Aktuelles

2018 

(zum Archiv – 2017 / 2016 / 2015)

 

Helmut Schmidt und die internationale Politik

Am 23. Dezember 2018 wäre Helmut Schmidt 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstalten Professor Bernd Wegner, Dr. Michael Jonas und Professor Michael Staack ein Internationales Wissenschaftliches Kolloquium, dass sich anhand ausgewählter Fallbeispiele kritisch reflektierend mit dem außenpolitischen Wirken und Selbstverständnis des Staatsmanns, Hanseaten und Namensgebers der Universität der Bundeswehr Hamburg beschäftigt. Folgende Themen stehen u.a. auf dem Programm: Der Weltkanzler und die internationale Politik, The Schmidt-style of Ostpolitik, Helmut Schmidt und die Reform der Bundeswehr, Nachbar China – Helmut Schmidts China-Bild nach dem Ende seiner Kanzlerschaft, Helmut Schmidt und die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Hinzu kommt ein Gespräch der Veranstalter mit ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und eine Podiumsdiskussion über die Frage, ob und inwiefern Schmidts außenpolitische Konzepte heute noch aktuell sind. Das Kolloquium findet am 26. und 27. November 2018 an der Helmut-Schmidt-Universität statt.

Das Programm finden Sie hier  

Zur Publikation von Michael Staack (2016): Helmut Schmidt – Staatsmann, Stratege, Reformer der Bundeswehr  

Helmut Schmidt
Helmut Schmidt

 

Tagung „Nordkorea-Konflikt“, 11. und 12. Oktober 2018

Unter dem Titel Nordkorea-Konflikt: Interessenlagen, Konfliktdimensionen, Lösungswege veranstaltet das von Professor Staack geleitete Wissenschaftliche Forum Internationale Sicherheit am 11. und 12. Oktober 2018 eine Konferenz über diesen Brennpunkt der Weltpolitik. International ausgewiesene Experten diskutieren und bewerten die laufenden Verhandlungsprozesse, Wege zur Abrüstung, die mögliche Veränderung der Sicherheitskonstellation in Ostasien sowie die widersprüchliche Politik der USA gegenüber Nordkorea und dem Iran. … Zu Programm und Anmeldung … 

 

Conference „The Future of the African Peace and Security Architecture“

On June 28th and 29th, 2018, Sonja Nietz and Michael Staack took part in the international conference “Quo vadis APSA? The Future of the African Peace and Security Architecture”, organized by the Federal Academy of Security Policy (BAKS) in Berlin. The African Peace and Security Architecture (APSA), established under the umbrella of the African Union (AU), is the central framework for peace and security on the African continent. For more than ten years, the German government has been supporting the development of APSA through various measures in different fields at the continental, regional, as well as the local level. The Berlin conference addressed future prospects of APSA and the role the German government´s comprehensive approach will play in this regard. In his opening speech, John Dramani Mahama, former President of Ghana, underlined that currently, due to structural disadvantages, Africa is de facto excluded from equal and fair participation in international economic and political affairs. Moreover, Mahama pointed out that structural change is a necessary prerequisite to establish better and more effective problem-solving capacities within APSA. As a rapporteur, Sonja Nietz summarized the proceedings of the conference. All participants agreed that the conference referred to a very complex issue for which there are no simple answers. In conclusion, despite substantial progress both within APSA and German engagement over the last years, however, further efforts are strongly needed to foster quick actions and to support long-term peace and security in Africa.

Conference notes by the Federal Academy for Security Policy (BAKS) 

 

Beeindruckender Besuch im Haus von Helmut und Loki Schmidt

Am 13. Juni 2018 führten Professor (em.) Bernd Wegner, Professor Michael Staack und Michael Neumann (Präsidialabteilung der HSU) ein Gespräch mit Stefan Herms, dem Vorstand der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung. Das Treffen fand im früheren Wohnhaus von Helmut und Loki Schmidt im Neubergerweg in Hamburg-Langenhorn statt, dem auch das Privatarchiv Schmidts angegliedert ist. Gegenstand des Gesprächs war die künftige Kooperation der Stiftung mit der Helmut-Schmidt-Universität und den Professuren für Neuere Geschichte und Internationale Beziehungen. Gemeinsam mit Dr. Michael Jonas veranstalten Wegner und Staack am 26. und 27. November 2018 aus Anlass des 100. Geburtstages des sozialdemokratischen Staatsmanns das Wissenschaftliche Kolloquium „Helmut Schmidt und die internationale Politik“.

