{"id":3951,"date":"2020-09-11T09:36:07","date_gmt":"2020-09-11T07:36:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/?page_id=3951"},"modified":"2022-01-14T14:10:18","modified_gmt":"2022-01-14T13:10:18","slug":"praesident-reifferscheid","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/arbeitsdreieck\/praesident-reifferscheid","title":{"rendered":"Interview mit Christoph Reifferscheid, Pr\u00e4sident des Bildungszentrums der Bundeswehr"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3997\" src=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid.jpg\" alt=\"Pr\u00e4sident Reifferscheid\" data-credit=\"BIZBW MANNHEIM\" width=\"0\" height=\"0\" srcset=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid.jpg 1000w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"1000\" class=\"aligncenter wp-image-3997\" src=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid.jpg\" alt=\"Pr\u00e4sident reifferscheid\" data-credit=\"BIZBW MANNHEIM\" srcset=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid.jpg 1000w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/ztb\/wp-content\/uploads\/sites\/665\/2020\/09\/2020-09-14-Bild-Pr\u00e4sident-Reifferscheid-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des urspr\u00fcnglich geplanten Er\u00f6ffnungstermins f\u00fchrte Fahnenjunker Pascal Kratz, Praktikant im Zentrum f\u00fcr technologiegest\u00fctzte Bildung, ein Interview mit Herrn Christoph Reifferscheid, Pr\u00e4sident des Bildungszentrums der Bundeswehr .<\/p>\n<p><em><strong>Pascal Kratz<\/strong>: Als Mitglied des Arbeitsdreiecks, bestehend aus Vertretern des Kommando Streitkr\u00e4ftebasis, dem Bildungszentrum der Bundeswehr (BiZBw) und der Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t \/ Universit\u00e4t der Bundeswehr Hamburg war auch Ihr BiZBw ma\u00dfgeblich an der Themenauswahl 2020 beteiligt. <\/em><br>\n<em>Welche Erwartungen haben Sie an das Thema <strong>\u201eDigitale (Aus)Bildung: Wird Intelligenz tats\u00e4chlich k\u00fcnstlich?\u201c<\/strong>, das wir in das kommende Jahr 2022 \u201emitnehmen\u201c m\u00f6chten?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><strong>Pr\u00e4sident Reifferscheid<\/strong>: Die Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen voran. Durch die Corona-Krise hat die digitale (Aus)Bildung auch bei uns am BiZBw einen regelrechten Boom erlebt. Mich interessiert, wie hier sinnvoll eine Br\u00fccke zwischen Technologie und Bildung geschlagen werden kann.<br>\nKann k\u00fcnstliche Intelligenz in der digitalen Bildung bereits sinnvoll eingesetzt werden, um das flexible und individuelle Lernen zu unterst\u00fctzen?<br>\nWir bilden am BiZBw den technischen Beamtennachwuchs aus und stellen fest, dass die Heterogenit\u00e4t zunimmt und die Herausforderung zunehmend darin besteht, alle Lernenden mit den unterschiedlichsten Begabungen, pers\u00f6nlichen Voraussetzungen und individuellen Rahmenbedingungen gleichsam unter einen Hut zu bringen und zur erfolgreichen Laufbahnpr\u00fcfung zu f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Ich gebe Ihnen zwei Beispiele:<br>\nWenn durch das Sammeln und computergest\u00fctzte Auswerten von Lerndaten Defizite so fr\u00fchzeitig erkannt werden k\u00f6nnten, dass Lernende daraufhin gezielter unterst\u00fctzt werden und der Lehr- und Lernerfolg insgesamt verbessert w\u00fcrde, w\u00e4re das sehr positiv.<br>\nOder wenn bei der Entwicklung und Erprobung digitaler Lehr- und Lernmethoden die Lernenden \u2013 sowohl die Lernschwachen als auch die Begabten \u2013 im Vordergrund stehen und die KI ein personalisiertes Lernen, das auf die pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse zugeschnitten ist, eine individualisierte und den jeweiligen F\u00e4higkeiten entsprechende Lernerfahrung erm\u00f6glicht, ergeben sich auch f\u00fcr uns ganz neue Chancen. Ich denke hier auch an Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen, wenn digitale Lernsysteme inklusiv designt und KI-Anwendungen f\u00fcr schwerbehinderte Menschen zur beruflichen Teilhabe genutzt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><em><strong>Pascal