{"id":1665,"date":"2020-03-05T15:57:28","date_gmt":"2020-03-05T14:57:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/?page_id=1665"},"modified":"2020-03-05T16:21:34","modified_gmt":"2020-03-05T15:21:34","slug":"netzwerk-mmmr-5-arbeitstreffen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/team\/knappertsbusch\/mixed-methods-network\/netzwerk-mmmr-5-arbeitstreffen","title":{"rendered":"Netzwerk MMMR &#8211; 5. Arbeitstreffen"},"content":{"rendered":"<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-719 size-medium alignright\" src=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/wp-content\/uploads\/sites\/735\/2018\/02\/DFG-Logi-300x63.jpg\" alt=\"DFG Logo\" width=\"300\" height=\"63\" data-credit=\"\" \/><\/h3>\n<h3>Interdisziplin\u00e4res Netzwerk zu Methodologie und<br \/>\nAnwendungsfeldern methodenintegrativer Forschung<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/team\/knappertsbusch\/mixed-methods-network\">Zur\u00fcck zur Startseite<\/a><\/p>\n<p>Videos ausgew\u00e4hlter Beitr\u00e4ge sind <a href=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/en\/network-mmmr-publications-and-media\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Vom 5. bis 7. Februar 2020 fand an der Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t Hamburg das f\u00fcnfte Arbeitstreffen des Netzwerks <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr> statt. Das Oberthema des Workshops lautete <em>G\u00fctekriterien und Best-Practice-Standards f\u00fcr Mixed Methods und Multimethod Research<\/em>. Diesmal durfte das Netzwerk <a href=\"https:\/\/cied.uark.edu\/directory\/index\/uid\/kxc01\/name\/Kathleen+Collins\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kathleen Collins (University of Arkansas)<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.open.ac.uk\/people\/mih3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Martyn Hammersley (Open University UK)<\/a> als internationale Gastwissenschaftler*innen begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet wurde die Veranstaltung durch Keynote-Vortr\u00e4ge von Kathleen Collins, Martyn Hammersley und Judith Schoonenboom (Universit\u00e4t Wien). In ihrem Vortrag <em>Enhancing Quality Criteria Design: A Multifaceted Approach<\/em> gab <strong>Kathleen Collins<\/strong> einen \u00dcberblick \u00fcber ihre Arbeiten zum Konzept des \u201cvalidity design\u201d. Diese Konzeption geht davon aus, dass eine Formulierung allgemeiner G\u00fctekriterien im Feld von <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr>-Designs von begrenztem Nutzen ist, und dass stattdessen die Beurteilung und Sicherung der Qualit\u00e4t methodenintegrativer Forschung st\u00e4rker an das Forschungsdesign jeweiliger Studien angepasst werden muss. In diesem Zusammenhang hob Collins zun\u00e4chst hervor, dass es im <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr>-Diskurs der vergangenen Jahre eine Perspektivverschiebung von einem Fokus auf \u201eMixing\u201c (<abbr title=\"das hei\u00dft\">d.h.<\/abbr> einer Verkn\u00fcpfung prinzipiell eigenst\u00e4ndiger Forschungsmethoden) hin zu einem Fokus auf \u201eIntegration\u201c (<abbr title=\"das hei\u00dft\">d.h.<\/abbr> einer st\u00e4rker synthetisierenden <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> hybridisierenden Methodenkombination) gegeben habe, die auch auf der Ebene der G\u00fctekriterien eine st\u00e4rker integrative Perspektive n\u00f6tig mache. Als allgemeiner Titel f\u00fcr eine solche kontextgebundene, flexible Adaption von Qualit\u00e4tskriterien wurde der Begriff der \u201eLegitimation\u201c (Onwuegbuzie &amp; Johnson) vorgeschlagen. Ein solcher Ansatz bringt dabei viele methodische Herausforderungen mit sich, da er <abbr title=\"unter anderem\">u.a.