Abstracts der Master-Arbeiten 2017

Sebastian Ahlburg: Die Implementierung und Dissemination von Qualitätsinnovationen in das deutsche Gesundheitswesen unter Berücksichtigung relevanter Interessengruppen – Eine umfassende Analyse am Beispiel von Pay-for-Performance – 

Das deutsche Gesundheitswesen gilt als ein äußerst komplexes System, das sowohl durch medizinische, ökonomische, soziale und politische Einflussbereiche geprägt ist. Der sich darin vollziehende gesundheitspolitische Entscheidungs- und Gestaltungsprozess wird zudem auf Grund der daran beteiligten Interessengruppen häufig als intransparent wahrgenommen. Ziel dieser Forschungsarbeit war es den Gesamtprozess im Hinblick auf die Implementierung der qualitätsorientierten Vergütung zu untersuchen, um mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen selbigen im weiteren Verlauf unterstützen zu können. Neben der konzeptionellen Entwicklung eines Gesamtkonzepts zur Implementierung von Innovationen mit Darstellung aller für das Gesundheitswesen relevanten Ebenen, Akteure sowie dabei auftretenden Beziehungsstrukturen, konnten aus zahlreichen Stellungnahmen mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse konkrete Erkenntnisse in Bezug auf die Qualitätsauffassung, Ziele, Positionierung und den Einfluss der wichtigsten Akteure gewonnen werden. Insbesondere das unterschiedlich ausgeprägte Qualitätsverständnis der beteiligten Akteure konnte als wesentlicher Grund für auftretende Probleme im gesundheitspolitischen Entscheidungs- und Gestaltungsprozess identifiziert werden.

Lisa Becker: Eine Betrachtung von Organisationsformen in der Frühphase des Innovations- und Projektcontrollings im F&E-Bereich in deutschen Schiffbauunternehmen

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Prozess und den Bedingungen bei der Entwicklung von Ideen hin zu erfolgreichen Innovationen. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit sich dieser Prozess steuern lässt und inwieweit er gesteuert werden sollte. Dazu wurden vier Experteninterviews mit Vertretern aus dem F&E-Bereich verschiedener Werften geführt. Diese wurden anschließend in Bezug auf verschiedene Teilaspekte des Themas analysiert und mit theoretischen Ansätzen verknüpft. Die ausgewählten theoretischen Ansätze repräsentieren zwei unterschiedliche Herangehens- und Denkweisen zur Steuerung der Frühphase des Innovations- und Projektcontrollings. Zum einen eine enge, ins Detail gehende Steuerung mit Hilfe zahlreicher Instrumente. Zum anderen Improvisation als Organisationsprozess, der innerhalb minimale Strukturen maximale Handlungsfreiheit ermöglicht. In den Interviews wurde deutlich, dass Improvisation häufig vorkommt, diese jedoch nicht als unter bestimmten Bedingungen durchaus geeignete Organisationsform wahrgenommen wird.

Björn Berkhan: Steuerung von Abrechnungsverfahren in Krankenkassen

Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, die Krankenkassensysteme inklusive ihrer Prüfungsprozesse von Abrechnungen auf die Betrugserkennung zu untersuchen. Betrug kann innerhalb des Gesundheitssystems in verschiedenen Formen auftreten. Damit Krankenkassen Betrug erkennen, werden Abteilungen gegen Fehlverhalten im Gesundheitswesen geschaffen. Innerhalb dieser Abteilungen werden mit Hilfe von forensischen und systematischen Untersuchungen betrügerische Handlungen erkannt und aufgedeckt. Als erste Betrugsidentifikation dient hierbei die ordinäre Überprüfung der Rechnungen, die im Falle von Unstimmigkeiten durch eine anlassbezogene Überprüfung durch speziellen Abteilungen ergänzt werden.  Krankenkassen arbeiten dabei eng mit ihren Verbänden, den Verbänden der Krankenhäuser, der Staatsanwaltschaft und der Polizei zusammen. Dies geschieht, um Betrüger abzuschrecken und zu disziplinieren. Die vorliegende Masterarbeit ist für Krankenkassen- Controlling- Abteilungen interessant, da hier besonders auf die Betrugserkennung aus Sicht der Krankenkassen eingegangen wird. Die Auswertung von Literatur war grundlegend für den Theorieteil der Masterarbeit und wurde ergänzt durch qualitative Befragungen von Krankenkassen und Auswertungen von Internetquellen um aktuelle Daten zu erfassen. 

