Drittmittelprojekte

Laufende Forschungsprojekte

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, nachhaltige Entwicklungsimpulse für die digitale Daseinsvorsorge in ausgewählten ländlichen Regionen zu setzen, um damit zur Herstellung bzw. Erhaltung gleichwertiger Lebensverhältnisse beizutragen. Die Weiterentwicklung des Angebots an digitaler öffentlicher Infrastruktur im ländlichen Raum wird im Kontext dieses Projektes nicht nur als technische, sondern auch und gerade als eine wirtschaftliche, politisch-administrative, soziale und kulturelle Herausforderung verstanden. Der Mehrwert des Projektes besteht in der Zusammenführung von zwei aktuellen Reformsträngen: der Debatte über digitale Innovationen in Staat und Verwaltung und die Diskussion über Start-ups, Social Entrepreneurs und Hochschulen als Innovationsakteure, gerade auch in strukturschwachen, ländlichen Räumen. Das Projekt hat vor dem Hintergrund der anhaltenden öffentlichen Debatte über die Herstellung von bzw. die Gewährleistung von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Deutschland nicht nur eine hohe wirtschaftliche, sondern auch eine politische und gesellschaftliche Relevanz.

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Studie „Steuerung in der öffentlichen Verwaltung: Werte, Führung, Prozesse und Organisationskultur“

Verwaltungshandeln unterliegt sich stetig ändernden Erwartungen und Anforderungen. Demografische Entwicklung, kommunale Haushaltssituation, Digitalisierung oder die aktuelle Corona-Krise sind nur einige beispielgebende Themen, die unweigerlich Einfluss auf das Steuerungsinstrumentarium der öffentlichen Verwaltung haben.

Im Rahmen der Untersuchung befassen wir uns mit dem Einsatz und Wandel von Steuerungsinstrumenten sowie deren Auswirkungen auf Werte, Führung, Prozesse und Organisationskultur in der Kommunalverwaltung. Befragt werden Verwaltungsführung und die Organisationsleitung in den Bereichen Finanzen und Soziales der fünf größten Städte je Bundesland sowie der Stadtstaaten.

Ziel der Studie ist es unter anderem, zwischen den Politikfeldern Finanzen und Soziales mögliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Einsatz und Wandel von Steuerungsinstrumenten herauszuarbeiten. Hierbei wird es ebenfalls darum gehen, welchen Einfluss die Befragten der Corona-Pandemie auf einzelne Steuerungsaspekte sowohl in der Binnen- als auch Außenperspektive beimessen. Die Untersuchungsergebnisse werden vor dem Hintergrund ausgewählter Governance-Prinzipien und Reformmodelle bewertet.

Projektleitung: Prof. Dr. Tanja Klenk

Projekt-Team: Simon Bogumil, Benjamin Friedländer, Stefanie Vedder (Universität Kassel)

Die Studie findet im Rahmen einer projektbezogenen Partnerschaft mit der Universität Ljubljana (Kooperationspartner: Prof. Dr. Aleksander Aristovnik) statt und wird vom DAAD gefördert.

Die Sozialgerichtsbarkeit und die Entwicklung von Sozialrecht und Sozialpolitik in der Bundesrepublik Deutschland

Die interdisziplinäre rechts- und sozialwissenschaftliche Nachwuchsgruppe soll einen Beitrag zur Erforschung der deutschen Sozialgerichtsbarkeit als eine wesentliche Institution im Gefüge des sozialen Rechtsstaats und der Sozialpolitik der Bundesrepublik Deutschland leisten. Dabei ist insbesondere die spezifische Rechtskultur der Sozialgerichtsbarkeit von Interesse, die den Anspruch erhebt, einen niedrigschwelligen Zugang zum Recht zu gewährleisten, der Verwirklichung sozialer Rechte zu dienen und die sozialpolitischen Interessen sowohl durch ehrenamtliche Richterschaft wie als Prozessparteien einzubinden.