<\/abbr> eine intensive und potentiell konflikttr\u00e4chtige Kommunikation in Forschungsteams mit sehr heterogenen methodologischen Orientierungen n\u00f6tig macht. Hierbei betonte Collins ein selbstreflexives Streben nach \u201ephilosophical clarity\u201c, das hei\u00dft nach Klarheit der philosophischen Grundannahmen von Forscher*innen, als grundlegende Voraussetzung. Neben einer solchen Verst\u00e4ndigung \u00fcber die abstrakten theoretischen Grundlagen der Forschungspraxis, m\u00fcsse zudem aber auch eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Transparenz bzgl. der angewandten empirischen Erhebungs- und Analyseverfahren sowie deren Voraussetzungen und Zielen gew\u00e4hrleistet sein, um eine intersubjektiv nachvollziehbare Beurteilung der Qualit\u00e4t von methodenintegrativer Forschung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><strong>Martyn Hammersley<\/strong> n\u00e4herte sich in seiner Pr\u00e4sentation mit dem Titel <em>Are there Assessment Criteria for Qualitative Research?<\/em> der Thematik der G\u00fctekriterien zun\u00e4chst von der Seite qualitativer Forschungsmethoden her. Auch Hammersley machte hierbei zun\u00e4chst auf die Vielfalt m\u00f6glicher Zielsetzungen von (qualitativer) Sozialforschung aufmerksam, sowie auf die ebenso vielf\u00e4ltigen Kontexte, in denen eine Bewertung von Sozialwissenschaft vorgenommen wird. Vor dem Hintergrund der vergleichsweise kontroversen Diskussion zu G\u00fctekriterien in qualitativer Forschung schlug Hammersley eine konzeptionelle Differenzierung nach Standards <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> Dimensionen der Bewertung (Welche Merkmale von Forschung werden als relevant f\u00fcr deren Evaluation gew\u00e4hlt?), Ma\u00dfst\u00e4ben <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> Richtwerten (Ab wann gilt Forschung hinsichtlich eines bestimmten Merkmals als \u201egut\u201c oder \u201eschlecht\u201c?), und Indikatoren vor (Anhand welcher Beobachtungen wird entschieden, ob jeweilige Ma\u00dfst\u00e4be erreicht wurden?). Hammersley arbeitete sich weiterhin kritisch am Ideal einer \u201eTransparenz\u201c von G\u00fctekriterien ab: Entgegen dieser popul\u00e4ren Vorstellung, sei die praktische Anwendung von G\u00fctekriterien in qualitativer sowie quantitativer Forschung in aller Regel nicht \u201etransparent\u201c im Sinne einer quasi-deterministischen Ableitung von Bewertungsergebnissen aus objektiv gegebenen Merkmalen. Vielmehr handele es sich in der Beurteilung von Forschungsqualit\u00e4t oftmals um eine stark kontextspezifische und interpretationsabh\u00e4ngige Anwendung von Kriterien \u2013 gem\u00e4\u00df dem Wittgensteinschen Grundsatz, dass es \u201eself-applying criteria\u201c, also Regeln, die ihre eigene Anwendung regeln, nicht geben k\u00f6nne. Daraus folgt allerdings nicht, dass Bewertungsma\u00dfst\u00e4be verzichtbar oder willk\u00fcrlich w\u00e4ren, sondern vielmehr, dass diese die Rahmenbedingungen f\u00fcr einen (selbst-)kritischen Dialog \u00fcber die Informativit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit von Forschung bieten, ohne aber unmittelbar \u201etransparente\u201c Kriterien bereitzustellen. Im Zusammenhang methodenintegrativer Designs, <abbr title=\"das hei\u00dft\">d.h.