Wissensvermittlung über PTBS und andere Traumafolgestörungen durch E-Mental Health Anwendungen in der Ausbildung

E-Mental Health Angebote zum Thema PTBS und Psychotrauma in die Ausbildung mit einzubeziehen ist aus zwei Gründen von größter Relevanz: Zum einen könnten Berufsgruppen, die einem hohen Traumatisierungsrisiko ausgesetzt sind, mit bereits evaluierten mediengestützten Angeboten über Traumafolgen und Früherkennung informiert und trainiert werden. Zum anderen sollten alle, die mit potenziell belasteten Berufsgruppen arbeiten, über neue Möglichkeiten der Traumaberatung und -therapie via moderner Medien informiert sein.

Im Vortrag werden diese neuen Optionen anhand eines eigenen systematischen Reviews (Eichenberg, Küsel, Hübner 2017) überblicksartig vorgestellt, Vor- und Nachteile diskutiert und diese an Fallvignetten illustriert. Anhand der bisherigen Forschungslage wurden drei relevante Bereiche identifiziert: 1. Psychoedukation: Wissen zum Thema PTBS kann via Apps, Webseiten oder gezielten Online-Interventionen vermittelt werden . Das kann dabei helfen, den Umgang mit PTBS zu verbessern sowie Online-Hilfsmöglichkeiten gezielt vorzuschlagen und in den (Behandlungs-) Alltag einzubinden. 2. Prävention: Die Integration von Präventionsangeboten in die Ausbildung, wie computergestützte Stressimpfungstrainings vor Einsätzen via Serious Games oder virtuelle Realitäten, ist eine Möglichkeit mit bereits ersten empirischen Evidenzen für eine Wirksamkeit (Eichenberg, Schott 2017). 3. Unterstützende Behandlung: Für Betroffene bieten E-Mental Health Angebote eine anonyme wie auch niedrigschwellige Möglichkeit der Hilfe und können den Einstieg in eine weitere Behandlung ebnen (Eichenberg, Zimmermann 2017). Im Vortrag werden die genannten drei Aspekte unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen, Angeboten der Bundeswehr sowie einen Ausblick auf weitere Interventionsmöglichkeiten vorgestellt.

Literatur:

  • Eichenberg, C. & Schott, M. (2017). Serious Games for Psychotherapy: A Systematic Review. Games Health J; 6(3): 127-135.
  • Eichenberg, C. & Zimmermann,P. 2017. Einführung Psychotraumatologie. München: UTB. Eichenberg, C., Küsel, C. & Hübner, R.U. (2017). E-Mental Health and posttraumatic stress disorder. Vortrag, ISRII 2017, Berlin.
HSU

Letzte Änderung: 3. Juli 2018