteams mit Führungskräften und dem Berufsbildungspersonal, die zeitversetzt Innovationsprojekte in (mindestens) einem der fünf nachhaltigkeitsorientierten Handlungsfeldern des Einzelhandels (Energie und Ressourcen, Logistik und Transport, Sortimentsgestaltung und Kundenberatung, Personal und Ausbildung sowie gesellschaftliches Engagement) planen und durchführen. Begleitet werden diese Phasen durch eine / einen Projektmitarbeiter/-in. Es werden jeweils vier Unternehmen zu einer Kohorte zusammengefasst, so dass drei Erprobungsschleifen realisiert und über quantitative (Multiple-Choice-Tests, Fragebögen) und qualitative (Interviews, Blitzlichter, Gruppendiskussionen) Methoden evaluiert werden können.

Das Instrumentarium INE-Toolbox leitet dabei den Innovationsprozess an, indem es dem Management der Innovation eine Struktur gibt: Von der Problemdefinition über die Ideengenerierung und Ideenbewertung bis hin zur Ideenrealisierung werden die Innovationsteams durch individuelle Arbeits- und Lernaufgaben sowie durch kooperative Methoden unterstützt. Über das Berufsbildungspersonal können zudem Auszubildende aktiv am Innovationsprozess partizipieren. Durch das Instrumentarium werden gleichzeitig Fach- und Personalkompetenzen der Innovationsteams im Sinne einer nachhaltigkeitsorientierten Innovationskompetenz befördert. Hierfür wird das Fachwissen im Themenfeld Nachhaltigkeit zielgerichtet über Arbeits- und Lernaufgaben gestärkt. Die Personalkompetenz lässt sich über individuelle nachhaltigkeitsorientierte epistemische Überzeugungen modellieren.

Weitere Informationen

Förderung

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF); Bestandteil des Modellversuchsförderschwerpunkts „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015 – 2019“. Laufzeit: 05.2016 bis 04.2019

Beteiligte

Prof. Dr. Karin Rebmann (Projektleitung), Dr. Florian Berding, Regina Gebhardt, M. Ed., Andreas Slopinski, M. Ed., Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Fachgebiet Berufs- und Wirtschaftspädagogik

Prof. Dr. Tobias Schlömer, Susanne Heubischl, M.A., Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Professur für Berufs- und Arbeitspädagogik

Publikationen

Berding, Florian; Slopinski, Andreas; Gebhardt, Regina; Heubischl, Susanne; Rebmann, Karin; Schlömer, Tobias (2017): Die INE-Toolbox – Ein integratives Instrumentarium für nachhaltigkeitsorientiertes Innovationsmanagement und Kompetenzentwicklung im stationären Einzelhandel. In: bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, 32, S. 1-24. URL: http://www.bwpat.de/ausgabe32/berding_etal_bwpat32.pdf [Zugriff: 29.06.2017].

Berding, Florian; Slopinski, Andreas; Gebhardt, Regina; Heubischl, Susanne; Kalmutzke, Florian; Schröder, Tobias; Rebmann, Karin; Schlömer, Tobias (2018): Innovationskompetenz für nachhaltiges Wirtschaften und Instrumente ihrer Erfassung. In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 114(1), S. 47-84.

Slopinski, Andreas; Berding, Florian; Gebhardt, Regina; Heubischl, Susanne; Rebmann, Karin; Schlömer, Tobias (2017): Zur Rolle der Forschenden in der transdisziplinären Modellversuchsforschung am Beispiel von InnoNE. In: bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, 33, S. 1-24. URL:
http://www.bwpat.de/ausgabe33/slopinski_etal_bwpat33.pdf [Zugriff: 14.12.2017].