Ziel der gemeinsamen Arbeit der Nachwuchsgruppe ist es, sozialwissenschaftliche, politikwissenschaftliche und rechtswissenschaftliche Konzepte zur Erforschung von Sozialrecht und Sozialpolitik systematisch weiterzuentwickeln, so dass am Ende des Förderzeitraumes Konturen eines transdisziplinären Ansatzes sichtbar werden und qualifizierter Nachwuchs zur weiteren Bearbeitung des Themenbereichs zur Verfügung steht. Die interdisziplinäre Nachwuchsgruppe soll insbesondere Themen aus drei Schwerpunkten bearbeiten. Schwerpunkt 1 Sozialgerichtsbarkeit und Sozialpolitik soll setzt sich grundsätzlich damit auseinander, inwieweit die Gestaltung und der Wandel der Sozialgerichtsbarkeit mit Hilfe rechtswissenschaftlicher, politikwissenschaftlicher und soziologischer Konzepte und Theorien erfasst werden kann. Im Schwerpunkt 2 Sozialpolitikforschung mit Sozialgerichtsdaten der Nachwuchsgruppe soll unter rechtssoziologisch-methodischen Aspekten systematisch aufgearbeitet werden, welche Erkenntnischancen sich für Fragestellungen für die Sozialrechts- und Sozialpolitikforschung ergeben, indem verfügbare Statistiken zu sozialrechtlichen Themen konsequent und kontinuierlich als Datenquellen genutzt werden. Im dritten Schwerpunkt Rechtsschutz im Sozialstaat im internationalen Vergleich der Nachwuchsgruppe soll vergleichend untersucht werden, inwiefern sich der Rechtsschutz in Angelegenheiten des Sozialrechts in Deutschland von dem in anderen entwickelten Ländern mit sozialem Sicherungssystem innerhalb und außerhalb der EU unterscheidet. Hier soll insbesondere herausgearbeitet werden, wie die in anderen europäischen Ländern praktizierte Integration des Rechtsschutzes im Sozialrecht in Arbeits- oder Verwaltungsgerichtsbarkeiten oder der im außereuropäischen Ausland stark zurückgenommene Rechtsschutz sich auf die Ausgestaltung des Sozialstaats im Ganzen auswirkt.

Am 5. und 6. Juli 2018 fand ein Workshop der Nachwuchsgruppe „Sozialgerichtsbarkeit und Sozialpolitik“ in Kassel statt. Das Programm und ein Bericht über den Verlauf des Workshops finden Sie hier.

Fördergeber: German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF), Laufzeit: Jan. 2018 – Dez. 2021, Kooperationsprojekt mit Dr. Nissim Cohen, University Haifa

In the last two decades, the provision of social services in Germany and Israel – as in most European welfare states – has undergone significant changes. Both countries have witnessed the creation of what has been called ‘welfare markets’ with competing providers and clients who can choose among providers in the area of longterm care.
The proposed research contributes to the existing literature by exploring the effects of choice in the provision of social services from a street-level perspective. It asks how and why a choice-based service environment influences the practices and professional identities of street level workers and their managers. By comparing the dilemmas, practices and coping strategies of these actors in two countries – Germany and Israel – belonging to different welfare and administrative regimes, the proposed research analyzes how differences in institutional and organizational settings in choice-based environments may influence the ways how street-level bureaucrats carry out their tasks and use their discretion.

The proposed project is designed as a comparative analysis of the provision of social services in Israel and Germany. Within each country, we have selected the area of home nursing services, which in both Israel and Germany have been exposed to far reaching reforms of marketization, managerialization, and choice.

In terms of methodology, the project follows the qualitative research paradigm with narrative interviews and document analysis as the main techniques for data collection.

