{"id":514,"date":"2017-11-14T12:04:04","date_gmt":"2017-11-14T11:04:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/staackib\/?page_id=514"},"modified":"2017-11-14T18:00:48","modified_gmt":"2017-11-14T17:00:48","slug":"zusammenfassung-kooperative-sicherheit-in-ostasien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/staackib\/zusammenfassung-kooperative-sicherheit-in-ostasien","title":{"rendered":"Zusammenfassung &#8211; Kooperative Sicherheit in Ostasien"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Chinas Aufstieg und kooperative Sicherheit in Ostasien: Sind europ\u00e4ische Erfahrungen wichtig?<\/strong><\/p>\n<p>Der wirtschaftliche und politische Aufstieg Chinas geh\u00f6rt zu den wichtigsten Entwicklungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts; die Einbindung dieses Landes in eine multilaterale Ordnung zu den wichtigsten Herausforderungen. Dieser Prozess hat Auswirkungen sowohl auf das internationale System als auch auf die regionale Ordnung im Sicherheitskomplex Ostasien. Da es um Macht- und Einflussverschiebungen von erheblicher Bedeutung geht, verl\u00e4uft dieser Prozess nicht frei von Konflikten. Eine st\u00e4rker kooperative Gestaltung erscheint aber m\u00f6glich, denn sie entspricht den Interessenlagen der wichtigsten beteiligten M\u00e4chte.\u00a0 Vor diesem Hintergrund erscheint die verst\u00e4rkte Integration Chinas in eine reformierte internationale Ordnung durchaus realistisch: Erstens hat China bisher von dieser Ordnung profitiert und verlangt eine st\u00e4rkere Mitgestaltung, aber keinen Wechsel der Ordnungsstrukturen. Zweitens erzwingt die zunehmende Multipolarisierung des internationalen Systems die Integration aufstrebender M\u00e4chte, wenn es funktionsf\u00e4hig bleiben soll. Weitaus weniger g\u00fcnstig stellen sich die Rahmenbedingungen im regionalen Sicherheitskomplex Ostasien dar: (1) In dieser Region besteht keine umfassende, hinreichend institutionalisierte Kooperationsarchitektur des Staatensystems. W\u00e4hrend die wirtschaftliche Verflechtung weit vorangeschritten ist, fehlt es insbesondere in der Sicherheitspolitik an kooperativen Strukturen. (2) In der Region existieren zahlreiche ungel\u00f6ste Sicherheitsprobleme mit hohem Eskalationspotenzial,\u00a0z.B.Territorialstreitigkeiten, die Nordkorea-Problematik und die Frage nach der politischen Zukunft Taiwans. (3) In Ostasien treffen die Interessen der USA und Chinas direkt aufeinander. W\u00e4hrend Washington mit der 2011 proklamierten neuen Pazifik-Strategie seinen Status als Hegemonialmacht verteidigen will, zielt Beijing darauf ab, die Position der USA in der Region sukzessive zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Die Sicherheitsprobleme in der politisch und \u00f6konomisch wichtigsten und dynamischsten Weltregion haben sich in den letzten Jahren nochmals verst\u00e4rkt. China modernisiert sein milit\u00e4risches Potential und erweitert damit seine Projektionsf\u00e4higkeit, ohne dadurch den technologisch f\u00fchrenden USA Konkurrenz machen zu wollen oder zu k\u00f6nnen. Wohl aber ist es bestrebt, den bisher in der Pazifischen Region (bis unmittelbar vor die K\u00fcsten der Volksrepublik) \u00fcberm\u00e4chtigen USA milit\u00e4rische Optionen zu verweigern oder diese kostspielig werden zu lassen. Auch die USA (ebenso wie ihre regionalen Verb\u00fcndeten Japan, S\u00fcdkorea und die Philippinen) r\u00fcsten regional auf, reaktivieren ihre regionalen Allianzen und arbeiten zudem an einer China exkludierenden Freihandelszone. In der gesamten Region f\u00fchrt der Aufstieg Chinas, dessen Geschwindigkeit pr\u00e4zedenzlos ist, zu Fehlperzeptionen, Instabilit\u00e4ten, \u00c4ngsten und Abwehrreaktionen. Durch die Politik des \u201espoilers\u201c Nordkorea wird diese Konstellation noch zus\u00e4tzlich aufgeladen. Konflikte der vergangenen Jahre (<abbr title=\"zum Beispiel\">z.B.<\/abbr>\u00a0\u00fcber die Reduzierung der Ausfuhr \u201eseltener Erden\u201c oder \u00fcber die zwischen China, Taiwan und Japan strittige Zugeh\u00f6rigkeit der Diaoyu\/Senkaku-Inseln) best\u00e4rken den Wunsch der meisten ost- und s\u00fcdostasiatischen Nachbarn der Volksrepublik nach einer r\u00fcckversichernden, balancierenden Rolle der USA. Kurz gefasst: Ostasien befindet sich in einem Zustand des nicht oder ungen\u00fcgend eingehegten Sicherheitsdilemmas, das durch den zunehmenden Grad \u00f6konomischer Interdependenz offenkundig nicht wirksam reduziert werden kann.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Sachlage stellt sich die Forschungsfrage, inwiefern europ\u00e4ische und spezifisch deutsche Erfahrungen mit Strategien von Dialog, Entspannung, Vertrauensbildung und R\u00fcstungskontrolle als L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr das Sicherheitsdilemma in Ostasien frucht- und nutzbar gemacht werden k\u00f6nnten. Konkret soll untersucht werden, ob und inwieweit die der politischen F\u00fchrung Chinas zuarbeitenden Think Tanks bereit sind, auf derartige Erfahrungen zur\u00fcckzugreifen, um Strukturen kooperativer Sicherheit in Ostasien aufzubauen. Dazu wurde 2014 ein zweimonatiger Forschungsaufenthalt in China durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das Projekt baut zum einen auf zahlreichen Forschungsarbeiten zur deutschen und internationalen Ost- und Entspannungspolitik im Ost-West-Konflikt auf, insbesondere zum Konzept einer gesamteurop\u00e4ischen Friedensordnung und zur KSZE; zum anderen auf der seit einem Jahrzehnt intensiv betriebenen Besch\u00e4ftigung mit der ver\u00e4nderten Rolle Chinas in der Region und in der Weltpolitik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Chinas Aufstieg und kooperative Sicherheit in Ostasien: Sind europ\u00e4ische Erfahrungen wichtig? Der wirtschaftliche und politische Aufstieg Chinas geh\u00f6rt zu den wichtigsten Entwicklungen zu Beginn des 21. 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