<\/abbr> bei der gemeinsamen Bewertung qualitativer und quantitativer Forschung, kommt der Unterscheidung zwischen \u201eStandards\u201c und \u201eIndikatoren\u201c besondere Bedeutung zu. W\u00e4hrend Hammersley f\u00fcr eine allgemeine Geltung derselben Standards \u00fcber alle Methodentraditionen hinweg argumentiert \u2013 letztendlich gehe es immer um die Wahrheit sowie um die normative Relevanz von Forschungsergebnissen \u2013, kann die Auswahl relevanter Indikatoren und Ma\u00dfst\u00e4be je nach Methode variieren. Letztere richten sich dabei grundlegend nach den jeweiligen argumentativen Zielsetzungen <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> Geltungsanspr\u00fcchen einer Studie, die von einer detaillierten Deskription bis zu generalisierbaren Kausalerkl\u00e4rungen reichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unter der \u00dcberschrift <em>Developing and Integrating Claims as a Quality Criterion for Mixed Methods Research<\/em> pr\u00e4sentierte <a href=\"https:\/\/bildungswissenschaft.univie.ac.at\/empirische-paedagogik\/personal\/schoonenboom-judith\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Judith Schoonenboom (Universit\u00e4t Wien)<\/a> ein Modell der Bewertung von Forschungsprozessen, in dessen Zentrum das Konzept der \u201eMeta-Inferenzen\u201c steht. Dabei verortet Schoonenboom dieses Konzept nicht, wie vielfach \u00fcblich, allein in der finalen, synthetisierenden Ergebnisinterpretation eines MMR-Projektes. Als Meta-Inferenz wird vielmehr ein Prozess gemeint, der mit der Formulierung von Forschungsfrage und -Design bereits beginnt und in dem Thesen und Geltungsanspr\u00fcche (\u201eClaims\u201c) sich fortlaufend weiterentwickeln. Dieser Entwicklungsprozess vollzieht sich typischerweise in einer Abfolge von anf\u00e4nglicher These, widerspr\u00fcchlichen Ergebnissen, der Analyse von Subgruppen oder \u00e4hnlicher Ans\u00e4tze zur Aufkl\u00e4rung der Inkonsistenzen, sowie einer anschlie\u00dfenden Anpassung &amp; Erweiterung der Ausgangsthese. So k\u00f6nne beispielsweise eine standardisierte Evaluation eines Entwicklungshilfeinstrumentes zeigen, dass dieses nicht zu den erwarteten Entwicklungsprozessen f\u00fchrt, w\u00e4hrend erg\u00e4nzende qualitative Daten zur Entwicklung von Erkl\u00e4rungshypothesen herangezogen werden, die schlussendlich in eine integrierte Interpretation beider empirischer Materialquellen m\u00fcnden. F\u00fcr die Bewertung der Qualit\u00e4t von MMR-Designs folgt daraus, dass weniger die Best\u00e4tigung <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> Widerlegung einer anf\u00e4nglichen These ausschlaggebend ist, sondern vielmehr die Konsistenz und Nachvollziehbarkeit des Entwicklungsprozesses der jeweiligen Thesen und Geltungsanspr\u00fcche, sowie das Ausma\u00df, in dem dabei verschiedene Analyseperspektiven und Datenquellen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Der Nachmittag des ersten Workshoptages wurde anschlie\u00dfend mit zwei Diskussionsbeitr\u00e4gen von Udo Kelle und Felix Knappertsbusch er\u00f6ffnet, die ebenfalls spezifische Teilaspekte des Themas G\u00fctekriterien beleuchteten. <strong>Udo Kelle<\/strong> argumentierte in seinem Papier zu <em>Quality Criteria in Mixed Methods Research<\/em> zun\u00e4chst, die Grundidee jeglicher methodenintegrativen Forschung sei die Annahme, dass unterschiedliche Forschungsmethoden mit je spezifischen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen einhergingen. Ausgehend davon lie\u00dfe sich nach M\u00f6glichkeiten einer produktiven Kombination von Methoden mit \u201enon-overlapping weaknesses\u201c und \u201ecomplementary strengths\u201c fragen (Brewer &amp; Hunter). Grundlage jeglichen MMR-Designs seien somit \u201eFehlertheorien\u201c, die spezifische St\u00e4rken und Schw\u00e4chen beschreiben. Gerade solche Fehlertheorien seien aber in der MMR-Literatur bislang kaum ausgearbeitet, was auch zu Unsicherheit hinsichtlich der Frage nach G\u00fctekriterien f\u00fcr methodenintegrative Forschung f\u00fchre. Dabei lieferten die urspr\u00fcnglich im Rahmen standardisierter Methoden entwickelten \u201eklassischen\u201c