Projektleitung: Dr. Nissim Cohen und Prof. Dr. Tanja Klenk
Projektmitarbeit: Maayan Davidovitz und Dr. Sarah Cardaun

Abgeschlossene Forschungsprojekte


Arrangements vorbeugender Sozialpolitik. Konzeption und Umsetzung vorbeugender Sozialpolitik auf Ebene der Bundesländer – Lern- und Transfermöglichkeiten (Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung, FGW; gefördert durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen
In den vergangenen Jahren gewannen nicht nur Konzeptionen zu vorbeugender Sozialpolitik an Reife und Substanz. Auch auf politisch-administrativer Ebene können in der Bundesrepublik innovative Arrangements beobachtet werden, welche die traditionelle nachsorgende Sozialpolitik um Modelle der Vorsorge und Prophylaxe ergänzen. Insbesondere auf Ebene der Bundesländer existiert eine plurale Landschaft verschiedener Arrangements und Regelungsmuster, die allerdings sektoral und konzeptionell stark fragmentiert ist. Eine systematische Aufarbeitung dieser Arrangements vorbeugender Sozialpolitik fehlt bisher. Das Projekt untersucht deshalb, (1) welche Konzeptionen und Typen präventiver Sozialpolitik auf Ebene der deutschen Bundesländer existieren, (2) welche innovativen Handlungsansätze, Instrumente und Netzwerk-Konstellationen in der Politikimplementation identifiziert und (3) welche Lern- und Transfermöglichkeiten ausgemacht werden können .

Workshop ‚Governance vorbeugender Sozialpolitik – Herausforderungen staatlicher Steuerung‘: Am 21.-22.2.2018 haben die Universität Kassel (Prof. Dr. Schroeder) und die HSU Hamburg (Prof. Dr. Klenk) einen Workshop zur ‚Governance vorbeugender Sozialpolitik – Herausforderungen staatlicher Steuerung‘ durchgeführt.
Das Workshop-Programm finden Sie hier:
Die Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier:
http://www.fgw-nrw.de/dokumentation/mediale-dokumentation/news/dokumentation-des-workshops-governance-vorbeugender-sozialpolitik-herausforderungen-staatlicher-s.html

Abschlussbericht: Schroeder, Wolfgang/Klenk, Tanja/Berzel, Alexander/Stöber, Maren/Akel, Alexander (2018): „Vorbeugende Sozialpolitik als Antwort auf soziale Ungleichheiten und neue soziale Risiken. Kommunikation und Steuerung vorbeugender Sozialpolitik in den Bundesländern.“ FGW-Studie.
Zusammenfassung: Schroeder, Wolfgang/Klenk, Tanja/Berzel, Alexander/Stöber, Maren/Akel, Alexander (2018): „Vorbeugende Sozialpolitik als Antwort auf soziale Ungleichheiten und neue soziale Risiken. Kommunikation und Steuerung vorbeugender Sozialpolitik in den Bundesländern.“ FGW-Impuls.

Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Schroeder und Prof. Dr. Tanja Klenk
Projektbearbeitung: Alexander Berzel, Maren Stöber


Fördergeber: Danish Research Council, Laufzeit: Jan 2014 – Dez. 2016, Kooperationsprojekt mit Prof. Dr. Karsten Vrangbæk, Universität Kopenhagen und John Appleby, King’s Fund, London.

Recent scientific contributions to the public management literature have developed descriptive frameworks and provided comparative accounts of performance management schemes at the general  level (Bouckaert & Halligan 2008; Bouckaert & van Dooren 2009; Diefenbach 2009). Other contributions are more concerned with developing tools for performance management (e.g. OECD 1997; Murray& Evans 2003). Yet, most contemporary studies take the observed designs for given, rather than seeking to explain why they have developed particular features or assessing how they work in practice (Taylor 2009). This study aims to provide insight into these shortfalls in the international literature by analysing how the general NPM concept of performance management has been translated into specific performance management systems within a particular sector (health care) in three different countries and assessing whether they support core values within a post-NPM setting emphasizing cooperative, participatory and integrated governance.

The specific research questions are: How are performance management schemes applied in health care sectors in Denmark, Germany and England? Can institutional differences within the three health care systems explain the design choices? How can we assess performance management schemes in regard to their ability to support public values in a post NPM setting?

