ICPT – Studie

Willkommen auf der Website der ICPT-Studie

Informierte Einwilligung (Informed Consent) bei Psychotherapie (ICPT-Studie)

1

 

Wir möchten mit der „Gut zu wissen!“-Studie untersuchen, welche Informationen Patientinnen und Patienten vor Beginn einer ambulanten Psychotherapie benötigen, damit Sie optimal auf die Therapie vorbereitet werden.

  • Was muss ich wissen, damit ich entscheiden kann, ob eine ambulante Psychotherapie das Richtige für mich ist?
  • Was brauche ich, damit ich mit einem guten Gefühl eine Therapie beginnen kann?

 

Dies sind Fragen, die wir beantworten möchten. Daher haben wir drei verschiedene Möglichkeiten vorbereitet, über ambulante Psychotherapie zu informieren. Wir möchten prüfen, welche der beiden Aufklärungsarten zu hilfreicheren Einschätzungen einer bevorstehenden Psychotherapie führt.

Das ICPT-Studienteam

Die ICPT-Studie wird geleitet durch Prof. Dr. Yvonne Nestoriuc im Arbeitsbereich Klinische Psychologie der Helmut-Schmidt-Universität. Unterstützt wird die Durchführung durch die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen M.Sc. Leonie Gerke und M.Sc. Sandra Rohracker sowie die Studierenden Lena Carstens (B.Sc. Psychologin), Alisa Jung (B.Sc. Psychologin), Kim-Linus Ventzke (B.Sc. Psychologe), Julia Singer (angehende B.Sc. Psychologin), Jennifer Lange (angehende B.Sc. Psychologin), Anne Halbherr (angehende B.Sc. Psychologin).

Sie erfüllen die Voraussetzungen einer Teilnahme an der ICPT-Studie, sofern Sie…2

  • Interesse haben, eine ambulante Psychotherapie zu beginnen.
  • das Mindestalter von 18 Jahren erreicht haben.
  • über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

 

Keine Teilnahme möglich:

  • Bei bereits bewilligter Kurz-/Langzeittherapie oder Akutbehandlung

1

Wenn Sie die Voraussetzungen zur Teilnahme erfüllen, besteht die Studie aus vier Teilen. Zunächst erhalten Sie einen kurzen Online-Fragebogen. Im Anschluss werden Sie per Zufall einer von drei möglichen Methoden zugeteilt (ca. 50 Minuten). Danach folgt ein weiterer Online-Fragebogen, welcher ca. 15 Minuten dauert. Nach zwei Tagen füllen Sie erneut einen Online-Fragebogen aus. Die Studienteilnahme nimmt insgesamt ca. 90 Minuten in Anspruch.

6Sind Sie sich noch unsicher, ob eine Psychotherapie das Richtige für Sie ist?

Fragen Sie sich, ob Sie mit ihren Problemen in einer Psychotherapie gut aufgehoben wären?

Bei Teilnahme an der Studie erwarten Sie umfassende Informationen zur psychotherapeutischen Behandlung, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung behilflich sein können. Mit Ihrer Studienteilnahme leisten Sie außerdem einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur Forschung im Bereich Patienten*innenaufklärung.

5

Ethische und rechtliche Notwendigkeit der Aufklärung

Nach dem Patientenrechtegesetz der Bundespsychotherapeutenkammer ist jede/r Psychotherapeut*in rechtlich dazu verpflichtet, Patient*innen zu Beginn der Behandlung umfassend über „Art, Umfang, Durchführung, zu erwartende Folgen und Risiken der Maßnahmen, ihre Notwendigkeit, Dringlichkeit und Eignung sowie Erfolgsaussichten“ aufzuklären (§ 630, BGB, Patientenrechtegesetz). Diese Aufklärung stellt eine der Grundlagen des Patienten/ der Patientin dar, autonom in die psychotherapeutische Behandlung einzuwilligen, aber auch den Behandlungsverlauf aktiv zu beeinflussen („Wissen ist Macht“). Aufklärung, Freiwilligkeit und Einwilligungsfähigkeit bilden die drei Kriterien für eine gültige informierte Einwilligung (informed consent).