Kratz<\/strong>: Welche Erfahrungen haben Sie im BiZBw in den letzten Monaten mit dem digitalen Lehren, Lernen und Arbeiten gemacht? Gibt es <strong>Erkenntnisse<\/strong>, die Sie gern auch <strong>jenseits der Pandemie umsetzen<\/strong> m\u00f6chten? <\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><strong>Pr\u00e4sident Reifferscheid<\/strong>: Wir waren f\u00fcr den 100 %igen digitalen Fernunterricht nicht optimal vorbereitet. Eine Lerninfrastruktur mit geeignetem Lernmanagementsystem f\u00fcr private IT, digitale Lernformate und -methoden waren nur rudiment\u00e4r vorhanden.<br>\nStrukturell war bislang nicht vorgesehen, alle Lehrgangsteilnehmerinnen und \u2013teilnehmer mit dienstlicher IT auszustatten. Zudem war das p\u00e4dagogische Konzept aus verschiedenen Gr\u00fcnden zuvor ma\u00dfgeblich auf Pr\u00e4senzunterricht ausgerichtet und die Nutzung einer digitalen Lerninfrastruktur setzt sowohl bei den Lehrenden als auch bei den Lernenden Kompetenzen voraus, die nicht systemimmanent waren und erst geschult werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Da wir mit zahlreichen Gastdozentinnen und -dozenten aus den gesamten Fachbereichen der Bundeswehr zusammenarbeiten, die ihre Lehrt\u00e4tigkeit im Nebenamt wahrnehmen, steht die Fachexpertise, nicht unbedingt die digitale Methodenkompetenz im Vordergrund. Also haben wir improvisiert und auf unterschiedliche Systeml\u00f6sungen (ILIAS, BundeswehrCommunity etc.) gesetzt, eingestufte Inhalte weggelassen oder parallel zum Onlineunterricht per Post versandt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Im Zuge dieser Herausforderung wurde unser Blick gesch\u00e4rft und wir konnten eine mehrschichtige Perspektive gewinnen \u2013 dies hat schon nach wenigen Monaten zu einer deutlichen F\u00e4higkeitsentwicklung am BiZBw gef\u00fchrt. Die Pandemie hat uns gezeigt: Die Teilhabe am Arbeits- und Bildungsprozess ist mehr denn je von pers\u00f6nlichen, technischen und h\u00e4uslichen Rahmenbedingungen abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Pascal Kratz<\/strong>: Im Kongresskatalog 2019, der das Thema des (Aus)Bildungskongresses der Bundeswehr 2019 \u201eIm Einsatz f\u00fcr die Gesellschaft \u2013 (Aus)Bildung f\u00fcr die Einsatzkr\u00e4fte der Zukunft\u201c behandelt, haben Sie in Ihrem Beitrag \u201eZur Sache\u201c geschrieben, dass es der &#8222;Dienst der Zukunft&#8220; erfordert, das Lernen zunehmend in die eigene Verantwortung des Lernenden zu \u00fcbergeben. Was bedeutet das konkret auf f\u00fcr das <strong>Lehren und Lernen am BiZBw<\/strong> und wo sehen Sie durch die aktuellen digitalen Entwicklungen weitere Potenziale und Grenzen?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><strong>Pr\u00e4sident Reifferscheid<\/strong>: Die Digitalisierung ist der Enabler zum individuellen, eigenverantwortlichen Lernen, denn losgel\u00f6st von den klassischen zeitlichen und r\u00e4umlichen Modellen im Lehrgang mit Pr\u00e4senzunterricht k\u00f6nnen Lernende ihren Lernalltag nun selbst gestalten. Ein gro\u00dfer Vorteil der digitalen Lehrangebote ist: Jeder kann individuell entscheiden, was er oder sie wie schnell lernen m\u00f6chte und kann \u2013 und das komplett zeit- und ortsunabh\u00e4ngig. Ein entscheidender Nachteil ist jedoch: Es fehlt ein Lehrer oder Coach, ein pers\u00f6nlicher Ansprechpartner, der bei Fragen und Schwierigkeiten unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">In flexiblen Lernr\u00e4umen m\u00fcssen die Lernenden selbstst\u00e4ndig arbeiten. Mit der Digitalisierung zeichnet sich eine zunehmende Rollenverschiebung zwischen Lehrenden und Lernenden ab: Angesichts der Vielzahl an Informationen, die durch das Internet jederzeit abrufbar sind, ver\u00e4ndert sich die Rolle der Lehrenden als Wissenstr\u00e4gerinnen und -tr\u00e4ger. Nicht mehr allein unsere Dozentinnen und Dozenten verf\u00fcgen \u00fcber relevantes Wissen, unsere Lehrgangsteilnehmenden sind ebenso Expertinnen und Experten, sei es im Umgang mit digitalen Technologien oder als Wissenstr\u00e4gerinnen und -tr\u00e4ger in Themenbereichen, in denen sie Know-how gesammelt haben. Diese Rollenverschiebungen f\u00fchren zu Interaktionen zwischen Lehrenden und Lernenden, die mehr auf Augenh\u00f6he als in frontalen Lehr-Lern-Situationen stattfinden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Hier liegen nat\u00fcrlich auch die Grenzen: Lernende brauchen angesichts der dynamischeren und unvorhersehbareren Arbeits- und Lebenswelt neue Kompetenzen. Klar sind IT-Kenntnisse, Medienkompetenz und Know-how zu digitalen Tools und Techniken wichtig. Dar\u00fcber hinaus geht es aber auch um Eigenverantwortung, Anstrengungsbereitschaft, Eigeninitiative, Selbstbewusstsein und mit Herausforderungen umgehen zu k\u00f6nnen, insgesamt um eine neue Haltung zum Lernen, um unser Bildungssystem fit f\u00fcr die Zukunft zu machen. Verantwortungsbewusstsein, kreatives Denken, der Wille, Neues zu schaffen: Alle Lernenden m\u00fcssen zu eigenst\u00e4ndigem Handeln, Mut und Neugier ermutigt werden, damit sie l\u00f6sungsorientiert agieren und Verantwortung f\u00fcr sich \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><em><strong>Pascal Kratz<\/strong>: Zum Schluss w\u00fcrden uns noch Ihre pers\u00f6nlichen Einsch\u00e4tzungen zu den Themen Digitalisierung, K\u00fcnstliche Intelligenz und Ausbildung der Zukunft interessieren? Welche <strong>Chancen und Risiken<\/strong> sehen Sie f\u00fcr eine zunehmende Digitalisierung der Bildungswelt?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><strong>Pr\u00e4sident Reifferscheid<\/strong>: Chancen sehe ich dabei vor allem in einem zeitlich und \u00f6rtlich flexiblen, individuell verf\u00fcgbaren Zugang zu Lerninhalten und Informationen sowie der gr\u00f6\u00dferen Partizipation diverser Zielgruppen. Damit alle Lernenden diese Chance auch wahrnehmen k\u00f6nnen, stellt insbesondere Medienkompetenz im Rahmen einer digitalen Grundbef\u00e4higung auf individueller Ebene die entscheidende Voraussetzung dar.<br>\nDie Potenziale digitaler Medien m\u00fcssen f\u00fcr die pers\u00f6nliche Lebensgestaltung, den Arbeitsalltag, besonders aber auch zur gesellschaftlichen Partizipation und Mitbestimmung genutzt werden k\u00f6nnen. Dies gilt ebenso f\u00fcr die Lehrenden, die neben methodisch-didaktischen Kompetenzen und ihrem Fachwissen auch die entsprechenden technischen F\u00e4higkeiten brauchen, also selbst \u201emedienkompetent\u201c sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Die (Bildungs-)Angebote m\u00fcssen dann auf das Individuum zugeschnitten werden, so dass eventuelle Ungleichheiten vermieden werden k\u00f6nnen. Ich sehe die zunehmende Digitalisierung der Bildungswelt somit als Chance, alle Mitarbeitenden dort abzuholen, wo sie stehen. Im Rahmen der individuellen Bildung und Weiterentwicklung und einer neuen Gestaltung von Arbeitsprozessen kann die Digitalisierung somit enorme Vorteile bringen und andere Perspektiven er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Darin liegt aber zugleich auch die Grenze, denn wenn individuelle Rahmenbedingungen, zu denen auch eine hohe Ausstattungsdichte, eine verl\u00e4ssliche technische Funktionsf\u00e4higkeit und die Verf\u00fcgbarkeit qualitativ hochwertiger Software geh\u00f6ren, ungleich verteilt sind, ist eine Teilhabe an solchen Angeboten nicht f\u00fcr alle im selben Ma\u00df m\u00f6glich. Diesem Risiko muss von Beginn an begegnet werden.<\/p>\n<p><em><strong>Pascal Kratz<\/strong>: Wie k\u00f6nnte eine <strong>\u201eAusbildung der Zukunft\u201c<\/strong> aus Ihrer Sicht aussehen und wie wird sich das BiZBw darauf einstellen?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><strong>Pr\u00e4sident Reifferscheid<\/strong>: Gesellschaftliche Trends m\u00fcssen zukunftsgerichtet in die Bildung \u00fcberf\u00fchrt und das Personal muss passgenau in der individuellen Lebenssituation abgeholt werden. Lernformate und -methoden m\u00fcssen mehrgleisig entwickelt werden und Hybrid-L\u00f6sungen sollen zuk\u00fcnftig ganze Studiensemester, Laufbahnausbildungen und Fachfortbildungen erm\u00f6glichen. Das Wissen wird digital hinterlegt, damit die Lehrenden im Pr\u00e4senzunterricht nicht mehr alleinige Wissensvermittler sind.