Der Stammheim-Prozess gegen führende Mitglieder der Roten Armee Fraktion zählt zu den aufsehenerregendsten und folgenreichsten Strafverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Von 1975 bis 1977 standen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe in Stuttgart-Stammheim vor Gericht. Das Verfahren fand in einer Zeit politischer Gewalt, gesellschaftlicher Polarisierung und tiefgreifender Auseinandersetzungen über die Grenzen staatlicher Macht statt.
In ihrem Vortrag beleuchtet Dr. Inga Schuchmann (HU Berlin) den Stammheim-Prozess aus rechtswissenschaftlicher und rechtshistorischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen die besonderen Bedingungen des Verfahrens, die damaligen rechtspolitischen Konflikte und die Frage, wie ein demokratischer Rechtsstaat auf Terrorismus und politische Gewalt reagiert.
Die Veranstaltung ist Teil von FUTURES – Law, Democracy & Transformation, einer interdisziplinären Veranstaltungsreihe zu zentralen Zukunftsfragen unserer Zeit. Im Anschluss an den Vortrag sind alle Gäste herzlich eingeladen, mitzudiskutieren und gemeinsam über die historische sowie gegenwärtige Bedeutung des Stammheim-Prozesses nachzudenken.
Der Vortrag findet am 18. November um 17:30 an der Helmut-Schmidt-Universität Uhr im Haus 1, Hörsaal 2 statt.