Kulturelle Archetypen in kulturvergleichender Forschung

Vor dem Hintergrund weiterer Globalisierung und wirtschaftlicher Vernetzung ist ein wachsendes Interesse an kulturübergreifender Forschung in vielen Managementdisziplinen festzustellen. Zur Durchführung kulturübergreifender Forschung bedarf es einer sinnvollen Messung und Operationalisierung von Kultur. Bisherige Forschungsansätze nutzen hierzu Länder als Hilfsgröße, nationale Kulturwerte oder selbst erhobene Daten zu spezifischen Dimensionen von Kultur. Kürzlich ist ein neuer Ansatz zur Messung und Operationalisierung von Kultur vorgeschlagen worden: Kulturelle Archetypen, welche spezifische Konfigurationen von verschiedenen Kulturdimensionen repräsentieren, die nicht notwendigerweise an Ländergrenzen Halt machen. Die wesentlichen Vorteile des Archetypen-Ansatzes sind die dem Ansatz zugrundeliegende Gestaltperspektive, die die Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturdimensionen mitberücksichtigt, sowie die Entkopplung von Kultur und Nation. Der Archetypen-Ansatz steckt aber noch in den Kinderschuhen: Es gilt a) theoretische Rahmenkonzepte zu entwickeln, die den Einfluss von Kultur als multidimensionales Konzept betrachten, b) identifizierte Archetypen zu analysieren, um ein allgemeines Verständnis über vorhandene kulturelle Archetypen zu entwickeln und c) die Anwendbarkeit/Umsetzbarkeit des Ansatzes in empirischen Forschungsdesigns kritisch zu evaluieren.

Die Weiterentwicklung des Ansatzes sowie die Prüfung seiner Anwendbarkeit erfolgt u. a. durch ein DFG-gefördertes wissenschaftliches Netzwerk. Das primäre Ziel dieses Netzwerkes ist es, das theoretische Verständnis von kulturellen Archetypen und damit auch das theoretische Verständnis von Kultur in kulturübergreifender Forschung zu schärfen. Zudem soll die Anwendbarkeit oder Umsetzbarkeit des neuen Ansatzes in kulturübergreifenden Forschungsdesigns verifiziert werden. Dies geschieht mit Blick auf zwei sehr nah angrenzende Forschungsfelder: kulturelle Intelligenz und Wahrnehmung von HRM Praktiken.

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Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft, Laufzeit 2016-2019

Beteiligte

Prof. Dr. Sven Hauff, Helmut-Schmidt-Universität

Dr. Tina Ladwig, Technische Universität Hamburg

Prof. Dr. Nicole Richter, University of Southern Denmark

Prof. Dr. Christopher Schlägel, Maastricht University

Prof. Dr. Vas Taras, University of North Carolina

Publikationen

Richter, N. F.; Hauff, S.; Schlaegel, C.; Gudergan, S.; Ringle, C. M.; Gunkel, M. (2016): Using cultural archetypes in cross-cultural management studies. In: Journal of International Management, 22(1): 63-83

Zeitstress bei der Arbeit und zwischen den Lebensbereichen analysieren Die Gestaltung von Arbeitszeit und die Koordination der Rollenerfordernisse in unterschiedlichen Lebensbereichen sind Schlüsselaspekte einer zukunftsfähigen Arbeitsgesellschaft. Der Abbau von Zeitstress und die damit verbundene Minderung gesundheitlicher Risiken in den mittleren Lebenszeiten sind nicht nur dort bedeutsam, sondern hilft auch den später dann älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern länger im Beruf zu verbleiben. Stressfaktoren und Vereinbarkeitsprobleme von Beschäftigten entstehen jedoch nicht ausschließlich am Arbeitsort sondern werden auch durch die Interaktion mit Umfeldbedingungen generiert, verstärkt oder abgemildert. Diese Umfeldbedingungen, die spezifisch für die jeweilige Region, Gebiet oder Kommune sind, prägen entscheidend die Standortattraktivität einer Region.

Aus ganzheitlicher Perspektive übertragbare Lösungen erarbeiten Das Verbundprojekt aus Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen – Ökonomie, Psychologie, Soziologie – und Praktikern in Betrieben, sozialen Diensten und Kommunalverwaltung untersucht betriebliche, familiäre und andere lebensweltliche Faktoren in der Region, die Zeitstress für Beschäftigte entstehen lassen. Modellregion in diesem Projekt ist die Stadt Flensburg und der umliegenden Landkreis Schleswig-Flensburg, die in vielen Dimensionen für Deutschland typische Eigenschaften aufweisen. Auf den Ergebnissen von Befragungen Beschäftigter und Angehöriger sowie physiologischen Messungen werden durch die Verbundpartner in der Kommunalverwaltung und den sozialen Dienste für ausgewählte betriebliche Situationen zugeschnittene Konzepte entwickelt, die (außer-)betriebliche und gebietsbezogene Stressfaktoren reduzieren helfen (z. B. überbetriebliche Kindergärten, familiengerechte Schichtmodelle, Pflegezeiten). Diese Konzepte werden in bzw. mit den Betrieben umgesetzt und evaluiert. Ziel ist die Entwicklung verallgemeinerbarer Best-Practice-Modelle zur ganzheitlichen Handhabung von Zeitstress.

