Entwicklung eines Digitalen-Prozess-Zwillings als Grundlage für Analyse-, Optimierungs- und Dokumentationsprozesse in der Zerspanungstechnik

Die stetig wachsenden Anforderungen an die Fertigungsindustrie im Hinblick auf Individualität, Qualität und Produktgewährleistung stellen für klein und mittelständische Unternehmen eine große Herausforderung dar. Die Digitalisierung von Prozessen innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette ermöglicht das Abbilden des Produktlebenszyklus vom Konzept über die Entwicklung und Fertigung bis hin zum Recycling. Prozesse können detailliert dekomponiert werden und ermöglichen im Rahmen der Digitalisierung Ansätze, die den o.g. Anforderungen z.B. durch datengetriebenen Prozessoptimierung gerecht werden.

Die intelligente Aufbereitung und Auswertung von bereits vorhandenen Prozessdaten zu einem Informationsmodell, dem sogenannten Digitalen-Prozess-Zwilling, stellt einen innovativen Ansatz zur Interpretation von Prozessabläufen dar. Die so gewonnenen Erkenntnisse können zur Prozessoptimierung herangezogen werden. Des Weiteren bietet dieser Ansatz eine vereinfachte Möglichkeit den Anforderungen zur Dokumentationspflicht nachzukommen.

In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden (TUD), Quality Park Aviation Center GmbH (QPAC) und Precision Mechanics Group GmbH (PMG) wird im Rahmen eines Forschungsvorhabens die Entwicklung eines Digitalen-Prozess-Zwillings in der Fräsbearbeitung untersucht.

Heutige Soft- und Hardwarelösungen in der CNC-Technik ermöglichen die Datenerfassung während eines laufenden Bearbeitungsprozesses. Der Digitale-Prozess-Zwilling repräsentiert somit die Entstehung des Bauteils. Neben den Prozessdaten aus der Bearbeitung werden weitere dem Produktentwicklungsprozess zugehörigen Daten aus verschiedenen Bereichen der Wertschöpfung extrahiert und im Digitalen-Prozess-Zwilling vereint. Für jedes Bauteil wird somit ein individueller einzigartiger Digitaler-Prozess-Zwilling erzeugt.

Die gewonnenen Erkenntnisse zur Erstellung dieser Digitalen-Prozess-Zwillinge werden an industriellen Praxisbeispielen validiert und auf deren praktische Anwendbarkeit untersucht.

Seitens der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg wird das Projekt durch Herrn Christian Corinth, M Sc. und Frau Birte Caesar, M.Sc. bearbeitet.

HSU

Letzte Änderung: 15. April 2020