Einordnung der Studie zur Aufklärung über Risiken der Psychotherapie

Negative Effekte von Psychotherapie umfassen unter anderem die Verschlechterung der Symptomatik, Abhängigkeitserleben vom Therapeuten, Konflikte in der Partnerschaft, Hoffnungslosigkeit sowie Motivationseinbrüche bei ausbleibendem Erfolg, Problemaktualisierung, verstärkte Angst oder gesellschaftliche Folgen wie beispielsweise Stigmatisierung (bzw. Angst davor) und Schwierigkeiten beim Abschluss neuer Versicherungen. Diese negativen Auswirkungen von Psychotherapie sind von der Forschung bisher stark außer Acht gelassen worden (1), was dazu führt, dass Psychotherapeut*innen häufig nicht wissen, wie eine adäquate Aufklärung aussehen soll (2). Im Rahmen dieser Studie möchten wir, durch eine optimierte Aufklärung, Patient*innen besser auf eine Psychotherapie vorbereiten.

Für den Behandlungserfolg einer Psychotherapie sind vor allem der Aufbau positiver Erwartungen, eine vertrauensvolle Beziehung, das Aufzeigen eines plausiblen Erklärungsschemas und die Ableitung neuer Einsichten und Verhaltensweisen wichtig (3). Eine umfassendere Aufklärung des Patienten / der Patientin über diese Faktoren und deren Relevanz zu Beginn der Behandlung wird schon lange gefordert (4). Neben der ethisch-rechtlichen Verpflichtung zur Aufklärung könnten Wirksamkeitsinformationen positive Erwartungen fördern und somit auch einen klinischen Nutzen aufweisen.

Funktionalität der Aufklärung

Die Einbeziehung der Patient*innen in die Behandlungsentscheidung und des Diskurses von Behandlungsalternativen wurden bereits in Studien untersucht, die sich mit partizipativer Entscheidungsfindung befassen. Partizipative Entscheidungsfindung bedeutet, dass mindestens Behandler*in und Patient*in an der Behandlungsentscheidung beteiligt sind, ein beidseitiger Informationsaustausch sowie eine Konsensbildung bzgl. der Wahl einer Behandlungsoption stattfindet und eine Vereinbarung geschlossen wird, diese Option durchzuführen (5). Vorteile dieses Vorgehens umfassen die Verbesserung von Motivation, Patientenzufriedenheit und Therapieergebnissen von Patienten mit psychischen Erkrankungen (6).

—————————————————————————————————————————————————————————————————————–

Quellen

(1) Ladwig, I., Rief, W. & Nestoriuc, Y. (2014). Welche Risiken und Nebenwirkungen hat Psychotherapie? – Entwicklung des Inventars zur Erfassung Negativer Effekte von Psychotherapie (INEP). Verhaltenstherapie, 24:252-263.

(2) Märtens, M. & Liegl, G. (2012). Patientenrechtegesetz im psychotherapeutischen Kontext. Psychotherapeut, 58:73-78.

(3) Frank, J. D. & Frank, J. B. (1993). Persuasion and healing: A comparative study of psychotherapy (3rd ed.). Baltimore, MD: Johns Hopkins University Press.

(4) Wampold, B. E. (2001). The great psychotherapy debate: Models, methods, and findings. Mahwah, NJ: Erlbaum.

(5) Blease, C., Kelley, J. M. & Trachsel, M. (2017). Informed consent in psychotherapy: Implications of evidence-based practice. Journal of Contemporary Psychotherapy. 48(2): 69–78.

(6) Charles, C., Gafni, A. & Whelan, T. (1997). Shared decision-making in the medical encounter: what does it mean?. Social Science and Medicine; 44:681–92.