Modelle und Anregungen auch für andere Regionen Das Verbundprojekt ist interdisziplinär angelegt und verbindet arbeitsbezogene Ansätze mit Ergebnissen der Gemeinde- und Regionalforschung. Betriebliche Faktoren zur Reduktion von Zeitstress werden nicht isoliert betrachtet, sondern in Interaktion mit regionalen, familiären und anderen lebensweltlichen Faktoren analysiert. Die Modellregion Flensburg bietet mit der starken dänischen Minderheit und deren eigenen, am Nachbarland orientierten Institutionen und Traditionen zusätzlich die Möglichkeit nützliche Anregungen und Beispiele von außerhalb einfließen zu lassen. Ziel ist es dauerhaft eine andere Zeitkultur zu etablieren, die auf andere Regionen übertragbar ist. Im Ergebnis werden evaluierte Konzepte der Verzahnung von betrieblichen und außerbetrieblichen Faktoren generiert, die aufgrund der für viele Gebiete Deutschlands typischen Modellsituation übertragbar sind. Die Modelle und Anregungen werden im Projektverlauf und darüber hinaus über die Projektpartner in Stadt, Region und sozialen Diensten dauerhaft in die betriebliche und arbeitsweltliche Praxis integriert. Die Verbundpartner organisieren und initiieren Informationsveranstaltungen in Stadt und Region, beteiligen sich an Veranstaltungen überregionaler Partner (z.B. BDI, DGB, Deutscher Städtetag) und fungieren dauerhaft als Umsetzungspartner für interessierte Kommunen und Regionen zur Verbesserung der standortbezogenen Arbeits- und Lebensbedingungen.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Laufzeit 2016-2019

Beteiligte Wissenschaftlerinnen

Dr. Axel Czaya,; Dr. Doris Holtmann; Prof. Dr. Wenzel Matiaske (Leitung)

Projektpartner:

Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg (Projektleitung, Teilprojekt „Arbeits- und Sozialzeit – Zeit für Vereinbarkeit“) Institut für Personal und Arbeit (IPA) Prof. Dr. Wenzel Matiaske

Adelby 1, Kinder- und Jugenddienste   (Teilprojekt „Zeitgerechte Modelle – Zeit für Kinder“) Heiko Frost, Geschäftsführer

Stadt Flensburg   (Teilprojekt „Zeitgerechte Modelle – Die Rolle der Kommune“)

Der Oberbürgermeister, Büro für Grundsatzangelegenheiten Olaf Carstensen

Universität Flensburg   (Teilprojekt „Erreichbare Zeitressourcen“)

Institut für Internationales Management und ökonomische Bildung Prof. Dr. Gerd Grözinger

Medical School Hamburg   (Teilprojekt „Zeitkonflikte und Gesundheit – Ansätze zur Prävention“)

Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie Prof. Dr. Jan Dettmers

Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger   e.V. (Teilprojekt „Zeitgerechte Modelle – Von Nachbarn lernen“)

Anders Kring, Geschäftsführer

Projektlink

http://zeitgerechte-region.de/

Das Projekt untersucht die Erfordernisse und Hemmnisse von Digitalisierung bei Sozialunternehmen aus dem Bereich der Familien- und Lebenshilfe, denen es an Know-How und Mitteln für die Basisausstattung an Hardware, der Betreuung des Betriebs von Hard- und Software sowie insgesamt an Konzepten für Digitalisierung als ein organisational übergreifendes Ziel mangelt.

In enger Kooperation mit ausgewählten Sozialunternehmen werden organisationsspezifische Problembeschreibungen, Bedarfsanalysen, Strategieplanungen und Umsetzungen der „Digitalisierung der psychosozialen Beratung im Feld der Familien- und Lebenshilfe“ realisiert.

Dabei gilt es, sowohl Organisationsentwicklung als auch Professionalisierung der Mitarbeiter*innen zu betreiben und darüber hinaus Digitalisierung so zu gestalten, dass sie menschenfreundlich und datenrechtlich sicher ist sowie dem Leitbild von Sozialunternehmen und den Anforderungen psychosozialer Beratung und Therapie entspricht.

