E.K.I. – Evaluation, Konzeptionalisierung und Implementierung arbeitsprozessorientierter ärztlicher Weiterbildung

Forschungsidee

Die aktuellen Diskussionen um die Bedeutung einer kompetenzorientierten ärztlichen Weiterbildung können als Reaktion auf festgestellte Defizite in diesem Bereich und die sich stetig wandelnden Herausforderungen in der ärztlichen Berufsausübung gedeutet werden. Unstrittig innerhalb der Debatte ist, dass ärztliche Weiterbildung „der Sicherheit der Qualität ärztlicher Berufsausübung“ (MWBO 2015 §1) dient und zwischen ärztlicher Weiterbildung und Versorgungsqualität ein enger Zusammenhang besteht.

Daher ist es verkürzt, ärztliche Weiterbildung als ein ‚Nebenprodukt‘ zu charakterisieren, das sich während der Patientenversorgung quasi nebenbei einstellt. Das Gegenteil ist der Fall: Wie die Novellierungsbemühungen hinsichtlich der Musterweiterbildungsordnung oder die Evaluationsansätze unter der Federführung der Ärztekammern zeigen, steht die ärztliche Weiterbildung vor vielfältigen Herausforderungen, die auch die Ziele und die Gestaltung von Weiterbildung im ärztlichen Berufsalltag betreffen.

Weiterbildungsgestaltung wird innerhalb institutioneller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen von den unmittelbar an ihr Beteiligten getragen, die in ihren Arbeitsprozessen zugleich die gegenwärtigen Anforderungen an die Rolle des Arztes berücksichtigen müssen. Diese umfassen z.B. eine zunehmende Spezialisierung und Fluidität von Wissen und Praktiken oder die Bedeutung von Arbeiten in Handlungsgemeinschaften in der arbeitsteiligen Patientenversorgung. Dies führt zu einer Notwendigkeit der Aneignung überfachlicher Kompetenzen, die über reine medizinische Fachkompetenz hinausgehen und eine das Berufsleben begleitende Lehr-Lernbereitschaft mit professionellem Handeln in der ärztlichen Arbeit verbinden.

Somit rückt die Frage in den Fokus, was wann wie wo und ob überhaupt gelehrt und gelernt wird, um das rechtlich verankerte Ziel der ärztlichen Weiterbildung zu erreichen. Dieses wird definiert als der „geregelte Erwerb festgelegter Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten, um nach dem Abschluss der Berufsausbildung besondere ärztliche Kompetenzen zu erlangen“ (MWBO 2015).

Idee von E.K.I. ist die Entwicklung und Umsetzung eines Rahmenkonzeptes, das Weiterbildungsbefugte und Weiterbildungsteilnehmende in ihren Lehr-Lernprozessen berät, begleitet und unterstützt.  Aus Sicht der Erwachsenenbildungswissenschaft ist zu fragen:

  • Existieren methodische oder didaktische Konzepte für die ärztliche Weiterbildung?
  • Welche Einflussfaktoren sind aus Sicht aller an der Weiterbildung beteiligten bedeutsam für die ärztliche Weiterbildung?
  • Welche formalen, organisationalen, sozialen und individuellen Bedingungen sind für das Lernen und Lehren in der ärztlichen Weiterbildung von Bedeutung?
  • Wie lassen sich Lehren und Lernen sowie Kompetenzentwicklung in den Prozess ärztlicher Arbeit integrieren bzw. sichtbar machen?

Forschungsziele

Diese vielfältigen Forschungsfragen untersucht „E.K.I.“ im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg innerhalb einer Prozessevaluation, die sich fortlaufende aus folgenden Komponenten zusammensetzt:

Evaluation: Analyse und Systematisierung organisationaler und struktureller Voraussetzungen sowie Besonderheiten der ärztlichen Weiterbildung am BwK Hamburg

Konzeptionalisierung: Ideen und Konzepte zur ärztlichen Weiterbildung am BwK Hamburg vor dem Hintergrund der Weiterbildungsordnungen, den Grundlagen und Richtlinien zum Lernen im Prozess der Arbeit sowie arbeitsintegrierter Kompetenzentwicklung, Berücksichtigung der Besonderheiten der einzelnen Fachkliniken sowie der strukturellen Spezifika eines Bundeswehrkrankenhauses

Implementierung: Entwicklung didaktisch-methodische Konzepte zur ärztlichen Weiterbildung; Weiterbildungsberatung unter Berücksichtigung abteilungsinterner Voraussetzungen und Bedürfnisse; Lehr-Lerninfrastruktur


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Team

Wissenschaftliche Verantwortung: Prof. Dr. Christine Zeuner

Projektleitung: Dr. Katja Petersen und Dr. Katja Schmidt

Kontakt

Telefon: 040 – 6541 – 2566

E-Mail: eki@hsu-hh.de

Laufzeit- und Drittmittelgeber

Das Projekt wird gefördert von der Sanitätsakademie der Bundeswehr München. Laufzeit: Februar 2019 bis Februar 2022

HSU

Letzte Änderung: 3. Mai 2021