Standards Guter Arbeit

Der Verbund
Unter dem Stichwort „Standards Guter Arbeit“ haben sich im Sommer 2017 zwölf ProfessorInnen und neun weitere Forschende aus der Universität Hamburg und der Helmut-Schmidt-Universität in einem Forschungsverbund zusammengefunden. Unterstützt durch Mittel der Landesforschungsförderung Hamburg möchten sie in insgesamt 10 Teilprojekten zu neuen Erkenntnissen bezüglich drängender Fragen in in diesem Themenfeld gelangen.

Ausgangspunkt
Bis vor nicht allzu langer Zeit war das sogenannte „Normalarbeitsverhältnis“ sowohl weitverbreiteter Standard als auch angestrebte Norm der Arbeit. Dem klassischen männlichen Arbeitnehmer, in unbefristeter Vollzeitanstellung stehen heute jedoch vermehrt heterogene Entwicklungen gegenüber. Zu beobachten sind u.a.:

  • veränderte Arbeitswerte,
  • die zunehmende Flexibilisierung der Beschäftigungsverhältnisse,
  • eine steigende Diversität von Belegschaften,
  • die Entwicklung von Netzwerkorganisationen und digitalen Wertschöpfungsketten,
  • internationale Einflüsse auf das Arbeits- und Sozialrecht,
  • zunehmende Verantwortungsübertragung auf die Beschäftigten sowie
  • räumliche und zeitliche Entgrenzung von Arbeit

Die höhere Autonomie und Flexibilität der Beschäftigten bietet diesen zwar neue Chancen, birgt allerdings auch höhere Anforderungen bezüglich Qualifizierung, fehlende Sicherheiten und psychologischen Stress. Dieser Wandel berührt damit auch „Standards Guter Arbeit“, wie etwa Arbeitnehmerschutzrechte, Interessenvertretung oder die Trennung zwischen Beruf und Privatleben.

Ziel und Forschungsansatz
Fraglich ist, ob und wie traditionelle Arbeitsstandards in der heutigen Arbeitswelt noch zu halten sind, beziehungsweise welche neuen Standards entstehen können und sollen. Hierzu soll zum  einen das tatsächliche empirische Ausmaß der Veränderungen und Wirkungen bestimmt werden. Zum anderen müssen auch normative Positionierungen neu vorgenommen werden. Die  Forschergruppe geht diesem Untersuchungsansatz auf drei Ebenen nach:

  • Kulturelles System – Normative Leitbilder (Sozialphilosophie, Theologie) und Soziales System – Arbeits- und Lebensformen, Bedürfnisse, soziale
    Ungleichheit (Soziologie, Sozialpsychologie)
  • Ökonomisches System – Arbeitsmarkt, Organisation, Personalmanagement und -führung, Arbeitsorganisation (Ökonomie, Betriebswirtschaftslehre, Arbeits- und Organisationspsychologie)
  • Rechtliches System – Individual- und Kollektivarbeitsrecht sowie Sozialrecht

 

Weitergehende Informationen finden Sie auf der Projektwebseite.

 

Förderung
Hamburger Forschungsförderung , Laufzeit Juli 2017 – Dezember 2020

Beteiligte Wissenschaftlerinnen
Jan Dumkow M.A. (Koordination), Prof. Dr. Wenzel Matiaske (Projektsprecher)

Projektpartner
Universität Hamburg

HSU

Letzte Änderung: 12. Juni 2018