Förderung

Konjunkturprogramms der Bundesregierung zur Über­windung der Covid-19-Krise, Laufzeit 2021-2024

Beteiligte Wissenschaftlerinnen

Prof. Dr. Katharina Liebsch, M.Sc. Alexander Degel

Projektpartner:

Prof. Dr. Eric Sons
Theorien und Methoden Sozialer Arbeit
NBS Northern Business School Hamburg

Kerstin Falk (Geschäftsführerin)
pro familia Hamburg

Das Projekt begleitet und unterstützt Schulen darin, nachhaltige, pädagogisch sinnvolle und bedarfsgerechte Digitalisierungskonzepte zu entwickeln, die mittel- und langfristig sachgerecht und zieladäquat wirken. Schulen werden dabei als jeweils spezifische organisationale Kontexte begriffen, deren komplexe Eigenheiten zum Ausgangspunkt für die Digitalisierung genommen werden müssen. Das erfordert, Digitalisierung nicht nur als Problem der technischen Ausstattung von Schulen, sondern vor allem als Treiber nachhaltiger Schulentwicklung zu verstehen. Über drei Interventionswellen hinweg vermittelt das Projekt einem ausgewählten Kreis an Schulen organisationsspezifisch und vernetzend Beratungsdienstleistungen, Fortbildungen, Anbieter für IT-Infrastrukturen sowie Unterstützung bei der Gestaltung analoger Randbedingungen und evaluiert deren Implementation. Begleitend werden in der gesamten Projektlaufzeit Erkenntnisse gewonnen, die den beteiligten Schulen wie auch der interessierten Öffentlichkeit dazu dienen sollen, die vielschichtigen und hochdynamischen Wirkungen digitaler Technologien in Bildungsorganisationen zu verstehen und angemessene Handlungsstrategien zu entwerfen.

Das Projekt wird finanziert aus Mittel des Zentrums für Digitalisierung und Technologieforschung der Bundeswehr (DTEC.Bw).

Projektlaufzeit: 2021-2024

Projektvolumen: ca. 3,6 Mio €.

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Sigrid Hartong, Professur für Soziologie, insb. Transformation von Governance in Bildung und Gesellschaft (https://www.hsu-hh.de/sozgov/) und Univ.-Prof. Dr. Tobias Scheytt, Institut für Controlling und Unternehmensrechnung, Helmut-Schmidt-Universität – Universität der Bundeswehr Hamburg (https://www.hsu-hh.de/icu)

Projektpartner: Prof. Dr. Matthias Decuypere, Methodology of Educational Sciences Research Group, KU Leuven (BE)

Smarte Systemarchitektur für kommunales E-Government (smarte-systeme)

Projektleitung: Prof. Dr. Gary Schaal, Prof. Dr. Christina Schaefer

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, die Nutzungsqualität und -intensität von E-Government auf lokaler Ebene zu erhöhen und so einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der digitalen Souveränität Deutschlands auf kommunaler Ebene zu leisten. Erreicht werden soll dies mit der Entwicklung einer Smarten Systemarchitektur für kommunales E-Government durch drei distinkte Outputs, 1) der Entwicklung eines Demonstrators zur Digitalisierung des kommunalen Bauwesens zusammen mit der Stadt Ludwigsburg („Digitales Bauamt“), 2) der Entwicklung eines Fortbildungsprogramms für Kommunen zur systematischen, interaktiven und didaktisch spezifischen Vermittlung des im Projekt neu erarbeiteten Wissens („Hybride Weiterbildungskonzepte“) und 3) der Entwicklung einer Blaupause für E-Government auf kommunaler Ebene („Blaupause“). Eine enge konzeptionelle und inhaltliche Verzahnung von Theorie und Praxis wird durch iterative und rekursive Ausgestaltung des Forschungsprozesses sichergestellt.

