Model United Nations

MUNs sind UNO-Planspiele für Studierende, die den Teilnehmern die Arbeit und die Funktionsweise der Vereinten Nationen spielerisch vermitteln. Frei nach dem Motto „learning by doing“ finden sich die Teilnehmer in diplomatische Verhandlungspositionen ein. Bei den Planspielen werden Räte und Komitees der UNO nachgestellt. In ihrer Diplomatenrolle sehen sich Studierende mit Problemen aus der realen Welt der Internationalen Beziehungen konfrontiert, die innerhalb eines Zeitrahmens gelöst werden sollen. Denn auch bei den Planspielen ist das Ziel einer jeden Veranstaltung, Resolutionen zu verabschieden, die den realen diplomatischen Lösungen in nichts nachstehen.

Ein besonderer Lerneffekt wird auch durch die englische Sprache erzielt, die die Teilnehmer verwenden müssen. Eine weitere Herausforderung stellt dar, dass die Teilnehmer ein fremdes Land und somit auch eine andere Kultur repräsentieren. Das verlangt eine gute Vorbereitung in historischer und politischer Landeskunde, damit die Teilnehmer wissen, welche politischen Positionen sie in bestimmten Verhandlungssituationen vertreten können, müssen oder dürfen. Die MUNs leben von dem Gestaltungswillen aller Teilnehmer. Weil die Distanz zu den Lerninhalten durch das Spiel überbrückt wird und sich die Teilnehmer viele Informationen im Selbststudium mit der Unterstützung von Lehrpersonal aneignen, bei dem sie eigenständig ihre Interessenschwerpunkte setzen können, haben die UNO-Simulationen einen so großen Lerneffekt und machen Spaß. MUNs sind ein Tor zur Welt – der realen Welt, in der Frieden der richtige Weg ist.

Um einen Eindruck in Videoform zu bekommen, empfiehlt sich folgendes Video: https://www.youtube.com/watch?v=gt1LT4XKP5Q

Die „National Model United Nations Conference“ (NMUN), ist eine einmal jährlich in New York stattfindende UNO-Simulation. Sie ist die größte und umfassendste „Model United Nations“-Simulation. Nachgestellt werden neben der Generalversammlung, dem Sicherheitsrat und dem Wirtschafts- und Sozialrat auch die meisten Sonderorganisationen der Vereinten Nationen sowie andere wichtige internationale Gremien. Das NMUN hat eine lange Tradition: Es wurde schon 1946 das erste Mal veranstaltet und geht seinerseits auf die bereits 1923 begründete Simulation des damaligen Völkerbundes („Model League of Nations“) zurück. Im Jahr 2005 reisten zu dieser mittlerweile größten und professionellsten Simulation 3.263 Studierende aus den USA, Kanada, Europa, Asien und Afrika an. Die erste deutsche Delegation nahm 1987 an NMUN teil. Seither haben sich an vielen anderen deutschen Universitäten, u.a. Bamberg, Berlin, Bonn, Chemnitz, Coburg, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Magdeburg, Regensburg und Tübingen NMUN- Initiativen gebildet.

Die NMUN-Initiative an der Helmut-Schmidt-Universität – Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU) wurde in den ersten 10 Jahren, seitdem die HSU mit einer Delegation in New York teilnimmt, hauptsächlich vom Lehrpersonals getragen. 2005 haben Studierende einen Verein, den „Helmut -Schmidt-Universität Model United Nations“ Verein (HSU-MUN e.V.) gegründet, um erstmals die Organisation und Teilnahme von NMUN selbstständig durchzuführen.

NMUN ist ein Planspiel, bei dem Sitzungen und Verhandlungsabläufe so authentisch wie möglich nach dem großen Vorbild der Vereinten Nationen simuliert werden. Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Teilnehmer schlüpfen einzeln oder als Gruppe in die Rolle der Delegation eines Landes in einer Sitzung des Sicherheitsrats, der Weltgesundheitsorganisation, der Generalversammlung oder eines anderen Gremiums der Vereinten Nationen. Grundsätzlich „vertreten“ sie dabei ein anderes Land als ihr eigenes, in dessen Rolle und Interessenlage sie sich einarbeiten müssen. Besonders daran ist, dass die Delegierten häufig Positionen vertreten müssen, die sich mit ihren persönlichen Ansichten nicht decken. Die Bandbreite der außenpolitischen Entwürfe ist breit. So kommt es bei Debatten zwischen den USA und Kuba meist zu heftigen Auseinandersetzungen, wohingegen eine Vertretung der neutralen Schweiz Fingerspitzengefühl erfordert. Delegierte, die Entwicklungs- und/oder krisengeschüttelte Länder vertreten, lernen die komplexen Probleme dieser Staaten aus einer anderen Sichtweise als im Hörsaal kennen. Eine Rede vor hundert Abgeordneten des simulierten Komitees Generalversammlung zu halten, kann da zu einer ganz besonderen Erfahrung werden. Wer seine Interessen effektiv vertreten will, muss Allianzen schmieden und Teamfähigkeit beweisen: Forderungen, die einen Konsens finden, werden dann in Resolutionen ausformuliert. Das Ziel jedes Diplomaten ist es, „seine“ Resolution erfolgreich durch die Abstimmung zum Schluss der Konferenz zu bringen. Damit die Sitzungen möglichst authentisch erscheinen, wird zudem nach dem Regelwerk der realen UNO simuliert.

Die Teilnahme an „National Model United Nations“ will deshalb gut vorbereitet sein. Zur Vorbereitung der Studenten gehört ein Workshop, der an einem Wochenende im Spätjahr stattfindet und von HSU-MUN e.V. getragen wird. Im Workshop halten die Studierenden Kurzvorträge über das zu repräsentierende Land, arbeiten sich in das umfangreiche Regelwerk für die UNO-Simulation ein und bereiten Positionspapiere vor, auf deren Basis das Simulationsspiel in New York stattfindet. Darüber hinaus nehmen die Studierenden an zwei kleineren Simulationsspielen an deutschen Universitäten teil, die die Form eines Wochenendseminars haben.

Da sich die Delegation aus Studierenden zusammensetzt, die von Beruf Offiziere sind, ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Vorbereitung und der Teilnahme an NMUN um ein rein akademisches Projekt handelt, dessen Vorbereitung die Studierenden durch wissenschaftliche Arbeit leisten. Die Delegation repräsentiert in erster Linie die Universität als Ort der freien Lehre und des Lernens. Die Fahrt zur NMUN-Konferenz ist eine Studienreise. Die Studierenden tragen nur während der Eröffnungs- und Abschlusszeremonie ihre Uniform, da hier die Helmut- Schmidt- Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg, als Institution der Bundeswehr repräsentiert wird.

 

HSU

Letzte Änderung: 9. Dezember 2017