Vom 17.–20. März 2026 nahm der Lehrstuhl für Stahlbau und Stahlwasserbau an der International Thermal Spray Conference and Exposition (ITSC 2026) in Bangkok teil, einer der weltweit wichtigsten Fachkonferenzen im Bereich thermisches Spritzen und additive Fertigung.
Herr Dr.–Ing. Farrokh Taherkhani präsentierte seine Forschungsergebnisse zum Thema:
„Influence of primary and secondary parameters on the corrosion behavior of cold sprayed Inconel® 625 deposits“. Die Arbeit zeigt, wie Kinematik und Prozessparameter beim Kaltgasspritzen gezielt optimiert werden können, um Porosität und andere Beschichtungsdefekte zu reduzieren und die Korrosionsbeständigkeit von Beschichtungen signifikant zu verbessern. Die gewonnen Ergebnisse können dabei als praxisrelevante Richtwerte dienen und Industrieanwender dabei unterstützen, geeignete Prozessbedingungen zu wählen, um Korrosionsprobleme in beschichteten Bauteilen zu vermeiden. Das Paper wurde im Konferenzband veröffentlicht und ist unter folgendem DOI abrufbar: https://doi.org/10.53192/ITSC2026521
Der Beitrag stieß auf großes Interesse und ermöglichte einen fachlichen Austausch mit Expertinnen und Experten aus Forschung und Industrie. Die Teilnahme unterstreicht die kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit des Lehrstuhls im Bereich thermischer Beschichtungen und additiver Fertigung.
Herr Chen hielt einen Vortrag mit dem Titel “Parameter Study of Additively Manufactured S235 and 430L Steel Components by Cold Spray”. Hochfeste Stahlpulver stellen im Cold-Spray-Verfahren ein besonders anspruchsvoll zu verarbeitendes Material dar. Insbesondere ist es herausfordernd, dichte Schicht mit mechanischen Eigenschaften zu erzeugen, die mit denen vom gewalzten Grundwerkstoff vergleichbar sind.
Im Vortrag wurde gezeigt, wie die Porosität, der Auftragwirkungsgrad (Deposition Efficiency) sowie die Zugfestigkeit von S235 Baustahlpulver und 430L Edelstahlpulver signifikant verbessert werden können. Durch eine gezielte Optimierung der Prozessparameter konnte die Zugfestigkeit des 430L-Materials sogar über das Niveau des Bulk-Materials hinaus gesteigert werden.
Die Ergebnisse wurden vom Publikum mit großem Interesse aufgenommen, da kaltgespritzte Materialien in der Regel lediglich etwa 90 % der Eigenschaften des gewalzten Grundwerkstoffs erreichen. In der anschließenden Pause entwickelten sich daraus vertiefende Diskussionen und ein reger fachlicher Austausch.