Forschung

Forschungsprofil

Die Professur für Öffentliches Recht mit einem Schwerpunkt im öffentlichen Wirtschaftsrecht und Recht der Transformation beschäftigt sich mit den rechtlichen Dimensionen sozialer, technologischer und ökologischer Transformationsprozesse. Im Zentrum stehen zwei Schwerpunkte: das Recht der sozial-ökologischen Transformation sowie die Legal Gender Studies

Das Recht der sozial-ökologischen Transformation verbindet verfassungs- und verwaltungsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Steuerung zentraler Wenden wie der Energie-, Wärme- und Verkehrswende. Neben der verfassungsrechtlichen Fundierung staatlicher Transformationsaufträge geht es auch um die Frage, mit welchen verwaltungs- und regulierungsrechtlichen Instrumenten die notwendigen Transformationsprozesse gestaltet werden können. Untersucht wird zudem die Rolle des Rechts für die Gewährleistung sicherer und nachhaltiger Infrastrukturen. 

Im Bereich der Legal Gender Studies liegt der Schwerpunkt auf gesellschaftlichem Wandel in den Bereichen Familie, Reproduktion und Sexualität. Untersucht wird, inwiefern gesellschaftliche (Ungleichheits-)Verhältnisse durch rechtliche Regelungen festgeschrieben und perpetuiert werden, aber auch, welche Möglichkeiten bestehen, mit den Mitteln des Rechts Transformationen sozial, diskriminierungsfrei und gerecht zu gestalten. Ein besonderer Fokus liegt auf Fragen reproduktiver Rechte und reproduktiver Gerechtigkeit, die auch im Rahmen des Forschungsprojekts ReproGerecht behandelt werden. 

Die Forschungsthemen werden rechtsdogmatisch, aber auch in ihren Bezügen zu Grundlagenfragen der Rechtssoziologie, der Rechtsphilosophie und der (kritischen) Rechtstheorie sowie unter interdisziplinären Gesichtspunkten bearbeitet. Ziel ist es, gesellschaftlich drängende Zukunftsfragen rechtswissenschaftlich fundiert und interdisziplinär informiert zu bearbeiten.

Aktuellen Fragen der Familienforschung und Familienpolitik widmet sich die Emerita, Prof. Dr. Margarete Schuler-Harms, als Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) zusammen mit ihrem Team. 


Aktuelle Forschungsprojekte

Forschungsnetzwerk ReproGerecht

Gemeinsam mit Prof. Dr. Anne-Kristin Kuhnt (Universität Rostock) und Prof. Dr. Henrike von Scheliha (Bucerius Law School) leitet Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner das Forschungsnetzwerk ReproGerecht. ReproGerecht widmet sich einer interdisziplinären Erforschung von Rechts-, Gesellschafts-, Ethik- und Medizinfragen an der Schnittstelle von Familie, Recht und Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem komplexen Konzept der reproduktiven Gerechtigkeit, insbesondere im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche und rechtspolitische Fragestellungen. Das Ziel des Netzwerks ist es, eine wissenschaftlich fundierte, disziplinübergreifende Diskussion zu fördern, die sowohl die theoretischen Grundlagen als auch praktische Aspekte der reproduktiven Selbstbestimmung beleuchtet. Dabei sollen wissenschaftliche Erkenntnisse in Praxis- und Politikprozesse sowie an die breite Öffentlichkeit vermittelt werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse nationaler und internationaler Rechtsentwicklungen sowie der systematischen Einordnung gegenwärtiger gesellschaftlicher Diskurse zu reproduktiven Rechten und reproduktiver Gerechtigkeit.

Das Forschungsnetzwerk wurde 2024 mit dem Norddeutschen Wissenschaftspreis ausgezeichnet und wird außerdem von der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock gefördert. Weitere Informationen zum Netzwerk finden Sie hier.

Netzwerk Team (v.l.n.r. Justin Ernst, Prof. Dr. Anne-Kristin Kuhnt, Mareike Grapke, Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner, Kira Kock, Prof. Dr. Henrike von Scheliha, Anna Schneeberg)

Recht der Verkehrswende

Das Forschungsprojekt untersucht die rechtliche Regulierung und Steuerung des technischen, sozialen und ökologischen Wandels im Bereich der Mobilität. Die Autonomisierung und Digitalisierung des Verkehrs, neue Anforderungen an die Akzeptanz bestimmter Mobilitätsformen und sozial-ökologische Zielsetzungen betreffen u.a. das Straßenverkehrsrecht, das Straßenrecht, das Recht des (bemannten und unbemannten) Luftverkehrs, das Personenbeförderungsrecht und das Recht des öffentlichen Personennahverkehrs. Das Projekt entwickelt übergreifende Ansatzpunkte für ein nachhaltiges Mobilitätsrecht und untersucht den bestehenden Regelungsrahmen auf seine Innovationspotentiale. Im Fokus stehen neben ordnungs- und planungsrechtlichen Instrumenten insbesondere Innovations- und Erprobungsklauseln sowie Klima-/Nachhaltigkeitsklauseln (z.B. § 1a PBefG) und ihre Potentiale für das Verkehrsregulierungsrecht.

Das Forschungsprojekt wird durch die Akademie der Wissenschaften in Hamburg gefördert.

Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen beim BMBFSFJ

Der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen berät das Bundesministerium unabhängig und ehrenamtlich in allen Fragen der Familienforschung und Familienpolitik. Vorsitzende des Beirats ist die Emerita, Prof. Dr. Margarete Schuler-Harms.

Weitere Informationen zum Beirat finden Sie hier.

Beirat Team (v.l.n.r. Elisabeth Lösche, Prof. Dr. Margarete Schuler-Harms, Gina-Marie Brose (Assistentin des Beirats), Hizal Kaya)

HSU

Letzte Änderung: 11. Mai 2026