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Au\u00dferdem ben\u00f6tigen wir eine engere Verzahnung mit den Bildungsakteuren der Bw und eine \u00fcbergreifende aktive Projekteinbindung zur Technologiegest\u00fctzten Ausbildung aller Bildungseinrichtungen. Und, ganz wichtig: Der Kompetenzaufbau der Bildungsakteure wird mit dem Ausbau der IT-Infrastruktur synchronisiert, denn eine moderne Technik allein garantiert noch keinen qualitativ hochwertigen Fernunterricht! Die didaktisch-methodische Ausbildung des Lehrpersonals wird bei uns deshalb konsequent fokussiert und um eine entsprechende Digitalkompetenz erweitert. Mikrofortbildung der Lehrenden wird zur Daueraufgabe am BiZBw.<\/p>\n<p><em><strong>Pascal Kratz<\/strong>: Als Pr\u00e4sident des Bildungszentrums kennen Sie den Ausbildungskongress schon seit vielen Jahren. Mit der (teil)virtuellen Erweiterung des (Aus)Bildungskongresses werden wir nun wom\u00f6glich auch neue Kongressteilnehmer*innen gewinnen k\u00f6nnen. Deshalb w\u00fcrde uns noch interessieren, wie Sie ihnen das <strong>Aufgaben-und T\u00e4tigkeitsportfolio<\/strong> des <strong>BiZBw<\/strong> beschreiben w\u00fcrden?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><strong>Pr\u00e4sident Reifferscheid<\/strong>: Kernaufgabe ist die Aus-, Fort- und Weiterbildung des Personals in der Wehrverwaltung, ausgerichtet am bundeswehrgemeinsamen Leit- und Gestaltungsprinzip der Einsatzorientierung. Das BiZBw bildet mit Ausnahme des gehobenen und h\u00f6heren nichttechnischen Dienstes den gesamten Beamtennachwuchs der Bundeswehr aus. Dazu geh\u00f6rt die konzeptionelle Aus- und Fortbildung im R\u00fcstungsmanagement ebenso wie Lehrg\u00e4nge im Risiko-, Ver\u00e4nderungs- und Qualit\u00e4tsmanagement, Vertrags- und Vergaberecht oder Trainings zum Beschaffungsprozess CPM.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Dar\u00fcber hinaus ist das BiZBw das Zentrum der zivilen F\u00fchrungskr\u00e4ftequalifizierung. Ein breites Fortbildungsangebot in den Bereichen Recht und Politik, Wirtschaft, F\u00fchrung und Management, SASPF und Informatik f\u00fcr ziviles und milit\u00e4risches Personal rundet das Portfolio ab \u2013 ebenso wie unsere wehrtechnischen Symposien als Plattform f\u00fcr den Austausch von Bundeswehr, Wissenschaft, Industrie und Praxis.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Im nachgeordneten Bereich des BiZBw bieten die zehn Bundeswehrfachschulen bundesweit ein breites Spektrum an allgemeinbildenden Schulabschl\u00fcssen und beruflichen Bildungsangeboten f\u00fcr den \u00dcbergang von der milit\u00e4rischen T\u00e4tigkeit in das zivile Berufsleben und unsere Auslandsschulen erleichtern den Familien von Bundeswehrangeh\u00f6rigen den Wechsel mit der Familie ins Ausland.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Als Enabler im Digitalen Transformationsprozess nimmt das BiZBw eine zentrale Stellung ein: Mit zielgruppenorientierten, nach Funktionsebene differenzierten Ma\u00dfnahmen wurde ein ganzheitlicher, durchg\u00e4ngiger Ansatz zur Steigerung der Digitalisierungsf\u00e4higkeit entwickelt, von der digitalen Grundbef\u00e4higung des zivilen Bestandspersonals und der Nachwuchskr\u00e4fte in Ausbildung \u00fcber die Weiterentwicklung der Module in der F\u00fchrungskr\u00e4fteentwicklung bis hin zu den Masterclasses f\u00fcr das Spitzenpersonal B6+ \u201eDigital F\u00fchren und Arbeiten\u201c.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Damit leisten wir neben den Bildungsakteuren in den Streitkr\u00e4ften unseren Beitrag zu einem widerstandsf\u00e4higen, flexiblen und innovativen Bildungssystem der Bundeswehr!<\/p>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des urspr\u00fcnglich geplanten Er\u00f6ffnungstermins f\u00fchrte Fahnenjunker Pascal Kratz, Praktikant im Zentrum f\u00fcr technologiegest\u00fctzte Bildung, ein Interview mit Herrn Christoph Reifferscheid, Pr\u00e4sident des Bildungszentrums der Bundeswehr . 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