Jannik Faltus: Risikocontrolling in der Schifffahrtsindustrie und mögliche Frühwarnindikatoren

Als 2008 die Weltwirtschaftskrise etliche Unternehmen in finanzielle und wirtschaftliche Notlagen warf, erlitt auch die Schifffahrtsindustrie einen herben Einbruch. Der Transport des Welthandels läuft zum größten Teil über den Seeweg. Hierbei wird versucht ein empfindliches Gleichgewicht zwischen Transportkapazitätsnachfrage und -Angebot zu schaffen. Dieses Gleichgewicht wurde durch die Krise massiv gestört. Die Schifffahrtsindustrie steckt seit mehreren Jahren in einer Konsolidierungsphase, welche zu großen Akquisitionen innerhalb der Branche führt. Ziel dieser Masterarbeit ist es zu erörtern, ob die Krise, in der sich Reedereien weltweit vermeintlich noch befinden, als überwunden gelten kann. Zudem wird untersucht ob und welche Frühwarnindikatoren existieren, um das Unternehmen vor wirtschaftlichen Risiken zu schützen. Dazu werden Theorien und verschiedene Ansätze vorgestellt. Schließlich werden Indikatoren speziell für Reedereien untersucht, inwieweit sie für diesen Markt relevant und praktikabel sind. Das Ergebnis zeigt, dass das Kapazitätsgleichgewicht aktuell zu Ungunsten der Reedereien steht, aber die Krise von 2008 aufgrund der stark wachsenden Weltwirtschaft als überwunden gelten kann. Zudem bestehen geeignete Indikatoren, welche Reedereien zur Früherkennung von Wirtschafts- und Marktänderungen verwenden können.

Nicolas Georgi: Die Verrechnungspreisproblematik von Lizenzen innerhalb von Konzernen aus steuerrechtlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht

Die Arbeit spricht die betriebswirtschaftliche Schnittmenge zwischen internationalem Steuerrecht und Konzerncontrolling an. Ziel der Masterarbeit ist es, die Problematiken von Lizenzen in Konzernen zwischen den Unternehmenszielen und den steuerlichen Restriktionen herauszuarbeiten. Die Lizenz ist dabei ein moderner Aspekt, der durch die Internationalisierung und Vernetzung aufgekommenen Verrechnungspreisproblematik. Die Lizenz dient hierbei als ein, mit Ausnahme der Markenlizenz, wenig erforschtes Gebiet. Dabei weist dieser Bereich gegenüber den Verrechnungspreisen von materiellen Gütern einige Besonderheiten auf. Insbesondere gestalten sich durch die Vertragsfreiheit viele betriebswirtschaftliche Funktionen. Dies sind die internen, welche der Konzernsteuerung dienen und die externen, welche nach außen auf Steakholder wirken. Die Funktionsvielfalt löst jedoch gleichzeitig eine hohe steuerrechtliche Komplexität aus. Die Problematik ist dabei der schlechten Vergleichbarkeit der Verträge und dem aufeinandertreffen verschiedener nationaler Rechte geschuldet. Die Vergleichbarkeit, welche aber nach internationalem Recht zwangsläufig erforderlich ist, kann hier durch einen fehlenden öffentlichen Lizenzmarkt und wenige öffentlich einsehbare Verträge nur eingeschränkt gewährleistet werden. Auf Basis der herausgearbeiteten Möglichkeiten und Restriktionen werden im Schlussteil die universelle Lizenz und die Aufspaltungsmöglichkeit in einen steuerlich und einen betriebswirtschaftlich relevanten Lizenzpreis angesprochen.

Christian Grimm: Reputation Management in kleinen und mittleren Unternehmen

„If we cannot beat our competitors, we beat our customers. „, „No pain, no plane. „, „Not Enough Seating? Time For A Beating!“.