Helmut Schmidt
Bei Helmut Schmidt zu Hause: Bernd Wegner, Stefan Herms und Michael Staack

 

Konferenz in Wien: Herausforderungen für die österreichische EU-Ratspräsidentschaft

Österreich übernimmt zum 1. Juli 2018 die Präsidentschaft der Europäischen Union. Aus diesem Anlass veranstaltete die Landesverteidigungsakademie in Wien eine wissenschaftliche Konferenz über die aktuellen Herausforderungen, vor denen Europa und die Europäische Union gegenwärtig stehen. Professor Michael Staack bezeichnete in seinem Vortrag die Selbstbehauptung Europas gegenüber den Großmächten USA, Russland und China als wichtigste Aufgabe. Angesichts der strukturellen Umbrüche im internationalen System müsse die EU bereit sein, ihre Interessen – wirtschaftlich und sicherheitspolitisch – mit größerem Nachdruck zu vertreten. Das konsequente Festhalten am Iran-Abkommen nach dessen Aufkündigung durch Washington sei dafür ein gutes Beispiel. Der pragmatische Ansatz der österreichischen Außenpolitik könne auch hilfreich sein, um eine gemeinsame Kooperationsstrategie der Union gegenüber China zu formulieren.

 

„Against all Odds – Ist eine Lösung des Nordkorea-Konflikts möglich?“

Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Vortrags von Professor Michael Staack beim Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am 30. Mai 2018. Nach Auffassung von Michael Staack sind die vier wichtigsten Konfliktparteien – Nord- und Südkorea, die USA und China – an einer Regelung des Konflikts interessiert. Die Vorstellungen über den Inhalt einer solchen Regelung (insbesondere die Gestaltung des Prozesses der Denuklearisierung, die Festlegung von Sicherheitsgarantien für Nordkorea und die wirtschaftliche Unterstützung des Landes inklusive der Aufhebung der Sanktionen) gingen aber weit auseinander. Es sei ein positives Zeichen, dass für die US-Administration nunmehr erstmals Experten verhandelten, um ein Gipfeltreffen Trump-Kim vorzubereiten. Südkorea, so Professor Staack, habe den gesamten Prozess in den vergangenen Monaten immer wieder durch eigene Initiativen und Vermittlung vorangetrieben, zwischen Nordkorea und den USA moderiert und bereits jetzt ein „Meisterstück kluger und höchst professioneller Diplomatie“ geliefert.

 

Stabilität, Sicherheit, Entwicklung: Aktuelle Entwicklungen in Mali

Entscheidend für eine erfolgreiche Stabilisierung Malis seien die konsequente Fortführung des stockenden Friedensprozesses sowie Fortschritte bei wirtschaftlicher Entwicklung, Bildung, Korruptionsbekämpfung und bei der Gleichberechtigung der Frauen. Diese Auffassung vertrat Professorin Djénéba Traoré, die Generaldirektorin des West Africa Institute (www.wai.iao.ecowas.int) in Praia (Cabo Verde), am 28. Mai 2018 in einem Vortrag an der HSU. Die Geistes- und Sozialwissenschaftlerin stammt aus Mali, hat an der Humboldt-Universität Berlin promoviert und war u.a. Rektorin der Humanistischen Universität in der Landeshauptstadt Bamako. Ausführlich schilderte sie die Genese der verschiedenen Tuareg-Rebellionen und des Aufstands 2012/13, der fast zum Auseinanderbrechen Malis geführt hatte. Deutschland, so Djénéba Traoré, sei in den letzten Jahren zum wichtigsten Partner Malis in der Entwicklungszusammenarbeit geworden; die verlässliche Zusammenarbeit werde allgemein geschätzt. Auch der Beitrag der Bundeswehr sei derzeit unverzichtbar für die Entwicklung des Landes. Professorin Traoré besuchte die HSU nach 2015 bereits zum zweiten Mal. Die Gespräche dienten auch der Vertiefung der Kooperation zwischen dem West Africa Institute und dem Institut für Internationale Politik mit Professor Staack.

