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Ringvorlesung „Im Sog des Krieges. Einstellungen zu Militarisierung und Bedrohung im östlichen Europa“

4. November 2026 @ 16:00 - 20. Januar 2027 @ 18:00

Im kommenden Wintersemester 2026-27 bieten die BA NF und MA Studiengänge Osteuropastudien einen Schwerpunkt zum Thema „Kriege und ihre Folgen“ an. Die Informationen zu den einzelnen Lehrveranstaltungen und öffentlichen Vorträgen finden Sie nachfolgend.

Die Ringvorlesung  „Im Sog des Krieges. Einstellungen zu Militarisierung und Bedrohung im östlichen Europa“ findet mittwochs von 16.15-17.45 in ESA Ost 221 statt.
An den östlichen Grenzen Europas machen die Menschen bereits seit mehreren Jahren traumatische Erfahrungen mit kriegerischen Auseinandersetzungen – von schwelenden Grenzkonflikten bis hin zur militärischen Invasion. Mittlerweile sind Berichte und Bilder von Krieg und Militarisierung allgegenwärtig. Die Gegenwart mit ihren neuen Bildern und Grenzerfahrungen überwältigt und verdrängt dabei die Frage nach dem mentalen und kulturellen Leben der Menschen. Wie denken die Menschen, die unmittelbar von Krieg und Militarisierung betroffen sind? Wie haben sich ihre Einstellungen und Mentalitäten in den letzten Jahren verändert?
In der Ringvorlesung werden Prozesse untersucht, die in Gang gesetzt werden, wenn Kriegslogiken allgegenwärtig werden und den Alltag beherrschen. Im Zentrum der interdisziplinären Beiträge stehen politische und kulturelle Praktiken und Ausdrucksformen sowie gesellschaftliche Positionen, die als Reaktion auf Krieg und Militarisierung entstehen. Die Vorträge beleuchten unter anderem die Problematik der russischsprachigen Minderheiten im Baltikum, dokumentarische Formen der Kriegsdarstellung in der Ukraine, die Symbolik des Militärs und die veränderten politischen Einstellungen der Menschen in Georgien. Auch die gesellschaftlichen Folgen von Krieg, etwa Traumatisierung, sowie Friedensvorstellungen sind Themen der Ringvorlesung.

Organisation:
Prof. Dr. Anja Tippner (UHH), Prof. Dr. Monica Rüthers (UHH), Prof. Dr. Jörn Happel (HSU), Prof. Dr. Kirsten Bönker (Nordost Institut/IKGN e.V.), Dr. Regina Heller (IFSH), Dr. Marina Gerber (UHH)

Programm
04.11.26
Russian-speaking Minorities in the Baltic States: Securitization and Strain amid Geopolitical Turmoil
Prof. Dr. Vello Pettai, Institut für Frisistik, Universität Flensburg

11.11.26
Kein Kirschgarten. Wahrnehmungen des Krieges im ukrainischen Dokumentartheater
Prof. Dr. Anja Tippner, Slavistik/Osteuropastudien, UHH, Lydia Nagel, Rostock

25.11.26
Moskau, Sitz des Kriegsherrn: von der Global City zur Hauptstadt des Autoritarismus
Prof. Dr. Monica Rüthers, Europäische Geschichte/Osteuropastudien UHH

2.12.26
Räume des Friedens. Friedensideen in der russ. und ukrainischen Diaspora in Deutschland und ihr Potenzial für die Konflikttransformation
Dr. Regina Heller und Dr. Christian Fröhlich, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik/Osteuropastudien UHH

9.12.26
Between Mustaches and Sovereignty: Carrot and Stick in Russian–Georgian Relations
David Jishkariani, Max-Weber-Stiftung, Georgien

16.12.26
Nordisch-baltische Perspektiven und Reaktionen auf die russische Aggression gegen die Ukraine (nach 2014)
Dr. Fredrik Stöcker, Nordost-Institut (IKGN e.V.)

13.1.27
Political Judgements without Political Opinions: How Russians Talk About the Russo-Ukrainian War.
Dr. Svetlana Erpyleva, Forschungsstelle Osteuropa Bremen

20.1.27
Traumatisierung der Gesellschaft durch Krieg
Jurko Prochasko, Autor und Psychoanalytiker, L’viv

Veranstaltungsort