Messungen an Bord des Feuerlöschbootes Dresden: Beitrag zu resilienten maritimen Energiesystemen

Am 11. März führte die Professur für Elektrische Energiesysteme der Helmut‑Schmidt‑Universität Messungen an Bord des Feuerlöschbootes Dresden der Flotte Hamburg durch. Ziel der Kampagne war es, elektrische Betriebszustände unter realen Einsatzbedingungen zu erfassen und Grundlagen für die Bewertung der Netzresilienz von DC-Schiffen zu schaffen.

Liegeplatz der Dresden an der Jan-Fedder-Promenade in Hamburg

Messaufbau und Ablauf

Der Messaufbau umfasste sowohl kontinuierliche Aufzeichnungen als auch gezielte Einzelmessungen. Neben Spannungs‑ und Stromverläufen auf der AC‑ und DC‑Sammelschiene wurden Lastprofile unterschiedlicher Verbraucher, Betriebszustände während Hafen‑ und Fahrtbetrieb sowie dynamische Wechselwirkungen zwischen Landanschluss, Wechselrichtern und leistungselektronischen Komponenten erfasst.

Die Messungen fanden sowohl am Liegeplatz als auch während der Fahrt statt, um ein breites Spektrum typischer Betriebszustände abzudecken.

Zusammenarbeit an Bord

Die Durchführung wurde durch die enge und professionelle Unterstützung der Besatzung ermöglicht. Der Aufbau des Messsystems im Maschinenraum und im Schaltschrankbereich konnte effizient umgesetzt werden, sodass die geplanten Messabschnitte, Grundlastanalyse, dynamische Manöver und Verbrauchercharakterisierung, ohne Verzögerungen durchgeführt werden konnten.

Die Gespräche mit der Mannschaft boten zudem wertvolle Einblicke in Betriebserfahrungen, technische Besonderheiten und die praktischen Anforderungen an Energieversorgungssysteme im täglichen Einsatz der Feuerwehr.

Test des Feuerlöschmonitors auf dem Rückweg – 180 m Wurfweite

Ausblick

Im Mittelpunkt der weiteren Arbeiten steht die Analyse charakteristischer Muster und Betriebszustände, die Hinweise auf Belastungsverhalten, Regelungsdynamik und mögliche Schwachstellen des Bordnetzes liefern. Darauf aufbauend sollen konkrete Ableitungen für einen robusten und verlässlichen Betrieb elektrischer Anlagen auf Arbeits‑ und Einsatzbooten entwickelt werden, sowohl mit Blick auf Optimierungen bestehender Systeme als auch hinsichtlich Anforderungen an zukünftige technische Entwürfe.
Die Messkampagne leistet damit einen substanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung widerstandsfähiger maritimer Energiesysteme und fügt sich nahtlos in die laufenden Forschungsarbeiten der Professur zu Netzstabilität und Resilienz ein.

HSU

Letzte Änderung: 1. April 2026