{"id":6002,"date":"2022-03-31T16:00:15","date_gmt":"2022-03-31T14:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/?page_id=6002"},"modified":"2022-04-07T08:25:11","modified_gmt":"2022-04-07T06:25:11","slug":"individuell-lernende-nicht-alleine-lassen-zur-relevanz-von-beziehungen-in-digitalen-lernprozessen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/individuell-lernende-nicht-alleine-lassen-zur-relevanz-von-beziehungen-in-digitalen-lernprozessen","title":{"rendered":"Individuell Lernende nicht alleine lassen \u2013 zur Relevanz von Beziehungen in digitalen Lernprozessen"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Diskurs zum digitalen Lernen wird dem Subjekt eine priorit\u00e4re Rolle einger\u00e4umt. Im Fokus stehen selbstbestimmte und selbstorganisierte Lernformen, eigenst\u00e4ndige Wissenskonstruktionen, ein individuelles und personalisiertes Lernen, welches durch KI-gest\u00fctzte adaptive Lerntechnologien, durch Vermessung und Datafizierung erm\u00f6glicht werden soll. Vor diesem Hintergrund m\u00f6chten wir in unserem Beitrag im Anschluss an subjektwissenschaftliche Positionen aufzeigen, dass solche technologiegest\u00fctzten Lernprozesse nicht per se gleichzusetzen sind mit einem individuellen, subjektorientierten Lernen i.S. Holzkamps, sondern dass sich das Subjekt in solchen Szenarien h\u00e4ufig an ein algorithmisch determiniertes Soll-Profil im Sinne einer Funktionslogik anzupassen hat (vgl. Weich 2018, S. 12). Lernen nach subjektwissenschaftlichem Verst\u00e4ndnis ist aber nicht auf \u00e4u\u00dfere Anst\u00f6\u00dfe oder Anpassungserfordernisse zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern durch den Lernenden selbst begr\u00fcndet und abh\u00e4ngig von dessen individuellen situativen, biographischen und sozialen Kontexten. Im Mittelpunkt stehen der Lernende und seine Lernbed\u00fcrfnisse; in Lernprozessen kommt es darauf an, \u201eZug\u00e4nge zu schaffen, Reibungsmomente anzubieten, Reflexion und Austausch in den Mittelpunkt zu stellen\u201c (Bretschneider\/Pflaum 2016, S. 116). Dies kann u.E. auch in digitalen Lernformen gelingen. Voraussetzung hierf\u00fcr ist aber weniger die Fokussierung auf eine datenbasierte Bestimmung von Lernendenprofilen, sondern vielmehr die Erm\u00f6glichung und Ausgestaltung von Beziehungen zwischen Lehrenden und Lernenden im digitalen Raum. Darum ist es uns ein Anliegen, auf die Rolle von Beziehungen als eine wesentliche Bedingung eines lernendenzentrierten Ansatzes zur Bildung mit digitalen Medien aufmerksam zu machen, die \u00fcber g\u00e4ngige Social-Software-L\u00f6sungen hinausweist. Hierzu wollen wir zum einen auf die beziehungsdidaktischen \u00dcberlegungen des interaktionistischen Konstruktivismus (Reich 1998, 2004) rekurrieren, der Beziehungen als entscheidend f\u00fcr das Gelingen oder Misslingen von Lernverhalten betrachtet. Auch soll ein Bezug auf subjektwissenschaftliche und pragmatistische Positionen und deren Synthese bei Faulstich (2013) erfolgen, um die Wechselseitigkeit individuellen und sozialen Lernens in und \u00fcber Handlungen zu betonen. Abschlie\u00dfend diskutieren wir, wie sich angesichts dieser \u00dcberlegungen die Auswahl und der Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Bildung, einem wichtigen Wirkungsfeld von Gerhard Zimmer, begr\u00fcnden lassen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p> Bretschneider, M., Pflaum, E. (2016). Lernendenzentrierung im Lehren und Lernen mit Medien. In: W. Pfau, C, Baetge, S.M. Bedenlier, C. Kramer, J. St\u00f6ter (Hg.), Teaching Trends 2016. Digitalisierung in der Hochschule: Mehr Vielfalt in der Lehre, S. 111-119. M\u00fcnster, New York: Waxmann. Faulstich, P. (2013): Menschliches Lernen. Eine kritisch-pragmatistische Lerntheorie. Bielefeld: transcript Reich, K. (1998): Die Ordnung der Blicke. Perspektiven eines interaktionistischen Konstruktivismus. Bd. 2. Beziehungen und Lebenswelt. Neuwied: Luchterhand Reich, K. (2004): Konstruktivistische Didaktik. Lehren und lernen aus konstruktivistischer Sicht. 2. Auflage. Neuwied: Luchterhand. Weich, A. (2018). Was nicht passt, wird passend gemacht. Learning Analytics als Teil des Profilierungsdispositivs. medienimpulse, Jg. 56, Nr. 1, 201<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Diskurs zum digitalen Lernen wird dem Subjekt eine priorit\u00e4re Rolle einger\u00e4umt. 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