G\u00fctekriterien (externe und interne Validit\u00e4t, Reliabilit\u00e4t, Objektivit\u00e4t) grunds\u00e4tzlich einen ad\u00e4quaten Rahmen zur Bewertung auch von nicht- <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> teilstandardisierter empirischer Forschung. Anstelle jedoch in einen produktiven Dialog \u00fcber die jeweils methodenspezifische Anwendung dieser allgemeinen Kriterien einzutreten, teile sich die sozialwissenschaftliche Forschungslandschaft nach wie vor h\u00e4ufig in separate Lager, innerhalb derer jeweils individuelle Schwerpunktsetzungen und Terminologien verwendet werden. Dies sei aus methodologischer Sicht bedauerlich, weil dadurch h\u00e4ufig Gelegenheiten f\u00fcr eine kritische Anerkennung der Schwachstellen des jeweils eigenen Ansatzes ausgeblendet w\u00fcrden. So untersch\u00e4tzten quantitative Forscher*innen typischerweise Probleme der Validit\u00e4t <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> vermischten diese mit Fragen der Reliabilit\u00e4t. Qualitative Forscher*innen \u00fcbergingen hingegen h\u00e4ufig die Objektivit\u00e4tsprobleme interpretativer Analyseverfahren sowie Fragen der externen Validit\u00e4t bei Forschung mit kleinen Fallzahlen. An die Stelle von Selbstkritik trete in der methodologischen Diskussion auf beiden Seiten h\u00e4ufig eine \u201etit-for-tat\u201c-Strategie, mit der Kritik am eigenen Ansatz unter Verweis auf die Schw\u00e4chen des jeweils anderen abgewehrt werde. Als wichtiger Orientierungspunkt bei der \u00dcberwindung solch verzerrter Debatten k\u00f6nne eine fallibilistische Grundhaltung (die Annahme der prinzipiellen Fehlbarkeit allen Wissens) und ein wissenschaftlicher Ethos der radikalen selbstkritischen Reflexion von Geltungsanspr\u00fcchen und Fehlerquellen sein.<\/p>\n<p>In seinem Papier <em>Can there be a Methodology of Discovery in Social Research?<\/em> konzentrierte sich <strong>Felix Knappertsbusch<\/strong> auf die Frage nach der Methodisierbarkeit wissenschaftlicher Entdeckungen. Die Entwicklung neuer, innovativer Forschungsperspektiven jenseits etablierter Methodentraditionen wird vielfach als eine Hauptfunktion von <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr> dargestellt. Jedoch bringt die Formulierung von Regeln und Kriterien f\u00fcr \u201egute\u201c Erkenntnis <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> von Methoden zu deren Herstellung erhebliche methodologische und epistemologische Probleme mit sich. Dies, so argumentierte Knappertsbusch, liegt nicht zuletzt an der paradoxen Struktur des Konzepts wissenschaftlicher Erkenntnis: Es impliziert zugleich, dass neue Entdeckungen \u00fcber bereits existierendes Wissen hinausweisen, <abbr title=\"das hei\u00dft\">d.h.<\/abbr> nicht aus diesem ableitbar sind, und, dass diese (empirisch) begr\u00fcndet sind, <abbr title=\"das hei\u00dft\">d.h.<\/abbr> dass es sich bei neuen Entdeckungen bereits um gesichertes und anschlussf\u00e4higes Wissen handelt. \u00dcbertragen auf das Problem einer \u201eMethode der Entdeckung\u201c (Abbott) bedeutet diese \u201eParadoxie der Erkenntnis\u201c, dass jedes methodisch kontrollierte Verfahren wissenschaftlicher Entdeckung genau dann scheitert, wenn es Erfolg hat: W\u00e4re neues Wissen tats\u00e4chlich methodisch kontrolliert produzierbar, w\u00e4re es keine Erkenntnis mehr, da aus der Methode seiner Herstellung bereits ableitbar. Knappertsbusch diskutierte daraufhin diverse Ans\u00e4tze zur Modellierung dieser Paradoxie, <abbr title=\"unter anderem\">u.a.