Autarke Notstromversorgung der Bevölkerung unterhalb der KRITIS-Schwelle

In Deutschland und Europa nimmt die Wahrscheinlichkeit großflächiger Stromausfälle stark zu. Für öffentliche Einrichtungen wie z.B. Krankenhäuser, Polizei oder Feuerwehr existieren bereits Notfallpläne und Versorgungssysteme, um im Falle eines Blackouts weiterhin ihre Funktion erfüllen zu können. Diese Einrichtungen zählen zu den sogenannten kritischen Infrastrukturen. Unter kritischen Infrastrukturen (KRITIS) versteht man Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden.

Demonstrator

Im Rahmen des Projektes wurde im ersten Schritt ein Hardware-Demonstrator als Hausmodell mit einer Steuerung über einen Industrie-PC zur Veranschaulichung der Aufgabenstellung und Lösungsansätze aufgebaut (siehe Abbildung). Er dient der anschaulichen Darstellung der Funktionsweise eines Notstromversorgungssystems. Die Betriebszustände eines Notstromversorgungssystems werden exemplarisch an einem Einfamilienhaus gezeigt. In ähnlicher Weise können auch Mehrfamilienhäuser und sogar ganze Siedlungen mit den hier vorgestellten Notstromversorgungstypen ausgestattet werden.

Um die Thematik der Notstromversorgung darüber hinaus einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, wurde die Funktionsweise dieses Demonstrators in Form einer interaktiven Internet-Anwendung weiterentwickelt, die selbst getestet werden kann.

Startseite der Software
Startseite der Software
Beispiel eines Betriebszustands
Beispiel eines Betriebszustands

Projektergebnisse

Die Studie hat gezeigt, dass neben photovoltaische Inselanlagen und Energiespeichersystemen zur Realisierung von Notstromversorgungssystemen auch weitere Technologien einsetzbar sind wie z.B. Batteriesysteme, Brennstoffzellensysteme, Windkraftanlagen, Blockheizkraftwerke, Dieselgeneratoren oder manuell betriebene Generatoren. All diese Technologien weisen jedoch spezifische Vor- und Nachteile bezüglich der betrachteten Bewertungskriterien (Stromausfalldauer, Preis, Leistung, Umwelteinfluss, Handhabung und Genehmigungsaufwand) auf. Nichtsdestotrotz lassen sich ihre Potentiale durch optimale Einsatzbedingungen (Verbraucher/Erzeuger- Abhängigkeit oder szenariobedingte Erzeugungstechnologie) erhöhen.

Ergebnisse der Studie
Ergebnisse der Studie
Technologievergleich für ein Szenario
Technologievergleich für ein Szenario

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr.-Ing. habil. Detlef Schulz (Projektleiter)
M.Sc. Marcus Dietmannsberger
Fakultät für Elektrotechnik
Elektrische Energiesysteme

HSU

Letzte Änderung: 13. Mai 2019