Unter diesen Hashtags musste die US-amerikanische Fluggesellschaft United Airlines harte Kritik einstecken, nachdem sie am 09.04.2017 einen Passagier gewaltsam von einem überbuchten Flugzeug entfernt hatten. Damit stellt United Airlines ein Paradebeispiel für schlechtes Krisenmanagement und unterschätze Dynamiken der sozialen Netzwerke dar. Was aber wird für kleine und mittlere Unternehmen benötigt, um ein funktionierendes Reputation Management, welches den neuen Herausforderungen aus der Gesellschaft und den Umgang mit sozialen Medien gerecht wird, zu etablieren? Genau dieser Frage widmet sich diese Arbeit. Fokussiert werden dabei die ‘neuen‘ Aspekte wie etwa gesellschaftliche Legitimität, Umgang mit sozialen Netzwerken und der Einbezug relevanter Stakeholder. Diese Herausforderungen vereint das Reputation Management mit den klassischen Disziplinen wie Marketing, Public Relations (PR) und Shareholdermanagement.

Reputation Management ist ein interdisziplinäres, hoch individuelles Betätigungsfeld ist, dass jedes Unternehmen, welches auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben möchte, vor große Herausforderungen stellt. Eine wesentliche Herausforderung besteht darin, der Komplexität Herr zu werden. Zudem müssen teilweise völlig neue Wege der Kommunikation und des Denkens implementiert werden. Die Vernetzung sämtlicher Unternehmensbereiche stellt dabei eine Grundvoraussetzung dar. Auch ist die Nutzung klassischer Kommunikationswege mit der Öffentlichkeit nicht mehr ausreichend, um den gestiegenen Anforderungen der Stakeholder gerecht zu werden.

Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet dies, sich sowohl strukturell als auch personell auf diesen Paradigmenwechsel einzustellen. Den Dynamiken in sozialen Medien gerecht zu werden, ist eine große Herausforderung. Ebenso bedarf es einer ständigen Analyse der öffentlichen Meinung und deren Veränderung. Dabei gilt es bestehende Strukturen und existierendes Wissen aus sämtlichen Bereichen des Unternehmens in das Reputation Management zu integrieren.

Philipp Junghänel: Valuation und Evaluation von Hilfen zur Erziehung – Eine Reflexion wirkungsorientierter Steuerung in der Kinder- und Jugendhilfe

Infolge kontinuierlich steigender Kosten und Legitimationsdruck ist die öffentliche Jugendhilfe darum begehrt Instrumente und Ansätze zu finden, welche eine effektivere Aufgabenerfüllung ermöglicht und kontrollierbar macht. In dieser Arbeit wurde daher untersucht, inwiefern eine Etablierung von wirkungsorientierter Steuerung anhand erzieherischen Hilfen für seelisch behinderte Kinder möglich ist. Durch die Fokussierung, ob jene Hilfen zur Erziehung durch Valuation oder Evaluation bewertet werden sollten, werden zum einen zwei unterschiedliche Methoden zur Bewertung gegenübergestellt und zum anderen alte und neue Ansätze reflektiert vorgestellt. Dabei konnte innerhalb der empirischen Untersuchung hervorgehoben werden, dass es zwei unterschiedliche Haltungen – die sozialwirtschaftliche und die emanzipatorisch-partizipative – gibt, welche zu unterschiedlichen Vorstellungen von effektiver Wirkung in der Jugendhilfe führt. Im Rahmen dieser Arbeit hat sich dabei herausgestellt, dass eine Implementierung von wirkungsorientierten Ansätzen sich nur sehr schwer umsetzen lässt. Zwar konnten Ansätze aufgezeigt werden, welche Effektivität messbar machen. Allerdings handelt es sich dabei um keine einfache Steuerungsmechanik, da aufgrund der Individualität, Komplexität und Dynamik der Leistung eine sukzessive Herangehensweise benötigt wird, um den Anforderungen der Jugendhilfe gerecht zu werden.