Smart und agil, statt entleert und abgehängt: Den digitalen Wandel im ländlichen Raum gestalten

Projektleitung: Prof. Dr. Tanja Klenk, Prof. Dr. Christina Schaefer

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, nachhaltige Entwicklungsimpulse für die digitale Daseinsvorsorge in ausgewählten ländlichen Regionen zu setzen, um damit zur Herstellung bzw. Erhaltung gleichwertiger Lebensverhältnisse beizutragen. Die Weiterentwicklung des Angebots an digitaler öffentlicher Infrastruktur im ländlichen Raum wird im Kontext dieses Projektes nicht nur als technische, sondern auch und gerade als eine wirtschaftliche, politisch-administrative, soziale und kulturelle Herausforderung verstanden. Der Mehrwert des Projektes besteht in der Zusammenführung von zwei aktuellen Reformsträngen: der Debatte über digitale Innovationen in Staat und Verwaltung und die Diskussion über Start-ups, Social Entrepreneurs und Hochschulen als Innovationsakteure, gerade auch in strukturschwachen, ländlichen Räumen.

Das Projekt hat vor dem Hintergrund der anhaltenden öffentlichen Debatte über die Herstellung von bzw. die Gewährleistung von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Deutschland nicht nur eine hohe wirtschaftliche, sondern auch eine politische und gesellschaftliche Relevanz.

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Die Betriebsbefragung des SOEP – zuerst im Jahr 2012 durchgeführt – geht in die 2. Runde. In Kooperation des DIW SOEP Berlin mit dem Institut für Personal und Arbeit (IPA) der HSU/Uni Bw Hamburg, geleitet von Stefan Liebig sowie Verbundsprecher Wenzel Matiaske und gefördert durch das Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr (DTEC.Bw) werden in den kommenden vier Jahren zwei Wellen des SOEP-LEE2 erhoben werden. Schwerpunkt der ersten Betriebsbefragung werden u.a. auch die Folgen der Corona-Krisenerfahrungen für Personalmanagement und -führung sein. Im Mittelpunkt stehen die längerfristigen Veränderungen der Arbeitsbeziehungen im Kontext der fortlaufenden Digitalisierung.

Wie schon in der Erhebung 2012 werden die abhängig Beschäftigten der SOEP-Stichproben um die Kontaktdaten ihrer Betriebsstätte gebeten. In den Betrieben werden die Leitungen des Personalmanagements oder Mitglieder der Geschäftsführung zu grundlegenden Aspekten der Organisationsziele, der -umwelt und der -struktur befragt. Zentral sind Fragen zur Personalpolitik und den Arbeitsbeziehungen. Die Verknüpfung von Individual- und Organisationsdaten ermöglicht vielfältige Analysen, beispielsweise

(des Wandels) der Erwerbsbiographien und der Sozialstruktur,
des Bildungsverhaltens und der Verwertung des Humankapitals,
der Verwirklichungschancen und der Arbeits- und Lebenszufriedenheit.
Schwerpunkt der ersten Erhebungswelle werden u.a. auch die Folgen der Corona-Krisenerfahrungen für Personalmanagement und -führung sein. Im Mittelpunkt stehen die längerfristigen Veränderungen der Arbeitsbeziehungen im Kontext der fortlaufenden Digitalisierung.

Die Verknüpfung von Individual-, Haushalts- und Betriebsdaten im Linked-Employer-Employee bereichert das SOEP nicht nur durch zusätzliche Variablen, sondern auch um eine weitere Datenquelle. Darüber hinaus soll das Projekt zur surveymethodischen Forschung, beispielsweise durch die Kombination von Befragung und Internet-Recherche zur Reliabilitätsprüfung, beitragen.

Das Projekt wird schon im November 2020 gestartet und mit jeweils einer Post-Doc-Stelle und jeweils einer Doktoranden-Stelle am DIW/SOEP bzw. am IPA der HSU Hamburg ausgestattet. Eine Fachangestellte oder ein Fachangestellter für Markt- und Sozialforschung übernimmt die Aufbereitung und die Überführung in die technischen Strukturen des FDZ BO am DIW/SOEP.

Die HSU/Uni Bw H stärkt mit diesem Projekt ihr Forschungscluster „Organisation, Personal, Arbeit und LeadershipOrganisation“ (OPAL). Unter der Überschrift „Wandel der Standards ‚Guter‘ Arbeit“ arbeiten aus Berlin DIW, TUB und WZB gemeinsam mit den Fakultäten für Betriebswirtschafslehre sowie für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg und dem Forschungscluster OPAL an einer weiterreichenden Perspektive für das SOEP-LEE.

