Abschlussarbeiten

Sollten Sie in Erwägung ziehen an der Professur für empirische Sozialforschung und Statistik ihre Abschlussarbeit zu schreiben, nehmen Sie bitte zuvor die folgenden Informationen zur Kenntnis. Außerdem sei Ihnen ein Blick in die „Regeln zum Verfassen einer Arbeit mit forschungsmethodischem Bezug“ empfohlen.

Handreichungen für die Erstellung von Abschlussarbeiten an der Professur für empirische Sozialforschung und Statistik.

Bevor Sie zu uns kommen, sollten Sie sich bereits Gedanken über die Auswahl eines Themas gemacht haben. Eine mögliche Auswahl an Themen finden Sie hier.

Grundsätzlich sollten Sie Folgendes bei der Auswahl eines Themas bzw. einer Fragestellung berücksichtigen:

  1. Beachten Sie bitte, dass Sie Ihre Arbeit von der Professur für empirische Sozialforschung und Statistik betreuen lassen wollen. Ihr Thema sollte daher einen Bezug zur empirischen Sozialforschung aufweisen. Dies bedeutet nicht, dass Sie zwingend eine eigene empirische Erhebung durchführen müssen.

  2. Ist das Thema innerhalb von 3 Monaten zu bearbeiten?

  3. Kann das Thema – im Fall einer Bachelorarbeit auf 35-45 Seiten, im Fall einer Masterarbeit auf 50-60 Seiten – im erwarteten Umfang bearbeitet werden?
    Entgegen der Erwartungen vieler Studierender sind die meisten Themenvorschläge zu umfangreich und Fragestellungen zu weit gefasst. Wählen Sie aus dem ersten großen Thema, das Ihnen in den Sinn gekommen ist, einen Teilaspekt aus. beschränken Sie Ihre Analyse auf einen Ausschnitt.

  4. Treffen Sie eine Entscheidung darüber, ob Ihre Arbeit eine eigene empirische Untersuchung beinhalten soll. Wir empfehlen dies i.d.R. nur für Masterarbeiten.

Wenn Sie Ihre Abschlussarbeit durch Mitarbeiter_innen der Professur betreuen und/oder begutachten lassen wollen, halten Sie bitte folgendes Prozedere ein:

  1. Schreiben Sie ein 2-3 Seiten umfassendes Exposee, in dem Sie kurz und prägnant die Fragestellung und das geplante Vorgehen explizieren sowie maximal drei zentrale Literaturangaben zur Bearbeitung Ihres Themas vermerken. Hinweise zur Erstellung eines Forschungsexposés finden Sie hier.

  2. Gehen Sie mit diesem Exposee allerspätestens zwei Wochen vor Ende der Anmeldefrist zu der von Ihnen angedachten Betreuungsperson innerhalb der Professur.

  3. Wir benachrichtigen Sie zeitnah darüber, ob wir Ihre Arbeit betreuen. Nach einem positiven Bescheid können Sie sich zur Prüfung anmelden.

  4. Nach Ablauf der Anmeldefrist nehmen wir keine Betreuungsgesuche mehr an. Es werden von uns keine Unterschriften unter rückdatierte Anmeldeformulare gesetzt.

Sie haben eine Bearbeitungszeit von drei Monaten für Bachelorarbeiten und vier Monaten für Masterarbeiten. Innerhalb dieser Zeit sind von Ihnen folgende Dinge (neben dem Schreiben der Arbeit) zu beachten:

  1. Nach Annahme der Arbeit erstellen Sie basierend auf Ihrem Exposee und einer ersten Besprechung mit Ihrer Betreuungsperson eine Gliederung der Arbeit. (Dies kann auch schon vor Beginn der offiziellen Bearbeitungszeit erfolgen) Diese Gliederung sollte relevante Kapitel und ggf. Unterkapitel der Arbeit beinhalten und mit aussagekräftigen Überschriften versehen sein. Außerdem erstellen Sie bitte eine erweiterte Literaturliste.

  2. Mit der Gliederung, aber spätestens 4 Wochen nach Beginn der Bearbeitungszeit, vereinbaren Sie eigenständig einen weiteren Termin mit Ihrer Betreuungsperson, um über den Stand der Arbeit zu berichten. Bereiten Sie sich auf das Treffen vor. Bringen Sie eine aktuelle Gliederung mit und überlegen Sie sich konkrete Fragen, auf die Sie gerne eine Antwort hätten. „Ich weiß nicht wie ich weitermachen soll“ stellt keine konkrete Frage in diesem Sinne dar.

  3. 4 Wochen vor Abgabe der Arbeit vereinbaren Sie wieder eigenständig einen weiteren Termin, um über den aktuellen Stand der Arbeit zu sprechen.