<\/abbr> in der wissenschaftstheoretischen Diskussion zu \u201eGedankenexperimenten\u201c sowie in der kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Eine Gemeinsamkeit der in diesen verschiedenen Kontexten vorgeschlagenen Theorie- und Analysemodelle liegt in deren \u201eheuristischem\u201c Charakter, der Methodisierbarkeit mit Kreativit\u00e4t vereinen soll. Heuristische Methoden, wie etwa das Denken in \u201ekonzeptuellen Metaphern\u201c (Lakoff\/Johnson) oder \u201eKonstellationen\u201c und \u201eModellen\u201c (Adorno), haben in der Methodologie empirischer Sozialforschung bislang wenig Aufmerksamkeit erfahren \u2013 was nicht zuletzt als Folge der Ausklammerung des \u201eEntdeckungszusammenhangs\u201c aus der Wissenschaftstheorie in den einflussreichen Arbeiten des kritischen Rationalismus gewertet werden kann. Dies gilt auch, so Knappertsbusch, f\u00fcr das Feld von <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr>. Als zentralen Ansatzpunkt f\u00fcr eine solche Ausarbeitung diskutierte Knappertsbusch die metaphorisch-evozierende sowie konstellative Verfahrensweise, die vielen heuristischen \u201eMethoden der Entdeckung\u201c gemeinsam ist, und die mit dem konstellativen Charakter einer Verkn\u00fcpfung und Integration empirischer Forschungsmethoden viele Gemeinsamkeiten aufweist.<\/p>\n<p>Den Abschluss des ersten Workshoptages bildete die Besprechung und weitere Planung laufender und zuk\u00fcnftiger Netzwerkprojekte. Hierzu z\u00e4hlte zun\u00e4chst die weitere Gestaltung eines k\u00fcrzlich <abbr title=\"unter anderem\">u.a.<\/abbr> von Mitgliedern des Netzwerks gegr\u00fcndeten <strong>Arbeitskreises \u201cMixed Methods\u201d in der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie<\/strong>, der an die Sektionen \u201eMethoden der empirischen Sozialforschung\u201c sowie \u201eMethoden der qualitativen Sozialforschung\u201c angegliedert ist und auf dem DGS-Kongress 2020 erstmalig mit der Ko-Organisation eines Konferenzpanels aktiv wird. Weiterhin wurde die thematische und organisatorische Gestaltung einer zum Ende des Netzwerk-F\u00f6rderzeitraums im Sommer 2020 geplanten <strong>Sammelpublikation<\/strong> diskutiert.<\/p>\n<p>Der zweite Workshoptag war der Diskussion von Titeln aus der in Vorbereitung befindlichen <a href=\"https:\/\/www.springer.com\/series\/16487\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Lehrbuchreihe \u201eMethodenintegrative Sozialforschung\u201c<\/strong><\/a> gewidmet, die im VS-Verlag unter der Herausgeberschaft von Andrea Hense, Susanne Vogl und Felix Knappertsbusch erscheinen wird. Von den insgesamt vier bereits konkret geplanten Reihenpublikationen wurden zwei vorgestellt und ausf\u00fchrlich diskutiert: Judith Schoonenboom pr\u00e4sentierte Ihr Konzept f\u00fcr eine Einf\u00fchrung zu \u201eMixed Methods and Multi-Method Research Design\u201c. Der Band entwickelt eine Perspektive auf Forschungsdesign, die sich von den weit verbreiteten Design-Typologien bewusst abgrenzt, und stattdessen den emergenten, iterativen Prozesscharakter von <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr>-Studien betont. Leila Akremi und Andrea Hense legten ihre Konzeption eines Bandes zu \u201eMixed-Methods-Sampling\u201c vor. Die Gliederung dieses ebenfalls stark an forschungspraktischer Relevanz orientierten Bandes folgt drei Kernthemen: der Rekonstruktion und Abgrenzung von Populationen und F\u00e4llen, den zentralen Techniken f\u00fcr Fallauswahl und Feldzugang, sowie den M\u00f6glichkeiten und Voraussetzungen unterschiedlicher fallvergleichender Designs und Generalisierungsziele.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interdisziplin\u00e4res Netzwerk zu Methodologie und Anwendungsfeldern methodenintegrativer Forschung &nbsp; Zur\u00fcck zur Startseite Videos ausgew\u00e4hlter Beitr\u00e4ge sind hier verf\u00fcgbar. Vom 5. bis 7. 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