Maximilian Mejauschek: Ökonomisierungsprozess im Krankenhaus – Medizinischer Ethos und Ökonomie- Wiederspruch oder Bedingung, am Beispiel des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg

Laut einer aktuellen Studie liegt die deutsche Gesundheitsversorgung auf dem zwanzigsten Platz. Es wurden 32 heilbare Krankheiten untersucht und der Wert ermittelt, wie oft diese Krankheiten, trotz Heilbarkeit, zum Tode geführt haben. Gleichzeitig zeigte diese Studie ein gewisses Entwicklungspotential der einzelnen Länder auf. Um auf diesen Platz zu landen, gab es in den letzten Jahren viele Veränderungen was das Gesundheitssystem auf der Makroebene in Deutschland betrifft. Noch 2014 lag das deutsche Gesundheitssystem auf dem siebzehnten Platz und schon damals wurde moniert, dass das Gesundheitswesen, im internationalen Vergleich zu teuer ist und nicht die Leistungen bringt, die man erwarten sollte. Gleichzeitig wurden mehr Effizienz und Veränderungen gefordert. Es folgten Reformen, die aufgrund der staatlichen Reglementierung, der deutsche Krankenhäuser unterliegen, veranlasst worden sind. Mit der Einführung der Diagnosis Related Groups (DRG) als neues Entgeltsystem im Jahr 2004, sollte ein weiterer Schritt in Richtung Ökonomisierung der somatischen Krankenhäuser gemacht werden. Diese Arbeit befasst sich mit den zunehmenden ökonomischen Prozessen im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg hauptsächlich auf der Mesoebene, mit der Organisation Krankenhaus und der Mikroebene, den patientenbezogenen Entscheidungen und gliedert sich in einen theoretischen und literaturbasierten allgemeinen Teil. Durch eine empirische Aufarbeitung wurden Phänomene identifiziert, die im Bundeswehrkrankenhaus vorrangig diesen Prozess weitertreiben. Anschließend wurde eine weitgehende Analyse der erkannten Phänomene durchgeführt und eine Bewertung zur Selektion der Phänomene fand im Anschluss statt. Im Fokus steht die Forschungsfrage, welche das ärztliche Ethos der Ökonomie gegenüberstellt und die Frage aufwirft, ob es sich bei den beiden Begriffen um einen Wiederspruch oder um eine Bedingung handelt. 

Sascha Kardel: Die Funktion von Arbeitgeber‐Bewertungsportalen im Rahmen des Employer Brandings: Eine Analyse ihrer Methodik und Bedeutung am Beispiel von kununu

Der aktuell herrschende Mangel an Fachkräften und der damit einhergehende Konkurrenzkampf zwischen den Arbeitgebern um Arbeitskräfte ist nur einer von vielen Gründen dafür, warum die öffentliche Reputation von Arbeitgebern immer weiter an Bedeutung erlangt. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Thematik der Arbeitgeber- Bewertungsportale auseinander und versucht die Bedeutung herauszustellen, die ihnen hinsichtlich des Employer Brandings zugeschrieben werden kann. Sie ist in zwei wesentliche Abschnitte unterteilt. Zunächst erfolgt eine theoretische Konzeptionierung des Themenfeldes unter Bezugnahme auf die aktuell existierende Literatur. Im Anschluss daran erfolgt eine empirische Untersuchung, die sich exemplarisch mit dem Arbeitgeber-Bewertungsportal „kununu“ auseinandersetzt. Dabei wird einerseits die verwendete Methodik des Portals im Rahmen der Arbeitgeberbewertung analysiert und andererseits auf Möglichkeiten eingegangen, die sich Arbeitgebern zur Unternehmenspräsentation auf der Website bieten. Im Fokus steht hierbei die Untersuchung von Employer Branding-Profilen und potentiellen Wirkungsbereichen, die durch ihre Nutzung beeinflusst werden können. Das Ergebnis der Arbeit zeigt, dass die Nutzung dieser Profile einen Beitrag zum Employer Branding eines Unternehmens leisten kann. Allerdings ist der Erfolg dieser Maßnahmen auch eng an einen adäquaten Umgang des Arbeitgebers mit derartigen Bewertungsportalen gebunden und weist somit nicht zu vernachlässigende Risiken auf.