  4. Grundsätzlich gilt: Auswahl und Aneignung geeigneter Methoden und Theorien, die zur Bearbeitung Ihrer Fragestellung notwendig sind, stellen einen Teil der Leistung dar, die Sie eigenständig für Ihre Abschlussarbeit erbringen müssen. Wir stehen Ihnen dabei gerne beratend zur Seite, möchten aber zunächst von Ihnen Vorschläge unterbreitet bekommen. Beispiel: Die Betreuungsperson berät Sie bei der Auswahl einer Methode (z.B. Faktorenanalyse), diskutiert mit Ihnen bei Bedarf welche Form der Faktorenanalyse für Ihre Daten geeignet ist, führt aber diese Analyse weder für Sie durch noch gibt sie Ihnen eine Unterrichtsstunde „Einführung in die Faktorenanalyse“.

Eine Abschlussarbeit sollte sich an folgender allgemeiner Struktur orientieren:

Am Beginn einer Abschlussarbeit steht eine Einleitung, in der die Fragestellung der Arbeit und deren Relevanz präzise herausgearbeitet und in der ein Überblick über die folgenden Kapitel gegeben wird.

Am Ende der Arbeit steht eine Zusammenfassung, in der die eingangs formulierte Fragestellung beantwortet, ein Resümee über das Vorgehen gezogen, Defizite benannt und nicht bearbeitete Aspekte, an denen weitere (Forschungs-)arbeiten ansetzen könnten, aufgeführt werden.

Zwischen diesen beiden Teilen wird die Fragestellung bearbeitet. Dieser Hauptteil sollte folgende Aspekte behandeln (nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge)

  1. Theorie: Hierunter fallen sowohl die Darstellung zentraler Begriffe, als auch die Rezeption von theoretischen Erklärungsansätzen, die sich mit dem Thema der Arbeit befasst haben. Beantwortet werden sollte, welche theoretische Perspektive die Arbeit einnimmt und wie die Arbeit im Fach zu verorten ist.

  2. Empirische Arbeiten zur Thematik: Gibt es empirische Studien die sich mit Ihrem Thema befasst haben (gibt es so gut wie immer)? Rezipieren Sie diese Studien. Erläutern Sie die Befunde und weisen Sie auf ggf. widersprüchliche Studien hin. Sie schreiben Ihre Arbeit im Methodenbereich. Würdigen Sie die Studien, die Sie heranziehen, entsprechend auch kritisch.

  3. Eigene Empirie (nicht zwingend): Falls Sie in ihrer Abschlussarbeit eine eigene empirische Untersuchung durchgeführt haben, müssen Sie deren Design sowohl beschreiben, als auch begründen. Zu reflektieren ist hier, weshalb Sie sich für eine quantitative oder eine qualitative Untersuchung entschieden haben, wie Sie Ihre Stichprobe gezogen haben und welche möglichen Verzerrungen aufgrund dieser Auswahl zu erwarten sind. Außerdem sind hier das Erhebungsinstrument (z.B. Fragebogen oder Leitfaden), die Auswertungsprozeduren der Daten und die zentralen Ergebnisse Ihrer Untersuchung vorzustellen. (Zur Durchführung von eigenen kleinen empirischen Untersuchungen berücksichtigen Sie bitte auch die Regeln für die Gestaltung einer schriftlichen Arbeit mit forschungsmethodischem Bezug.

Themenvorschläge für empirische und/oder methodologische Abschlussarbeiten

  • Motive für ehrenamtliches Engagement – Untersuchung mit qualitativen und/oder quantitativen Methoden
    Betreuer: Kelle
  • Qualität von Fragebogenitems des ALLBUS 2012 und des Bertelsmann Religionsmonitor – Untersuchung mit kognitiven Interviews
    Betreuer: Kelle
  • Der Zusammenhang zwischen Religiösität, politischen Einstellungen und Vorurteilen. Eine Sekundäranalyse von ALLBUS-Daten
    Betreuer: Kelle
  • Welche Aspekte fließen in die Globalbeurteilungen von Dozenten ein? Kognitive Prozesse bei der Gesamtbewertung eines Dozenten.
    Betreuer: Metje
  • Untersuchungen zur beruflichen Identitätsbildung und -entwicklung, insbesondere in MINT-Berufen.
    Betreuer: Langfeldt
  • Die Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit, Beruf und Karriereverlauf.
    Betreuer: Langfeldt
  • Untersuchungen rund um das Thema „duales Studium“.
    Betreuer: Langfeldt
  • Qualität von Fragebogenitems zur Messung von Arbeitsorientierungen – Untersuchung mit kognitiven Interviews
    Betreuer: Langfeldt
  • Die Erprobung von Messinstrumenten zur Evaluation in militärischen Kontexten
    Betreuer: Goltz

HSU

Letzte Änderung: 10. September 2018