Street-Level Bureaucrats in A Choice-Based Social Services Environment: Comparing Germany und Israel

In den letzten zwanzig Jahren hat die sozialstaatliche Leistungserbringung – sowohl in Deutschland als auch in Israel – weitreichende Reformen durchlaufen. In beiden Staaten haben Marktstrukturen Einzug in die Sozialpolitik erhalten. Für sozialstaatliche Leistungen wie Gesundheit, Pflege, Alterssicherung oder Qualifizierung wurden Wohlfahrtsmärkte errichtet, in denen eine Vielzahl von Anbietern um Kunden konkurriert. Dieses Projekt analysiert die Einführung von Wohlfahrtsmärkten aus einer Mikroperspektive und fragt nach den Folgen der Vermarktlichung der Sozialpolitik für die ‚street-level bureaucrats‘ (professionelle Fachkräfte, Manager von Leistungserbringern, Akteure der Wohlfahrtsstaatsverwaltung) des Wohlfahrtsstaates.

Das Forschungsprojekt nimmt den Bereich der Pflege in den Mittelpunkt und setzt sich insbesondere mit den folgenden Fragen auseinander:

· Wandel der Arbeit/Arbeitsorganisation: Wie verändern sich Arbeitsaufgaben und Arbeitspraktiken von ‚street-level-bureaucrats‘ vor dem Hintergrund der Vermarktlichung und der Managerialisierung?

· Coping: Welche Strategien entwickeln Akteure, um mit den typischen Dilemmata marktlicher Leistungserbringung (wie z.B. individualisierte versus standardisierte Leistungserbringung, autonome Handlungsspielräume versus Performance Kontrolle) umzugehen?

·  Professionelles Selbstverständnis: Welche Auswirkungen hat die Vermarktlichung der sozialstaatlichen Leistungserbringung auf die berufliche Identität von Fachkräften, Managern von Leistungserbringern und Verwaltungsakteuren, die mit der Regulation der Wohlfahrtsmärkte betraut sind?

Das Projekt ist vergleichend angelegt und untersucht Arbeitspraktiken, Copingstrategien und berufliche Identitäten von Akteuren in den Wohlfahrtsmärkten in Deutschland und Israel. Beide Länder unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihrer Wohlfahrtsstaats- als auch Verwaltungssysteme. Daher kann überprüft werden, wie Unterschiede in institutionellen und organisationalen Settings von Wohlfahrtsmärkten sich auf die Art und Weise der alltäglichen Arbeitsausübung sowie die diskretionären Handlungsspielräume/Entscheidungsfreiheit/ der ‚street-level bureaucrats‘ auswirkt. In empirischer Hinsicht basiert das Projekt auf qualitativen Daten, die durch narrative Interviews und Dokumentenanalysen erhoben werden.

Förderung

German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF), Laufzeit: Jan. 2018 – Dez. 2020

Beteiligte

Projektleitung: Prof. Dr. Tanja Klenk (HSU), Dr. Nissim Cohen (Universität Haifa)
Projektmitarbeit: Maayan Davidovitz (Universität Haifa) und Franziska Gebhard (HSU)

Publikationen

Klenk, Tanja; Cohen, Nissim: Dealing with hybridization. In: Hupe, Peter (Ed.): Research Handbook on Street-Level Bureaucracy: The Ground Floor of Government in Context. A hand-book in the Edward Elgar Research Handbooks on Public Policy Series, i.E.

Cohen, Nissim; Klenk, Tanja: in: Hupe, Peter (Ed.): Policy (re-)design at the street level. In: Hupe, Peter (Ed.): Research Handbook on Street-Level Bureaucracy: The Ground Floor of Gov-ernment in Context. A handbook in the Edward Elgar Research Handbooks on Public Policy Series, i.E.

Vorurteile im Arbeitsleben – unconscious bias erkennen, abbauen, vermeiden

seit 2018 (Michel Domsch)

Forschungsfragen

–       Welche Vorurteile sind im Bereich „diversity“ zu beobachten?

–       Wie kann man sie abbauen/vermeiden?

–       Welche Organisationskultur ist zu gestalten?

Einbezogen werden VertreterInnen aus Wissenschaft, Praxis, NGOs, Beratungen.

In Bearbeitung ist ein Herausgeberband mit 25 Beiträgen (Veröffentlichung 2019 im Verlag Springer Gabler).

HSU

Letzte Änderung: 15. Juli 2021