Health care is a particularly interesting case sector for studying performance management. The first reason is that a number of the key issues of the new public governance such as the need for coordination, joined up governance and holistic intervention approaches are particularly important within health care. At the same time health care is characterised by clear articulation of a number of public value concerns for equity, fairness, robustness, efficiency etc. We can thus investigate our theoretical interest in performance management to support public values and changing governance needs. Secondly, it is a sector with a strong medical scientific tradition for measuring clinical performance and a more recent strong push to combine this with administrative performance data to create comprehensive measurement systems. It can thus be considered a “most-likely” case for designing state-of-the-art measurement systems. Yet, at the same time, the complexity and pressures on health care systems make it an informative case for understanding the potential pitfalls and barriers to utilizing such data for integrated performance management schemes. We can thus investigate the boundaries for PM and our theoretical interest in relations between institutional structure and performance management schemes. Within health care we select three country cases (Denmark, Germany and England) to provide variation on important underlying institutional characteristics within a setting of publicly managed health systems in Europe.


Fördergeber: DAAD, Laufzeit: April 2012 – Dezember 2013.

Quasi-markets and managerial steering techniques have spread in the provision of welfare state services and are now a salient feature. The introduction and impact of marketization and managerialism in social policy have been explored by adopting a dual perspective – one on regulation and governance, the other on human resources – covering five fields of social service delivery: education, tertiary education, social care, health care, labour market services.

Welfare governance (for example welfare mix, regulation, employment conditions and customer involvement) has changed significantly in the past decade. In particular, the new governance models not only clash with traditional ideas of bureaucratic regulation but also with the norms and standards of professional service delivery. The fact that the labor force in welfare organizations is made up of ‘professionals’ implies that the introduction of new modes of welfare governance often results in organizational conflicts. These processes have been assessed not only by comparing different policy fields and countries, but also by taking a close look inside organizations, examining the coping strategies of professionals, and how they adapt to new models of governing welfare organizations.

The project has been funded by the DAAD; project leader: Klenk, Tanja & Emmanule Pavolini (University of Macerata, Italy)

Project publication: Klenk, Tanja/ Pavolini, Emmanuele (eds.) (2015): Restructuring Welfare Governance. Marketisation, Managerialism and Welfare State Professionalism. Cheltenham Glos: Edward Elgar. http://www.e-elgar.com/shop/restructuring-welfare-governance

Die soziale Selbstverwaltung ist ein konstitutives Merkmal des demokratisch verfassten Sozialstaats der Bundesrepublik Deutschland – sie ist aber keineswegs unumstritten. Im Rhythmus der Sozialwahlen wird sowohl in der massenmedialen Öffentlichkeit als auch in wissenschaftlichen Fachkreisen Kritik an diesem Verwaltungstypus laut. Dies war auch bei der 10. Sozialwahl in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die im Frühjahr 2005 mit einer Wahlbeteiligung auf historischem Tiefstand stattfand, zu beobachten. Der Kritik an Intransparenz und Bedeutungslosigkeit der sozialen Selbstverwaltung, an Verbandsdominanz und Ineffektivität steht in der Öffentlichkeit die allgemeine Wertschätzung des Prinzips partizipativer Verwaltung gegenüber. Die Debatte über die Zukunftsfähigkeit der sozialen Selbstverwaltung wird bei allen Beteiligten jedoch ohne einen Blick auf die Gestaltung von Selbstverwaltungseinrichtungen in anderen Ländern geführt. Weder in der Rechtswissenschaft noch in der Politikwissenschaft findet sich ein mehrere Länder umfassender Vergleich der Organisationsentwicklung und -reform sozialer Selbstverwaltung.