Im Rahmen dieser Studie erheben wir personenbezogene Daten und forschungsrelevante Daten. Personenbezogene Daten sind jegliche Informationen, die eine Identifikation mit Ihrer Person ermöglichen, wie unter anderem Name, Telefonnummer und Emailadresse. Forschungsrelevante Daten werden im Rahmen von Gesprächen mit unserem Team und in Form von Fragebögen erfasst.

Personenbezogene Daten: Für den Fall, dass Sie von Psychotherapeuten*innen /Ambulanzmitarbeiter*innen rekrutiert werden oder nicht direkt einen Termin mit dem Studienmitarbeiter*in vereinbaren möchten, können Sie eine Einwilligungserklärung zur unverbindlichen Kontaktaufnahme durch den / die Studienmitarbeiter*in unterschreiben. Diese Angaben (Name und Kontaktdaten) werden nicht mit den Angaben der Fragebögen in Verbindung gebracht und separat aufbewahrt. Alle in den Fragebögen erfassten personenbezogenen Daten und Angaben werden anhand eines Codes pseudonymisiert, sodass keinerlei Rückschlüsse auf Ihre Identität möglich sind.

Datenschutz: Die Erhebung der oben beschriebenen persönlichen Daten und Angaben in Fragebögen und Interview erfolgt pseudonymisiert. An keiner Stelle, abgesehen von einem Datenblatt zur Kontaktaufnahme im Rahmen der Terminvereinbarung sowie der Einwilligungserklärung (welche getrennt von den Fragebögen aufbewahrt werden), wird Ihr Name erfragt.

Schweigepflicht / Verpflichtung auf das Datengeheimnis / Verschwiegenheit: Die im Rahmen dieser Studie erhobenen Daten und persönlichen Mitteilungen werden streng vertraulich behandelt. Alle Projektmitarbeiter*innen unterliegen der Schweigepflicht. Des Weiteren wird die Veröffentlichung der Ergebnisse in vollständig anonymisierter Form erfolgen. Im Rahmen der Studie müssen keine Dritte durch die Teilnehmenden von ihrer Schweigepflicht entbunden werden.

Kodierliste und persönliches Codewort: Alle in den Fragebögen und im Interview erfassten Daten werden unter einem persönlichen Codewort verschlossen aufbewahrt bzw. passwortgeschützt digital gespeichert.  Eine Zuordnung der Identität zu den in den Fragebögen/im Interview erfassten Daten ist somit nur durch Sie selbst unter der Zusammensetzung des persönlichen Codes möglich. Der Zeitraum der Speicherung/Aufbewahrung umfasst mindestens 10 Jahre und eine Löschung ist auf Anfrage durch Sie unter Nennung Ihres Codewortes jederzeit möglich. Eine Kodierliste existiert nicht.

Löschung der Daten: Sie haben jederzeit die Möglichkeit ihre Einverständniserklärung zur Speicherung und Aufbewahrung der Daten ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Dies ist möglich, solange die Daten aufbewahrt werden (mindestens 10 Jahre). Ein Datenblatt zur Kontaktaufnahme, dass Sie ggf. ausgefüllt haben, wird nach Abschluss der Rekrutierung ordnungsgemäß vernichtet. Fragebögen, Interviewdaten und Einverständniserklärung werden gemäß den gesetzlichen Vorschriften mindestens zehn Jahre lang aufbewahrt.

Datenschutz ist uns ein wichtiges Anliegen. Falls Sie noch weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne.

 

Möchten Sie teilnehmen? Dann kontaktieren Sie uns gerne telefonisch oder via E-Mail.

 

Kontakt:

Helmut-Schmidt-Universität (HSU)/ Universität der Bundeswehr

Professur für Klinische Psychologie (H4 – 2. Stock)

Holstenhofweg 85

22043, Hamburg

E-Mail: icpt.studie@gmail.com

Telefon: 0160 9229 7147

 

HSU

Letzte Änderung: 2. Juni 2020