Frederic Knopf: Analyse der Wirtschaftlichkeit von Digitalisierungsprojekten am Beispiel E‐Paper‐Publishing einer Tageszeitung

Die Digitalisierung des Geschäftsmodells gewinnt zunehmend an Relevanz im Wettbewerb. Die digitale Transformation stellt sich für viele Unternehmen als Schreckgespenst dar, jedoch verbirgt sich dahinter eine Riesenchance und ist unabdingbar für die Überlebensfähigkeit von Unternehmen im Wettbewerb. Dabei wird es zunehmend wichtiger die Wirtschaftlichkeit der Investitionsalternativen der Digitalisierung angemessen und brauchbar zu beurteilen. Da der wirtschaftliche Nutzen von Digitalisierungsinitiativen oft unklar ist gibt es verschiedene Verfahren, womit die Wahl der richtigen Bewertungsverfahren zunehmend an Relevanz gewinnt. Dabei wird die Komplexität der Einflussfaktoren einerseits und die Unsicherheit bei der Quantifizierung der Parameter anderseits berücksichtigt. In meiner Masterthesis führe ich diesen Umstand exemplarisch an einem E-Paper Publishing durch. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse beinhaltet eine SWOT-Analyse, Value-Driver (Ableitung wertbasierter Wirkungen), Investitionsrechnungen, Sensitivitätsanalyse und den Erwartungswert (Bestimmung des wahrscheinlichen Kapitalwertes). Das Ziel der Thesis ist erste Ansätze für ein universell anwendbares Tool zur Bewertung von Digitalisierungsvorhaben herauszuarbeiten und die besonderen Anforderungen, die im Zuge von Industrie 4.0 bestehen, darzustellen.

David Papst: Währungsrisikomanagement deutscher Unternehmen in der Rubelkrise: Eine Analyse am Beispiel der STADA AG

Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht nur Fußball-, sondern seit dem für die deutsche Wirtschaft erfolgreichen Geschäftsjahr 2016 wieder Exportweltmeister. Viele deutsche Unternehmen verkaufen, produzieren oder beteiligen sich im Ausland. Zwar beschert das internationale Engagement den deutschen Unternehmen höhere Umsätze, stärkeres Wachstum sowie eine bessere Ausgangsposition im globalen Wettbewerb, aber zugleich ist die Internationalisierung mit zusätzlichen Risiken verbunden. Eine Risikoart sticht in dem Zusammenhang besonders hervor. Die Rede ist von diversen Währungsrisiken, die in erster Linie bei der Umwechslung oder Umrechnung der einen Währung in eine andere auftreten können. Diese Risiken können bei ihrem Wirksamwerden einen erheblichen Einfluss sowohl auf die Umsatzerlöse als auch das operative Jahresergebnis eines Unternehmens haben. Deutlich schwerwiegendere Folgen können aber strategische Währungsrisiken verursachen. Derartige Währungseffekte können den nachhaltigen Erfolg sowie den Wert eines Unternehmens negativ beeinflussen. Sogar der Fortbestand des Unternehmens kann bei ihrem Aufkommen strategischer Währungsrisiken gefährdet sein. Dementsprechend besteht die Notwendigkeit, dass Unternehmen den Währungsrisiken aktiv im Rahmen eines professionellen Währungsrisikomanagements begegnen. 

Ein bekanntes deutsches Unternehmen, das derzeit mit den Auswirkungen derartiger Risiken zu kämpfen hat, ist der Arzneimittelhersteller STADA. Das Pharmaunternehmen, welches sich seit Jahren aktiv auf dem russischen Markt engagiert, geriet im Laufe der aktuellen Rubelkrise, verstärkt unter Druck. Daraus ergab sich der Anreiz das unternehmerische Währungsrisikomanagement und insbesondere das der STADA AG im Rahmen der vorliegenden Thesis einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.

Daniel Roderhoff: DIN ISO & KTQ – zwei Qualitätsmanagementsysteme deutscher Krankenhäuser im Vergleich

In dieser Arbeit soll ein erschöpfender Vergleich der beiden QM-Systeme nach DIN 9001 und KTQ in deutschen Krankenhäusern erfolgen. Die Systeme werden auf Ähnlichkeiten und Unterschiede, auf Vor- und Nachteile in der undurchsichtigen, von soziopolitischen Zusammenhängen durchwachsenen Gesundheitsbranche untersucht. Hierbei helfen zwei explorative, schriftliche Interviews mit je einem Experten der beiden Systeme, die Einsicht in die operative Umsetzung der komplexen Frameworks geben.

