Wiebke Frieß, Dissertation, eingereicht an der Universität Hamburg (Mai 2024)
Ziel der Arbeit ist es, Diversity (Management) an einer deutschen Universität zu analysieren und zu (re)konstruieren, wie Vielfalt hergestellt wird – über diskursive Praktiken, Techniken und Strategien. Durch die Einbettung in einen poststrukturalistischen Theorierahmen – anders als z. B. funktionalistische Perspektiven, die Unterschiede als gegeben voraussetzen – analysiere ich, wie Vielfalt in einer Organisation sozial konstruiert wird, welches Wissen dabei aufgerufen wird, welche Machteffekte damit verbunden sind und welche Auswirkungen all dies auf die Subjektivierungsweisen hat. Vor diesem Hintergrund definiere ich das Diversity (Management)-Dispositiv im Sinne Michel Foucaults als Resultat eines strategischen Zusammenwirkens heterogener Elemente zu einem bestimmten Zeitpunkt. Um diese Verknüpfungen als Netz empirisch konkret erfassen zu können, entwickle ich einen innovativen methodischen Ansatz einer Dispositivanalyse, bei dem ich Foucaults theoretische Formation mit der Situationsanalyse von Adele E. Clarke (2012) und ethnografischen Ansätzen verbinde – um Gilles Deleuzes Vorschlag der Arbeit im Gelände zu folgen. Im Ergebnis diskutiere ich das Auftauchen, die Genealogie und das Funktionieren des Diversity-Dispositivs an der Rubin Universität. Ich erörtere, wie dieses Dispositiv die Produktion von Vielfalt vollzieht und entwerfe die Forschungssituation im Sinne eines Mappings als Karte.
Letzte Änderung: 2. April 2026