Mit dem Ausbau der Offshore-Windenergie steigen die Anforderungen an Verfügbarkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Netzinfrastruktur. Im Verbundprojekt OWiMO wird eine KI-gestützte, übertragungsnetzbetreiberübergreifende Plattform entwickelt, die Wartungsprozesse für Offshore-Umspannungsstationen datenbasiert optimiert und Synergien zwischen beteiligten Akteuren systematisch erschließt.
Ziel des Teilvorhabens ist die Entwicklung einer durchgängigen datengetriebenen Wertschöpfungskette – von der Harmonisierung heterogener Betriebsdaten bis zur koordinierten, ÜNB-übergreifenden Wartungsplanung. Im Mittelpunkt stehen die Harmonisierung und Qualitätssicherung heterogener Betriebs- und Zustandsdaten aus Offshore-Umspannungsstationen, der Aufbau einheitlicher, semantischer Datenmodelle zur maschinenlesbaren Beschreibung technischer Anlagen sowie die Entwicklung von KI-Algorithmen zur Anomalieerkennung und Restlebensdauerprognose kritischer Komponenten.
Darauf aufbauend werden standardisierte Wartungsbedarfs-Kataloge je Übertragungsnetzbetreiber erstellt und mathematische Optimierungsmodelle zur kampagnenübergreifenden Planung von Personal, Schiffen und Ressourcen unter Berücksichtigung von Wetter- und Netzrestriktionen entwickelt. Ergänzend werden Koordinations- und Fairnessmechanismen konzipiert, die eine transparente Kosten- und Nutzenverteilung zwischen mehreren ÜNB ermöglichen.
Die Plattformintegration erfolgt gemeinsam mit 10Hoch3 als technologischem Umsetzungspartner. Die beteiligten Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion und TenneT bringen reale Betriebsdaten, konkrete Anwendungsfälle und Validierungsszenarien ein, sodass eine praxisnahe Entwicklung und Erprobung unter realistischen Offshore-Bedingungen gewährleistet ist.
OWiMO schafft damit die Grundlage für eine intelligente, kooperative Wartungsstrategie von Offshore-Umspannungsstationen. Die entwickelten Lösungen ermöglichen die frühzeitige Erkennung technischer Anomalien, die Reduzierung ungeplanter Stillstände sowie eine optimierte Kampagnenplanung mit effizienter Ressourcennutzung. Gleichzeitig wird die Abstimmung zwischen den Übertragungsnetzbetreibern verbessert und durch standardisierte Datenmodelle und Qualitätsmetriken eine transparente Entscheidungsbasis geschaffen. Durch die ÜNB-übergreifende Koordination werden Synergiepotenziale genutzt und die Resilienz der Offshore-Netzinfrastruktur nachhaltig gestärkt.
Das Projekt OWiMO wird im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert und läuft von Februar 2026 bis Januar 2029.
Projektpartner:
- Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg
- 10Hoch3 Energy Solutions GmbH
- Amprion GmbH
- 50Hertz Transmission GmbH
- TenneT TSO GmbH
Das Projekt wird von Joshua-Lean Roschlaub, Ahmed Ibrahim Almohamed, Lasse Reinpold und Dr.–Ing. Lukas Wagner bearbeitet.
Letzte Änderung: 15. Juni 2026