Projekte

Schwerpunkt Bildungsbiografien von geflüchteten Jugendlichen

Integration

  Nach dem anstrengen denund gefährlichen Weg nach Deutschland ist es das ausgesprochene
  Ziel, Geflüchtete möglichst schnell und gut zu integrieren. Bei minderjährigen Geflüchteten
  bedeutet dies eine Integration ins Bildungssystem. Die Voraussetzungen, mit denen minder-
  jährige Geflüchtete in das Bildungssystem starten und damit auch die Probleme, die ihnen
  begegnen, sind je nach Herkunftsland, individueller Fluchtgeschichte und persönlichen
  Voraussetzungen sehr verschieden (Lechner & Huber, 2017). Damit Jugendliche
  individuell gefördert werden können, ist es wichtig, die Bildungsbiografie gut zu erfassen.  
  Dafür haben wir im Rahmen des Projektes einen Gesprächsleitfaden entwickelt, mit dem die Bildungsbiografie, Zukunftswünsche und individuellen Stärken und Schwächen jugendlicher Geflüchteter erfasst werden können. Die Ergebnisse aus unseren Befragungen werden zur Zeit quantitativ ausgewertet und in einem Mixed-Method-Designum qualitative Interviews ergänzt. Außerdem haben wir eine Lehrerversion des Gesprächsleitfadens entwickelt, die Lehrkräfte zur Gesprächsführung mit jugendlichen Geflüchteten nutzen können.

Mitarbeiter/innen:

Julia Kerner auch Körner

Kooperationspartner/innen:

Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg, Stabsstelle Inklusion (vertreten durch Frau Dr. Ehlers)
ReBBZ Mitte/Fachstelle Flucht (vertreten durch Herrn Schröder)

Quellen:
Lechner, C. & Huber, A. (2017). Ankommen nach der Flucht – Die Sicht begleiteter und unbegleiteter junger Geflüchteter auf ihre Lebenslagen in Deutschland. Deutsches Jugendinstitut e.V.: München. Weblink: https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2017/25854_lechner_huber_ankommen_nach_der_flucht.pdf (Zugriff am 04.10.2018)

Schwerpunkt exekutive Funktionen/ADHS

Im Forschungsschwerpunkt „Exekutive Funktionen“ untersuchen wir die Struktur der exekutiven Funktionen, die Entwicklung und Auswirkungen auf die Entwicklung einer ADHS und die Schulleistungen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Vorschulalter, aber es laufen auch Projekte im Schulalter und bei Erwachsenen.
ExFunKi
Unter exekutiven Funktionen versteht man kognitive Kontrollprozesse, die nötig sind, um das eigne Verhalten und Denken zu regulieren (Garon, Bryson & Smith, 2008). In der Kindheit findet eine enorme Entwicklung der exekutiven Funktionen statt (Garon et al., 2008). Diese Entwicklung stellt eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Bewältigung verschiedener Entwicklungsaufgaben dar. So führt ein Defizit in den exekutiven Funktionen zum Beispiel zu einem erhöhten Risiko für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS; Merkt, Siniatchkin & Petermann, 2016) und zu schlechteren Schulleistungen (Ehm, Kerner auch Koerner, Gawrilow, Hasselhorn & Schmiedek, 2016; Willoughby, Blair, Wirth, Greenberg & the Familiy Life Project Investigators, 2012).

Ein Teilprojekt im Bereich exekutive Funktionen/ADHS ist das ExFunKi-Projekt, dass von der Internen Forschungsförderung der Helmut-Schmidt-Universität finanziert wird und in das IDeA Zentrum eingebunden ist. Hier finden Sie weitere Infos zu ExFunki.

Mitarbeiter/innen:

Julia Kerner auch Körner
Sören Fiedler
Bianca Ulitzka
Henning Schmidt

Kooperationspartner/innen:

Prof. Caterina Gawrilow (Schulpsychologie, Universität Tübringen)
Prof. Julia Karbach (Cognition & Development Lab, Universität Koblenz-Landau)

Quellen:

Ehm, J.-H., Kerner auch Koerner, J., Gawrilow, C., Hasselhorn, M. & Schmiedek, F. (2016). The Association of ADHD Symptoms and Reading Acquisition During Elementary School Years. Developmental Psychology, 52 , 1445–1456.

Garon, N., Bryson, S.E. & Smith, I.M. (2008). Executive function in preschoolers: a review using an integrative framework. Psychological Bulletin, 134 , 31–60.

Merkt, J., Siniatchkin, M. & Petermann, F. (2016). Neuropsychological Measures in the Diagnosis of ADHD in Preschool: Can Developmental Research Inform Diagnostic Practice? Journal of Attention Disorders. Advance online publication. doi: 10.1177/1087054716629741

Willoughby, M.T., Blair, C.B., Wirth, R.J., Greenberg, M. & the Family Life Project Investigators. (2012). The Measurement of Executive Function at Age 5: Psychometric Properties and Relationship to Academic Achievement. Psychological Assessment, 24, 226–239.