Prof. Djénéba Traoré (WAI)
Prof. Djénéba Traoré (WAI)

 

International Workshop on Germany´s West Africa policy

In collaboration with the Institute of Theology and Peace – the peace research institute of the Catholic church in Germany – and its director Professor Justenhoven, Professor Staack and his team organized an international workshop on German West Africa policy. The workshop took place on May 23-25, 2018, at Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Berlin. The aim of the workshop was to critically reflect on Germany´s policy towards the West African region based on a comprehensive approach (development, economy, politics, security, migration). During the workshop, the following topics have been discussed: the (new) concept of Germany´s West Africa policy, possible conflicts with French policies in the region and the new approach of the Macron presidency, current developments in West Africa, the perception of Germany´s new strategy/interest from a regional angle. The workshop assembled 20 academicians from West Africa (Mali, Ghana, Senegal), France and Germany and high-ranking ministry officials from the Federal Chancellery, Federal Foreign Office, Federal Ministry for Economic Cooperation and Development as well as Federal Ministry of Defence. The very fruitful, open and productive discussions proceeded within five panels:

  • Peacebuilding in Mali – on the right track?
  • Western model of democracy vs. African social structures?
  • Security cooperation within ECOWAS and Sahel G 5
  • German politics in the West African region
  • What are the most pressing challenges in West Africa?

All participants agreed on the existence of a research gap on current German West African policy. Therefore, further research and academic exchange between Germany and West Africa is needed. The organizers intend to host a similar event in Dakar (Senegal) next year.

Conference notes by the West Africa Institute (WAI) 

International Workshop

International Workshop

International Workshop
International Workshop

 

Zeitgeschichte aus erster Hand: Generalinspekteur a.D. Wolfgang Altenburg über den NATO-Doppelbeschluss

Welche Gründe führten zum NATO-Doppelbeschluss (1979), warum wurde der Vertrag über die vollständige Abrüstung landgestützter nuklearer Mittelstreckenwaffen (1987) möglich und was bedeutete beides für die damalige Bundesrepublik Deutschland? Diese Fragen standen im Mittelpunkts eines Vortrags von General a.D. Wolfgang Altenburg im Master-Seminar von Professor Staack „Internationale Ordnung, Nuklearwaffen und Rüstungskontrolle“ am 22. Mai 2018 an der Helmut-Schmidt-Universität. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr (1983-1986) und Vorsitzende des NATO-Militärausschusses (1986-1989) schildete ebenso lebendig wie analytisch tiefgründig die Entscheidungsprozesse unter den Bundeskanzlern Helmut Schmidt und Helmut Kohl sowie die Debatten in der NATO und mit den USA, an denen er verantwortlich beteiligt war. Besonders spannend waren seine Ausführungen zur Interessenlage der Bundesrepublik und den Strategien, um diese Interessen durchzusetzen. Bezugnehmend auf die aktuelle Situation im Verhältnis zwischen dem Westen und Russland, erinnerte Altenburg an die Philosophie des Harmel-Berichts der NATO von 1967: notwendig seien eine gesicherte Verteidigung und ein ernsthafter politischer Dialog. Rüstungskontrolle bleibe ein unverzichtbares Instrument der Sicherheitspolitik und der INF-Vertrag müsse erhalten werden.

