Ärztliche Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung

Um dem aufgrund der demographischen Entwicklung erwarteten Fachkräftemangel zumindest in Teilbereichen zu begegnen müssen durch Arbeitgeber Anpassungsstrategien entwickelt werden, durch die der benötigte Personalbedarf adäquat abgedeckt werden kann. Die Bundeswehr als Arbeitgeber ist durch die Aussetzung der Wehrpflicht gleich zweifach betroffen, was sich auf den Personalmangel additiv wenn nicht sogar exponentiell auswirken könnte, was eine strategische Neuausrichtung im Personalmanagement erfordert.

Der ärztliche Beruf (und das Gesundheitswesen im Gesamten als Arbeitgeber) hat in den vergangenen Jahren an Attraktivität eingebüßt. Als Gründe werden hier zu lange Arbeitszeiten, die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf, hierarchische Strukturen ebenso wie mangelnde Teamarbeit angeführt. Insbesondere die chirurgischen Fächer, vor allem die mit einem großen Anteil an der nicht planbaren Notfallversorgung, sind hiervon betroffen.

Daher fordert auch die Gesellschaft für Chirurgie eine verbindliche, strukturierte Weiterbildung mit einem Feedbacksystem zur kontinuierlichen Optimierung. Dies entspricht auch die der Vorstellung des deutschen Ärztetages, der die Einführung kompetenzbasierter Weiterbildungscurricula analog zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) für Lebenslanges Lernen beschlossen hat.

Mit dem Curriculum iSurgery für die chirurgische Weiterbildung des Militärchirurgen entwickeln wir derzeit ein den aktuellen Forderungen angepasstes Konzept, das dem Constructive Alignment folgend die Definition ärztlicher Kompetenz gemäß des CanMEDS Framework umfasst , welche durch moderne Ausbildungsmethoden in Form von Simulatortraining, Videoteaching und E-Learning vermittelt wird und anhand strukturierter Feedbackbögen evaluiert werden soll.

Bundesärztekammer. Beschlußprotokoll 116. Deutscher Ärztetag. 2013.
Kadmon M et al. Der kompetente Chirurg. Chirurg. 2013 Oct;84(10):859–68.
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David DM et al (2013) Die Zukunft der ärztlichen Weiterbildung in Deutschland – Positionspapier der GMA, Gms Z Med Ausbild 30(2):1–12

HSU

Letzte Änderung: 4. Juni 2018