Alois Salzger: Operational Risk Management in Kreditinstituten – Kritische Analyse der Identifikation und Quantifizierung operationeller Risiken in Banken

Die Übernahme und das Eingehen von Risiken gehören zum gewohnten Tagesgeschäft von Banken. Risiko stellt deshalb eine Kernkomponente im Geschäftsmodell von Kreditinstituten dar. Im Zuge dessen haben Wirtschaftsskandale verschiedenster Ausprägungen die Banken- und Finanzwelt in den letzten Jahren immer wieder negativ in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Unter ihnen finden sich spektakuläre Verlustfälle in Milliardenhöhe wieder, welche respektive auf eine spezielle Risikoart im Bankengeschäft zurückzuführen sind. Derartige operationelle Risiken stellen Kreditinstitute und ihr Risikomanagement noch bis heute vor ungeahnte und komplexe Herausforderungen. Vorfälle der Vergangenheit (Barings Bank, Jürgen Schneider…) haben gezeigt, dass sowohl Gesetzgeber als auch Banken es versäumt haben, umfassende und ausreichende Maßnahmen zu etablieren, um das operationelle Risiko angemessen zu berücksichtigen. In der vorliegenden Master-Thesis wird daher untersucht, wie und in welchem Umfang operationelle Risiken durch geeignete Verfahren und Methoden tatsächlich identifiziert und quantifiziert werden können, damit die Voraussetzungen für ein effektives und effizientes (operationelles) Risikomanagement in Banken geschaffen werden und gleichzeitig den nationalen wie internationalen gesetzlichen Anforderungen gerecht werden. Die zentralen Erkenntnisse dieser Arbeit haben ergeben, dass sich in den letzten Jahren ein positiver Entwicklungstrend hinsichtlich dieser Problematik abgezeichnet hat. Dennoch sind vorhandene Mechanismen zum Teil noch immer unzureichend, sodass sich die Forschungsfrage nach wie vor kontrovers diskutieren lässt.

Kevin Schega: Die Zielvereinbarung als Führungsinstrument zur Unterstützung der strategischen Steuerung im Geschäftsbereich des BMVg

Im aktuellen Weißbuch, eines der Grundlagendokumente für die Ausrichtung der Bundeswehr, wird die Einrichtung einer zielorientierten und strategischen Steuerung gefordert. Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit bestand im Aufzeigen des Zielvereinbarungsprozesses im Geschäftsbereich des BMVg, wobei dieser im Kontext der entsprechenden Literatur auf konzeptioneller Ebene eingeordnet und kritisch beurteilt werden sollte. Dazu fand, abweichend von der Prozessmodellierung, eine übergreifende Zusammenstellung sämtlicher Geschäftsdokumente statt. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass ein ergiebiger Zielvereinbarungsprozess konzipiert worden ist, der jedoch den wesentlichen Rahmenbedingungen der öffentlichen Verwaltung unterlegen ist. Für eine nähere Beurteilung zum Umsetzungsgrad der Konzeption, würden sich allerdings weitere empirische Forschungen als hilfreich erweisen.

Sören Schilde: Welche Elemente des strategischen Projektcontrollings nutzt die Bundeswehr für die Planung ihrer Rüstungsprojekte?