Altenburg
Gruppenbild mit Generalinspekteur a.D. Wolfgang Altenburg

 

Doomed to Fail? Die Krise um den INF-Vertrag über die Abschaffung landgestützter Mittelstreckenwaffen

„Die Zukunft des INF-Vertrags betrifft ganz unmittelbar die Sicherheit in Europa.“ Dies stellte der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), Wolfgang Rudischhauser, im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Helmut-Schmidt-Universität mit dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) zur Zukunft des INF-Vertrags am 15. Mai 2018 mit Nachdruck fest. Daher sei es unabdingbar, so Rudischhauser, dass die europäischen Nato-Mitgliedsstaaten, insbesondere auch die Bundesregierung, die brisante Lage, in der sich das internationale Abrüstungsregime (inkl. der Zukunft von New START und JCPoA) insgesamt und der INF-Vertrag im Speziellen derzeit befinden, öffentlichkeitswirksam adressieren. Letzteres müsse auch die Benennung möglicher und weitreichender Konsequenzen einer Nicht-Fortführung des INF für die europäische Sicherheitsarchitektur beinhalten.

Der Intermediate Range Nuclear Forces (INF) Vertrag von 1987 zwischen den USA und Russland (Rechtsnachfolger der UdSSR) verpflichtet die Vertragspartner, landgestützte ballistische Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 km zu vernichten und diese weder zu produzieren noch wiedereinzuführen. Vor diesem Hintergrund beschuldigen die USA Russland seit 2014 öffentlichkeitswirksam der mehrfachen Vertragsverletzung, insbesondere durch Tests und die Einführung von bodengestützten Marschflugkörpern. Dies erwiderte Moskau seinerseits damit, dass die USA unter anderem mit bestimmten Komponenten ihres Raketenschutzschildes (NMD) gegen den Vertrag verstoße. Als Folge dieser im Raum stehenden, aber nach wie vor nicht verifizierten Vertragsverletzungsbehauptungen, ist ein Fortbestehen des INF-Vertragswerkes alles andere als gesichert. Für eine Aufrechterhaltung gäbe es zwar mehrere denkbare Möglichkeiten, erklärte Rudischhauser mit Verweis auf Vorschläge der Deep-Cuts-Kommission, einer deutsch-russisch-amerikanischen Expertenkommission. Allerdings fehle auf beiden Seiten der nötige politische Wille, offene Fragen hinsichtlich möglicher Vertragsverletzungen durch technischen Dialog und Verifikation auszuräumen, sekundierte Prof.  Götz Neuneck, Mitglied der Deep-Cuts-Kommission. Sowohl der Gastredner, als auch die beiden Moderatoren Prof. Michael Staack und Prof. Neuneck waren sich einig, dass eine Nicht-Fortführung oder Nicht-Einhaltung des INF-Vertragswerkes das Potential einer deutlichen Zu- statt Abnahme nuklearer Rüstungsdynamiken und Kalter-Kriegs-Mechanismen in sich berge.

Gastvortrag Wolfgang Rudischhauser, Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS)
Prof. Michael Staack (HSU), Wolfgang Rudischhauser (BAKS), Prof. Götz Neuneck (IFSH)

 

Nordkorea-Konflikt: „Hamburger Diskurs“ an der Führungsakademie der Bundeswehr

Der Nordkorea-Konflikt war Thema des „13. Hamburger Diskurses“ am 13. März 2018 an der Führungsakademie der Bundeswehr in Blankenese. Mehr als 300 Gäste waren zu dieser Veranstaltung gekommen, um eine Expertendiskussion zum Thema zu verfolgen. Mit einem Vortrag zu den Ursachen des Konflikts, den Interessenlagen der Konfliktparteien und möglichen Lösungsstrategien führte Michael Staack in den Abend ein. Er begrüßte das vor wenigen Tagen vereinbarte Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un, machte aber auch sehr deutlich, dass ein solches Treffen gut vorbereitet werden müsse und keine direkte Lösung des Konflikts, sondern – bestenfalls – den Einstieg in einen Lösungsprozess erbringen könne.

