Projekt FALKE
Fähigkeit des Abfangens von in gesperrte Lufträume eindringenden Kleinfluggeräten durch zivile Einsatzmittel

Verbundkoordinator/Zuwendungsempfänger
Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr, Hamburg
Projektvolumen
3.111.891,51€ (davon 65,2 % Förderanteil durch BMDV)
Projektlaufzeit
11/2019 – 01/2023
Weitere Projektpartner
- Bundespolizeipräsidium, Potsdam
- Deutsche Lufthansa AG, Köln
- DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, Langen
- EuroAvionics GmbH, Pforzheim
- Flughafen Hamburg GmbH
- Frequentis Comsoft, Karlsruhe
- Hensoldt Sensors GmbH, Taufkirchen
Projektbeschreibung
Unbemannte Flugsysteme haben ein großes Potenzial traditionelle Verkehrsströme zu entlasten und unseren Alltag zu erleichtern. Das geht aber nur, wenn auch alle Anforderungen an die Sicherheit erfüllt sind. Gerade auch im komplexen Umfeld von Flughäfen muss man schnell reagieren können und in der Lage sein, Gefahren abzuwenden. Daher war das übergeordnete Projektziel die Entwicklung eines technischen und organisatorischen Gesamtkonzepts zur Abwehr von illegal operierenden Drohnen. Unter Beachtung aller Zuständigkeits- und Verantwortungsbereiche sollte dieses Projekt von der Detektion einer Kleindrohne bis hin zum automatisierten Einsatz einer Abfangdrohne automatisierte und standardisierte Konzepte mit klar definierten Prozessabläufen und Schnittstellen bereitstellen. Die Lösung sollte als Blaupause auch für andere Flughäfen verwendet werden können.
https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/LF/mehr-sicherheit-flugverkehr.html
Ergebnisse
Im Projekt FALKE wurden hierzu die Prozessabläufe am Flughafen analysiert und verbessert, Datenschnittstellen und -protokolle definiert und ein Incident-Management-System realisiert, um die beteiligten Teilsysteme und Systempartner am Flughafen miteinander zu vernetzen. Zudem wurde von der Helmut-Schmidt-Universität eine Abfangdrohne für ein automatisiertes Abfangen und einen automatisierten Abtransport einer nicht autorisierten Drohne realisiert.
Die digitale Pressemappe der Abschlusspräsentation ist hier zu finden:
https://www.hsu-hh.de/presse/pressemappe-projekt-falke
FALKE – Personal-, Know-How Transfer und Industrialisierung
Nach Abschluß des öffentlich geförderten Projektes FALKE wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem neu gegründeten Unternehmen Argus-Interception und der Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg geschlossen, in welchem ein Personal- und Know-How-Transfer vereinbart wurde. Es folgte die Industrialisierung des Prototypensystems,
https://argus-interception.com
HF-Sensornetzwerk Hamburg
Unter dem Dach des Zentrums für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr und im Rahmen des von der Europäischen Union über NextGenerationEU geförderten Projekts „Digitale Sensor-2-Cloud Campus Plattform“ist es an der HSU/UniBw H gelungen, verschiedene Technologie-Plattformen zur Reduzierung von Drohnengefahren in einem Forschungsprojekt zu vereinen. T-Systems onsite und die HSU/UniBw H arbeiten zusammen mit der Polizei Hamburg in gemeinsamen Forschungsprojekt, in dem ein HF-Sensorsystem von T-Systems zum Einsatz kommt. Das HF-Sensorsystem erkennt Drohnen anhand ihrer charakteristischen Funksignale und Protokolle. Durch die Kombination mehrerer Sensoren lässt sich die Position von Drohne und Pilot präzise bestimmen. Gerade in städtischen Umgebungen, an Flughäfen oder im Umfeld kritischer Infrastrukturen bietet das System dort Vorteile, wo RADAR oder optische Verfahren an Grenzen stoßen. Da keine eigenen Signale ausgesendet werden, bleibt das System unauffällig und resistent gegenüber Gegenmaßnahmen. Die gewonnenen Daten sollen künftig im Rahmen des gemeinsamen Forschungsprojektes mit öffentlich zugänglichen Quellen zu einem Drohnen-Gefährdungsindex angereichert werden, sodass beispielsweise Einsatzkräfte notwendige Schutzmaßnahmen frühzeitig und effizient planen können. Ein weiterer Kooperationspartner ist die Polizei Berlin.
Detektion von Drohnen, die über Mobilfunk gesteuert werden
Bedrohungen durch unbebannte Flugsysteme sind vielfältig. Eine besondere Herausforderung sind Drohnen, die über Mobilfunk gesteuert werden. Im Rahmen des von der Europäischen Union über NextGenerationEU geförderten Projekts „Digitale Sensor-2-Cloud Campus Plattform“ wurde von der Telekom Deutschland GmbH auf dem Campus der Helmut-Schmidt-Universität ein 5G-Standalone Campus-Netzwerk mit der Technologie aufgebaut.
Die Software-Suite der ipoque GmbH dient als Plattform für Anomaliedetektion. Zusammen erforschen wir, wie Mobilfunknetze eingesetzt werden können, um nicht autorisierte Drohnen zu detektieren und abzuwehren (Network-as-a Sensor/Actuator).
Dual-Use-Applicationen im Projekt NaREsys
Weit verteilte und vernetzte Energiespeicher können einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Resilienz des nationalen und internationalen Energiesystems leisten. Im Projekt NaREsys ist die Professur für Elektrische Messtechnik verantwortlich für neue innovative Dual-Use-Anwendungen, die durch ein verteiltes Speicher- und Komunikationssystem überhaupt erst möglich werden.
Letzte Änderung: 6. Oktober 2026