Über die gesamte Lebensspanne spielen Moral und moralische Konstrukte, wie moralische Emotionen oder moralisches Schlussfolgern, eine entscheidende Rolle im Kontext sozialer Interaktionen, da sie altersübergreifend mit pro- und antisozialem Verhalten zusammenhängen (z.B. Carlo, Mestre, Samper, Tur, & Armenta, 2010). Der Einfluss der Moralentwicklung zeigt sich außerdem über den sozio-emotionalen Bereichen hinaus. So verweisen bisherige Ergebnisse auf einen indirekten positiven Einfluss von moralischen Konstrukten auf akademische Leistungen (Caprara, Barbaranelli, Pastorelli, Bandura, & Zimbardo, 2000; Zarrella, Lonigro, Perrella, Caviglia, & Laghi, 2016).

Diese bereichsübergreifenden Effekte zeigen die Wichtigkeit einer früh einsetzenden Begleitung und Förderung der Moralentwicklung. Ein differenziertes Verständnis der heutigen Entwicklung von moralischen Einstellungen ist dabei eine notwendige Voraussetzung. Dominierenden Modelle zur Moralentwicklung werden jedoch mittlerweile häufig kritisiert und sind nicht mehr zeitgemäß.

Ziel des Projekts Moralentwicklung im Jugendalter ist es, eine Forschungslücke zu schließen und eine zeitgerechte theoretisch fundierte Grundlage zur Begleitung und Förderung der Moralentwicklung im Jugendalter zu schaffen. Im Zuge dessen und in Kooperation mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist bereits ein neues Forschungsinstrument, der Fragebogen zur Erfassung moralischer Einstellungen im Jugendalter (Koglin & Daseking, 2019), entstanden.

Aktuelle Forschung im Rahmen des Schwerpunkts befasst sich mit der Validierung des Fragebogens, verschiedenen Faktoren, die die Moralentwicklung langfristig beeinflussen (z.B. das soziale Umfeld), und der Evaluation von Präventionsmaßnahmen.

Mitarbeiter/innen:
Sara-Marie Schön
Jonas Pichol (externer Doktorand)

Kooperationspartner/innen:
Prof. Dr. Ute Koglin (Sonder- und Rehabilitationspädagogische Psychologie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)

Quellen:

Caprara, G. V., Barbaranelli, C., Pastorelli, C., Bandura, A., & Zimbardo, P. G. (2000). Prosocial foundations of children’s academic achievement Psychological Science, 11(4), 302-306.

Carlo, G., Mestre, M. V., Samper, P., Tur, A., & Armenta, B. E. (2010). Feelings or cognitions? Moral cognitions and emotions as longitudinal predictors of prosocial and aggressive behaviors. Personality and Individual Differences, 48(8), 872-877.

Koglin, U. & Daseking, M. (2019). Fragebogen zur Erfassung moralischer Einstellungen im Jugendalter. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage.

Zarrella, I., Lonigro, A., Perrella, R., Caviglia, G., & Laghi, F. (2016). Social behaviour, socio-cognitive skills and attachment style in school-aged children: what is the relation with academic outcomes? Early Child Development and Care, 188(10), 1442-1453.

Zum Projekt: Als domänenübergreifende Fähigkeit wird der Selbstregulation eine hohe Relevanz für die schulische Entwicklung zugesprochen (Blair & Raver, 2014; Diamond, Barnett, Thomas & Munro, 2007; Roebers & Hasselhorn, 2018). Allerdings fehlt es bisher an geeigneten Verfahren für die Diagnostik der Selbstregulation im Vorschulalter. Hier setzt das multimethodische Projektvorhaben DiaS-K an. Es zielt darauf ab (1) herauszufinden, ob und wie die Selbstregulation in Kindergärten und bei den Schuleingangsuntersuchungen erfasst wird und (2) mit Vertretern der Praxis (pädagogischen Fachkräften, Amtsärzt:innen) die Erfordernisse eines praxistauglichen Instrumentes und die Voraussetzungen der Implementation zu evaluieren. Dafür sollen in einer quantitativen Onlineumfrage zunächst 150 pädagogischen Fachkräften und 150 Amtsärzt:innen befragt werden und danach vertiefende qualitative leitfadengestützte problemzentrierte Interviews geführt werden. Das Projekt ist in das IDeA Zentrum  eingebunden.

Mitarbeiter/innen:
Julia Kerner auch Körner

Kooperationspartner/innen:
Dr. Jan-Henning Ehm
Dr. Martin Schastak

Quellen:

Blair, C., & Raver, C. C. (2014). Closing the achievement gap through modification of neurocognitive and neuroendocrine function: Results from a cluster randomized controlled trial of an innovative approach to the education of children in kindergarten. PloS one, 9.

Diamond, A., Barnett, W. S., Thomas, J. & Munro, S. (2007). Preschool program improves cognitive control. Science, 318, 1387–1388.

Roebers, C. M. & Hasselhorn, M. (2018). Schulbereitschaft – Zur theoretischen und empirischen Fundierung des Konzepts. In W. Schneider & M. Hasselhorn (Hrsg.), Schuleingangsdiagnostik (S. 1–18). Göttingen: Hogrefe.

 

HSU

Letzte Änderung: 17. Juni 2021