 

Sonja Nietz: Field research in Bamako/Mali

From 26 February to 8 March 2018, Sonja Nietz M.A., went on a field trip to Bamako. On behalf of the Rosa-Luxemburg Foundation she is currently writing a study on the role of traditional civil conflict management in Mali. The study aims to determine actors and processes and to question, how they can contribute to the improvement of the political and security crisis since 2012 (possibilities, limits and perspectives). Interviews focused mainly on persons who can be regarded as representatives of certain societal groups relevant to the reconciliation discourse – traditional authorities, regional non-governmental organizations (NGOs) and academics. The field research gave deep insights into the importance of long existing grass-roots approaches for consensus-building in Malian society, especially the use of joking relationships, intermediaries, associations and the tradition of palaver (open dialogue).

IMRAP
Sonja Nietz (HSU) mit TEMEDT
RECOTRADE
Sonja Nietz (HSU) mit RECOTRADE

 

„Strategie und Vorausschau“ des Bundesministeriums der Verteidigung: Professor Staack über China als weltpolitischem Akteur

Das Bundesministerium der Verteidigung hat eine Broschüre zum Thema  „China – Perspektiven und Herausforderung“ veröffentlicht. Darin werden drei Vorträge dokumentiert, die im Rahmen des Netzwerks „Strategie und Vorausschau“ der Abteilung Politik des BMVg gehalten wurden. Professor Michael Staack hatte bei dieser Tagung über Chinas Aufstieg als außenpolitische Herausforderung unter besonderer Berücksichtigung der maritimen Dimension referiert.

Das Netzwerk „Strategie und Vorausschau“ wurde 2016 durch die Abteilung Politik des Bundesministeriums der Verteidigung gegründet, um regelmäßig unterschiedliche Zukunftsthemen von strategischer Bedeutung zu diskutieren. Damit soll ein Beitrag zu der im Weißbuch 2016 geforderten Erhöhung der Strategiefähigkeit der Bundesregierung in der Sicherheitspolitik geleistet werden. Dem Netzwerk gehören Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Regierungsbehörden an.

 

Internationales Tagungsprojekt zu kooperativer Sicherheit in Ostasien: Aktueller Zwischenbericht 

Am 31. Februar 2018 wurde der offizielle Bericht des durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) geförderten internationalen Tagungsprojektes veröffentlicht. Die Teilnehmer der beiden Konferenzen in Hamburg (2016) und Beijing, VR China (2017) waren zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Südkorea, der VR China und Deutschland. Im Projektfokus stand die übergeordnete Forschungsfrage, inwiefern europäische und spezifisch deutsche Erfahrungen mit Strategien von Dialog, Entspannung, Vertrauensbildung und Rüstungskontrolle als Lösungsansätze für das Sicherheitsdilemma in Ostasien – auch als Alternative zu neorealistischen Perspektiven (Macht- und Gegenmachtbildung, Sicherheit durch Rüstung) – nutzbar gemacht werden könnten. Insgesamt wurde die skeptische Analyse der Rahmenbedingungen, die dem Projekt zu Grunde lag, weitgehend bestätigt: Ein, wenn nicht das wesentliche Hindernis für eine friedensförderliche Veränderung der Sicherheitskonstellation in Ostasien bilden die wechselseitigen Sicherheitsperzeptionen. Sie erschweren Vertrauensbildung bzw. Kooperation und reproduzieren – gewissermaßen als self-fulfilling prophecy – eine Sicherheitspolitik, die worst case-Szenarien in den Vordergrund stellt. Wissenschaftliche Dialoge zwischen Wissenschaftler/innen aus Europa/Deutschland und Ostasien können ein wichtiger Beitrag sein, um die Konstellation zu verändern – ebenso wie eine eigenständige, kooperative Sicherheit unterstützende Politik von EU bzw. Deutschland in der Region, z.B. im Nordkorea-Konflikt. Weiterer Forschungsbedarf besteht vor allem in Bezug auf die Erfolgsbedingungen, unter denen solche Prozesse gelingen können, z.B. im Politikfeld Rüstungskontrolle. Das trilaterale Projektformat wird (voraussichtlich 2018) unter Einbindung weiterer Akteure aus der Region fortgeführt. Den aktuellen Zwischenbericht finden Sie hier. 

 

HSU

Letzte Änderung: 14. August 2018