Workshop mit internationaler Beteiligung vom 18.06.19 – 20.06.19

HSU

12. Februar 2020

Führungskräfteentwicklung in den Streitkräften goes international

Stephanie Renneberg

Sechs Nationen folgten im Juni der Einladung des Zentrums Innere Führung (ZInFü), Bereich Coaching, zum ersten Workshop „Leadership Development in Military Organizations: An International Perspektive“ an die Helmut Schmidt Universität/ Universität der Bundeswehr in Hamburg.  Unter Leitung von Oberst Holger Opterwinkel, Bereichsleiter Coaching, tauschten sich die Teilnehmer über die neusten Trends der Führungskräfteentwicklung aus. In konstruktiv-entspannter Atmosphäre diskutierten sie drei Tage angeregt über die verschiedenen Konzepte der Entwicklung von Führungskräften in den Streitkräften und verglichen unterschiedliche Ansätze. Der Expertenkreis aus zwölf Teilnehmenden ermöglichte eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und einen intensiven, kollegialen Austausch. In interessanten zehnminütigen Kurzpräsentationen stellten die Teilnehmer die Herangehensweise ihrer Organisation an Führungskräfteentwicklung dar, welche für die anschließende fachliche Diskussion als Grundlage diente.

 

Unterschiedliche Ansätze

Einige der Nationen betreiben Führungskräfteentwicklung in einem individuellen Rahmen, andere Nationen führen diese in Gruppensettings durch (z.B. Dänemark). Zusätzlich zu den genannten Coachingansätzen, befassten sich die Teilnehmer mit Mentoringprogrammen (Norwegen) oder Kursen, die eine systematisch-kontinuierliche Selbstreflexion in den Mittelpunkt stellen (Schweden). Ebenso erörterten sie die Herausforderungen unterschiedlicher Führungsstrategien in friedenssichernden Missionen und Kampfeinsätzen (Ungarn), die Chancen einer Ausrichtung von Führungskräfteentwicklungsprogammen an Lebensphasen (Niederlande) und Erfahrungen mit einem möglichst frühzeitigen Beginn von Führungskräfteentwicklung (Estland).

 

Interessante Einblicke

Die Innere Führung der Bundeswehr lieferte Erkenntnisse zur Bedeutung von organisationalen Rahmenbedingungen in der Führungskräfteentwicklung und die Auswirkung von Coaching auf das Selbst, das Umfeld der Führungskraft und die Organisation als Ganzes (Deutschland). Für Christina Stokkeland aus Norwegen waren besonders die unterschiedlichen Hintergründe der Nationen prägend: „For me it was so interesting to see, that the history and the background and what kind of operation each country haven taken part in, have an effect on how one is thinking leadership development“ (dt.: “ Für mich war es sehr interessant zu sehen, dass die Geschichte, der Hintergrund und die Art der Einsätze, an denen sich jedes Land beteiligt hat, einen Einfluss auf das jeweilige Konzept der Führungskräfteentwicklung haben.“)

Die Verschiedenheit der Ansätze lieferte bereichernde Ideen. Immer wieder grübelten die Teilnehmenden miteinander, wie man Methoden auf das eigene Konzept übertragen könne: „We have so much in common around all these nations togehter, each brings its own pair of glasses, and we can learn so much from each other.“ (dt.: „Unsere Nationen haben so viel gemeinsam. Jeder bringt seine eigene Sichtweise mit und wir können so viel voneinander lernen.“) resümierte Merel Roolvink aus den Niederlanden. Allen Experten fiel auf, dass trotz der unterschiedlichen Strukturen, die Bedeutung von Führungskräfteentwicklung einen hohen Stellenwerten den Streitkräften besitzt und die Bedarfsfelder in den Ländern ähnlich sind.

In seinem Grußwort verwies Prof. Dr. Klaus Beckmann, Präsident der Helmut Schmidt Universität/ Universität der Bundeswehr, darauf, dass Theorie und Empirie nur der Anfang von Veränderung sein können, dass letztlich aber das praktische Umsetzen wichtig ist. In diesem Zusammenhang würdigte er die Verknüpfung von Theorie und Praxis in den Coachingprojekten des ZInFü.

Für eine nachhaltige Dokumentation und wiederum neue Ideen sorgte Graphic Recording. Diese Moderen Form der Ergebnisdarstellung begeisterte alle Teilnehmer. Der Verarbeitungsgrad aber auch der Erinnerungswert der Veranstaltung und die positive Außenwirkung der Bundeswehr wurden dadurch deutlich erhöht.

Developing Leaders - Workshop

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ideen für die weitere Zusammenarbeit

Insgesamt waren sich alle Anwesenden einig, eine weitere Zusammenarbeit auf Arbeitsebene  anzustreben und einen kontinuierlichen Austausch zu fördern. Andreas Becker aus Schweden führte die Idee fort: „We can do Pilot projects togehter, being part of each other’s doing, we can do practical things like coaching and education Coachs but I also have visions for research projects toegheter. (dt.: „Wir können gemeinsam Pilotprojekte ins Leben rufen, Teil der jeweiligen Durchführung sein. Wir können praktische Dinge umsetzen wie Coaching und Coachingausbildung und ich sehe auch gemeinsame Forschungsprojekte.“)

Die Ausrichter des Workshops, PD Dr. Martin Scherm, Stephanie Renneberg und Jan de Jonge vom ZInFü sowie die studierenden Offiziere Philippe Dujardin und Nick Albrecht, blickten erfreut auf eine rundum gelungene Veranstaltung zurück. Für die Weiterentwicklung der Coachingprogramme des ZInFü boten sich zahlreiche neue Ideen und vielversprechende Ansätze. Gleichzeitig war der Workshop eine Initialzündung für weitere internationale Zusammenarbeit beim Thema Führungskräfteentwicklung.