Im Projekt wurde erstmalig ein systematischer Vergleich der Entwicklungen der sozialen Selbstverwaltung in den Ländern der Europäischen Union in den drei Sicherungsbereichen Alter, Krankheit und Arbeitslosigkeit unternommen. Neben der Bundesrepublik Deutschland wurden sieben weitere europäische Länder mit Selbstverwaltungseinrichtungen in die Untersuchung einbezogen (Frankreich, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Tschechische Republik und Ungarn). Durch den Vergleich der Organisationsansätze, -reformen und -reformdiskussionen seit 1990 wurde der Debatte über die Zukunft ein wissenschaftliches Fundament geliefert.

Das Projekt wurde von der Fritz-Thyssen-Stiftung gefördert und gemeinsam Prof. Dr. Frank Nullmeier, Universität Bremen durchgeführt. Im Projektteam haben Dr. Philine Weyrauch, Dr. Alexander Haarmann) mitgearbeitet.

Projektpublikation: http://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wissenschaft/politikwissenschaft/abkehr_vom_korporatismus-3720.html


Internationale Konferenz Fördergeber: Universität Siegen, Forschungskolleg „Zukunft menschlich gestalten“ (FoKoS), Laufzeit: Dezember 2012 – Juli 2013,

Economic as well as social forces question the traditional governance of European welfare states and trigger their transformation. Due to economic globalisation, European integration, low growth rates and unemployment, and not to forget the repercussions of the financial crisis of 2008, welfare states face rising functional pressures. In order to cope with tighter public budgets governments have been open for market solutions: economisation and marketisation of welfare governance have developed to a major reform trend. Throughout Europe and across the different fields of social policy the creation of welfare markets could be observed, albeit to a varying extent and with differing timing. The turn to market-based welfare governance comes to light in the field of old age security as well as in health care, long-term care, or unemployment policy.

Next to financial problems which gain much attention in the public as well as in the academic debate, social developments provide formidable challenges, too. As a matter of fact, the socio-demographic characteristics of users and clients of welfare services have changed considerably – and thus suggest the need for encompassing reforms of traditional welfare governance. Two major drivers of social change are brought to the fore in this conference: that is, diversity and mobility. Just as the mobility of capital has increased, so has the mobility of labour. Immigration flows have intensified over the past decades and a coalescent Europe has encouraged vocational mobility. Both developments are part of the cause of increased cultural or religious heterogeneity in European societies. Socio-demographic change of welfare recipients, however, is also a result of augmenting labour participation of women, shrinking birth rates, and an aging society.

To some extent, the social and economic forces outlined above press in the same direction, namely towards an intensified financial pressure. Demands are increasing, while at the same time the relationship between those who fund the welfare state via social contributions and/or taxes and those dependent on welfare benefits is changing. Social heterogeneity and mobility, however, also create particular problems of their own, such as the question of the ‘portability’ of pensions. How to design funding and service provision when classical principals such as the place of work or residence are no longer appropriate? And what does the notion of diversity imply for policy principles in unemployment policy? Further examples for the new challenges resulting from mobility and diversity that the welfare state has to cope with are global care chains or health tourism: how to deal, for instance, with diversity in health or long-term care, when patients and those who care have differing cultural backgrounds and religious beliefs?

Against this background a workshop with international scholars has been organised to discuss the following questions: How are welfare markets governed in a human way, thereby taking increasing diversity and mobility into account? The underlying assumption is that a positive handling of social heterogeneity and mobility provides remarkable challenges, especially for those welfare states which rely heavily on private for-profit service provision. To ensure that welfare markets achieve not only efficient solutions but also solutions which are desirable from the point of view of social policy, an effective regulatory regime is required. A regulatory regime for private welfare provision preventing the typical negative externalities of markets such as restricted access, creaming and cherry-picking, or additional out-of-pocket payments for users, and so forth, includes not only mechanisms to hold private actors accountable, but also a modernised public administration putting welfare market regulation into effect as well as encompassing consumer rights to enable the user of services to claim their rights.

Publication: Klenk, Tanja (Guest editor) (2015): Special issue “The governance of welfare markets – how to cope with mobility and diversity?”, Journal for European Policy Analysis (1) 1, download unter http://www.ipsonet.org/publications/open-access/european-policy-analysis/volume-1-number-1-spring-2015.