Die Bundeswehr hat sich zunehmend zu einer Einsatzarmee entwickelt. Um den Einsätzen gerecht zu werden wird die Bundeswehr mit Produkten aus der Rüstungsindustrie ausgestattet. Aus dem aktuellen Rüstungsbericht geht hervor, dass die bestmögliche Ausrüstung für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts verlangt wird. Die Ausrüstung soll in einem vorgegebenen Finanzrahmen, zeitgerecht und einsatzreif den Soldaten zur Verfügung gestellt werden. Jedoch entsprechen aktuelle und frühere Rüstungsprojekte oftmals nicht den genannten Anforderungen. Die Realisierung von Rüstungsgütern verschiebt sich zeitlich, die Kosten steigen und teilweise verfügen sie nicht über die geforderte Leistung. Der Steuerzahler und die Betroffenen müssten sich fragen: Konnten die Probleme nicht im Voraus erkannt werden? Da sich diese Frage grundsätzlich mit der Planung von Projekten befasst, behandelt diese Arbeit das strategische Projektcontrolling. Strategisches Projektcontrolling kann einen Beitrag dazu leisten, Projekte zu priorisieren, zu bewerten und eine Vorauswahl von verschiedenen Projektalternativen zu treffen. Mögliche fehlerhafte zukünftige Projekte können vermieden werden, wenn am Anfang die richtigen Projekte ausgewählt werden. Für diese Art der Fehlervermeidung nutzt das strategische Projektcontrolling eine Vielzahl von Instrumenten. Diese werden vorgestellt und es wird analysiert, über welche Elemente des strategischen Projektcontrolling die Bundeswehr verfügt und wie sie diese nutzt. Diese Analyse stellt den Hauptteil dar. In einem anschließenden Diskussionsteil werden Literatur, die vorhandenen Elemente innerhalb der Planung der Bundeswehr und die Praxis gegenübergestellt. Mögliche kritische Punkte werden hervorgehoben und diskutiert. Die Arbeit endet mit einem Fazit und einem Ausblick, der auf mögliche zukünftige Arbeiten hinweist. 

Paul Stehr: Risikomanagementkonzepte in M&A‐Prozessen der Automobilzulieferindustrie am Beispiel der Robert Bosch GmbH

In dieser Masterthesis wurden RM-Konzepte in M&A-Prozessen der Automobilzuliefer-industrie am Beispiel der Robert Bosch GmbH erarbeitet. Durch Akquisitionen in den vergangenen zwei Jahren hat sich die Wettbewerbssituation der weltweiten Zulieferindustrie der Automobilbranche stark verändert. In Interviews mit Abteilungsleitern und verantwortlichen Geschäftsführen des Zentralbereichs Controlling bei Bosch konnten Schwachstellen in der Post-Merger-Integration der ZF-Lenksysteme GmbH identifiziert werden. Darüber hinaus wurde ein Steuerungsmodell entwickelt, mithilfe dessen bei zeitkritischen Übernahmen ein Risikoprofil der Post-Merger-Integration erstellt werden kann. Im zweite Teil der Arbeit werden kapitalmarktorientierte Modelle wie das Markowitz-Kalkül und die Monte-Carlo-Simulation transformiert, um das Zuliefererportfolio der Robert Bosch GmbH zu optimieren. Insgesamt entsteht dadurch ein konsistentes Konzept einer risikoadjustierten Unternehmenssteuerung. 

Konstantin Wibbeler: Der Führungsprozess der Bundeswehr – Welchen Einfluss haben kognitive Verzerrungen auf den Führungsprozess der Bundeswehr?

Entscheidungen zu treffen gehört zum ganz normalen Alltag. Für die meisten müssen wir nicht nachdenken und sie erfordern von uns wenig Konzentration. Da unser Gehirn Informationen weitestgehend selbstständig und effizient verarbeitet, finden die meisten Entscheidungen unbewusst statt. Trotzdem erfordern manche Problemstellungen Aufmerksamkeit und Konzentration. Daniel Kahneman bezeichnet diese zwei unterschiedlichen Arten des Denkens als System 1 und System 2. Diese zwei Systeme bilden als Teil eines verhaltensorientierten Ansatzes des Controllings zusammen mit dem Führungsprozess die Grundlagen für die Masterarbeit. Kahneman beschreibt des Weiteren, dass besonders das System 1 anfällig für Fehler ist. Diese resultieren beispielsweise aus sogenannten kognitiven Verzerrungen. Eine Auswahl von diesen Verzerrungen wird im Rahmen dieser Arbeit beschrieben. Darauf aufbauend wird der militärische Führungsprozess, wie er in der Bundeswehr Anwendung findet, mit dem Entscheidungsfindungsprozess als Kernbestandteil, beschrieben und erläutert und anschließend die einzelnen Führungsfunktionen auf mögliche Fehler auf Grund von kognitiven Verzerrungen untersucht. Zum Abschluss der Arbeit wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf weitere interessante Fragestellungen im Zusammenhang mit Unternehmensführung und kognitiven Verzerrungen gegeben.

HSU

Letzte Änderung: 26. Januar 2021