Ziel dieser Studie ist es, zu untersuchen, wie Geschlechterungleichheiten in Scrum – einer weit verbreiteten agilen Methode in modernen Organisationen – reproduziert werden. Auf Grundlage von Ackers Theorie der gendered organisation (1990) führten wir vierzehn halbstrukturierte Interviews mit Mitgliedern von Scrum-Teams in unterschiedlichen Rollen durch, um zu analysieren, wie Geschlechterungleichheit in selbstorganisierten Arbeitsstrukturen wirkt.
Unsere Analyse identifiziert vier miteinander verknüpfte Mechanismen, durch die Geschlechterungleichheiten in Scrum-Kontexten verankert sind: eine zeitliche Intensivierung, die Vollzeitarbeit privilegiert (gendered practices); Rollenbeschreibungen für Product Owner und Scrum Master, die technische Kompetenzen systematisch höher bewerten als relationale Facilitation (gendered culture); selbstorganisierte Praktiken, die eine geschlechtsspezifische Aufgabenverteilung reproduzieren (gendered interaction); sowie eine Betonung organisationaler Effektivität und Leistungsorientierung, der dazu führt, dass Geschlechterungleichheit in Scrum-Teams vernachlässigt wird (organisational logic).
Diese Studie leistet einen Beitrag zur Forschung über Geschlechterungleichheit im Kontext agiler Arbeit.
Ausgewählte Beiträge:
- Rybnikova, I., & Kornau, A. (2023, Juli). Gendered agility? An explorative study of (in)equalities in Scrum teams. European Group for Organizational Studies (EGOS) Colloquium, Cagliari, Italien.
- Rybnikova, I., & Kornau, A. (under review). Gendered agility? An explorative study of (in)equalities in Scrum teams.
Letzte Änderung: 14. Mai 2026