Weitgehend unbemerkt von der öffentlichen Wahrnehmung findet in Teilbereichen der öffentlichen Verwaltung eine grundlegende Reform der Leitungsstrukturen statt. In so unterschiedlichen Einrichtungen wie der Bundsanstalt für Arbeit, in Universitäten, Universitätskliniken, Studentenwerken und bei den Trägern der Sozialversicherung wurden bzw. werden die tradierten Leitungsmodelle auf den Prüfstand gestellt und mitunter recht einschneidend reformiert.

Was diese verschiedenartigen Organisationen miteinander verbindet, ist, dass sie in der verwaltungswissenschaftlichen Dogmatik dem Bereich der so genannten funktionalen Selbstverwaltung zugeordnet werden. Die genannten Organisationen haben einerseits eine öffentliche Rechtsform und sind Teil der öffentlichen Verwaltung. Sie sind andererseits aber aus der unmittelbaren staatlichen Hierarchie ausgegliedert. Die Träger der funktionalen Selbstverwaltung verfügen über eigenverantwortliche Handlungsspielräume, sie können (in Grenzen) weisungsfrei handeln und unterstehen nur der staatlichen Rechtsaufsicht. Die obersten Leitungsgremien dieser parastaatlichen Einrichtungen sind zudem nicht mit staatlichen, sondern mit privaten Akteuren – Repräsentanten von Interessenverbänden oder »einfachen« Bürgern – besetzt.

Dezentrale und autonome Steuerung, Eigenverantwortung und Bürgerbeteiligung sind zentrale Strukturmerkmale der Träger der funktionalen Selbstverwaltung. Auf den ersten Blick scheinen ihre Charakteristika im Einklang mit dem aktuellen verwaltungspolitischen Leitbild zu stehen,  das auf Selbststeuerung, Aktivierung und Aufgabenteilung zwischen öffentlichen und privaten Akteuren setzt (Jann 2002). Dennoch stehen die Träger der funktionalen Selbstverwaltung in der Kritik und es werden Funktions- und Legitimationsdefizite konstatiert. Sowohl die Effizienz und Effektivität als auch das partizipatorische Potential dieses spezifischen Verwaltungstypus erscheinen als defizitär. Die Diskussion über mögliche Reformoptionen hat begonnen und ein Umbau der Trägerorganisationen zeichnet sich ab. Bei der Suche nach Rationalisierungs- und Demokratisierungspotenzialen werden auch die Leitungsstrukturen auf den Prüfstand gestellt.

In dem Projekt wurden Leitungsreformen aus fünf verschiedenen Bereichen der funktionalen Selbstverwaltung entlang der folgenden Fragestellungen empirisch untersucht

In welcher Weise werden Leitungsstrukturen in öffentlichen Organisationen verändert und auf welche Bereiche der Leitungsorganisation beziehen sich die Reformmaßnahmen? Werden die Mechanismen der Willensbildung und Entscheidungsfindung, und/oder der Kontrolle, der Repräsentation und Beteiligung oder das Verhältnis des Verwaltungsträgers zum Staat im engeren Sinne reorganisiert?
Lassen sich diese Veränderungen typologisieren und werden dominante Reformtrends erkennbar?
Gibt es bei der Reorganisation der Leitungsstrukturen in der funktionalen Selbstverwaltung typische Schwierigkeiten, wiederkehrende Probleme und ungelöste Fragen?
Wie kann die Reorganisation der Leitungsstrukturen bewertet werden?
Das Projekt wurde von der Hans Böckler Stiftung finanziert und gemeinsam mit Prof. Dr. Frank Nullmeier, Universität Bremen) durchgeführt.

Projektpublikation: http://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wissenschaft/politikwissenschaft/modernisierung_der_funktionalen_selbstverwaltung-3195.html

HSU

Letzte Änderung: 5. Juli 2021